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[San Diego / Relaunch] PCL Lexa Griffin

Lt. Lexa Griffin

OPS Offizier San Diego / Sheriff's Deputy / Adminin

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21

Monday, January 28th 2019, 12:39am

Persönliches Computerlogbuch
Leitender OPS-Offizier Lieutenant J.G. Lexa Griffin U.S.S…. Saratoga

Neues Schiff, neuer Quadrant, neue Mission, die selben alten Probleme. Und schlimmere. Es waren zwei ereignisreiche Tage.
Wir alle wussten dass wir die San Diego verlassen und ein neues Schiff beziehen würde. Dass Admiral Kayleigh eine große Rolle spielen würde. Nichts jedoch deutete darauf hin welche Konsequenzen uns erwarten würden. Seit nun fast zwei Wochen hielten wir Position im Erdorbit ohne genau zu wissen wie es weitergehen würde.
Captain Paris stand in regem Kontakt zum Kommando, wir wussten dass wir bald ein neues Schiff beziehen sollten und jeden Tag begutachtete ein anderer Admiral die San Diego, aber für den Moment hatten wir keinerlei neuen Befehle. So seltsam es klingen mag, viele begannen die Tage zu vermissen an denen wir regelmäßig angegriffen wurden, an denen wir ständig zu tun hatten… an denen wir nicht wussten was als nächstes passieren würde - und uns auf genau dieses Unerwartete dennoch gefreut haben.

Für mich persönlich waren die letzten zwei Wochen noch in ganz anderer Sicht eine Zerreißprobe. Dem medizinischen Team war es zwar gelungen Tabby zu stabilisieren, nach ihrem kurzen Erwachen direkt nach der Ankunft auf der San Diego war sie jedoch in ein tiefes Koma gefallen. Es bestand keine Lebensgefahr und die Ärzte versicherten mir, dass sie “bald” aufwachen würde…Bald. Ich hatte all das schon einmal erlebt. Wäre ich religiös, spätestens jetzt würde ich mich fragen welche Gottheit ich beleidigt oder welche Gebote ich gebrochen habe um wieder diese Extreme erleben zu dürfen.
Im normalen Dienst hätte ich Ablenkung und Motivation finden können, auf andere Gedanken kommen. Ohne irgendwelche Befehle… diese zwei Wochen kamen mir vor wie zwei Jahre. Und es gab nichts und niemanden, das mich anderweitig forderte oder mich gezwungen hätte an etwas Anderes zu denken. Nicht, dass es irgendjemand versucht hätte.

So liefen diese zwei Wochen in einem festen Rhythmus ab: Eine halbe Stunde vor “Dienstbeginn” - ein Dienst der darin bestand sieben bis zehn Stunden an der OPS-Konsole zu stehen ohne irgendwas melden zu können - schlich ich mich durch eine der Jeffriesröhren in die Krankenstation. Die Nachtbesetzung der Krankenstation hatte nur Augen für ihren Bildschirm, sodass ich problemlos einige Minuten mit Tabby verbringen konnte, bevor die Frühschicht eintraf und ich auf die Brücke musste.
Nach einer jeden Tag auf’s Neue ereignislosen Schicht, einem Essen in der Messhall und Training auf dem Holodeck verbrachte ich eine Stunde “offizielle” Besuchszeit auf der Krankenstation, ehe Doktor Carn mich Abend für Abend rausschmiss. “Wir sind hier auf einer Krankenstation und nicht in einem Hotel” oder “Ms. Johnson braucht jetzt ihre Ruhe” waren dabei seine liebsten Sätze, nur übertroffen von “Ihr Blutdruck ist gefährlich hoch, Sie sollten in Ihr Quartier zurückkehren”. Genau dort jedoch fand ich wenig bis gar keine Ruhe. Erst Recht keinen Schlaf.

Es war seltsam. Das Quartier auf der San Diego hatte ich fast dauerhaft alleine bewohnt, dennoch wirkte alles… leer. Zu groß, zu ruhig. Zu… tot. Ich wusste, dass es keinen Grund zur Sorge gab. Ein Teil von mir fürchtete dennoch das Schlimmste und konnte keine Ruhe finden. Vor allem nicht hier. So verbrachte ich viele Nächte auf dem Holodeck.
Auch der gestrige Tag begann mit diesem Muster… ich hatte nicht geschlafen und bereits meine etwa 30 Minuten heimlich auf der Krankenstation verbracht als Captain Paris die Crew in der Messhall zusammen rief.
Es gab endlich Neuigkeiten! Gemeinsam mit einem Admiral Roth verkündete er, dass wir am nächsten Tag um 8 Uhr unser neues Schiff betreten würden. Dass die San Diego mit einer neuen, erfahrenen Crew auf eine besonders wichtige Mission geschickt wird und wir selbst am nächsten Tag unsere Befehle erhalten würden. Es tat weh die San Diego zurückzulassen und wie Ms. Hawkins anmerkte war die Chance, dass wir die San Diego wiedersehen geschweige denn nochmals betreten dürften gering. All das war allerdings Teil des Dienstes in der Sternenflotte.

Was wirklich wehtat...die Gerüchte stimmten, Commander Tucker würde uns nicht begleiten - dürfen.
Er hatte diesem Schiff, dieser Crew mehr als jeder andere gegeben… und wurde jetzt bestraft. Es war nicht fair, es war das verdammte Gegenteil von fair.
Was auch immer die Gründe dafür sein mögen...es war ein Fehler. Der Admiral und Captain Paris beendeten dann ihre Ansprache und wir erhielten den Rest des Tages Zeit unsere Koffer für die Abreise zu packen.
Bevor ich daran auch nur denken konnte musste ich im Maschinenraum nach dem Rechten sehen. Ich war es, wir alle waren es, Commander Tucker schuldig jetzt erst Recht das Beste zu geben und allen zu zeigen was er uns beigebracht hatte. Nach einer kurzen Ansprache schien das auch in den Köpfen der letzten Ingenieure anzukommen und die Arbeit ging deutlich konzentrierter weiter.

Kurz darauf wurde ich von Doktor Vadiye auf die Krankenstation gerufen. Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten - oder Schönsten - allerdings stellte sich heraus, dass Tabby’s Zustand unverändert war.
Stattdessen weigerte sich Doktor Carn Transporterlaubnis zu geben und bestand darauf sie an Bord zu behalten - auch mit komplett neuer Crew auf einer geheimen und äußerst gefährlichen Mission.
Abgesehen davon, dass es keinerlei Garantie gab, dass eine neue Crew zurückgebliebene Passagiere nicht sowieso von Bord beamen würde...es konnte für die Heilung nicht hilfreich sein auf einer Top-Secret Mission mitzufliegen.
Doktor Vadiye sah das ähnlich, hatte bisher aber keinerlei Rang oder Titel an Bord erhalten… mir blieb also nur der direkte Weg zu Captain Paris. Kaum hatte der Admiral seinen Bereitschaftsraum verlassen hielt ich dem Captain einen Vortrag wieso Tabby transportfähig ist, präsentierte Doktor Vadiye’s Daten und gleichzeitig Doktor Carn’s Unfähigkeit. Letztlich stimmte er mir zu und gab die Transporterlaubnis, sodass alle Patienten in Kürze auf unser neues Schiff transportiert werden. Nun konnte ich in Ruhe meine Tasche packen und fand in der folgenden Nacht tatsächlich so etwas wie Schlaf.

Heute morgen dann war es soweit und wir beamten gemeinsam in’s Sternenflottenhauptquartier. Während Captain Paris mit den Admirals die weiteren Schritte besprach verbrachte ich den Großteil des Morgens an der Bar. Nach einigen Gläsern andorianischen Ales betrat plötzlich eine offensichtlich nervöse und gestresste junge Frau die Bar und klammerte sich an ihr PADD. Erst beim zweiten Hinsehen erkannte ich sie als Lindsey McNally. Ich kontaktiere Lieutenant Hawkins um unseren Plan in Bewegung zu setzen und beobachte Lieutenant McNally so unauffällig es ging. Als ich gerade den Kontakt mit ihr herstellen wollte betrat Captain Paris - die Definition von Auffälligkeit - den Raum und ließ den Lieutenant noch nervöser werden. Nachdem klar wurde, dass er nichts Neues erfahren hatte war Plan B unausweichlich.

Da uns die Zeit davon lief hatte ich keine Wahl. Ich aktivierte mein dermales Implant, - vielen Dank Captain Georgiou - stand auf und reichte Lieutenant McNally die Hand. Wenige Sekunden später waren wir im Gespräch… und sie hatte unwissentlich einen Peilsender mit Mikrophon unter der Haut. Ich bat sie um eine “Tour” über das Gelände und letztlich stimmte sie - wenn auch weiterhin irritiert und nervös - ein.
Sie führte mich schnell zu ihrem Labor und schloss alle Türen. Das Labor, ihre gesamte Arbeit war beeindruckend. Es blieb allerdings keine Zeit das näher zu bewundern, wir hatten eine Mission zu erfüllen.
Ich war mir sicher gewesen sie hatte mich in ihr Labor, in ihr Sanktum, geführt um in Ruhe und ungestört reden zu können.
Aber selbst hier schien sie abwesend, nervös, ängstlich. Sie versuchte meine Fragen abzublocken, kommentierte wie “cool” es sei dass wir es aus dem Gamma-Quadranten zurück geschafft hätten… nach all dem (Nicht-) Ereignissen zuletzt wäre ich lieber dort geblieben.

Sie gestand letztlich zumindest mit Captain Paris zusammenzuarbeiten um “Informationen” zu gewinnen, bestand allerdings darauf dass es sich um Dinge wie Sternenkarten handelte.
Ihre Lügen waren so offensichtlich, selbst ein Kazon hätte sie erkannt.
Dann jedoch betrat ein wütender und genervt scheinender Admiral Kayleigh den Raum und schickte mich direkt vor die Tür - das Mikrophon machte sich nun bezahlt und ich hörte genau mit wie der Admiral Lieutenant McNally zusammenschrie und ihr befahl das “Projekt” bis spätestens zum nächsten Tag fertigzustellen und ihm alle Daten zu übergeben. Erst wenig später stellte sich heraus, dass McNally das Projekt bereits beendet hatte und die Ergebnisse absichtlich nicht mit Admiral Kayleigh teilen wollte. Ich signalisierte Ms. Hawkins dass die Zeit gekommen war in das Büro des Admirals einzubrechen. Trotz einiger Schwierigkeiten war der Plan ein Erfolg und es gelang ihr alle Daten sowie einen romulanischen Disruptor im Büro von Admiral Kayleigh sicherzustellen. Gemeinsam mit Captain Paris und Lieutenant McNally machte ich mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt.

Während Admiral Nechayev und die restlichen Admirals sich verbunkerten und die gesamte Sicherheit verzweifelt nach Admiral Kayleigh suchte begannen wir die Daten zu entschlüsseln… allerdings leider nicht schnell genug.
Nur wenige Sekunden später und fast zeitgleich mit Admiral Nechayev’s Funkspruch, dass Admiral Kayleigh sofort festzunehmen sei hörten wir einen romulanischen Transporter… direkt vor der Tür. Spätestens jetzt war klar, dass wir es tatsächlich mit einem Tal'Shiar Agenten zu tun hatten.
Ehe wir wussten was passierte bedrohte “Admiral Kayleigh” uns mit einem weiteren Disruptor und forderte die Herausgabe des Tricorders. Ich überlegte für einen Moment ihn anzugreifen. Vor einigen Monaten hätte ich wohl nicht gezögert, jetzt jedoch… ich hatte zuviel zu verlieren. Lieutenant Hawkins jedoch nutzte ihre Chance und warf dem Agenten den Tricorder direkt in’s Gesicht, woraufhin dieser seinen Tricorder fallen ließ.
Es entstand ein kurzer Kampf, in dessen Verlauf sich ‘Kayleigh’ letztlich wegbeamen ließ. Trotz aller Versuche fehlt von ihm und seinem Schiff bis jetzt jede Spur. Zumindest seinen Tricorder musste er zurück lassen. Auch ohne diesen hatte er jedoch Unmengen von geheimen Daten an den Tal’Shiar gesendet und es würde Wochen dauern herauszufinden welchen Schaden diese Daten anrichten könnten.

Dennoch erhielten wir alle wenig später von den Admirals Roth und Nechayev große Belobigungen und unseren neuen Auftrag. Gemeinsam mit Lieutenant McNally, die unsere neue Chefingenieurin werden würde, sollten wir einen Prototypen testen. Ich hatte nichts gegen sie persönlich und sie schien definitiv Ahnung zu haben… aber niemand konnte oder würde jemals Commander Tucker ersetzen können.
Wenig später starteten wir dann mit einem Shuttle zu unserem neuen Schiff. Vorbei an Schiffen der Miranda-, Sovereign- und anderen Klassen - mit entsprechenden Reaktionen der Crew - erreichten wir schließlich die U.S.S. Saratoga… ein Schiff der Constitution-Klasse.
Ein Schiff zum Großteil bemannt mit Kadetten und Crewmans. Wir hatten Arbeit vor uns, mehr noch als vielleicht auf anderen Prototypen. Abgesehen von den etwas kleinen Korridoren und dem teilweise ungewöhnlichen Aufbau der Brücke war mein erster Eindruck...weder besonders negativ noch positiv. Für mehr viel blieb auch keine Zeit. Nachdem Crew und Cargo an Bord waren verließen wir mit Impuls das Raumdock und gingen außerhalb des Systems auf Warp. Wir begannen direkt mit den Tests des sogenannten Charged Tachyon Particles Warp-Antriebs, der besonders schnelle Beschleunigung ermöglichen sollte - und auch tat.
Nach einem kurzen Warpsprung und der Ankunft im CN-375 System meldeten alle Systeme perfekte Werte. Der erste Test war ein voller Erfolg, zur Freude des Großteils der Crew - insbesondere die Test-Ingenieure und Kadetten feierten. Nachdem wir den “Notruf” eines Ferengi Schiffes abarbeiten und die Ferengi wieder auf ihren Weg schicken konnten erhielt die Crew dienstfrei um den Rest des Schiffes und der Crew kennenzulernen.

Ich für meinen Teil war jedoch froh endlich wieder etwas zu tun zu tun und mehr als nur den Erdorbit scannen zu können, sodass ich auf der Brücke blieb, ehe die Beta-Schicht darauf bestand mich abzulösen.
Lieutenant Callaghan, der… taktische Offizier der Saratoga machte noch einen halbherzigen Versuch sich nach meinem “Problem” zu erkundigen, aber ich kannte diesen Mann nicht und solange er kein Wundermittel entwickelt hatte konnte er nicht helfen.
Während die Ingenieure die Daten des Testfluges auswerten gibt es an anderen Fronten also noch keinerlei neue Nachrichten.
Je mehr ich darüber nachdenke desto weniger möchte ich hier sein. An Bord dieses Schiffes, mit dieser Crew. Vor allem aber in diesem Quadranten. Ich hatte auf der San Diego, ja sogar auf der höllischen Tempest langsam begonnen eine Heimat zu finden Offenbar sollte es niemand von uns vergönnt sein jemals ein Schiff wirklich als Heimat anzusehen. Wir werden sehen wie lange diese Mission dauert. Ob es uns gelingt nicht nur den Antrieb zu testen, sondern auch andere Probleme zu lösen. Alles was wir für den Moment tun können ist unser Job. Und hoffentlich gelingt es uns irgendwann den Romulaner zu finden. Wenn nicht sind wir vielleicht alle in größerer Gefahr als wir uns vorstellen können.

=/\= Log Ende.

"If you're telling me that this ship can skip across the universe on a highway made of mushrooms, I kind of have to go on faith... Be bold. Be brave. Be courageous. Black alert." - Christopher Pike.

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22

Monday, February 4th 2019, 2:26am

Lieutenant Lexa Griffin steht im Konferenzraum der Saratoga und betrachtet die sich schließende Tür zur Brücke. Sie beginnt zu lächeln, dann leise zu kichern und schließlich ernst zu schauen. Nachdem sich die Tür komplett geschlossen hat nimmt sie sich ein PADD, geht zum großen Fenster und starrt hinaus auf das geborgene romulanische Schiff.
Nach einem kurzen Picard Manöver betrachtet sie ihre Reflektion im Spiegel und murmelt: Sie hat nicht einmal meinen neuen Pip bemerkt… die Party müssen wir wohl nachholen.
Nach dem heutigen Tage gibt es genug zu feiern!


Beginne Persönliches Computerlogbuch

Persönliches Computerlogbuch des leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga

Wenn mir jemand heute früh gesagt hätte, dass es nur drei Dinge brauchen würde um diesen Tag zum wohl schönsten, definitiv zum interessansten Tag meines Lebens zu machen… ich hätte ihn direkt einsperren lassen. Und mich gleich mit.
Spätestens wenn er erwähnt hätte, dass diese drei Dinge ein Transponder, ein tödlicher Nebel und vor allem mein Einsatz für die Rechte eines gewissen Adrian Chase sind.

Es gibt Sätze, die wir immer wieder verwenden, mit denen wir uns selber widersprechen ohne es zu wollen - oder zu bemerken. Sätze die wir manchmal so oft verwenden, dass sie ihre Wirkung, ihre Besonderheit verlieren. Ja Sätze, bei denen wir vielleicht gar nicht groß nachdenken wenn wir sie aussprechen. “Heute war der schönste Tag meines Lebens” ist einer dieser Sätze. Und doch muss ich mein heutiges Logbuch so beginnen - allerdings nach reiflicher Überlegung: Heute WAR der schönste, beste Tag meines Lebens.
Gleichzeitig war es in gewisser Weise der erste Tag meines Lebens, der erste Tag eines neuen Abschnittes. Eines Abschnittes, der hoffentlich weniger chaotisch, weniger tragisch, weniger negativ als der letzte wird.
Ich habe ein gutes Gefühl.

Mit 28 Jahren habe ich bereits eine Degradierung und mehrere Ermahnungen hinter mir, zwei Ex-Ehepartner und eine Tochter verloren. Den Tod von Tausenden von Kollegen und Freunden direkt miterlebt.
Spätestens nach dem heutigen Tag… all das ist in der Vergangenheit. Ich werde es nie vergessen können, aber ab sofort wird es nicht mehr bestimmen wer ich bin. Wer ich in der Zukunft sein werde. Der heutige Tag hat mir in jeder Hinsicht die Augen geöffnet, mir gezeigt dass ich so viel besser sein kann. Mit Adrian Chase hatte ich heute den letzten Teil dieser Vergangenheit... verarbeiten können.

Nach einer wieder einmal ereignislosen Nacht begann ich meinen Tag in der noch verwaisten Messhall. Ein Ruf von Captain Paris riss mich aus meinen Gedanken und ich meldete mich im Bereitschaftsraum.
Erst als er vom Studieren meiner Akte und den Handlungen seines Vorgängers sprach war mir klar worum es hier ging…”Meinen Sie Sie haben sich seitdem verbessert?” klang wie eine harmlose Frage, in diesem Moment war es allerdings die Frage, die über meine weitere Karriere in der Sternenflotte entscheiden könnte.
Glücklicherweise fielen mir ein paar Standard Floskeln wie “Ich arbeite daran” ein um genug Zeit zu schinden ehe ich mich sammeln und eine richtige Antwort formulieren konnte.
Meine Antwort, dass ich meine Lektion gelernt habe, - zumindest in nächster Zeit - nicht vorhabe Captain Paris’ Bereitschaftsraum bewaffnet zu stürmen und verstanden habe, dass gegenseitiges Vertrauen einer der Hauptaspekte in der Zusammenarbeit jeder Crew war schien Captain Paris zu überzeugen und ohne großes Trara würde ich wieder in meinen alten Rang zurück befördert.
Er grinste sogar über meinen Kommentar. Sein Kommandostil war definitiv lockerer, angenehmer, ruhiger für die Crew als der seines...Vorgängers.

Kaum war ich mit neuem Pip versehen zwei Sekunden zurück auf der Brücke stürmte Commander Mowraq an mir vorbei in den Bereitschaftsraum, zweifellos um sofort Beschwerde einzulegen. Vielleicht ist es auch hier Zeit für einen Neuanfang und eine Entschuldigung an den Commander, um unsere Zusammenarbeit in der Zukunft zu verbessern.

Ich war noch beim Studieren des Comm-Logbuches, als auf der Brücke plötzlich Unruhe und Panik entstand. Als ich mich umdrehte wäre ich beinahe kollabiert. Da stand er wieder vor mir, der Mann der mir alles genommen hatte. Meine Tochter, meine Familie, meine erste und zweite Heimat. Während andere nach Phasern griffen konnte ich nur dastehen...ich war anwesend und erlebte was um mich herum passiert, aber ich war nicht in der Lage einzugreifen, etwas zu tun. Erst einige Sekunden später gelang es mir wieder Worte zu finden. Ich musste meine gesamte Kraft und Disziplin zusammen nehmen, um diesem Chase nicht sofort den Kopf abzureißen, aber irgendwie schaffte ich es halbwegs ruhig zu bleiben.

Wir fanden schnell heraus, dass dieser Chase nicht “unser” Chase war, sondern eine frühere...Version. Sein Vorgänger sozusagen. Chase kam direkt aus dem Sternenflotten Hauptquartier, war der Saratoga als Counselor zugewiesen worden und hatte sein Frau mitgebracht.
Ich erinnerte mich an Tabby’s Bericht vor einigen Monaten und die eindeutigen Beweisen, dass der einzige lebendige Chase in unserer Zeitlinie ein harmloser, junger Offizier im Sternenflotten Hauptquartier war.
Genau dieser Offizier stand nun vor uns.
Er hatte also noch nichts getan… und dennoch wussten wir alle was er tun würde. Wir waren überzeugt, dass das hier nicht unser Chase war, aber genauso überzeugt dass wir etwas tun mussten - das heißt "wir" mit Ausnahme von Lieutenant Callaghan der mir von Minute zu Minute unsympathischer wird.
Nachdem Captain Paris letztlich ablehnte Chase ohne weitere “Beweise” festzunehmen - er war doch dabei als Modas zerstört wurde! - verließ ich die Brücke um meine Frustration nicht an Chase auszulassen und meinen neuen Pip sofort wieder zu verlieren.

Zum ersten Mal seit meiner Kindheit war ich allerdings so unkonzentriert, dass ich mich beim Training mit meinem eigenen Schwert am Arm schnitt.
Auch das hatte also keinen Sinn, ich musste anders mit dieser Situation umgehen. Ich begann die Datenbank der Saratoga zu überprüfen und tatsächlich zeigte diese nur einen Adrian Chase an.
Einen Adrian Chase, der unschuldig und gerade erst auf der Saratoga eingetroffen war. Nachdem ich alles zehnmal überprüft hatte lud ich die Daten auf ein PADD und ging zur Krankenstation.
Ich weiß nicht ob es mein Unterbewusstsein war das mich zu Tabby führte, der Gedanke mit einer unabhängigen, nicht zur Sternenflotte gehörenden Person zu sprechen oder die Tatsache, dass die Krankenstation auf dem Weg lag… jedenfalls warf ich Doktor Vadihe das PADD mit den Daten auf den Tisch… dazu ein zweites mit meinen persönlichen Logbüchern und meiner Akte.

Sie fand nach kurzer Zeit den Unterschied, auch aus eigener Erfahrung - offenbar hatte Chase auch die Vidiianer für seine Zwecke missbraucht und gegebenenfalls bestraft.
Ich war mir sicher sie würde mir zustimmen, dass wir Chase und seine Frau sofort wegsperren müssten. Dass das die einzige Möglichkeit war zu verhindern dass die Geschichte sich wiederholen würde. Auch zu ihrem eigenen Schutz!
Aber sie widersprach mir. Nach Doktor Vadiye’s Meinung war wegsperren das Schlimmste was wir in dieser Situation tun könnten.
Chase würde einen Weg finden zu entkommen, seine Frau könnte bei einem Ausbrauchsversuch sterben und er würde nach der Behandlung die er durch uns erleiden musste erst Recht seinen Rachefeldzug anfangen.
Und ich wusste, dass sie Recht hatte. Aber wie konnte ich einem Menschen Adrian Chase jemals trauen, jemals bereit sein in einem Raum mit ihm zu arbeiten ohne ständig eine Hand am Phaser zu haben?

Mit zwei Dingen konnte sie mich letztlich allerdings überzeugen. Ich hatte Captain Georgiou und Tabby für schreckliche Verbrechen verziehen, respektierte beide. Teilweise weit mehr als das.
Vor allem aber...unsere Umgebung, unsere Erfahrungen, unsere Kontakte mit anderen Personen. Das waren die Dinge, die uns und unsere Einstellungen prägten, ob wir wollten oder nicht.
"Du bist der Durchschnitt der fünf Personen mit denen du am meisten Zeit verbringst" ist eines der wenigen Zitate, das ich mir aus meinem Psychologie Grundkurs gemerkt habe. Wenn wir alle Chase hier und jetzt mit Hass, Abneigung und Furcht entgegentraten - egal wie gerechtfertigt diese auch sein mögen - würde er in fünf, zehn oder 50 Jahren genauso antworten und seine Rache starten.
Wenn wir ihm hier und heute einen besseren Weg zeigten… es gab zumindest die Chance, dass es nie so weit kommen würde.
Wie weit wir damit gegen die temporale oberste Direktive verstießen, welche Auswirkungen das auf meine eigene Zukunft haben könnte und ob es Änderungen an der Zeitlinie geben würde...nur die Zeit konnte diese Fragen beantworten. Und ich wollte keine weitere Sekunde daran verschwenden, an falsche Hoffnungen klingen oder Kopfschmerzen über Paradoxons kriegen.
Ich hatte meine Entscheidung gerade getroffen, als ich auch schon auf die Brücke gerufen wurde.
Während meines Gespräches auf der Krankenstation hatte sich einiges getan… nicht nur war Lieutenant Chase in sein Büro verschwunden, vor allem hatte sich ein klingonischer Bird of Prey direkt vor uns enttarnt und begann nun uns böse zu drohen.
Offenbar hatten unsere Antriebstests schneller das Interesse der Klingonen geweckt als gedacht… und nun wollten sie diese Technologie und dieses Schiff für sich haben.
Nach einer kurzen - rein verbalen - Auseinandersetzung zwischen Captain Paris, Commander Mowraq und dem klingonischen Captain zog sich der Bird of Prey nach einigen letzten Scans getarnt zurück.

Ehe der Bird of Prey - oder ein anderer ungebetener Gast - zurückkam nutzte ich meine Chance und bat Captain Paris, Commander Mowraq und.. Lieutenant Chase in den Konferenzraum.
Ich hielt ein Plädoyer für Lieutenant Chase, für sein Recht an Bord bleiben zu dürfen, für sein Recht auf eine unvoreingenommene Aufnahme in die Crew und dafür, dass wir als Sternenflottenoffiziere besser sein mussten, als jemanden aufgrund seiner Vergangenheit oder einer möglichen Zukunft zu verurteilen.
Am Ende war ich selbst überrascht und ein wenig schockiert wie stark ich mich für Chase einsetzte. Nichtmal eine Stunde vorher wollte ich ihn töten, jetzt verteidigte ich ihn.
Alles zusammengenommen… ich wusste dass es das Richtige war, auch wenn ein Beigeschmack blieb.

Captain Paris und Commander Mowraq stimmten - mit kleineren Auflagen - zu, allerdings sollte es soweit nicht kommen.
Schnell stellte sich heraus, dass auch dieser Adrian Chase uns belogen hatte. Er arbeitete für den Geheimdienst der Sternenflotte und wusste genau über sein “zukünftiges Ich” Bescheid.
Weder den Geheimdienst noch Chase selbst ließen die Gedanken über die Taten von unserem Chase los, sodass Chase selbst beschloss uns einen Besuch abzustatten um zu sehen wie wir reagieren würden.
Quasi eine Art “Prüfung” für diese Crew und für sich selbst. Ich musste meine ganze Kraft zusammennehmen - und mehrmals in meine noch offene Wunde am Arm kneifen - um nicht spätestens jetzt diesen Chase zu töten...irgendetwas, irgendjemand gab mir jedoch die Kraft das nicht zu tun und stattdessen weiter den Ausführungen des Lieutenants zuzuhören.
Er würde berichten, dass wir alle für den weiteren Dienst geeignet seien und er versicherte mir, dass ich trotz allem die richtige Entscheidung getroffen und meine “Menschlichkeit” bewahrt oder sogar zurückerlangt hätte.
Ein Schiff sollte ihn wenig später zur Erde zurückbringen und er hoffte uns danach nie wiederzusehen - wenigstens etwas, auf das wir alle uns einigen konnten.

Es war eine interessante Erfahrung. Schmerzhaft, herausfordernd, aber lehrreich. Und ich würde sie nicht missen wollen.
Und auch wenn ich nicht so weit gehen würde von dem Wiedergewinn meiner Menschlichkeit zu sprechen… ich war mit dieser Aufgabe, mit dieser Herausforderung gewachsen. Fühlte mich gestärkter. Seinen Erzfeind zu verteidigen...ich hatte das Gefühl ich war nun bereit für alles.

Doch dieser Tag war noch nicht vorbei. Während Captain Paris die Lage mit dem Kommando besprach setzten wir unsere Testflüge fort… allerdings nicht lange. Der Prototyp Antrieb hielt 75 % nicht lange aus und wir mussten mit minimalen Schäden bald unter Warp gehen um Reparaturen und Diagnosen zu beginnen.
Lieutenant McNally verließ aufgelöst und fertig die Brücke - Lieutenant Callaghan kommentierte nur sie wäre “genauso überfordert wie ihr Antrieb”... auch diese Crew hatte definitiv noch Verbesserungspotential was die Zusammenarbeit anging.
Während die Ingenieure am Antrieb arbeiteten registrierten die Sensoren einen Klasse-4 Nebel mit ungewöhnlich hohen - tödlichen - Konzentrationen an Radon-Strahlung.
Und natürlich aus diesem Nebel empfingen wir einen stark verzerrten Notruf - nicht nur das, auch noch einen romulanischen Notruf.

Das Kommando und die Verantwortung über ein Schiff und seine Crew zu haben konnte nie leicht sein, aber in diesem Moment… ich beneidete Captain Paris nicht um seine Aufgabe.
Wir hatten die Pflicht jedem Notruf nachzugehen, erst Recht von einem Allianzpartner - selbst wenn die Hälfte dieses Allianzpartners mittlerweile eher dem Tal’Shiar als der Allianz diente.
Auf der anderen Seite waren die Klingonen noch da draußen… und wir würden in diesem Nebel nicht lange überleben. Selbst mit einigen Schildmodifikationen wäre die Crew nach spätestens zwei Minuten tot.
Und dann war da das große Risiko dass all das hier eine Falle war und wir diesem Nebel gefangen sein würden.Wir wussten bereits von mindestens einem Romulaner, der mit den Klingonen zusammenarbeitete.
Trotz aller Gefahren waren Captain Paris’ Befehle klar, wir würden alles versuchen das romulanische Schiff zu retten.
Das bedeutete auch, dass Doktor Vadiye ihrer vidiianischen Medizin-Kenntnisse anwenden und ein besonderes Schutzmittel für die Crew entwickelt konnte.
Auch die inzwischen auf die Brücke zurückgekehrte Lieutenant McNally steuerte noch einige kleinere und größere Wunder zur Verfügung, sodass wir in einer Gemeinschaftsproduktion technische und biologische Mittel entwickeln konnten, die die Crew lange genug schützen sollten.

Wir waren also bereit unseren Rettungsversuch zu starten… als ich plötzlich ein “Sie reden zu viel, Miss Vidiianerin” über den offenen Comm Kanal hörte… Tabby war wieder wach und hatte allem Anschein nach keine Sekunde verschwendet an die Arbeit zurückzukehren.
Ich hörte noch eine kurze Diskussion zwischen Doktor Vadiye und ihr ehe der Kanal geschlossen wurde… so schwierig und angespannt die Situation auch war, so viele Leben gerade auf dem Spiel standen… bei der Vorstellung wie Tabby Doktor Vadiye herumkommandierte musste ich selbst in dieser Situation schmunzeln. Und natürlich war ich mehr als nur erleichtert, dass sie wieder bei Bewusstsein war.

Trotz einiger Schwierigkeiten - insbesondere unsere klingonischen Freunden die uns von außerhalb des Nebels angriffen und unsere Transporter beschädigten - gelang es uns schließlich das romulanische Schiff aus dem Nebel zu ziehen und alle Überlebenden an Bord zu bringen.
Eines der klingonischen Schiffe konnten wir außer Gefecht setzen und später während seines geplanten T’Kuvma Manövers sogar zerstören, während das zweite sich erneut getarnt zurückzog.
Während die Mediziner die Überlebenden behandeln endete die Schicht der Brückencrew und ich machte mich auf den Weg zur Krankenstation.

Kaum reingekommen sah ich - neben dutzenden teilweise schwer Verletzten - dass Tabby bereits wieder komplett in ihrem Element war. Sie stürmte mit ihrem Tricorder bewaffnet über die Krankenstation und scannte jeden einzelnen der Verletzten gründlich.
Ich schlich mich zu ihr und wollte sie überraschen, entschied mich aber im letzten Moment dagegen als ich ihre Worte “Hm... Die Netzhaut koennte man gut fuer...ahhh!” hörte. Die Verletzten mögen das anders gesehen haben - und natürlich hoffe ich dass sie alle schnell wieder gesund werden - aber ein Teil von mir freute sich, dass Tabby ihren Job machen und Spaß dabei haben konnte.
Dass all ihre Opfer nicht umsonst gewesen waren. Dass sie anscheinend glücklich war.

Das änderte sich kurz, als sich mich quasi ignorierte und weiterhin nur Augen für ihren Tricorder hatte, selbst bei ihrer neuen - “Guten Tag” statt “Hallo” - Begrüßung.
Offenbar war ihr Vorsatz mehr wie die Tabby unseres Universums handeln zu wollen doch nicht nur so dahin gesagt gewesen. Ich weiß nur nicht ob ich das gut oder schlech...Computer, den letzten Satz löschen.
Mittlerweile wusste ich wie ich in solchen Situation mit ihr reden musste und war mir auch im Klaren, dass sie an mir nie so interessiert wie an ihren Daten sein würde - das war keine Eifersucht, es war ein einfacher Fakt, den ich bereits vor Monaten akzeptiert hatte.
Nachdem ich ihr also versicherte hatte, dass Doktor Vadiye ihr einige Patienten übrig lassen würde machten wir uns auf den Weg zum Konferenzraum. Ein Teil von mir…der überwiegende Teil von mir wollte direkt da weitermachen wo wir vor Tabby’s Verschwinden aufgehört hatten.
Abgesehen von ihrem - trotz aller gegenteiliger Beteuerungen es ginge ihr "immer gut" - noch geschwächten körperlichen Zustand brauchte ich aber vorher einige Antworten. Antworten von Tabitha Johnson...es schien heute sollte ein Tag der unmöglichen Aufgaben werden.

Neben der Sorge um Tabby hatten mich zwei Fragen seit ihrem Verschwinden und der anschließenden Rückkehr wachgehalten: Woher wusste sie wohin sie zurückkommen musste, wie konnte sie wissen dass wir auf die San Diego transferieren und in den Alpha-Quadranten zurückkehren würden?
Wichtiger noch...warum war sie zurückgekehrt? Ja, sie hatte mir versichert, dass sie mir vertraute und mir viele ihrer Geheimnisse anvertraut, aber eben auch nicht die ganze Geschichte. Sie hatte immer noch mehr als nur ein Geheimnis. Und die Wahrheit ist… ich wusste bis heute nicht was Tabby wollte. Was sie fühlte. Ob sie mich nur ausnutzte um an Daten und Experimente zu kommen.
Und so sehr ich das Gegenteil hoffte… es war vielleicht die einfachste, die wahrscheinlichste Erklärung für alles was passiert war.
Ihre Antwort, dass ich sie überführt habe und sie ein Changeling sei...ohne ihre Klarstellung, dass sie - wie “unsere” Tabby - an ihrem Humor arbeite hätte ich das ernsthaft in Erwägung gezogen.
Nachdem sie sich dann meinem - noch verletzten - Arm und der Geschichte dahinter zugewandt hatte erhielt ich tatsächlich eine Antwort. Eine Antwort, mit der nicht gerechnet hätte, selbst wenn sie in typischer Tabby-Art kam.
Sie hatte immer ihre eigene, unverwechselbare Heransgehens - und Ausdrucksweise, für jede Situation. Es war einer der Hauptgründe warum ich sie lieb...warum sie mir so wichtig geworden war.

Auch wenn sie wegen den “Forschungsmöglichkeiten” zurückkam hatten auch die “Sehenswürdigkeiten” - offenbar ihre Art eines Kompliments - eine Rolle gespielt.
Und sie hatte mir auf der Tempest heimlich einen Transponder implantiert um einen Ort für ihre Rückkehr zu haben. Ich begann nachzudenken, dass auch das nur Teil ihres Plan gewesen sein könnte, dass ich vielleicht die einzige Person war, der sie nah genug kommen konnte um einen Transponder unbemerkt einsetzen zu können, die naiv genug war ihr zu vertrauen. Und die Wahrheit ist, es war möglich. Tabitha Johnson ist eine Frau, die wohl niemand jemals komplett verstehen wird, sie selbst eingeschlossen. Dennoch war das die beste Antwort die ich mir erhoffen konnte und ich wollte sie vor Freude umarmen...ehe ich mich an die Umarmung auf der Krankenstation erinnerte und welche Schmerzen diese Tabby bereitet hatte.
Dieses Mal war es jedoch Tabby, die schließlich mir in die Arme fiel. So standen wir dort für einige Zeit, regungslos, wortlos. Nur den Moment genießend...bis sie eben zurück auf die Krankenstation ging um ihre Forschungen zu beenden.

Morgen werden wir die Gespräche mit den Überlebenden des romulanischen Schiffes beginnen. Bis dahin haben die Mediziner und auch die Ingenieure alle Hände voll zu tun. Dieser Antrieb, dieses Schiff mag eine der wichtigsten Technologien im gesamten Quadranten sein. Nur mit einer schlagkräftigen und gemeinsam arbeitenden Crew kann es uns gelingen Klingonen, Romulaner und andere potenzielle Feinde zurückzuschlagen und diese Technologie zu sichern.
Die Zeiten hatte sich geändert…

Und noch etwas hatte sich geändert. Ich hatte mich geändert. Station Modas, San Diego, Tempest… ich hatte nie das Gefühl wirklich angekommen sein.
Nach allem was wir gemeinsam bereits heute vollbracht haben...die Saratoga und diese Crew konnte dieser Ort, diese Familie werden.

Jedenfalls solange nicht wieder irgendjemand etwas dagegen hat. Wer auch immer das wagen mag… er würde es schnell bereuen. Schneller als er wie die feigen Klingonen heute flüchten könnte. Und jetzt muss ich eine Party planen.


Computer, Einladungen an folgende Offiziere verschicken und Persönliches Logbuch beenden...

=/\= Log Ende

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Lt. Lexa Griffin

OPS Offizier San Diego / Sheriff's Deputy / Adminin

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23

Monday, February 18th 2019, 1:09am

Es ist 06:55 Uhr an Bord der U.S.S. Saratoga. Lieutenant Lexa Griffin steht auf, deckt Tabitha Johnson zu und schleicht sich zum Replikator.
Computer, ein Glas Wasser”
Sie nimmt sich ein PADD, eine Decke und setzt sich auf einen Stuhl in der Ecke des Quartiers. Während Lexa Griffin beginnt ihr Glas Wasser zu trinken betrachtet sie mit einem lächeln wie Tabby sich weiter in ihre Decke mummelt.
Mit einem Blick auf die Personalakte von Camina ‘Grove’ legt sie das PADD beiseite. Computer, beginne Persönliches Computerlogbuch.


Persönliches Computerlogbuch der leitendes OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga - Nachtrag

Was für ein Abend. Was für eine Nacht. *gähnt* Wenn auch leider viel zu kurz. Ich wusste - hoffte - dass meine Party gut werden und die Crew ihren Spaß dabei haben würde...manches konnte allerdings selbst ich und selbst trotz der besten Planung nicht vorhersehen.
Gemeinsam mit Crewman Camina nutzte ich die Zeit nach Ende meiner Schicht um die geplante Party vorzubereiten.
Ich hatte lange gezögert, ob ich andere - und wen - in meine Pläne einweihen sollte, ehe mir beim Studieren der Crewliste Camina in’s Auge fiel.
Sie war eine junge Frau, die auf dem Weg zur Akademie von Admiral Kayleigh und Lieutenant McNally abgefangen und direkt auf die Saratoga versetzt wurde.
Das alleine war beeindruckend genug, allerdings war da noch etwas: sie war Trikrun. Nicht nur war ich nicht mehr die einzige Trikrun an Bord, ja die einzige Trikrun in der Sternenflotte. Noch dazu war sie erst 14 Jahre alt...ich beschloß also sie in die Messhall zu rufen und in meinen Plan einzubeziehen.
Wir schmückten fast eine Stunde die Messhall, ehe alles perfekt war. Trotz kleinerer Beschwerden machte Camina dabei alles mit und willigte am Ende sogar ein mich zu dutzen. Es fühlte sich wie das normalste der Welt an. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich hätte meine Tochter wieder...vielleicht eines Tages.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren öffnete ich einen schiffsweiten Kanal und rief alle zu einem “Notfall” in die Messhall.
Zu meiner großen Überraschung fiel tatsächlich der Großteil der Crew darauf rein - oder tat zumindest so. Mit Ausnahme von Commander Mowraq und Lieutenant McNally trafen alle Führungsoffiziere ein, dazu fast die gesamte restliche Crew.
Wie Captain Paris anmerkte war dies auch ein - unbeabsichtiger - Test wer am schnellsten reagieren könnte. Ich mag nicht neutral sein, aber diesen Test gewann eindeutig Tabby - wenn auch nur mithilfe des Transporters.
Nachdem wir alle - fast alle - mit Champagner angestoßen und mehrere Offiziere eine kurze Ansprache auf unser Schiff und die Fähigkeiten der Crew gehalten hatten wurden zwei Torten repliziert.
Nach einiger Zeit begannen die ersten zu gehen ehe nur noch eine überschaubare Gruppe zurückblieb, von den Führungsoffizieren verblieben nur Lieutenant Keller und Captain Paris.
Vor nicht allzulanger Zeit hätte ich eine solche Party - wenn ich sie denn überhaupt organisiert hätte - nur an der Seite von Marc oder Clarke verbracht. Ich war so unsicher, so auf eine einzelne Person fixiert, dass ich alle anderen kaum wahrnehmen konnte. Nie in der Lage oder willens gewesen wäre auf andere zuzugehen.
Heute...es war meine Party und ich war froh im Zentrum zu stehen. Mit Camina, Doktor Vadiye, Captain Paris, Lieutenant Keller und allen anderen gemeinsam zu feiern.
Erst jetzt wurde mir langsam klar wie sehr ich mich in den letzten Wochen verändert hatte.
Wie positiv mich Tabby’s Unabhängigkeit beeinflusst hatte. Sie tat mir gut, dieses Schiff und diese Crew taten mir gut.
Und ich hoffte ich tat auch ihr gut. Jedenfalls konnte ich sie halbwegs überzeugen, eine Party mit Kollegen und nicht einen Raum mit Testobjekten zu genießen. Sie beschwerte sich sogar nur einmal wie illegal romulanisches Ale sei. Es war ein Neuanfang.

Und auch die Feierlichkeiten erlebten einen Neuanfang. Es sollte nicht lange dauern, bis diese Party eine ganz andere Stufe erreichte. Ich hatte kaum angefangen die letzten beiden Flaschen - jedenfalls sobald das alle anderen betrifft - original romulanisches Ale auszuschenken als Doktor Vadiye auch schon begann sich merkwürdig zu verhalten.
Sie lallte, torkelte und schmiss ihren überlebenswichtigen Tricorder - Vidiianer hatten nach der Heilung der Phage sehr strenge Vorschriften was sie essen und trinken konnten - ohne Weiteres weg.
Nach dem dritten Glas Ale begann sie schief zu singen… und wenig später eine klingonische Oper zum “Besten” zu geben.

Das Singen und Torkeln waren lustig mitanzusehen - selbst Tabby schien sich zu amüsieren und ließ ihr Hypo entgegen ihres ersten Instinkts stecken - und der Raum füllte sich schnell mit Kichern und Lachen….all das verstummte als die Oper begann.
Glücklicherweise hatte Tabby vorgesorgt und gab Doktor Vadiye eines ihrer Wundermittel...der Alkohol wurde sofort neutralisiert und die Oper stoppte.
Nun gab es allerdings ein anderes Problem...sie begann die restlichen Tortenstücke zu verschlingen und an den Tellern zu knabbern.
Offenbar war “extremer Appetit” eine der Nebenwirkungen.
Nach zwei weiteren Torten, die sie mit den Fingern aß replizierte Camina auf “Vorschlag” von Captain Paris schließlich eine Schaufel, mit der Doktor Vadiye weitere Torten verspeisen konnte - ehe letztlich alles wieder rauskam und sie ein vidiianisches Heilungsritual begann.
Es war eine interessante Erfahrung. Auch wenn ich auf die Oper hätte verzichten können war es ein schöner Abend. Die Crew hatte ihren Spaß, es gab uns allen die Gelegenheit die Probleme und den Stress der letzten Wochen und Monate zu vergessen und für einen Abend gemeinsam abzuschalten. Es war ein Abend, den niemand von uns so schnell vergessen wird. Vor allem nicht Doktor Vadiye.

Während der Rest noch von Doktor Vadiye beschäftigt wurde schlich ich mich zum Abschluss der Party zu Tabby - leider jedoch nicht ganz unbemerkt, denn Lieutenant Keller starrte uns aus der Ecke heraus an. Das hätte mir in dem Moment nicht mehr egal sein können.
Als Camina dann die Schaufel repliziert hatte und Doktor Vadiye ihr diese aus der Hand riss kommentierte ich das gedankenlos mit einem “Sie gefällt mir jetzt schon”... - ihre Art “Probleme” zu lösen war definitiv einzigartig. Tabby stimmte mir zu, nur um direkt zu ergänzen sie wüsste jetzt auch wie sie sie “gefügig” machen könne.
Für einen Moment war ich hin- und hergerissen. Ja, ich liebte Tabby - und warum zur Hölle konnte ich ihr das nicht endlich sagen?! - aber Camina war jung und musste erst ihren Platz finden. Doktor Vadiye hatte vor wenigen Wochen noch nicht mal einen Menschen gesehen, geschweige denn mit ihnen zusammengearbeitet.
Tabby hatte sich zum Guten verändert, aber das Manipulieren, das Ärgern von anderen...es war etwas, das Terraner offenbar nicht von heute auf morgen abstellen konnten - wenn sie das denn überhaupt wollte.
Als sie dann meine Hand nahm war all das vergessen und ehe ich wusste was passierte zog ich sie in die Ecke der Messhall und küsste sie. Dankte ihr für diesen Abend, dass sie es geschafft hatte nicht nur zu scannen sondern ein Teil der Party, Teil der Crew gewesen war.
Erst als ich Lieutenant Keller noch immer starrend und grinsend in der Ecke stehen sah zogen wir uns in unser Quartier zurück.
Eigentlich hatte ich vorgehabt den Abend mit einem Spaziergang durch die äußeren Sektionen des Schiffes ausklingen zu lassen - der Blick auf den Nebel war äußerst romantisch - aber kaum waren wir im Quartier angekommen entwickelten sich… andere Pläne. Immer wenn ich denke, dass dieses magische Gefühl irgendwann ve...

*hört den Computerweckruf* Ugh...schon sieben Uhr *sieht zu Tabby die sich wendet und liegen bleibt* Ob ich ich mich nochmal dazu...nein. Ich kann nicht. Leider.
*beginnt Uniform anzuziehen und Kleidung wegzusortieren* Was ist...ein vidiianischer Tricorder? Woher kommt ein...*rollt mit den Augen und legt den Tricorder auf den Nachttisch am Bett* natürlich. Anscheinend waren wir beide gestern...böse. Gut, dass ich meine Versprechen immer halte *legt ihren Kommunikator an, küsst Tabby zum Abschied, grinst und geht zur Tür*. Computer, Log beenden.

=C= Log Ende



*am nächsten Nachmittag*


Computerlogbuch der leitendes OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga

Drei Minuten bis das Briefing beginnt…*sieht sich um* noch ist niemand hier.
Wir wissen noch nicht was genau passiert ist, eines allerdings ist klar. Vor weniger als fünf Minuten meldete Doktor Vadiye einen Eindringlingsalarm, seitdem ist jeder Kontakt zur Krankenstation abgebrochen.
Nicht nur waren fast ein dutzend Patienten, Doktor Carn und das medizinische Team dort unten… Tabby war dort. *krallt sich an der Armlehne fest* Es ist schwer nicht sofort runter zu stürmen. Selber zu sehen was dort vor sich geht. Zu helfen.
Ich vertraue Lieutenant Callaghan nicht. Er verbirgt etwas. Und wenn Tabby etwas geschieht...er wird es nicht überleben. Für den Moment jedoch bleibt mir nichts Anderes übrig als die Sache in den Händen der Sicherheit zu lassen. Darauf vertrauen, dass Tabby schon schlimmere Situationen gemeistert hat.
Und dann zu reagieren.

Bis dieses Briefing beginnt und wir Antworten erhalten jedenfalls.
Und es war bereits bis hierher ein ereignisreicher Tag - nach den letzten Monaten hat das definitiv etwas zu sagen. Nicht nur wurde das Schiff zwischenzeitlich von feindlichen Agenten übernommen und wir haben Erstkontakt zu einer neuen Rasse hergestellt...nein, diese Rasse wird belagert und benötigt unsere sofortige Hilfe. Nach der Party gestern und nachdem die halbe Crew noch mit den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen hatte… es war klar, dass genau heute solche Probleme auftauchen würden.

Ich hätte es mir spätestens nach diesem Morgen denken müssen. Nachdem ich mich von Tabby verabschiedet und auf den Weg zu meinem morgentlichen Training gemacht hatte fand ich auf dem Holodeck die erste Überraschung: einen halbnackten Lieutenant Callaghan, der… auf etwas einschlug...und es zerstörte. Das erste was mir auffiel… seine Narben. Sein gesamter Rücken war davon überzogen.
Seit unserem ersten Gespräch wusste ich, dass er etwas verbirgt...ob diese Narben damit zu tun hatten?
Zeit für ein paar diskrete Untersuchungen...später.
Er gab immerhin direkt zu, dass er die Party früh verlassen hatte und sich bei all den Gefahren da draußen lieber auf sich und sein Training konzentrierte.
Genau aus diesem Grund brauchten wir so eine Feier… wir konnten nicht nur kämpfen und überleben, wir mussten auch leben. Er sah das anscheinend anders
Für den Moment hatte ich ein anderes Problem. Einen Lieutenant, der meine reservierte Holodeckzeit blockiert.
Und er gestand direkt nicht kontrolliert zu haben ob das Holodeck reserviert sei… und ging davon, dass alle nach der Party ausschlafen würden. So leer die Korridore heute früh waren… ging verständlicherweise davon aus.
Als kurz darauf Lieutenant McNally zögerlich das Holodeck betrat und Lieutenant Callaghan sie zur ersten Selbstverteidiungsstunde begrüßte wurde mir klar wofür dieser seltsame Aufbau sein sollte.

Nachdem Lieutenant Callaghan nach meinem Programm fragte beschloss ich ihm eine kleine Kostprobe zu geben und startete das Programm - sehr zum Schock von Lieutenant McNally.
Eine große Gruppe an Klingonen, Nausikaanern und Breen stürmte direkt auf uns zu. Lieutenant Callaghan brachte direkt seine große Abneigung gegen Schwerter zum Ausdruck und verschwand dann mit McNally im Frachtraum um dort zu trainieren. Was für ein dummer...vergessen wir das.
Ich trainierte für etwa 30 Minuten, ehe die letzte Welle auftauchte...und ich den Schwierigkeitsgrad erhöhte. Die Klingonen und Nausikaaner waren kein Problem, die Breen allerdings...zwei von ihnen konnten sich verstecken und einer “tötete” mich schließlich und beendete das Programm - gerade als die beiden Lieutenants zurückkehrten.

Da ich weder Zeit noch Nerven hatte Lieutenant Callaghan zu erklären, dass ich offenbar ein - oder drei - Ale zu viel hatte beließ ich es bei einer einfachen Ausrede, ehe er auch schon verschwand.
Ich diskutierte mit Lieutenant McNally anschließend noch eine Weile über ihr Training redete ihr Mut zu, dass sie mit genug Zeit und Ehrgeiz genauso gut - eher besser - als Lieutenant Callaghan werden könnte.
Sie fürchtete sie habe noch nicht genügend Mut...aber nachdem sie bereits den wichtigsten ersten Schritt getan hat wird der Rest bald von alleine kommen… dann erschütterte das Schiff plötzlich.
Da nicht sofort roter Alarm ertönte war klar, dass wir nicht angegriffen wurden. Aber was war passiert? Lieutenant McNally meinte ein romulanisches Schiff wäre explodiert - eine interessante Fähigkeit.
Wir gingen auf die Brücke nur um festzustellen, dass sie Recht hatte...das romulanische Schiff hatte sich selbst zerstört und nun sollten wir den gerettetenen Romulanern ein Transportschiff rufen...welches sich auch wenig später auf den Weg machte.

Der romulanische Captain stürmte zeitgleich von der Brücke. Als kurz darauf ein großes, zweibeiniges, vogelartiges Wesen plötzlich die Brücke betrat war klar, dass wir nicht nur Romulaner gerettet hatten.
Der Captain hat uns für den Moment nicht informiert, allerdings scheint sich diese Rasse “Kalseri” zu nennen und von einigen Romulanern belagert zu werden.
Die Sternenflotte schickte eine Taskforce von sechs Schiffen unter Führung der U.S.S. Gagarin, welche etwa zwei Stunden später eintreffen sollte… zwei Stunden zu spät wie sich heraus stellte.
Kaum war unsere Kalseri Gast wieder in seinem Quartier kehrte der Romulaner Captain auf die Brücke zurück - mit einem Phaser in der Hand und einem bewusstlosen Sicherheitsoffizier im Schlepptau.
Wenig später enttarnten sich zwei Warbirds vor uns… mitten in Föderationsraum. Captain Seklom wollte das Schiff - er wusste dass es ein Prototyp war und arbeitete möglicherweise mit “Admiral Kayleigh” zusammen - und die Kalseri, im Gegenzug versprach er uns wir dürfte den Rest unserer Leben in einem “modernen” Arbeitslager der Romulaner verbringen.
Captain Paris kooperierte, allerdings gelang es Lieutenant McNally vom Maschinenraum aus mehrere codierte Nachrichten an mich zu senden. Wir koordinierten unsere Schritte, bis sie nach einer kurzen Warnung an uns schließlich den Schub umzukehrte, sodass das gesamte Schiff erzitterte und Lieutenant Callaghan den Romulaner entwaffnen und neutralisieren konnte.
Weitere Romulaner im Maschinenraum und - seltsamerweise - an der Krankenstation konnten von Lieutenant Callaghan und anderen wenig später neutralisiert werden.
Nach ihrer Verletzung am Handgelenk zu urteilen konnte Lieutenant McNally offenbar bereits ihre Selbstverteidigungskenntnisse einsetzen.

Das Schiff war zwar gesichert, aber es blieb noch ein - oder eher zwei - größere Probleme. Die Warbirds forderten einen Statusbericht an. Und unsere Taskforce war noch fast eine Stunde entfernt.
Captain Paris versuchte sein Bestes zu bluffen, aber die Situation erschien ausweglos...ehe plötzlich eine Salve von Plasmatorpedos den Bildschirm erhellte und die beiden Schiffe sich tarnten und verschwanden.
Die IRW Areei war im System eingetroffen und offenbar noch dem Romulanischen Imperium und der Allianz gegenüber loyal.
Nach einer kurzen Verhandlung und einigen Sekunden, in denen wir nicht wussten ob wir ihnen trauen können oder nicht beamten sie schließlich alle romulanischen Gefangenen an Bord ihres Schiffes - und nicht wie befürchtet jemand Neues an Bord.
Die Areei wird im System bleiben, bis unsere Taskforce eintritt.
Allerdings hatte der Commander nicht nur gute Nachrichten… der Tal’Shiar hatten eine beispiellose Wiederauferstehung im Romulanischen Imperium erlebt und fast ein Drittel der Romulaner schienen diesen inzwischen zu unterstützen - und es werden täglich mehr.
Militär und Senat sind der Allianz gegenüber noch loyal, aber es war nur eine Frage der Zeit bis sich das ändern würde.

Die Klingonen hatten Kler’Q, die Romulaner den Tal’Shiar...es schien die Grenzen zwischen Verbündetenen und Feinden waren zu Hause noch unklarer als im Gamma-Quadranten.
Zumindest schien die Situation für den Moment geklärt...Lieutenant McNally begab sich für weitere Behandlungen auf die Krankenstation und wir begannen über verbesserte Sicherheitsmaßnahmen für die Zukunft nachzudenken.
Einer Zukunft, in der wir ehemaligen Verbündeten nicht mehr trauen konnten. Einer Zukunft, in der wir angesichts von Admiral Rayleigh und ähnlichen Zwischenfällen vielleicht nicht einmal der Sternenflotte trauen konnten.
Umso wichtiger war es, dass wir uns untereinander vertrauten. Uns aufeinander verlassen konnten.
Lieutenant McNally hatte dieses Schiff und die Crew heute gerettet. Ohne sie wäre dieser Prototyp jetzt in den Händen der Romulaner und wir alle auf dem Weg in ein romulanisches Arbeitslager.

Der Tag hatte ein gutes Ende genommen...so schien es jedenfalls.
Dann jedoch kam der panische Ruf von Doktor Vadiye. Sie hatte über Jahre Phage-Opfer behandelt, hatte schon mit Tholianern und Adrian Chase zu tun...niemand brachte sie so leicht aus der Fassung.
Sekunden später brach der Kontakt zur Krankenstation ab. Wir haben keine Ahnung was dort unten vor sich geht.
Lieutenant Callaghan und sein Team sind auf dem Weg...ich hoffe sie sind nicht zu spät.
Ich hoffe ich werde bald…*Tür öffnet sich und Führungsoffiziere kommen herein*

Computer, Log beenden

=C= Log Ende.

"If you're telling me that this ship can skip across the universe on a highway made of mushrooms, I kind of have to go on faith... Be bold. Be brave. Be courageous. Black alert." - Christopher Pike.

Lt. Lexa Griffin

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24

Monday, March 4th 2019, 1:58am

Persönliches Computerlogbuch
Leitender OPS-Offizier der U.S.S. Saratoga
Lieutenant Lexa Griffin

Licht und Schatten. Yin und Yang. Krieg und Frieden. Gut und böse. Es gibt unzählige Beispiele, wie jede Geschichte, jede Zivilisation, jede Situation zwei Seiten hat. Wie die Natur, das Schicksal oder wie auch immer wir es nennen wollen versucht eine Balance zu finden. Unsere Einstellungen und wie wir diese Ereignisse deuten prägen uns, vielleicht mehr als alles andere.
Konzentrieren wir uns auf die positiven Seiten, schauen hoffnungsvoll in die Zukunft?
Sehen wir nur die negativen Seiten, misstrauen allem und jedem, sind übervorsichtig?
Oder sehen wir beide Seiten, versuchen wir selbst diese Balance zu finden?

Heute war einer der Tage, die demonstriert haben wie wichtig es ist die richtige Einstellung zu haben. Ein Tag voller Enttäuschungen, voller schwieriger Entscheidungen, aber auch ein Tag mit Anzeichen von Hoffnung.
Vor allem ein Tag, der die Crew in jeder Hinsicht auf die Probe gestellt hat. Und ich habe die Befürchtung, dass der heutige Tag für uns alle nur ein Anfang für eine schwierige Zeit sein wird. Vielleicht aber auch der Tag, an dem wir anfangen als eine Crew zusammenzuwachsen und gemeinsam mit unseren Herausforderungen zu wachsen. Es waren große Herausforderungen.

Warum? Oh, wo soll ich anfangen? Wir haben Crewmitglieder, einen Warpkern, unsere Prototyp Ingenieurin und die Crew ihre Moral verloren.
Jetzt ist ein Admiral auf dem Weg hierher, der möglicherweise weitreichende Änderungen verkünden wird.
Und genau so setzte sich der Tag heute nach meinem letzten Logbucheintrag auch fort. Nicht nur erhielten wir weiterhin keine Antwort von der Krankenstation, sondern es schien als könnte der Eindringling unsere Sensoren manipulieren. Wir konnten ihn nicht registrieren geschweige denn mit dem Transporter erfassen.
So blieben uns nur die panischen Rufe verletzter Crewmitglieder, um herauszufinden wo unser Eindringling gerade sein Unwesen trieb.
Wir errichteten Notfallkraftfelder und schlossen Sicherheitstüren in allen wichtigen Kommandobereichen, ehe klar wurde was das Ziel des Klingonen war… der Maschinenraum.
Camina und Lieutenant McNally hatten sich hinter einer Schutztür verbunkert, während Commander Mowraq, Lieutenant Callaghan und mehrere Sicherheitsteams versuchten den Klingonen in Schach zu halten.

Es gelang mir gerade rechtzeitig einen visuellen Kontakt zum Maschinenraum herzustellen, um mit der restlichen Brückencrew zu sehen, dass weder Phaserfeuer, noch Messer oder Nahkampfangriffe dem Eindringling irgendeine Reaktion geschweige denn Schaden zufügen konnten.
Es war hoffnungslos. Was auch immer dieses Ding war, es zerlegte unser Schiff und unsere Crew. Die Sicherheit zog sich letztlich zurück und versuchte dem Maschinenraum die Luft zu entziehen… allerdings wurden vorher alle Konsolen von diesem Ding zerstört, sodass der Plan schnell kollabierte.
Es blieb uns nichts Anderes übrig als taten- und hilflos mitanzusehen, wie der Eindringling das Sicherheitsschott langsam aufschob, Lieutenant McNally packte und begann sie hinter sich herzuziehen.
Wenig später gelang es uns zum Glück Camina und Lieutenant McNally zu erfassen und beide in Sicherheit zu beamen.
Trotz der Tatsache, dass sie zitterte und offensichtlich schwerer verletzt war weigerte sich McNally auf die Krankenstation zu beamen. Stattdessen nahm sie ihre Station ein und begann an einer Lösung zu arbeiten.
Es war ein Moment, der mir im Nachhinein Hoffnung für die Zukunft gibt.
Etwas, dass andere heute übersehen haben mögen… aber sie ist deutlich tougher als die meisten denken. Vielleicht wird sie uns alle noch überraschen.

Ohne Lieutenant McNally - oder andere Crewmitglieder - in der näheren Umgebung und eingesperrt im Maschinenraum begann unser Gast kurz darauf den Warpkern anzugreifen.
Mit welchem Ziel ist bis jetzt noch immer unklar, allerdings drohte ein Kernbruch und die Vernichtung der Saratoga. Ich versuchte die Ummandlung des Kerns mit Plasma und elektrischer Energie zu überladen um den Eindrinling damit möglicherweise außer Gefecht setzen zu können… allerdings meldete Lieutenant McNally direkt Protest an.
Wie sich schnell herausstellte hatte sie Recht. Ich hatte nicht nur die Ummandlung des Kerns überladen, sondern auch den Kern selber… ein Kernbruch stand nun unmittelbar bevor.
Commander Mowraq und die Sicherheit konnten nichts weiter ausrichten und der Kern begann zu überladen… als Lieutenant McNally genau das in einem genialen Plan ausnutzte.
Es waren hektische, angespannte Momente, in denen uns nichts Anderes blieb als Lieutenant McNally zu vertrauen und zu hoffen, dass es nicht unsere letzten Momente waren. Wir ließen den Kern überladen und starteten wenige Sekunden vor dem Bruch einen Notfallausstoß. Der Warpkern wurde gemeinsam mit dem Klingonen in’s All geschossen, wir gingen auf Impuls und der Kern explodierte wenige Sekunden später.

Die anschließende Schockwelle verursachte angesichts der aktiven Schilde glücklicherweise nur minimale Schäden.
Während die Ingenieurscrew umgehend mit der Installation unseres Ersatzkerns begann - einer der großen Vorteile auf einem Prototypen mit neuem Antrieb zu dienen - rätselten wir alle was genau wir da gerade in’s All gepustet und mit unserer Kernexplosion getötet hatten.
Commander Mowraq konnte bestätigen, dass der Klingone “über Bord” gegangen war und er noch nie etwas mit einer solchen Kraft und Ausdauer gesehen hatte.
Das hatte niemand von uns. Das heißt… fast niemand.
Ich sollte es langsam besser wissen. Während wir alle komplett im Dunkeln tappten erklärte Tabby uns wie selbstverständlich, dass es sich bei dem Eindringling um einen klingonischen Augment handelte - das heißt sie sprach mit sich selbst und wir konnten zufällig zuhören.
Offenbar - natürlich - hat sie diesen Augment bereits ausführlich studiert, bevor er begonnen hatte uns anzugreifen.
Allem Anschein nach wurde der Klingone in einer Cryo Kammer auf dem romulanischen Schiff, welches wir vor kurzem geborgen hatten, gehalten und wir beamten seine Kammer mit den Überlebenden zusammen an Bord.
Dort hatte Tabby eine erste Untersuchung gestartet, als das Wesen plötzlich aufwachte und seinen Amoklauf durch das Schiff begann.

Ob die Romulaner diesen Augment gezüchtet hatten und ihn für ihre Pläne absichtlich mit an Bord geholt haben, ihn selbst nur gefunden haben oder vielleicht etwas ganz Anderes dahinter steckt...wir wissen es nicht. Tabby jedenfalls war überzeugt davon, dass wir es “bestimmt” selbst herausfinden würden und verschwand für weitere Untersuchungen - und um ihr Leben zu “genießen” - von der Brücke.
Es sind Momente wie dieser in denen sie mich auch heute noch irritiert.
Uns blieb allerdings nicht viel Zeit über diese Erkenntnisse nachzudenken, denn die Areei erwartete einen Bericht.
Außerdem waren die U.S.S. Gagarin und der Rest der Taskforce eingetroffen und der Captain wollte an Bord beamen. Eine Captain Kate Ashmore… offenbar kannten sie und Captain Paris sich.
Gemeinsam mit dem romulanischen Commander der Areei brieften die beiden Captains uns dann über ihre Pläne.

Captain Ashmore hatte gute Nachrichten: die Allianz hatte nach langen Beratungen beschlossen, der Bitte von Premierminister Oulx nachzukommen und den Kalseri zu helfen - allerdings gab es da einen Haken.
Unser Auftrag war mehr über die Situation in Erfahrung zu bringen, Hilfsgüter zu liefern und eine diplomatische Lösung zu finden.
Außerdem hatten wir eindeutige Befehle, uns beim ersten Zeichen eines Gefechts zurückzuziehen.
Wir alle wussten, dass es keine diplomatische Lösung mit dem Tal’Shiar geben würde. Jedenfalls keine, für die nicht irgendjemand teuer bezahlen müsste.
Und doch hatten wir keine Wahl, wir mussten es zumindest versuchen. Sobald unser neuer Warpantrieb installiert war, würden wir aufbrechen - als Schiff mit “geschwächten Ressourcen” auf das andere eventuell “Rücksicht” nehmen müssten würde die Saratoga das Kommando über die Flotte übernehmen.
Falls Captain Paris sich davon angegriffen fühlte ließ er sich das nicht anmerken.
Wir hatten außerdem aktuelle Aufklärungsdaten von Commander Varell, dem Captain der Areei, erhalten.

Der Tal’Shiar hatte fast 60 Warbirds im Orbit stationiert, außerdem ein dutzend Orbitalplattformen und Stationen sowie Anlagen auf der Oberfläche… sollte es zu einem Gefecht kommen und wir trotz anders lautender Befehle einen Kampf riskieren… wir wären eindeutig unterlegen.
Captain Ashmore und Commander Varell kehrten nach dem Briefing auf ihre Schiffe zurück, während Captain Paris den dankbaren, aber auch besorgten Minister informierte.
Als ich das Gespräch zwischen Captain Paris und Minister Oulx verfolgte und den zitternden Minister betrachtete kam mir eine Idee, wie sich mein Plan für eine Waffe gegen weitere Augments eventuell doch noch umsetzen ließe.
Ich bat Commander Mowraq um Erlaubnis im Wissenschaftslabor daran zu arbeiten, während die Ingenieure den Warpantrieb bereit machten. Ich hatte wenig Hoffnung, dass er meinen Antrag genehmigen würden, aber ich musste es versuchen.
Zu meiner großen Überraschung gestattete er mir nicht nur das weitere Studieren der Daten, sondern begleitete mich sogar.
Es dauerte eine Weile - fast bis zum Erreichen der Kalseri Heimatwelt - aber letztlich gelang es mir einen mobilen Prototyp zu entwickeln.
Theoretisch sollte dieser Prototyp in der Lage sein mit genügend Energie jedes biologische Lebewesen kurzzeitig außer Gefecht zu setzen. Ich spürte allerdings schnell, dass zuviel Energie einen weiteren - unerwünschten - Effekt hatte… ich erhielt selber einen Schlag.
Meine Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber für einen ersten Prototyp war es vielversprechend.
Sollten wir jemals wieder einem solchen Augment begegnen ich werde bereit sein. Auch wenn ich hoffe, dass es soweit nie kommen wird.

Außerdem machte Commander Mowraq eine Entdeckung. Der Augment war anscheinend einmal ein alter Bekannter von ihm gewesen, dessen Schiff IKS Bekh wurde seit einem Jahr nach einem Angriff nahe der romulanischen Grenze vermisst.
Möglich, dass die Romulaner die Crew entführt und für Augment Experimente genutzt haben.
Genauso möglich, dass das Verschwinden vorgetäuscht und diese Klingonen in Wahrheit mit dem Tal’Shiar zusammenarbeiten. Sobald es die Zeit zulässt werden wir weitere Nachforschungen anstellen müssen.
Uns wurde beim Rekonstruieren der Abläufe auch klar, was das Ziel des Augments war… Lieutenant McNally.
Sie war noch wichtiger, in noch größerer Gefahr als wir gedacht hatten.
Zumindest gab es für den Moment keinerlei Anzeichen, dass weitere Augments erfolgreich gezüchtet werden konnten.

Commander Mowraq wurde wenig später auf die Brücke gerufen, während ich letzte Arbeiten an meinem Prototypen vornahm und mir selbst noch ein paar Schocks versetzte.
Ich lagerte den Prototypen anschließend sicher ein und kehrte auf die Brücke zurück.
Während meiner Abwesenheit hatte sich viel getan. Wir hatten das System der Kalseri erreicht und der Admiral der Tal’Shiar Flotte war zu Verhandlungen an Bord gebeamt.
Ich kriegte gerade noch mit, wie Captain Paris und Commander Mowraq ihre Strategie besprachen als mehr als die Hälfte der romulanischen Schiffe das System verließen.

Offenbar war eine Lösung gefunden worden… die Romulaner würden das System verlassen, im Gegenzug würden wir ihnen alle Daten über diesen Augment überlassen und aus unserem System löschen.
Natürlich wurden vorher einige Sicherheitskopien gemacht, allerdings mit genug Aufwand, dass der Admiral das beim Kontrollieren nicht sofort feststellen konnte.
Da war allerdings noch ein Preis. Im Gegenzug für die Leben und Freiheit von über 400 Millionen Kalseri verlangte der Tal’Shiar die Herausgabe einer einzigen Person.
Was mathematisch nach einem sehr profitablen Austausch klang war in der Realität alles andere als einfach.
Nicht nur wollte der Admiral ein Crewmitglied haben, nein er wollte Lieutenant McNally.
Es war eine Sache ein Leben gegen 400 Millionen zu tauschen wenn dieses Leben jemand unbekanntes war. Es war eine ganz andere Sache, wenn es um ein Crewmitglied ging. Und um eine Rasse, die wir vor wenigen Tagen nicht einmal kannten.
Es war eine Frage, die wohl jeden Captain beschäftigt hatte, die jeder Akademiekadett dutzende Male beantwortet hat. Waren wir bereit die wenigen - oder eine einzelne - zu opfern um die vielen zu retten?
In der Theorie war die Antwort - insbesondere die erwartete Antwort in der Akademie - eindeutig und einfach.Ich hatte die Akademie abgeschlossen, hatte in jeder Diskussion argumentiert, dass es in einer solche Situation überhaupt nichts zu diskutieren gäbe. Hier draußen jedoch... Wäre ich bereit gewesen Tabby zu opfern um 400 Millionen Vögel zu retten? Hätte ich eine solche Entscheidung jemals treffen können?
Ich bezweifle es. Eher hätte ich mich selbst geopfert. Zum ersten Mal konnte ich für einen Moment Lieutenant Callaghan und seine Proteste gegen die Entscheidung von Captain Paris verstehen.
Bei Lieutenant McNally kam ein weiteres Problem dazu. Nicht nur war sie unsere Kollegin und Captain Paris hatte geschworen sie zu schützen… sie war die Entwicklerin dieses Prototyps, eine der größten Hoffnungen der Föderation.

Und dennoch standen auf der anderen Seite 400 Millionen Leben. Von außen und gerade im Nachhinein ist es immer einfach zu sagen wir hätten eine andere Lösung finden können, in diesem Moment schien das ausweglos.
Captain Paris willigte - zugegeben, deutlich zu schnell und ohne auch nur eine andere Lösung zu suchen - ein und überließ nach einem kurzen Gespräch zwischen ihm, McNally und Lieutenant Callaghan dem romulanischen Admiral unsere Chefingenieurin.
Der Admiral bedankte und beamte mit McNally davon - außerdem nahm er auch Minister Oulx mit.
Während wir noch versuchten einen Kanal zu öffnen und den Minister zurückzubeamen, tarnte sich das Schiff des Admirals und die verbliebenen romulanischen Schiffe eröffneten das Feuer.
Die beiden romulanischen Schiffe auf unserer Seite enttarnten sich und feuerten zurück, während unsere Flotte sich zurückhielt. Captain Ashmore erinnerte an unsere Befehle sich beim ersten Anzeichen von Gefecht zurückzuziehen.
Als niemand auch nur Anschein machte auf Warp gehen zu wollen begannen die Gagarin und die anderen Schiffe ebenfalls auf die Tal’Shiar Flotte zu feuern.

Wir waren 22 zu neun unterlegen, dennoch gelang es uns fast zehn Schiffe zu zerstören, ehe die Romulaner die nächste Phase ihres Angriffes einleiteten und die Selbstzerstörung ihrer riesigen orbitalen Anlagen starteten.
Ohne planetares Verteididungsgitter und mit minimaler Atmosphäre würden die Trümmer einer solche Zerstörung die Kalseri Heimatwelt verwüsten.
Wir konzentrierten unser Feuer also auf die Trümmer der Stationen und konnten gerade so alle größeren Trümmer abfangen.
Der Rest stellte keine Gefahr mehr da. Der Tal’Shiar hatte seine Ziele anscheinend erreicht, denn wenig später tarnten sich die verbliebenden Schiffe und gingen auf Warp.
Vorher allerdings gelang es der Areei allerdings noch in einem Kamikaze Manöver das Flaggschiff des Tal’Shiar zu vernichten.
Der Großteil der Crew wurde auf die Gagarin gebeamt, Commander Varell und ein dutzend weiterer Romulaner gaben allerdings ihr Leben um das Flaggschiff zu vernichten.
Wir werden sie und ihr Opfer nicht vergessen. Es passte zu diesem Tag, dass ausgerechnet Romulaner die Helden waren im Kampf gegen...Romulaner.

Die Kalseri Heimatwelt war sicher und wir erhielten wenig später eine Audionachricht von der Oberfläche, in der die Kalseri sich für unsere Hilfe bedankten und verkündeten, dass sie nun mit dem Wiederaufbau ihrer Welt beginnen würden.

Die Saratoga und der Rest der Taskforce hatten nur minimale Schäden erlitten. Und auch wenn wir am Ende die Kalseri retten und den Tal’Shiar vertreiben konnten… wir hatten Befehle missachtet. Die Sternenflotte schickte entsprechend einen Admiral, der in wenigen Tagen eintreffen soll.
Bis dahin haben wir und die restlichen Schiffe Befehl Position im System zu halten und weitere Bedrohungen abzufangen.
Wir haben die Warpspur des Schiffes, welches Admiral Cherae und seine Gefangengen transportiert verloren. McNally und der Minister könnten überall sein. Wir werden nicht aufgeben sie zu finden, aber für den Moment haben wir nichts.
Auf der Brücke entstand schnell eine aufgebrachte Diskussion. Es war eindeutig, dass sowohl Lieutenant Callaghan als auch Lieutenant Keller nicht mit der Entscheidung des Captains einverstanden waren.
Während bei Lieutenant Callaghan emotionale Gründe eine Rolle spielen mögen - wie könnten sie nicht? - hatte er gute Argumente. Wir hatten den Romulanern nicht nur eines unserer Crewmitglieder ausgeliefert, sondern auch eine unserer neuesten Technologien.
Und während Captain Paris immer wieder davon redete, dass all das auch eine “Gelegenheit” sein könnte und Lieutenant McNally selbst Informationen sammeln könnte… ich bin mir nicht sicher, ob er das selbst auch nur für eine Sekunde glaubt.
Sich das alles nicht nur einredet, um seine Entscheidung rechtfertigen und damit leben zu können.

Die Wahrheit war...Lieutenant Callaghan, Captain Georgiou, Commander Mowraq. Es gab Personen, denen ich zutrauen würde selbst aus dieser Situation noch das Beste zu machen. Selbst als Gefangener Informationen zu sammeln ohne selbst zuviel preiszugeben oder sich in Gefahr zu begeben.
Lieutenant McNally jedoch zuckte schon zusammen, wenn man sie schief ansah. Sie war intelligent, kreativ, talentiert… ich weiß allerdings nicht wie sie mit den Verhörmethoden des Tal’Shiar klarkommen wird. Ich möchte auch nicht darüber nachdenken müssen.
Aber genau das muss ich. Lieutenant McNally hatte uns allen heute bereits das zweite, ja das dritte Mal das Leben gerettet und es war an der Zeit dass wir das wieder gutmachten.
Und das würden wir.
Für den Moment hatten wir alle Hände voll damit zu tun eine offene Meuterei zu verhindern.
Lieutenant Keller’s Proteste wurden immer lauter, bis sie schließlich das Gespräch zwischen Captain Paris und Captain Ashmore mit einem lauten “Sie sind ein Idiot” unterbrach und sich auch sonst komplett respektlos verhielt.
Sie wurde letztlich von der Brücke verwiesen, aber ich hatte das Gefühl das war erst der Anfang - zurecht wie ich bald lernen sollte.

Für den Moment gab es wenigstens kleinere Lichtblicke. Nicht nur hatte keines der Sternenflottenschiffe Verluste zu beklagen, auch kam der Großteil der Crew der Areei sicher auf der Gagarin an.
Unter diesen Crewmitgliedern war auch ein weiblicher Mensch… eine Zivilistin.
Sie war die Frau von Commander Varell und beide hatten ein gemeinsames Kind, das nun zumindest nicht komplett ohne Eltern aufwachsen würde.

Kurz darauf endete die Schicht und die Brücke wurde leergefegt. Da wir für den Moment gemeinsam mit sechs anderen Schiffen Position im Orbit hielten gab es keinen Grund für eine dauerhafte Wache auf der Brücke, sodass nur Captain Paris, Tabby und ich zurückblieben.
Tabby...ich hatte mir solche Sorgen gemacht als ich hörte dass die Krankenstation angegriffen wurde. Und in all dem Chaos heute kam ich nicht einmal dazu sie auch nur zu fragen wie es ihr ging - nicht dass ich mit einer ehrlichen oder gar hilfreichen Antwort gerechnet hätte. Sie schien jedenfalls unverändert und weiter in ihre Forschung vertieft. Als Captain Paris wenig später auf die Krankenstation gerufen wurde… meine Chance war gekommen.
Ehe ich jedoch irgendwas sagen oder tun konnte hörte ich von Tabby schon wie froh sie war ihr “Date” mit dem Augment überlebt zu haben und dass ihr ihr Leben momentan gefallen würde.
Natürlich wusste ich, dass ein solches Statement - gerade an einem Tag wie heute mit Tal’Shiar und klingonischen Augments - mehr auf ihre Forschungen als auf mich bezogen war, aber es fühlte sich dennoch gut an.
Und was ihr Date anging… sie wusste genau wie sie mit mir reden musste, um möglichst nicht über die Geschehnisse sprechen zu müssen.

Umso überraschter war ich als sie freiwillig ihre Nackenschmerzen seit ihrem Fliegen durch die Gänge - oder eher ihre Enttäuschung darüber - zum Ausdruck brachte. Vor nicht allzulanger Zeit wäre es unmöglich gewesen einen solchen Satz aus ihr herauszubekommen wenn es um ihren eigenen Zustand ging.
Sie hatte sich tatsächlich verändert. In jeder Hinsicht positiv verändert. Es war minimal und es waren Dinge, die anderen wohl nicht einmal auffallen würde, aber ich war stolz auf sie.
Ich begann instinktiv ihren Rücken und Nacken abzutasten, ehe mir bewusst wurde, dass ich keine Ärztin war und so oder so nichts finden würde.
Stattdessen lud Tabby mich zur Teilnahme an einem Experiment auf der Brücke ein und da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Nach dem heutigen Tag, nach all den schwierigen Entscheidungen und Verlusten die wir verkraften mussten… wir hatten uns eine Pause verdient. Es mag an all der plötzlich abfallenden Anspannung und Sorgen gelegen haben, es mag am Captain’s Chair gelegen haben oder vielleicht auch einfach nur am Reiz der Brücke und der Tatsache, dass jederzeit jemand hätte hereinkommen können, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Und nach den letzten Wochen habe ich da sehr… hohe Maßstäbe.

Kaum hatten wir unsere Uniformen wieder angelegt hörten wir plötzlich den Turbolift… Tabby schaffte es natürlich noch rechtzeitig in den Jeffriesröhren zu verschwinden, ehe Lieutenant Keller auftauchte.
Diese war - in diesem Fall und für mich - glücklicherweise immer noch so geladen, dass sie weder meine verschwitzten Haare noch “meine” blaue Uniform oder die Tatsache, dass ich unter dem Stuhl des Captains nach meinem Kommunikator suchte irgendwie in Frage stellte.
Stattdessen erhielt ich einen Vortrag über den Blick von Lieutenant Callaghan, über die “Tatsache”, dass wohl jeder an Bord froh wäre Captain Paris und Commander Mowraq loszuwerden.
Außerdem hatte sie eine verschlüsselte Nachricht an den Admiral geschickt und eine offizielle Beschwerde mitsamt einer Beschreibung der Vorfälle eingereicht.
Angesichts ihrer Aufregung und der Art wie sie zuvor mit dem Captain gesprochen hatte...ich glaube diese Beschwerde möchte ich nicht sehen.
Wir diskutierten noch kurz “richtige” und “falsche” Entscheidungen, ehe ich mich in mein Quartier zurückzog.

Diese Balance zwischen positiv und negativ, die Einstellung dazu von der ich zuvor gesprochen habe?
Nach unseren, nach meinen Erfahrungen in den letzten Monaten hätte ich allen Grund nur das Negative zu sehen.
Nur den Tod von zwei Crewmitgliedern der Saratoga, 200 Romulanern der Areei und Shayar und den Verlust von Lieutenant McNally, unserer Prototyptechnologie und Minister Oulx.
In dieser Einstellung hätten wir vielleicht 400 Millionen Wesen gerettet, allerdings 400 Millionen Wesen die für die Föderation in naher Zukunft keine Rolle spielen würden.
Sie waren primitiv, hatte keinen Waffen, nur ein handvoll Schiffe und wenig Interesse daran Kontakt mit mehreren herzustellen.
Und wir haben diese Crew zerrüttet, vielleicht irreparabel. Wir haben Befehle missachtet und könnten alle vor’s Kriegsgericht gestelt werden.

Ich nehme all das wahr. Ich werde alle, die heute ihr Leben für uns gelassen haben in Erinnerungen behalten. Aber heute entscheide ich bewusst das Positive zu sehen. Wir haben 400 Millionen Kalseri gerettet. Wir haben einen unverwundbaren klingonischen Augment vernichtet. Und wir haben weder Lieutenant McNally noch den Minister noch unsere Technologie verloren. Wir werden sie finden und wir werden sie retten. Das steht für mich außer Frage.
Das hier ist noch nicht vorbei. Admiral Cherae mag sich jetzt in Sicherheit fühlen, er wird jedoch schon bald merken, dass er sich hier mit der falschen Crew angelegt hat.
Wir werden die Konflikte in der Crew beseitigen, Lieutenant McNally finden und retten, Dann werden wir die letzte Schritte ihres Traums von diesem neuen Antrieb bewältigen. Gemeinsam. Und ich bin mir sicher, dass Lieutenant Callaghan sie gut vorbereitet hat.

Gyon op las, Lindsey McNally.

=/\= Log Ende

"If you're telling me that this ship can skip across the universe on a highway made of mushrooms, I kind of have to go on faith... Be bold. Be brave. Be courageous. Black alert." - Christopher Pike.

Lt. Lexa Griffin

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25

Sunday, March 17th 2019, 11:58pm

Deck 3 der I.S.S. Nyx, unbekannter Sektor, Spiegeluniversum:


Lieutenant Lexa Griffin wird in einen dunklen Raum geführt, zu Boden geworfen und ein Kraftfeld wird aktiviert. Die Wachen verlassen den Raum und verriegeln die Tür.
Sie versucht ihren Kommunikator zu aktivieren, merkt allerdings schnell dass dieser entfernt wurde. Stattdessen greift sie nach einem implantierten Chip in ihrem Arm…


“Ortungssignal… deaktiviert. Komm-System… deaktivert. Diese Terraner sind effizient. Sie wussten genau was sie zu tun hatten. Sie konnten den Chip nicht entfernen ohne einen Alarm auszulösen, also wurden nur die wichtigsten Funktionen geblockt.
Zumindest das Aufnahmemodul funktioniert noch.
Woher wussten sie überhaupt von diesem Notfallchip? Irgendjemand an Bord der Saratoga muss sie informiert haben. Irgendjemand arbeitet…ich kann das nicht aussprechen *sie atmet tief durch und beginnt den Raum zu untersuchen*
15, vielleicht 20 Meter breit. Weniger als drei Meter hoch. Mehrere mit Kraftfeldern gesicherte Zellen. Symbole des Spiegeluniversums. Und wir bewegen uns… das hier muss ein terranisches Schiff sein.
Aber warum bin ich hier? Und wie kam ich hierher?
Der Tag fing normal an… eine Allianz Taskforce hatte das Kalseri System gesichert und das Schiff des Admirals - Admiral Rachel Nechayev wie ich später erfahren sollte - war noch mehr als eine Stunde entfernt… also ging ich in’s Wissenschaftslabor um an meinem Prototypen weiterzuarbeiten.
Scout Hawkins wartete dort bereits, realisierte aber schnell, dass ich meine Ruhe brauchte und machte sich auf den Weg um Getränke zu holen… der doppelte Raktajino klang jetzt sehr gut.
Überhaupt irgendein Getränk, irgendeine Nahrung *wischt sich Blut von den Lippen*. Das hatte ich damit nicht im Sinn.
Die Tür des Labors war kaum geschlossen da sah ich auf einmal eine flimmernde Spalte… ehe ich wusste was passiert wurde ich hineingezogen und kam… hier an.
Nach allem was ich gehört und gesehen habe scheint “der Plan erfolgreich” gewesen zu sein. Die Terraner wollten mich also gefangen genehmen. Und es war immer die Rede von Commander Heshop, die bald zurückkehren würde.
Das konnte nur eines heißen… ich wurde an Bord der Saratoga ersetzt. Ich weiß nicht mit welchen Absichten, aber es konnte nichts Gutes sein.
Ich muss einen Weg finden zu entkommen und die Crew zu warnen. Es gibt nur einen Grund wieso die Terraner einen solchen Angriff riskieren würden.
Sie wollten die Technologie der Saratoga. Und sie würden sich dabei von niemandem aufhalten lassen. Wenn sie dabei noch auf einige...Flüchtige aus ihrem Universum an Bord der Saratoga treffen… ich will mir nicht ausmalen was sie tun würden. Vielleicht kann ich… *

Die Tür öffnet sich, zwei terranische Wachen ziehen Lexa Griffin aus ihrer Zelle und bringen sie in eine Agoniezelle: “Fangen Sie an zu reden, Föderation. Was sind die Pläne der Saratoga? Wie funktioniert dieser Antrieb? Sie, passen Sie den Output der Zelle an. Sie darf noch nicht bewusstlos werden. Ich habe gesagt..” Eine der Wache nimmt seinen Phaser und disintegriert die zweite Wache: “Schwachling. Jetzt werden Sie erleben was Schmerzen wirklich sind”. Er beginnt laut zu lachen und die Agoniezelle neu zu justieren. Lieutenant Lexa Griffin beginnt sich vor Schmerzen zu krümmen und zu schreien


Wenige Stunden später an Bord des gleichen terranischen Schiffes findet ein Gespräch unter zwei terranischen Offizieren statt:

“Wir haben alle Informationen die wir brauchen. Es wird Zeit für die Exekution”

“Exekution? Was sind Sie, ein Vulkanier? Sie haben einen Feind des Terranischen Imperiums vor sich, sie hat die Gnade einer schnellen Exekution nicht verdient”

“Natürlich, Commander. Ich werde….Sir” Der Lieutenant deutet auf die offenstehende und leere Arrestzelle.

“Finden Sie sie! Sofort! Oder Sie dürfen Ihren Platz einnehmen”

Einige Minuten später kriecht Lexa Griffin durch einen Korridor des terranischen Schiffes und hört ein Gespräch zwischen anderen Offizieren mit, eine der Stimmen kommt ihr sehr bekannt vor:

“Sie missverstehen, Grünblut. Wir haben Ihre Tarnung und Ihre Gedächnisscanner entgegengenommen und wissen diese Geste von einer primitiven und unterlegenen Rasse wie Ihrer zu schätzen. Deshalb werden wir Sie heute nicht angreifen. Aber drohen Sie mir noch einmal und ich werde meine Meinung ändern. Übermittle die Daten jetzt.”

“Ausgezeichnet. Wir werden uns sofort an die Arbeit machen. Wir werden Sie informieren sobald wir die Föderation erneut angreifen. Ihre Zeit wird kommen. Lang Lebe das Romulanische Imperium”

“Lang lebe das Imperium. Schließen Sie den Kanal. Lieutenant. Sobald wir die Tarnungsdaten analysiert haben, ändern Sie unsere Comm Frequenzen. Ich kann diese...was war das?”

Lexa Griffin windet sich vor Schmerzen, fällt durch ein offenes Shot aus dem Korridor mitten auf die Brücke und sieht in die Augen von sich selbst:

“Was haben wir denn hier? Lieutenant Hes… Griffin. Ich habe diesen Namen nie gemocht. Sichern Sie dieses Wesen wieder in der Arrestzelle. Sofort! Und ich denke es wird Zeit für ein Gespräch”


Lieutenant Lexa Griffin wird in den folgenden Stunden weiterhin gefoltert und zeitweise von Commander Heshop persönlich befragt.

“Lieutenant? Griffin? Ich hätte nie gedacht, dass jemand mich schon alleine mit seinem Rang und Namen enttäuschen kann. Du hast dieselben Möglichkeiten wie ich… und so wenig daraus gemacht. Tzz tzz. Jämmerlich...”

“Sie sind ein Monster. Sie können nichts und niemandem trauen. Ihre eigene Crew fürchtet sie”

“Und genau so sollte es sein. Clarke Griffin… meine Clarke Griffin. Für eine Zeitlang hätte ich fast denselben Weg eingeschlagen wie du. Aber wenn ich richtig informiert bin haben wir beide eine große Rolle im Tod unserer Clarke Griffin gespielt?”

“Sie haben kein Recht diesen Namen auszusprechen. Und wir werden Sie stoppen”
“Wohl kaum. Zu schade, dass ich bei der Festnahme der Verräterin Johnson unterbrochen wurde. Von einer...Camina? Vielleicht wäre der Tod dieser beiden Motivation genug gewesen uns zu helfen. Deine Emotionen waren schon immer dein größtes Problem, nicht wahr? Diese erbärmlichen Bindungen zu anderen Personen”

“Was auch immer Ihr Ziel ist, Sie werden scheitern. Ich habe Ihnen nichts weiter zu sagen”

“Also schön…. *zu ihren Offizieren* Weitermachen. Aber eines muss dir klar sein. Tabitha Johnson kann nie dasselbe für dich empfinden. Sie sieht dich als nichts Anderes als ihr nächstes Experiment. Sie war dem Imperium einmal genauso treu wie du denkst dass sie dir jetzt ist. Aber sobald sie etwas Neues findet….”

“Sie haben keine Ahnung wovon Sie reden”

“Ich will dir helfen. Diese Schmerzen die du jetzt fühlst… das ist nichts im Gegensatz zu einem gebrochenen Herz, nicht wahr? Hilf mir und ich werde Johnson und den Rest dieser Crew entfernen. Dich bereinigen. Ich werde dich ein wenig darüber nachdenken lassen. Bis dahin... bereiten Sie die neuen Gedächnisscanner vor. Vielleicht können wir noch mehr Informationen extrahieren”

Kaum hat Commander Heshop das Deck verlassen erscheint plötzlich eine Raumspalte im Raum. Für den Bruchteil einer Sekunde beginnt sie zu lächeln, ehe die Terraner die Agoniezelle verstärken


“Was ist das? Eine Spalte? Sie und Sie, nehmen Sie ihre Waffen! Sichern Sie die andere Seite!”
Zwei Terraner stürmen durch die Spalte. Als einige Zeit keine Antwort zurückkommt werden weitere Terraner hindurch geschickt.
“Ich werde der Gefangenen eines unserer neuen Halsbänder anlegen. Für den Fall.” Der Lieutenant hat das Halsband kaum angelegt und aktiviert, als Griffin schon erfasst und fortgebeamt wird.
“Brücke, wir brauchen hier unten Verstärkung. Die Gefangene wurde weggebeamt und die Föderation hat eine Spalte geöffnet… da kommt etwas durch”
Der Lieutenant fängt reflexartig den hindurch geworfenden Phaser und wird mitsamt des Raumes kurz darauf vaporisiert.
“Hüllenbruch auf Decks 3 und 4. Strukturelle Integrität beeinflusst”


Währenddessen auf der Brücke:

Commander Lexa Heshop hört die Meldung des Computers und greift nach ihrem Fidget Spinner Prototypen.
“Meine Damen und Herren, es war mir manchmal eine Ehre mit Ihnen zu dienen”
Sie aktiviert ihren Prototypen und tötet die gesamte Brückencrew.
“Computer. Protokoll Heshop-12 aktivieren!”
Commander Heshop aktiviert ein letztes Portal und verschwindet, ehe das terranische Schiff auf Befehl zerstört wird.

“Entschuldigen Sie die Störung, aber meine möglichen Zielorte waren begrenzt. Es ist an der Zeit, dass wir persönlich... verhandeln” Sie nimmt ihren Phaser und beginnt zu feuern.
“Jetzt können wir reden. Ungestört…”


Währenddessen auf der U.S.S. Saratoga


Lieutenant Griffin wird nach einer kurzen Konfrontation im Wissenschaftslabor auf die Krankenstation gebeamt und lässt sich ein PADD geben, während das medizinische Team die letzten Vorbereitungen trifft.
Mit schwacher Stimme und unter starken Schmerzen sagt sie zu Doktor Vadiye: “Holen Sie den Captain. Ich muss mit ihm sprechen”
Anschließend beginnt sie einen Text in ihr PADD einzugeben:

“Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga:

Ich bin zurück. Ich weiß nicht wie genau aber irgendwie gelang es der Crew der Saratoga mich zu finden und zurückzubeamen. Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben, aber lange… lange hätte ich nicht mehr durchgehalten. Und dass nicht nur wegen der Agoniezelle.
Und ich hätte wissen müssen, dass Lieutenant Hawkins und Camina die beiden sind, die mich retten würden. Nach allem was ich von meinem...teuflischen Doppelgänger gehört habe waren die beiden unter denjenigen, die ihren Plan durchschaut hatten.
Und beide würden nicht locker lassen, ehe sie dieses Problem behoben hatten.
Es tat gut beide zu sehen, wenn auch nur für einen Augenblick. Selbst der Anblick von Commander Mowraq war in diesem Moment eine willkommende Überraschung.
Verständlicherweise richteten alle außer Camina ihre Phaser auf mich und erwarteten eine Antwort. Zu schwach um nachzudenken versuchte ich so gut ich konnte den dreien klarzumachen, dass ich "ich" war und nicht die andere, böse Lexa. Ich hätte nie gedacht das einmal zu sagen, aber in diesem Fall war das Schockhalsband der Terraner meine Rettung... kaum hatte ich meine Zelle verlassen begann dieses mich regelmäßig zu schocken, sodass allen klar wurde, dass sie die richtige Lexa gerettet hatten. Die Anspannung war vorbei und ich sank zu Boden.
In all der Euphorie über meine Rettung realisierte ich nicht einmal wer nicht an dieser Rettung beteili...Captain!”
Sie lässt das PADD fallen und informiert Captain Paris über die komplizierte Kooperation zwischen Terranern und Tal Shiar.
Kurz darauf beginnen Doktor Vadiye und ihr Team die medizinische Behandlung und versetzen Griffin in ein Koma.



Wenige Stunden später, Krankenstation der U.S.S. Saratoga


“Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin, U.S.S. Saratoga
Nachtrag

Drei Seiten. Über 20 verschiedene Verletzungen. Mein medizinischer Bericht liest sich wie eine Obduktion. Ich habe vieles durchgemacht, aber ein solches Martyrium…ich bin bisher davon verschont geblieben.
Und in gewisser Weise habe ich mir all diese Verletzungen selber zugefügt, selbst wenn es ein Doppelgänger aus einem anderen Universum war.
Wenn jemand sie hätte überzeugen können, dass sie den falschen Weg einschlägt dann ich. Ich hätte nicht auf ihre Tricks anspringen sollen und stattdessen versuchen sie auf den richtigen Weg zu bringen.
Ich bin bis heute davon überzeugt, dass niemand komplett böse ist. Wenn wir Captain Georgiou auf unsere Seite bringen konnten, dann muss es mir gelingen können mich selbst zu überzeugen.

Aber wenn ich im Nachhinein über alles was die andere Lexa mir gesagt hat nachdenke… ich fürchte sie hatte Recht * sie sieht sich auf der halbleeren Krankenstation um und schaut traurig zu einem Biobett, das von Personen mit Geschenken und Genesungswünschen umstellt ist*
Meine Emotionen waren, sie sind, mein größtes Problem. Ich habe etwas überlebt das die meisten nie erleben oder sich auch nur vorstellen müssen. Ich bin stärker als jeder andere, als vielleicht sogar ich selbst, gedacht hatte.
Und doch ist mein einziger Gedanke momentan… warum bin ich alleine hier? Hatte ‘Evil Lexa’ Recht und ich war für Tabby nur ein neues Experiment, das bereits beginnt langweilig und zu zeitaufwendig zu werden? Hatte sie mit “Megan” schon eine neue Faszination gefunden?
Hatte ich an Bord wirklich keine Freunde?
So sehr ich versuche diese Gedanken zu verbannen, sie tauchen immer wieder auf. Und ich fürchte dass sie nicht unberechtigt sind.

Ich werde daran arbeiten müssen. Doktor Vadiye hat mir bereits strengstens empfohlen einen Counselor aufzusuchen.
Und dieses Mal werde ich nicht widersprechen. Mein Shuttle zu Sternenbasis 236 startet in wenigen Minuten und ich werde mich dort in freiwillige, langfristige Behandlung begeben.
Ich habe viel aufzuarbeiten.
Bis dahin muss ich niederschreiben was heute passiert ist, vielleicht kann ich so später und in einem besseren gesundheitlichen Zustand wichtige Hinweise finden

Nach meiner Ankunft im Spiegeluniversum und nach meiner dritten Befragungsrunde konnte ich temporär entkommen… leider hatten die Agoniezelle nachwirkende Verletzungen verursacht, sodass ich einen der Frachtkorridore zum Kollabieren brachte und mitten auf der Brücke landete.
Was ich jedoch vorher gelernt hatte… die Terraner hatte eine unbequeme - für beide Seiten - Übereinkunft mit dem Tal Shiar.
Offenbar lieferte der Tal Shiar den Terraner einige neue Tarnsysteme als Geschenk und die Terraner nahmen die Einladung zu Gesprächen an.
Niemand - auf keiner Seite - ist begeistert über diese Allianz, aber der gemeinsame Hass auf die Föderation hält sie für den Moment zusammen.

Ich berichtete dieses sofort Captain Paris, der wiederum die Admirals informierte. Und ich hatte einiges verpasst.
Ehe ich dazu kam dem Captain von einem romulanischen Spion zu berichten erfuhr ich bereits, dass dieser gefunden und getötet wurde.
Lieutenant McNally wird weiterhin vermisst, ansonsten scheint sich die Lage allerdings beruhigt zu haben.
Davon abgesehen scheint in meiner Abwesenheit vor allem an der Suche an mir und Lieutenant McNally gearbeitet worden zu sein, die Berichte meines OPS Ersatzes waren deutlich kürzer als ich gewohnt war - möglicherweise da wir weiterhin Position im Kalseri System hielten.
Die Crew hat Befehl das Schiff weiterhin hinter einem der Monde verborgen zu halten. Die Föderation hat für den Moment mehr Feinde als Freunde und dieses Schiff hatte eine Zielscheibe.
Leider konnte Lieutenant Hawkins mein neues Armband nach der kreativen Entfernung mittels Phasergewehr nicht weiter untersuchen, da sich dieses selbst zerstörte. Wir standen also wieder bei null.

Noch ein Grund mehr für mich dieses Schiff zu verlassen. Ich bin mir sicher Commander Heshop wird erneut versuchen mich auf ihre Seite zu ziehen. Das kann ich, das will ich dieser Crew nicht noch ein zweites Mal antun.
Ich mag alleine in diesem Bett liegen und für diese Crew nur ein Randgedanke in all diesem Chaos sein, für mich gibt es wenig was wichtiger ist.
Wenn ich mit einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung der Sternenflotte mir selbst helfen und die Crew schützen kann… selten ist mir eine Entscheidung so leicht gefallen.

‘Lieutenant Griffin, Ihr Shuttle steht bereit und Doktor Vadiye hat den Transport genehmigt’

Es ist Zeit. Computer, die Nachrichten Alpha und Delta an hinterlegte Personen übermitteln und persönliches Logbuch beenden

=C= Log Ende."

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Lt. Lexa Griffin

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26

Monday, July 1st 2019, 3:24am

Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin:

Drei Tage sind seit der Rückkehr der Saratoga zur Erde und unserer - hoffentlich - vorübergehenden Freistellung vom Dienst vergangen. Angesichts der Tatsache, dass ich mit Tabby auf dem Weg nach Risa bin hält sich mein Ärger über Captain Paris’ Entscheidungen und ihre Konsequenzen momentan allerdings in Grenzen, stattdessen freue ich mich auf ein paar Tage Ruhe und Erholung… oder auch nicht. Wir werden definitiv keine Probleme haben die Zeit rumzubekommen.

Da ich aber weiterhin Offizier der Sternenflotte bin will ich meiner Pflicht natürlich nachkommen und die Ereignisse der letzten Tage dokumentieren.

Nach der überraschenden und freudigen Rückkehr von Lieutenant McNally an Bord der Saratoga blieb uns nicht viel Zeit zum Feiern, ehe Admiral Roth schlechte Nachrichten verkündete.
Die Sternenflotte hatte beschlossen das Antriebsprojekt aufzugeben und die sofortige Rückkehr zur Erde befohlen.
Captain Paris versuchte natürlich noch zu diskutieren und Fragen zu stellen, aber uns allen war klar, dass diese Entscheidung endgültig war. Und dass sie richtig war.
Nicht nur hatten wir in all den Wochen kaum einen Fortschritt gemacht, wichtiger noch hatte McNally gerade ein unglaubliches Trauma durchmachen müssen - an dem niemand von uns unschuldig war - und das letzte was sie jetzt brauchte war noch mehr Leistungsdruck.
Direkt nach Ende des Gesprächs beamte dann natürlich auch noch unsere altbekannte Captain Georgiou an Bord, die sich mit einem gestohlenen Tal’Shiar Shuttle direkt vor uns enttarnt hatte.
Offenbar hatte sie eine neue “Berufung” gefunden und taktische Informationen über die klingonische Rebellion, Kler’Q und über Admiral Roth für uns… was auch immer sie damit andeuten wollte, ich will es nicht wissen.
Scout hatte nicht Unrecht, diese Frau hat ein Talent dafür für ein Zusammenzucken und Schaudern zu sorgen. Schlimm genug, dass ihr die Tempest nicht genug war.
Dann riet sie allerdings Captain Paris dringend mit Lieutenant McNally zu sprechen und für einen Moment dachte ich sie hätte vielleicht einmal keine finsteren Motive.

Georgiou verschwand dann so schnell sie aufgetaucht war und Captain Paris sprach länger mit McNally… und was auch immer er getan hatte, es schien zu wirken. Unser Warpantrieb sprang plötzlich mit einer unglaublichen Beschleunigung an und wenig später konnten die Ingenieure die Vibrationen kompensieren. All das erinnerte mich bald an die ‘Achterbahnen’, die ich auf der Erde erlebt hatte.
Auch die anderen Crewmitglieder auf der Brücke schienen nicht unbedingt gut mit dieser extremen Beschleunigung klarzukommen. Das arme Putzhühnchen.
Kurz darauf erreichten wir dann das Sol System während Lieutenant McNally unter Standing Ovations die Brücke betrat. Ich hatte, nein wir alle hatten, sie wieder einmal unterschätzt und sie hatte das Unmögliche geschafft.
Als ich später erfuhr, dass Camina sie offenbar ermutigt hatte nicht aufgegeben... ich war so stolz auf sie. Und so froh mich in beiden geirrt zu haben. Ste yuj
Während Captain Paris kurz darauf runterbeamte und mit den Admirals sprach begann der Rest von uns unsere Quartiere zu räumen und beamte dann nach und nach von Bord.

Eine Weile später betrat ein sichtlich angezählter Captain Paris die Bar, wo die Crew sich versammelt hatte. Offenbar hatten die Admirals uns eine “Zwangspause” von sechs bis acht Monaten gegeben, andernfalls aber auf Konsequenzen verzichtet.
Was Captain Paris als Erfolg verkaufen wollte, war es nicht. Wir wurden bestraft. Der Antrieb funktioniert, der Test war erfolgreich und wir wurden dennoch bestraft.
Während Lieutenant Keller sich ein langes Wortgefecht mit dem Captain lieferte, beschloss ich meine Zeit effektiver zu nutzen und machte mit der verstörten Camina eine Tour durch die Akademie und das Hauptquartier.
Dann kam mir plötzlich eine Idee. Statt sechs bis acht Monate sauer auf Captain Paris zu sein und auf einen neuen Auftrag zu warten könnte ich diese Zeit für Weiterbildungen nutzen.
Was auch immer als nächstes kommen würde, es konnte nie schaden vorbereitet zu sein, einen Vorteil gegenüber anderen Offizieren zu haben.
Ich studierte die extrem lange Kursliste und legte mich schließlich instinktiv auf einige wissenschaftliche Erweiterungskurse und Kartografie fest.

Nach einem ersten Einstiegskurs und einem Power Nap rief Captain Paris uns dann alle für eine Party in die Akademiebar.
Kaum jemandem von uns war nach feiern zumute, aber Lieutenant McNally hatte eine Feier verdient. Selbst Admiral Nechayev und ihr Hühnchen tauchten kurz auf.
Nach den Berichten von Lieutenant Keller machte ich bei ihr allerdings keinen guten ersten Eindruck und sie warnte mich, dass sie nun meinen Namen kennen würde.
Das konnte nicht gut sein.
Alles woran ich mich noch von der Party erinnern kann ist, dass ich zwei oder drei von Captain’s Georgiou “terranischen Spezialgetränken” - eine Mischung aus Blutwein, andorianischem und romulanischen Ale sowie Tequila - getrunken habe und alles danach ist weg. Genauso wie die Videos von meinen Tanz - und Gesangseinlagen auf den Bartischen. Es ist immer gut Freunde an den richtigen Stellen zu haben.
Nach weiteren Drinks bin ich irgendwann anscheinend von einem der Tische gestürzt und Scout Hawkins rief Tabby um mich abzuholen.

Wenig später wachte ich in einem der Akademie Wissenschaftslabore auf. Tabby war mit irgendeinem Experiment beschäftigt, aber die Konsole direkt vor mir hörte nicht auf zu piepen. Offenbar hatte Doktor Vadiye meinen Unfall gesehen und wollte wissen was sie tun kann, sie schickte sogar ein Rezept für ein Heilungspräparat… Trikrun fehlte wohl ein Enzym um den Alkohol in bestimmten Mischgetränken abzubauen.
Und sie warnte mich etwas panisch vor ProTerra. Ich sollte mir diese Gruppe einmal genauer ansehen.
Wenn sie nur halb so schlimm sind wie Vadiye sie klingen lässt haben wir alle bald ein großes Problem. Also alle, die keine Menschen sind. Vidiianer, Terraner, Andorianer, Vulkanier, Bolianer und auch Trikrun.
Ich bin nicht verwundert, dass solche Gruppen existieren, dass sie allerdings so viele Anhänger mit so dummen Botschaften gewinnen können… ist erschreckend.

Dann jedoch kam Tabby herein und einen Kuss später war alles vergessen. Nachdem wir meine körperliche Fitness gemeinsam getestet hatten und sie meinen Unmut über die Admirals realisierte, schlug sie vor für ein paar Tage Urlaub auf Risa zu machen.
Als ich ihr von meinen wissenschaftlichen Zusatzkurse an der Akademie erzählte und dass ich diese unmöglich schon am zweiten Tag verpassen könnte bot sie an mir beim Lernen zu helfen.
Ich konnte mir keine bessere Lehrerin vorstellen und kurz darauf saßen wir im Shuttle.
Für eine ganze Weile war ich mir absolut sicher dass ich noch komplett betrunken und am halluzinieren vom Alkohol war. Dass Tabby spontan einen Urlaub auf Risa vorschlug, ihre Experimente zurückließ und mir beim Lernen der einfachsten Sachen helfen würde? Nicht nur würde, sondern wollte. Es schien unmöglich.
Dann jedoch kamen wir auf Risa an und das gemeinsame Quartier an der Akademie ist auch schon gemietet.
Ich könnte mich an dieses Leben gewöhnen. In diesem Sinne, vielen Dank Captain Paris, vielen Dank vor allem Admiral Nechayev.

Und hallo Risa. Vielleicht werden diese sechs bis acht Monate doch nicht so schlimm wie gedacht.



*Zwei Monate später*


Persönliches Computer des OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego

“Köennen wir bitte irgendwo hin, wo es ruhig ist? Delta oder Gamma Quadrant vielleicht? Oder gleich eine andere Galaxie?” Es sind Sätze wie dieser, an die wir uns erst im Nachhinein wirklich erinnern.
Sätze die wir überhören und ignorieren ehe sie eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Ich hätte wissen müssen, dass ein Satz wie dieser für die Crew der berühmten San Diego nicht ohne Folgen bleiben würde.

Die Andromeda-Galaxie. Nach Gamma-Quadrant und Proto-Galaxie des Gebieters nun also eine komplett neue Galaxie für die San Diego. Zwei Monate waren vergangen seitdem wir unfreiwillig auf die Erde zurückgekehrt waren. Ich hatte mich langsam auf der Erde eingelebt, hatte neue Freunde gefunden und stand kurz vor dem Abschluss der ersten Zusatzkurse, als plötzlich und ohne Vorwarnung eine Nachricht durch das Gebäude tönte:
“Crew der San Diego, versammeln Sie sich unverzüglich im Auditorium.”
Dort angekommen warteten bereits viele bekannte Gesichter. Scout Hawkins, Taya Vadiye, Camina, Jenny Keller und natürlich auch Tom Paris.
Ansonsten war der Raum größtenteils mit neuen Gesichtern gefüllt und wurde immer voller. Ich nahm meinen festgelegten Platz - was genau sollte hier gleich passieren - ein und wartete. Offiziell hatten wir noch mindestens vier Monate unserer “Bedenkzeit” übrig und Admiral Nechayev’s Gesichtsausdruck nach zu urteilen war sie alles Andere als erfreut über dieses Briefing.

Sie verkündete auch direkt, dass nichts von all dem hier ihre Entscheidung wäre und sie uns unsere vollen sechs Monate “gönnte” - wenn sie wüsste wie gerne ich diese genommen hätte.
Allerdings gäbe es eine Situation und wir würden als Offiziere nun gerufen mit dieser Situation umzugehen.
Dann rief sie einen weiteren Admiral herein…. Admiral Charles Pike. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Octavia auch im Raum war, selbst ohne sie kostete es mich jedoch all meine Kraft nicht aufzuspringen und ihn anzugreifen.
Dieser nomonjoka hatte nicht nur Octavia’s Familie auf dem Gewissen, er war es nicht würdig diese Uniform zu tragen. Oder zu atmen.
Und dann erinnerte ich mich an den Rat, den ich Octavia bei unserem ersten Zusammentreffen gegeben hatte: Frag em op. Em laik won we noumou na hon yu baman in.
Bis heute hatte sie keine Gelegenheit gehabt… ich war froh, dass sie nicht auf mich hörte und Pike redden ließ.

Ausgerechnet dieser Admiral Pike hielt nun also unser Briefing. Sagte uns was wir zu tun und lassen hätten. Wenn ich an ein Konzept wie Karma glaube würde, in diesem Moment hätte ich mich gefragt wieviel ich im Leben falsch gemacht haben. Unser Auftrag jedoch war einfach: wir sollten durch einen Vortex nahe des Ker’rat Systems in die Andromeda-Galaxie fliegen und einen Notruf untersuchen.
Es gab nur zwei kleine Probleme: der Notruf stammte von der U.S.S. Hood, einem Schiff das seit 100 Jahren vermisst wird und spurlos verschwand. Das größere Problem… der Vortex blieb nur für wenige Tage stabil, ehe er für etwa zwei Jahre größtenteils kollabierte und einen Durchflug sowie Kommunikation unmöglich machte.
Wir hatten also drei Tage Zeit um ein seit 100 Jahren vermisstes Schiff in einer komplett unerforschten Galaxie zu finden… oder wir würden dort für mindestens zwei Jahre stranden, ohne jegliche Hilfe.
Erschwerend kam dazu, das Vex-Signaturen in der Andromeda-Galaxie registriert wurden. Während das der Hauptgrund wieso Captain Paris und diese Crew ausgewählt wurden - unserer Zeit mit dem Vex auf Modas war der einzige Kontakt zwischen Föderation und Vex - konnte das mit einem einzigen Schiff auch schnell zu einem Problem werden.

Die Admirals stellten uns dann vor die Wahl und machten klar, dass diese eine freiwillige Mission war. Für einen kurzen Moment zögerte ich.
Ich hatte lange gearbeitet um da zu sein wo ich jetzt bin. Ich hatte Degradierungen und Verluste geliebter Menschen durchgestanden und weitergekämpft. Und ich war zufrieden hier auf der Erde. Die Akademie machte mir Spaß, in wenigen Monaten könnte ich mir ein neues Schiff mitsamt Posten im technischen Bereich aussuchen.
Und Captain Paris, Commander Mowraq… die beiden waren die letzten die meine Loyalität verdient hatten. Dann blinkte jedoch ein kurzes “Ja” auf meinem Bildschirm auf und mir wurde klar, dass es Leute auf der San Diego gab die sich auf mich verließen. Leute, mit denen gemeinsam ich so vieles durchgestanden hatte. Und natürlich war da Tabby. Also blieb ich - genauso wie alle anderen - im Raum.
Pike und Nechayev stellten dann noch einen Andorianer vor, der offensichtlich nicht gerade erfreut über unseren “Umgang” und all der “Zerstörung” der Vex auf Modas war.
Ich begann bereits meine Entscheidung zu überdenken. Da uns nun vier Monate erlassen wurde erhielt Captain Paris außerdem einen Berater zur Seite gestellt, einen Commander Kurland.

Nach einigen letzten Verabschiedungen beamten wir auf die San Diego wo bereits die nächste Überraschung wartete: Abby!
Commander Abigail Griffin, meine Stiefmutter, war mit der Tempest aus dem Gamma-Quadranten zur Erde geflogen um sich dieser Mission anzuschließen.
Ich umarmte sie und wir tauschten einige Geschichten aus, ehe es Zeit wurde die Stationen einzunehmen. Der Flug zum Vortex dauerte einige Stunden und Captain Paris nutzte diese Zeit um sich mit den neuen Crewmitgliedern vertraut zu machen.
Ein Blick auf die Crewliste zeigte, dass wir unter Anderem einen neuen Hangaroffizier und einen “neuen”, alten Chefingenieur haben: “Trip” Tucker war an sein wahres zu Hause zurückgekehrt, auf die San Diego.
Außerdem war da noch der seltsame Andorianer, der den Posten des Chefwissenschaftlers übernahm… auch wenn es nach den letzten Com-Übertragungen wohl eher Tabby ist die da unten das Sagen hat. Nicht, dass ich überrascht wäre.
Abby übernahm die medizinische Abteilung und von Lieutenant Callaghan abgesehen waren auch alle Führungsoffiziere der Saratoga mit auf die San Diego transferiert.

Außerdem hatte die Sternenflotte nach langen Diskussionen MACOs und Sternenflottensicherheit zusammengelegt und Lieutenant Hawkins… Lieutenant Jaesa Hawkins übernahm die Leitung dieser neuen Abteilung, inklusive ihrer Schwester Scout.

Die… neue Ms. Hawkins kam dann wenig später auch auf die Brücke und bat mich um einen Gefallen. Sie sprach von einer MACO, die größere Probleme mit der Sternenflotte hatte und sich weigerte die neue, einheitliche Uniform zu tragen.
Eine “Ms. Blake”. Ich versprach mit Octavia zu sprach und bat Ms. Hawkins bis dahin um etwas Geduld. Es war schwierig genug Octavia dazu bringen jemandem zu vertrauen, erst Recht wenn es um die Sternenflotte ging.
Zufrieden mit meinem Versprechen machte sich Ms. Hawkins auf den Weg ihrer Schwester zurechtzuweisen. Nicht, dass Scout sich das nicht verdient hatte. Der Rest des Tages zeigte dann allerdings, dass Jaesa Hawkins keine Gelegenheit ausließ ihre Schwester offen zu provozieren.
Wir werden sehen wo das endet.

Nach einem ansonsten ereignislosen Flug erreichten wir dann mit kompensierten Dämpfer den Vortex und flogen - erneut fast ereignislos - hindurch, erreichten die Andromeda-Galaxie.
Captain Georgiou war bereits einige Stunden vor uns aufgebrochen und hatte eine Boje ausgesetzt sowie uns wertvolle taktische und navigatorische Daten über den Vortex zukommen lassen, die den Flug abmilderten.
Für einige Sekunden hätte ich allerdings schwören können ich hätte Schiffe in dem Vortex gesehen. Auch Commander Tucker meinte eine D-7 gesehen zu haben und für einen kurzen Moment zeigten selbst die Sensoren Föderations, Klingonen- und Tholianer sowie ein dutzender unbekannter Energiesignatur. Der Andorianer erklärte uns sofort für betrunken, aber ich weiß was ich gesehen habe. Das musste allerdings warten. Genauso wie ein Gespräch mit diesem planhaka.

Wir hatten den Vortex kaum passiert und begonnen die Sensoren neu auszurichten da enttarnte sich schon etwas vor uns. Nicht nur etwas, sondern ein Schiff mit einer Energiesignatur, die auf Trikrundesigns basierte. Allerdings mindestens 500 Jahre allem voraus was wir jemals bauen konnten. Als wäre das nicht schon merkwürdig genug trug dieses Shuttle den Namen skaigona.
Eine Trikrun Signatur und ein Trig Name… das konnte kein Zufall sein und so berichtete ich der Brückecrew von der Legende um den azhefa, der vor langer Zeit mitten in einer Schlacht verschwand.
Vielleicht war mit ihm dasselbe passiert wie mit der Hood und er hatte hier eine eigene Trikrun Kultur begründet.
So faszinierend all diese Spekulation war sie half uns nichts weiter. Wir öffneten einen Kanal und Captain Paris lud die Pilotin des Schiffes an Bord ein, wo sie wenig später in den Konferenzraum geführt wurde.

Die Details des Gesprächs sind nicht bekannt, aber es dauerte sehr lange. Und unser Bordkoch brachte mehr als einmal neues Essen und neue Kerze, sodass auf der Brücke bald eine Diskussion über das “Date” des Captains aufkam.
Eine junge, attraktive und clevere Frau, die uns mit ihren Informationen helfen konnte… den Captain hätte es schlimmer treffen können.
Bis zum für morgen angesetzten offiziellen Briefing sind all das natürlich nur Gerüchte, aber wir alle wissen wie schnell aus Gerüchten Wahrheit werden kann.
Für den Moment hat sie ein eigenes Quartier erhalten und wir haben einen Kurs mit Warp 9 gesetzt… was auch immer sie erzählt hat, es scheint zu wichtig und vor allem hilfreich gewesen zu sein.
Ich nutzte die letzten Minuten meiner Schicht um mir vom Koch ein jus-cos zubereiten zu lassen. Die Replikatoren kannten keinerlei Trikrun Gerichte, entsprechend ging ich davon aus, dass dieser Koch ebenso daran scheitern würde.
Dann probierte ich und… nemiyon! Ich hatte selten etwas so Köstliches gegessen. Nach Schichtende suchte ich dann den neuen Friseur in seinem gesicherten Quartier auf.
Morgen wird ein ganz besonderes Tag, ein ganz besonderes Jubiläum. Kaum zu glauben, dass bereits ein Jahr vergangen ist. Noch weniger zu glauben, dass es sich anfühlt wie ein Tag. Um das zu feiern beschloss ich, dass es Zeit für einen anderen Style wurde. Eine neue Frisur, mehr Farbe.
Der freundliche Friseur vollbrachte ein Meisterwerk und ich konnte mehrere Sekunden nicht aufhören in den Spiegel zu starren und zu grinsen. Wenn das dieselbe Wirkung auf andere hat war es Wert. Eine andere Person würde mir da schon reichen. Außerdem schenkte Mr. Noth mir ein sehr interessantes Buch, das Meisterwerk “Ghaul’s Licht”. Ich habe es noch nicht durchgelesen, aber es ist jetzt schon eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Ich bin sicher es wird mich eine Weile begleiten.

Es wird spät und ich sollte schlaf gehen, morgen wird - hoffentlich - ein großer Tag. Für mich. Für uns. Vielleicht auch für dieses Schiff und diese Crew.
Wir hoffen ich werde die Antworten erhalten, die ich mir wünsche, in jeder Hinsicht.
Vielleicht sollte ich ein letztes Mal üben… Teik ai gouba raun yu soncha ona sheid…Osir keryon ste teina.
Genau so wichtig… wie konnten Trikrun in diese Galaxie kommen? Wie konnten sie sich so rasant entwickelt? Was sind die wahren Motive unserer seltsamen Besucherin?
Wir sind gerade hier angekommen und uns läuft schon die Zeit davon.
Wir haben keine Freunde, keinen sicheren Hafen, keinerlei Anhaltspunkte. Müssen uns auf Personen wie fremde Aliens, Admiral Pike und seine Worte oder Captain Georgiou verlassen wenn wir hier draußen überleben wollen.
Dies sind wahrhaft dunkle Tage für uns. Umso wichtiger, dass wir geschlossen zusammenstehen und die Hood finden. Ehe der Vortex sich schließt.
Oder irgendjemand ganz Anderes uns findet.
Vor zwei Jahren dachte ich, ich wäre die erste und einzige Trikrun im Gamma-Quadranten… ehe wir ganze Kolonie fanden.
Dieses Mal war ich fest überzeugt die einzige erwachsene Trikrun zu sein, die die Andromeda-Galaxie besucht… irgendwas sagt mir, dass es dieses Mal kein Happy End wie beim letzten Mal geben wird.

=/\= Log Ende.

"If you're telling me that this ship can skip across the universe on a highway made of mushrooms, I kind of have to go on faith... Be bold. Be brave. Be courageous. Black alert." - Christopher Pike.

Lt. Lexa Griffin

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27

Monday, July 15th 2019, 5:07am

Persönliches Computerlogbuch des leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego


So langsam sollte ich es gelernt haben; sollte begriffen haben wie schnell die Dinge sich an Bord dieses Schiffes ändern können. Ich hatte gehofft es würde nicht ganz so schnell passieren. Das Universum würde mir mehr als ein paar Stunden absolutes Glück und Freude gönnen.
Die Wahrheit war, ich bin nach wie vor glücklich, zufrieden. Trotz allem. Und doch… irgendwo war da etwas, das diese Freunde trübte.
Eine Kleinigkeit, die im Unterbewusstsein an mir nagte. Und die ich in den nächsten Stunden und Tagen angreifen werde. Nichts und niemand kann mir diesen Moment verderben.
Seit einigen Stunden war ich entgegen aller Erwartungen die glücklichste Person in diesem Universum. Und dennoch sollte wieder einmal meine Trikrun Seite zurückschlagen um mir zu zeigen, dass es immer eine neue Herausforderung gab. Vielleicht war es auch einfach mein Pech. Meine eigene Dummheit.
Jus drein jus daun. Es war dieser Leitsatz, der nicht nur meine ganze Rasse und Kultur prägte. Nein, dieser Satz hatte mir in den letzten Jahren auch mehr als einmal größere Probleme beschwert. Privat, vor allem allerdings im Dienst der Sternenflotte. Und ich hatte meine Lektion gelernt. Immer und immer wieder wurde mir vor Augen geführt, dass jede Regel Ausnahmen zuließ, dass selbst jus drein jus daun nicht immer angemessen war.
Dann kam Admiral Pike. Von Adrian Chase abgesehen hatte niemand mir und meiner Familie, meinen Freunden soviel genommen und so wenig Respekt für mich und meine Rasse gezeigt wie dieser Mensch.
Natürlich war ich nicht gerade traurig darüber, dass er tot war. Auch nicht wie er gestorben war. Wie könnte ich das sein? Und dennoch… irgendwas fühlte sich nicht richtig an.
Egal wie die Hintergründe sein mögen, nach dem heutigen Tage bin ich erneut isoliert in dieser Crew. Für den Moment jedenfalls. Captain Paris, Commander Kurland, die beiden Hawkins, selbst Commander Tucker… niemand konnte oder wollte meine Sichtweise verstehen. Und ich habe es ihnen definitiv auch nicht einfach gemacht. Wenn ich nicht absolut sicher wäre, dass Chase tot ist, ich wäre überzeugt das hier wäre seine Strafe für mich. Mich immer und immer wieder zu isolieren. Vielleicht treffe ich auch einfach immer nur die falschen Entscheidungen. Aber nicht dieses Mal. Nicht heute. Ich werde diesen Teufelskreis durchbrechen. Ein letzter Schritt und ich bin frei.

Wenn mir jemand heute früh gesagt hätte, dass ich dieses Logbuch nur mit negativen Dingen anfangen würde… ich wäre überzeugt gewesen Tabby hätte „Nein“ gesagt. Ob das schlimmer gewesen wäre? Sehr wahrscheinlich. Nein. Definitiv.
So jedenfalls habe ich noch die Chance all meine Fehler zu korrigieren. Welche Fehler? Der. Reihe. Nach. Etwa zwei Stunden vor Dienstbeginn schlich ich mich heute früh aus meinem Bett und Quartier – ich bin nach wie vor stolz darauf Tabby dabei nicht geweckt zu haben – und begann an meiner Überraschung im Wissenschaftslabor zu arbeiten.
Während Captain Paris unerwarteten Besuch von Captain Georgiou und einige wichtige Informationen erhielt – Informationen die uns alle, fast alle, später retten sollten – rief ich Tabby in’s Labor und versteckte mich. Auf der Konsole hatte ich das Messer platziert mit dem ich sie bei unserer ersten und zweiten Begegnung bedroht hatte. Kaum betrat Tabby das Labor und begann das Messer zu scannen begann ein Video mit den wichtigsten Ereignissen des letzten Jahres zu spielen: die Rettung von Captain Torres, die Übernahme der Tempest, der Sieg über die Tholianer, der gemeinsame Neubau von Modas, das Verschwinden und die Rückkehr von Tabby, die Zeit auf der Saratoga. Wie erwartet lud Tabby dieses Video auf ihr PADD und verschwand wieder.

Soweit Teil eins. Soweit erfolgreich. Dann allerdings wurde ein Paket in’s Labor gebeamt, ein Paket das sich bewegte und Geräusche machte. Kratzgeräusche?
Ich begann meinerseits das Paket zu scannen als Tabby auch schon wieder zur Tür reinkam und einen Hinweis auf meinen „wie erwartet“ hohen Blutdruck und „Phase 3“ gab. Offenbar war ich nicht die einzige, die sich für den heutigen, besonderen Tag einiges vorgenommen hatte.
Von Tabby gescannt nahm ich einen Phaser und öffnete vorsichtig das Paket ehe mich… etwas ansprang.
Nach einigen Sekunden merkte ich was genau ich auf dem Arm hatte. Sofstepa! Ich begann sie zu streicheln, während Tabby mir erklärte dass dieses Tier eigentlich für eines ihrer Experimente dienen sollte und sie davon ausging ich wäre davon nicht begeistert… also war es nun mein „Experiment“. Ich beamte das Tier kurz darauf in unser Quartier zurück nur um in die Box zu schauen und zu sehen, dass jemand das Beamen offenbar nicht mochte… mit dem Reinigen des Quartiers später konnte ich allerdings leben.

Meine letzten Zweifel ob ich hier und heute wirklich das richtige vorhatte verflogen nach dieser Geste von Tabby und ich setzte zu meiner eigenen Geste an als sich plötzlich die Türen öffneten und der Andorianer hereinkam. Natürlich musste mir irgendjemand auch diesen Moment nehmen. Aber nicht mit mir, nicht heute! Ich nahm das Messer und machte mich auf den Weg zur Astrometrie.
Der Andorianer verlangte noch eine Erklärung für die „Katzenhaare“, aber ich war da schon auf halbem Wege zur Astrometrie. Tabby folgte mir und wir setzten das Gespräch fort.

Nach einer kurzen Diskussion über all die Wege in denen der Andorianer „nützlich“ für Experimente sein könnte kam Tabby näher und fragte nach dem PADD. Ich wurde nervös. Ich hatte alles im Detail geplant, jedes Wort, jede Geste. Als sie nun jedoch direkt vor mir stand… ich hätte nicht mehr meinen eigenen Rang nennen können.
Dann sah ich das Messer wieder vor mir und hielt es ihr instinktiv an die Kehle. Fragte sie ob sie sich daran erinnern konnte. Ihr Verweis auf ihren „überlegenen Intellekt“ und ein Hinweis, dass ich das Messer immer noch falsch halten würde waren so ziemlich die Antwort die ich erwartet hatte, aber es gab mir Zeit mich zu fangen. Meine Worte wiederzufinden.
Und natürlich wusste sie genau worauf ich hinaus wollte. Sprach von einem „Jahr der Agonie“ für mich und dass weitere folgen könnten. Könnten. Für einen Moment wollte ich zur Tür herausstürmen und alles vergessen. Realisierte, dass ich sie komplett falsch eingeschätzt hatte. Aber es war zu spät. Ich hatte meine Entscheidung getroffen.

Also gestand ich ihr alles. Was ich für sie fühlte, wie sich mich alles fühlen ließ. Ja, Clarke hatte mich das erste Mal Liebe und komplette Akzeptanz spüren lassen und Marc für eine Zeitlang Geborgenheit und Sicherheit. Keiner der beiden hatte mich das spüren lassen, was Tabby tat. Das Gute. Das Schlechte. Alles dazwischen. Sie war unberechenbar, verwirrend, anstrengend. Und sie machte mich wahnsinnig. Aber sie machte mich auch glücklich, so glücklich wie ich nie zuvor gewesen war.
Ihr Hinweis, dass ich das „beste Forschungsprojekt“ sei das sie je gehabt hätte…. Ich bin überzeugt das war ihr Versuch das zu erwidern. Jedenfalls hoffte ich es. So oder so, wenig später würde ich meine Antwort bekommen. Ich versprach ihr auch ich würde das später „näher“ erklären, aber zuerst war es Zeit für die Wahrheit. Zeit den Tatsachen in’s Auge zu blicken und einen neuen Abschnitt zu beginnen, so oder so.
Ich zeigte ihr ein letztes Mal das Messer und zerschlug es dann auf der Konsole… offenbar hatte sie beim Scannen tatsächlich etwas übersehen. Oder konnte es nicht erkennen. Mein Plan war über Wochen durchdacht und geplant gewesen und ausgerechnet beim wichtigsten Teil hatte ich einen Fehler gemacht.. dann musste es eben mit etwas Gewalt gehen. Wie sich später herausstellen sollen schien das ein Motto für den heutigen Tag zu werden.

Selbst in diesem Moment konnte Tabby ihre Augen nicht von ihrem Tricorder lassen und nüchtern feststellen, dass ich „sichtlich erregt“ sei und meine Haare „faszinierende Abweichungen" zeigen würden – immerhin lobte sie im selben Atemzug die Arbeit des Bordfriseurs.
Ich nahm ihren Tricorder an mich und plötzlich wurde mir klar was ich zu tun hatte. Ich platzierte den Ring auf meinem Geschenk – einem neuen, deutlich verbesserten Tricorder – und reichte beides Tabby mit der eindeutigen Erwartung sie würde erst den Tricorder studieren und später den Ring finden.
Tatsächlich lief es andersherum, sie legte den Tricorder beiseite und studierte den Ring im Detail. Währenddessen begann ich meinen Vortrag, meinen Antrag. Wir mögen heute „erst“ ein Jahr zusammen sein, aber nie zuvor war ich mir so sicher über etwas im Leben wie dieses: Ich wollte keinen Tag mehr ohne Tabby verbringen. Und das letzte Jahr hatte uns gezeigt wie schnell wir einander verlieren könnten. Jeder Tag, jede Minute zählte.
Und dann passierte etwas mit dem ich in meinen besten Träumen nicht gerechnet hätte. Nicht nur bat Tabby mich darum ihr beim „anpassen“ des Rings zu helfen, sie begann – auf ihre eigene Art und Weise - auch ihren eigenen Vortrag.
Wie sie von der „anderen“, von der Tabby unseres Universums, gelernt hatte dass Personen auch ohne Körper an anderen Orten existieren könnten. In den Herzen anderer. Wollte mein Herz scannen um festzustellen ob sie dort drin sei. Wäre ich zuvor nicht schon vor Freude in Tränen ausgebrochen, spätestens jetzt wäre es passiert. Als sie dann noch anbot sie würde diesen Satz gerne auf Trigedasleng sagen… ich kann es nicht mehr beschreiben. Ihr legte ihr den Ring an und begann eine Mischung aus Lachen, Weinen und Schreien.

Genau in diesem Moment kam Ms. Hawkins – Scout Hawkins – in die Astrometrie und sah uns verwirrt an. Ich fragte seit wann sie in der Astrometrie arbeitet und sollte sie schon heraus befördern… dann sah ich zu Tabby und ihrer Hand und alles andere schien egal. Glücklich wie nie zuvor machte ich mich auf den Weg zur Brücke.
Oso jos don ste tu shada keryon trana pri fis choda op. Idowe ai don hon skrap gon yu in en yu kom ai. Nau yumi laik keryon- teina niron gon taim en kom skai. Hodnes teik ething daun, you.

Dort deutete noch nichts darauf hin, dass all die Menschen um mich herum wenig später kein Wort mehr mit mir wechseln wollen würde. Die beiden Hawkins begannen zu tuscheln und mir Blicke zuzuwerfen – die Gerüchte stimmten, Nachrichten verbreiteten sich nirgends schneller als auf einem einsamen Raumschiff – ansonsten schien allerdings alles normal.
Commander Kurland und Captain Paris diskutierten über die richtige Vorgehensweise gegenüber den Azgeda und wie sehr wir Georgiou’s Informationen trauen konnten; trauen sollten.

Dann wurden wir gescannt. Wenige Minuten von der Grenze entfernt. Und nicht einmal fünf Minuten später fielen wir plötzlich unter Warp und ein Schiff tauchte quasi direkt vor uns auf. Nicht nur hatte dieses eine tarnungs-ähnliche Technologie die ich noch nie gesehen hatte, es konnte mittels eines Dämpfungsfeldes unseren Warpantrieb lahmlegen… wenn selbst Commander Tucker überrascht war hatte das etwas zu sagen.
Nachdem die Azgeda einen Warnschuss abfeuerten wurden wir gerufen. Captain Paris trug unser Anliegen vor und im Hintergrund waren die lachenden Krieger zu hören… in Trigedasleng. Es schien unmöglich, aber anscheinend waren die Azgeda tatsächlich mit den Trikrun verwandt. Scout Hawkins’ Spruch ob es hier wohl um meine „Freunde“ handeln würde… in dem Moment dachte ich mir nicht viel dabei, mit allem was später folgte hätte mir klar sein müssen, dass diese offensichtliche Nähe von Trikrun und Azgeda sehr schnell zu Problemen für mich führen würde.
Dann tat Captain Paris etwas, das ich nie erwartet hätte. Er feuerte einen Warnschuss zurück. Er feuerte auf ein potenziell feindliches Schiff, in deren Raum. Und tatsächlich es zeigte Wirkung. Das Lachen verstummte und die Azgeda stimmten zu eine Delegation für Verhandlungen an Bord zu schicken.

Und Captain Paris blieb bei seinem Versprechen Georgiou’s Empfehlungen zu folgen… statt Commander Kurland oder ihm selbst sollte ein vollbewaffnetes Team aus MACOs die Azgeda in der Shuttlerampe empfangen. Niemand sollte Schwäche zeigen. Erst nachdem der Bereich gesichert – und der erste Eindruck entstanden – war machte sich Captain Paris selbst auf den Weg. Und ich beschloss ihm zu folgen. Ich musste sehen was genau es mit diesen Azgeda auf sich hatte. Wie sich schnell herausstellte war meine Neugier ein großer Fehler.
Während die MACOs und Azgeda sich gegenseitig provozierten, ihre Waffen immerhin auf’s Neue erhoben und Captain Paris sein Bestes tat nicht in die typische Sternenflotten Diplomatie zu verfallen – alleine sein „Es ist mir eine Ehre Sie kennenzulernen“ und das Angebot Azgeda zu helfen ihren eigenen Raum zu verteidigen hätte uns alle beinahe das Leben gekostet – begann ich einige diskrete Scans der Azgeda. Und tatsächlich, sie waren fast komplett identisch mit Trikrun! Es war ein Wunder.
Mir blieb allerdings keine Zeit das näher zu verarbeiten, denn kurz darauf wurde es auf einmal laut. Ich brauchte einige Sekunden um zu realisieren was gerade passiert war. Captain Paris hatte angeboten – nicht eingewilligt, nicht verhandelt, nein selbst angeboten – unseren besten Krieger im soulou gonplei gegen den besten Azgeda Krieger antreten zu lassen.

Sollten wir gewinnen dürften wir Azgeda Raum ungehindert passieren, sollten wir verlieren würde es nicht bei einem Opfer bleiben… es begann rasch eine Diskussion, die allerdings schnell verstummte als klar wurde dass wir keine Wahl hatten.
Der Vortex würde sich in etwa einem Tag schließen und wir mussten Azgeda Gebiet durchqueren wollten wir Ms. Lightwood’s Basis rechtzeitig erreichen. Jaesa Hawkins wurde als Kriegerin für uns auserwählt und nach einigen weiteren Sticheleien willigte sie ein… dann wurde uns ein letztes „Geschenk“ überreicht.
Admiral Charles Pike. Besser gesagt sein abgetrennter Kopf. Für einen Moment wollte ich lachen und mich bedanken, ehe ich die ohnehin schon angespannten Gesichter der MACOs sah. Die Azgeda erklärten uns, dass Pike offenbar ihren Raum verletzt und mehrere ihrer Krieger getötet hatte… etwas das wir näher untersuchen müssten.
Dann räumten wir die Shuttlerampe und das Gefecht begann. Es war ein heftiges, spannendes Gefecht zweier etwa gleich starker Kontrahenten vor beeindruckender, beängstigender Atmosphäre. Die jus drein jus daun Rufe schallten durch die ganze Halle, während Captain Paris sein Bestes uns zu begeistern etwas dagegen zu setzen.

Mehrmals sah es so aus als ob die Azgeda Kämpferin die Oberhand gewinnen würde und in diesen Moment wurde mir klar auf welcher Seite ich hier stand. Azgeda mag mein Volk – oder ein naher Verwandter meines Volkes – sein, aber dieses Schiff, diese Crew war meine Familie. Heute mehr als je zuvor. Ich wollte es nicht verlieren, ich wollte niemanden an Bord verlieren.
Glücklicherweise sollte es soweit auch nicht kommen, denn Hawkins konnte die Azgeda blutüberströmt zu Boden bringen und erklärte den Kampf für beendet. Die Azgeda sah das allerdings anders und wollte mit ihrem Wurfmesser dem Kampf ein anderes Ende setzen… Hawkins realisierte das und warf rechtzeitig ihr eigenes Messer, sodass der Kampf mit einem Sieg für uns endete. Einer der Azgeda wollte seinen Captain daraufhin angreifen wurde aber ebenfalls von Hawkins ausgeschaltet – womit sie dem Azgeda Captain wohl das Leben rettete. Wir hatten gewonnen und die Azgeda akzeptierten das. Uns wurde sichere Passage versprochen und damit verließen unsere Gäste das Schiff während wir Kurs auf die Grenze setzten.

Beim Herausgehen musste Jaesa Hawkins natürlich noch einen Spruch bringen, zeigte auf die Azgeda Blutflecken und meinte das war „für Pike“ ehe sie verschwand. Wenn sie diesen Menschen so gekannt hätte, wie ich ihn kannte.
Zurück auf der Brücke begann anschließend die erste von vielen Diskussionen heute. Während Scout Hawkins es bei dem Hinweis beließ, dass ich ein „verrücktes Volk“ habe holte Jaesa Hawkins groß aus. Dass niemand aus Mord und Folter lernen würde, dass zivilisierte Rassen all das zurückgelassen hätten und dass Pike so ein Schicksal nicht verdient hätte. Und sie hatte ja Recht, er hatte Schlimmeres verdient… aber ich war froh das zu nehmen was ich hier bekommen hatte.
All das warf jedoch eine andere, wichtigere Frage auf. Wie kam Pike hierher? Was wollte er hier? Und war er allein? Plötzlich erinnere ich mich an die seltsamen Sensorenwerte vom Vortag und plötzlich wurde mir alles klar. Pike war uns mit einem eigenen, offenbar maskierten Schiff gefolgt, welches beim Flug durch den Vortex zerstört wurde. Die Frage war nun…was war mit dem Rest der Crew passiert. Sehr wahrscheinlich, dass Azgeda auch diese gefangen genommen hatte. Für einen Moment zögerte ich Hawkins‘ Frage zu beantworten ob diese dasselbe Schicksal verdient hätten. Ja, sie hatten für Pike gearbeitet, aber hatte ich das nicht auch? Tat ich das nicht immer noch? Pike war derjenige, der diese Mission befohlen hatte. All das spielte allerdings keine Rolle, solange wir nicht genau wussten was passiert war.

Captain Paris verließ dann die Brücke für sein nächstes „heißes Date“ – oder langweiliges Gespräch - mit Ms. Lightwood, die natürlich wissen wollte was mit den Azgeda passiert war. Angesichts der Tatsache, dass er den Koch dazu holte… vielleicht eher Ersteres? Ich würde es ihm wünschen. Nachdem Jaesa Hawkins mir mehrere böse Blicke zuwarf und ich schon zweimal auf halbem Weg umgekehrt war trat ich letztlich an ihre Konsole und fragte sie direkt was ihr Problem sei.

Offenbar hatte ich für ihr Befinden den Kampf in der Shuttlerampe und die Nachricht von Pike’s Tod zu sehr genossen. Und beides konnte ich, beides wollte ich nicht bestreiten. Soulou gonplei war ein entscheidender Teil meiner Kultur und so sehr ich dagegen einst angekämpft haben mag, mittlerweile bin ich stolz auf diesen Aspekt. Hawkins war sich nicht mehr sicher ob ich der Sternenflottenuniform würdig sei – schon merkwürdig, dass dieser Satz von einer MACO kam, die nie die Akademie besucht hatte, die diese Uniform selbst nie getragen hatte. Die an mehr als einem fragwürdigen Einsatz beteiligt war. Die Ironie schien auch ihr nicht ganz verborgen zu bleiben, denn sie war überrascht dass sie als MACO mir nun eine „Moralpredigt“ halten müsse.
Wichtiger noch, Hawkins kannte Pike nicht so wie ich kannte. Wusste nichts über ihn, nichts über mein Volk und erst Rechts nichts über mich. Die Tatsache, dass alles was sie über Trikrun sagen konnte war dass wir „gerne“ mordeten und eine „vernebelte“ Ansicht von Gerechtigkeit hatten.. es sagte mir alles was ich wissen musste wie eindimensional ihr Weltbild war. Zumindest wenn es um Trikrun ging. Ich hatte in meiner Zeit in der Akademie gelernt, dass jeder eine zweite, dritte und vierte Chance verdient hatte, dass niemand eine Exekution verdienen würde. Und trotz meiner Herkunft war ich davon nach wie vor überzeugt.

Genauso war ich allerdings davon überzeugt, dass Pike hier eine Ausnahme rechtfertigte. Ich war überzeugt Azgeda hatte ihm – wie uns heute – eine Chance gegeben zu überleben und statt diese zu nutzen hat er sich sein eigenes Grab geschaufelt. Daran war weder Azgeda Schuld noch die Trikrun und erst Recht nicht ich. Hawkins musste anscheinend etwas Anderes glaube… mich störte das nicht. Wer mich länger als fünf Minuten kannte wie ich wirklich über diese Situation dachte. Und dass Hawkins‘ Angebot mich zu den Prinzipien der Sternenflotte zu bekennen oder mich den Azgeda anzuschließen mich eher zum Lachen brachte als mir ernsthafte Sorgen bereitete.
Ich riet ihr dann mir aus dem Weg zu gehen, als Commander Kurland den Streit beendete. Das war auch besser so, all das war eine Zeitverschwendung.
Was auch immer meine persönlichen Kosten, Ms. Hawkins‘ Taten machten sich bezahlt. Jedes Azgeda Patrouillenschiff drehte bei, sobald wir auf den Sensoren auftauchten. Und Commander Tucker konnte die Zeit nutzen um einen Schutz gegen die Dämpfungsfelder zu entwickeln.
Kurz darauf kam Abby auf die Brücke und verarztete Lieutenant Hawkins – die sich widerwillig der Behandlung fügte. Beim Verlassen der Brücke warf mir Abby einen bösen Blick zu und schüttelte den Kopf… und ich konnte es ihr nicht verübeln. Sie hatte Clarke, die wahre Clarke, noch nicht aufgegeben und musste nach meiner Verlobung glauben ich hätte das. Nichts konnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, allerdings war mir klar geworden dass Clarke mir nie so wichtig gewesen war wie Tabby das heute ist. Nicht dass ich das Abby jemals sagen könnte. Also akzeptierte ich ihre Reaktion.

Kaum hatte Abby die Brücke verlassen tauchte eine Kapsel auf. Mit Azgeda Signatur. Was wir zunächst für eine Waffe hielten stellte sich als kleine Orbitalkapsel heraus. Eine Orbitalkapsel mit einem bolianischen Lebenszeichen. Wir beamten den Überlebenden auf die Krankenstation und informierten den Captain. Natürlich konnte Hawkins auch hier ihre Sticheleien wieder nicht sein lassen.
Es vergingen viele Minuten ohne irgendwelche Informationen von der Krankenstation, ehe Hawkins auf die Brücke gestampft kam, mir wütend ein PADD auf die Konsole warf und mit den Worten „Ich hoffe Sie sind jetzt glücklich, er hat das bestimmt auch verdient?“ wieder verschwand. Ich spielte das PADD ab und alles auf der Brücke verstummte angesichts der ohrenbetäubenden Schreie.
Es waren Aufnahmen von der Krankenstation, in denen der Überlebende, Tir Bolspanus, zwischen Schmerzensschreien und Panik erzählte was passiert war. Offenbar war er ein Teil von Pike’s Team gewesen und alle waren gefoltert, gequält und später „geschlachtet“ geworden, er war der einzige Überlebende. Es war schwer genaue Informationen aus ihm herauszubekommen aber das spielte keine Rolle. Alle Blicke auf der Brücke waren auf mich gerichtet.
Auch Captain Paris war inzwischen zurückgekehrt und alle erwarteten eine Antwort von mir. Ob ich der Meinung wäre dieser arme Wicht hätte ich eine solche Behandlung verdient. Und die Wahrheit war… nein. Das war ich nicht. Niemand außer Pike hatte so etwas verdient.
Und doch… vielleicht instinktiv, weil ich mein eigenes Volk schützen wollte, vielleicht will ich selber nicht wusste wie ich reagieren sollte, vielleicht einfach um Hawkins zu zeigen dass ihre Einschüchterungsversuche nicht wirkten…ich versuchte Erklärungen zu finden.
Wir wussten nicht was genau mit den restlichen Überlebenden passiert war, wussten nicht wie sie sich verhalten hatten, Bolianer waren bekannt für ihre extreme Panik… ich glaubte nichts davon selbst auch nur eine Sekunde. Paris, Kurland, die beiden Hawkins und selbst Commander Tucker sahen mich entgeistert, verwundert, angewidert an. Und als Scout anmerkte, dass ich mir offenbar nur Gedanken um „Tabbexa“ machte und glücklich war solange es mir gut ging – ich wusste nicht, dass die Crew bereits einen eigenen… Namen für diese Beziehung entwickelt hat? – begann ich erst Recht in’s Nachdenken zu kommen.
War ich egoistisch? Arrogant? Hatte ich meine eigene Rache, meine eigenen Gefühle über das Wohlergehen der Crew gestellt? Wieder einmal? Je länger ich darüber nachdenke desto weniger kann ich diese Frage beantworten. Nur eines ist klar…. Ich werde die nächste Zeit viele Entschuldigungen aussprechen müssen. Ich stehe zu meiner Position was Pike angeht, alles Andere… vielleicht ist mehr an den Worten Hawkins‘ dran als ich wahrhaben möchte.

Captain Paris beendete die Diskussionen dann und gab Befehl Sonden bereit zu machen um die Umgebung besser untersuchen zu können. Auch der 237 Bot kam auf die Brücke und konnte die Anspannung mit seinem Kaffee ein wenig auflösen.
Dann erreichten wir ungestört die Basis von Ms. Lightwood und ich traute meinen Augen nicht. Der Planet war umgeben von einer Art Nebel, dichter als ich es je gesehen hatte. Dieser Nebel störte Navigation, Sensoren, Kommunikation nach außen. Wir warteten also am Rande des Nebels, während Ms. Hawkins mit Ms. Lightwood und einem Außenteam die Basis sicherte. Auch diese war offenbar von Kristallen durchzogen, die Sensoren weiterhin störten. Der perfekte Ort für eine geheime Basis. Kurz darauf erhielten wir das Signal vom Außenteam und begannen den Sinkflug, etwas holprig landete Commander Kurland das Schiff auf der Oberfläche und wir alle erhielten Landurlaub.
Den brauchte ich nach den letzten Stunden auch. Ich brauchte frische Luft, einen klaren Kopf. Musste mir Gedanken über so vieles machen, insbesondere meine Rolle in dieser Crew. In der Sternenflotte. Und natürlich war es Tabby irgendwie gelungen sich dem Außenteam anzuschließen und bereits einen Bereich für ein neues Labor zu finden… zum ersten Mal seit Stunden konnte ich zumindest kurz wieder lächeln.

Das hielt allerdings nicht lange an, denn kurz darauf fand ich Ms. Hawkins, Ms. Lightwood und Captain Paris in einer Höhle, im Dialog mit einem seltsamen Händler. Dieser behauptete er könnte uns Informationen und Waren jeder Art verkaufen. Offenbar hatte die verlassene Basis während Ms. Lightwood’s Abwesenheit gefunden und eingenommen, hatte vor einen… Nachtclub zu eröffnen.
Wie dem auch sei, dieser Mann war bemerkenswert. Innerhalb weniger Augenblicke konnte er seine kleine Handkanone auf jeden der vier von uns richten ehe jemand auch nur dazu kam irgendwie zu reagieren… uns direkt töten wollte er also zumindest nicht. Das heißt ein Handel war wohl für alle die beste Option. Eines war klar, wir brauchten dringend Informationen. So viele und so schnell wie möglich. Captain Paris sah das ähnlich und wir kamen wir bald zu einer Übereinkunft, sehr zum Missmut von Ms. Lightwood und dem Bot, der mehrmals als „laufende Mülltonne“ bezeichnet wurde. Nachdem wir den Händler – Hadan - überzeugen konnten, dass Frauen nicht zum Verkauf standen gab er sich mit einem Festmahl und einem Bad zufrieden… sehr geringe Standards hier draußen.

Dann erhielten wir eine ganze Reihe wichtiger Informationen: zunächst einmal hatte Hadan auch mit Azgeda Geschäfte gemacht und riet uns davon ab mit diesen in Kontakt zu treten, warnte uns dass ein Angrifsschiff auf dem Weg sei. Als wir erwähnten, dass wir diesem bereits begegnet waren, war er regelrecht begeistert dass wir unser Zusammentreffen überlebt hätten. Und offenbar war er bei der Hinrichtung von Pike dabei gewesen. Das Ritual der tausend Schnitte scheint auch hier draußen überlebt zu haben und Pike erlitt dieses Schicksal. Dann allerdings gab es – und ich fühle mich schlecht dabei das auszusprechen, auch meine Maßstäbe sind über den heutigen Tag rapide gesunken – noch eine „gute“ Nachricht. Neben Pike waren nur drei weitere Gefangene im Azgeda Lager, einen davon hatten wir heute finden und retten können. Das heißt auch, dass Azgeda nicht 200 Sternenflottenoffiziere gefangen und getötet hatte, dass der Rest von Pike’s Crew offenbar tatsächlich beim Flug durch den Vortex getötet wurde.

Ob zwei oder 200, eines war klar. Dieses Verhalten war unverzeihlich. Pike hatte Verbrechen begannen, in unserer Galaxie und in dieser, und dafür den fairen Preis bezahlt. Davon war ich nach wie vor überzeugt. Aber seine Crew war unschuldig. Niemand von ihnen hatte eine solche Behandlung verdient. Ms. Hawkins reagierte auf diese Nachricht entsprechend und ich wollte gerade meine – geänderte – Sichtweise verkünden, als Hadan das Wort „Vex“ erwähnte.
Offenbar hatte er von der Hood gehört und war sich sicher, dass diese vor einigen Jahren nahe der „Vex Sperrzone“ ausgemacht wurde.
Wir hatten also unsere erste Spur. Es war ein Lichtblick. Allerdings nur ein Kleiner. Ms. Lightwood bestand darauf, dass wir Hadan für die Nutzung ihrer Basis und Vorräte zur Kasse bitten. Der Vortex würde sich in weniger als einem Tag schließen. Und nun also die Vex. Wenn nur die Hälfte all der Gerüchte über die Vex stimmten… hatten wir keine Chance. Erst Recht hatte die Hood das nicht.
Wir hatten jetzt mehr als einen Grund uns zu beeilen, alles dafür zu tun die Hood so schnell wie möglich zu finden.

Am Ende des Tages war ich also verlobt und persönlich so glücklich wie nie zuvor, was Freunde und Kollegen, meine Karriere und den Dienst in der Sternenflotte angeht war ich davon jedoch so weit entfernt wie lange nicht mehr.
Für den Moment weiß ich nicht was unwahrscheinlicher ist: dass wir die Hood rechtzeitig finden und in unsere Galaxie zurückkehren können oder dass Lieutenant Hawkins und ich uns jemals verstehen werden.
Die nächsten Stunden werde ich mein Bestes geben um beides zu erfüllen - um dann die Hochzeitsvorbereitungen neben den Feierlichkeiten zur Rettung der Hood und Rückkehr in die Milchstraße abhalten zu können. Falls das nicht klappen sollte... ich hätte genug Zeit hier draußen alles zu planen und die restliche Crew zu überzeugen, dass ich nicht der Feind war.

=/\= Log Ende.

"If you're telling me that this ship can skip across the universe on a highway made of mushrooms, I kind of have to go on faith... Be bold. Be brave. Be courageous. Black alert." - Christopher Pike.

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Trip (15.07.2019)