Posts by Lexa Griffin

    Persönliches Computerlogbuch

    Agent Clary Amicia Georgiou

    U.S.S. San Diego:



    Verschwunden. Weg. Verschollen. Einfach so, von einer Sekunde auf die andere, ohne irgendeine Art von Vorwarnung. Über 500 Crewmitglieder der San Diego, meine Kollegen, teilweise gar meine Freunde gelten seit heute offiziell als vermisst. Bei all unseren zumindest teilweise auch von Erfolgen gekrönten Bemühungen mehr über die mysteriösen Piraten herauszufinden hatten wir andere Bedrohungen komplett ignoriert. Bedrohungen wie die Breen. Das wurde uns heute zum Verhängnis.

    Mehr als 50 Briefings hatte ich in den letzten sechs Wochen über verschiedenste Bedrohungslagen in diesem Quadranten erhalten, keines davon erwähnte die Breen. Niemand hatte sie auf dem Schirm, obwohl bereits fünf Schiffe verschollen war und wohl jeder wusste, dass Breen nicht zum ersten Mal Arbeitssklaven fangen.


    In den letzten Wochen allerdings waren Briefings so ziemlich der einzige Zeitvertreib den ich hatte. Während sich der Rest der Crew von den letzten Einsatz auf und um Station Athena erholte kannte Starfleet Intel sowas wie "Erholung" nicht.

    So begann der heutige Tag fast genauso wie die letzten drei, sieben, 30 Tage. Während Captain Paris durch die Station tourte und überall nach dem Rechten fragte ging ich meine Unterlagen durch, kaufte einige Souvenirs für meine immer größer werdende Sammlung und begann dann einen Aufklärungsflug mit meinem speziell umgerüsteten Runabout, der U.S.S. Deimos. Die Deimos mag kein Nomad 2.0 sein, aber sie hatte eine Tarnung, Sensorstörer und verbesserte Waffensysteme, alles was für meine Einsätze nötig war.


    Während ich die Missionsdatenbank studierte registrierte ich kaum noch, dass inzwischen drei weitere Schiffe als vermisst galten, d.h. plötzlich nicht mehr auf Langstreckensensoren zu finden waren und auch nicht auf Rufe antworteten. Ich setzte Kurs auf die letzten Koordinaten der I.K.S. Tar und siehe da, tatsächlich entdeckte ich dort ein Schiff der Vorcha-Klasse.

    Was mich allerdings irritierte: das Schiff wies äußerlich keinerlei Beschädigungen auf, dennoch war die Hauptenergie offline und es gab keine Lebenszeichen. Fast so als wäre das Schiff aufgegeben worden. Welcher Klingone würde freiwillig sein intaktes Schiff aufgeben? Nichts davon machte einen Sinn. Ich schnappte mir einen EVA-Suit, beamte an Bord und stellte die Lebenserhaltung her. Kaum war das erledigt erfuhr ich, dass die Crew der San DIego und allen voran Captain Paris offenbar genug von der Langeweile hatten und sich der Suche nach den verschollenen Schiffen angeschlossen hatten. Tatsächlich waren sie in diesem Moment schon auf dem Weg hierher.


    So rief ich also die San DIego und informierte sie, dass die Lebenserhaltung wieder aktiv war, ich einer Lösung aber nicht näher war. Dann ging alles ganz schnell. Ich spürte einen Luftzug hinter mir, nahm sofort einen Verteidigungsstellung ein und konnte gerade so den Schlag mit einem Hyperspanner in Richtung meines Kopfes abwehren. Dies nutzte allerdings ein zweiter Angreifer aus und traf mich mit einer Art Energiepeitsche, nach wenigen Sekunden sank ich zu Boden. Es gelang mir zwar noch eine Warnung an die San Diego zu senden, diese wurde allerdings extrem zeitverzögert versendet, sodass zunächst niemand an Bord der San Diego Böses ahnte.


    So bereitete Captain Paris weiterhin sein Außenteam vor, als plötzlich die Selbstzerstörung der Tar aktiviert wurde. All das bekam ich im halb-bewusstlosen, halb-hellwachen Zustand wahr. Die Angreifer schleppten mich zum Runabout und nutzten meinen DNA-Scan, um sich Zutritt zu verschaffen. Dann wurde ich an den Stuhl gebunden und der Runabout verließ langsam, sehr langsam den Hangar. Captain Paris versuchte mich zu erreichen, aber die Strahlung des nahenden Kernbruchs machte jeden Kontaktversuch aussichtlos. Ganz abgesehen von den mittlerweile drei bewaffneten Angreifern, die sich um mich herum versammelt hatten. Die Tar explodierte wenig später und die Deimos trug schwere Schäden davon. Angesichts des langsamen Tempos, welches meine Angreifer wählten schien das beabsichtig gewesen zu sein.

    Zu meinem Schrecken begann die San Diego, welche sich glücklicherweise rechtzeitig entfernt hatte, direkt den Runabout an Bord zu ziehen. Kaum hatten wir in der Shuttlerampe aufgesetzt und die Mediziner um Doktor Vadiye hatten den Runabout betreten setzten die Angreifer mich und das medizinische Team außer Gefecht.


    Erst jetzt, im relativ hell erleuchten Hangar der San Diego erkannte ich wer uns da gerade niedergeschossen hatte: Breen. Drei Breen, den Uniformen nach zu urteilen einer davon gar ein Thot. Als ich einige Zeit später wieder zu mir kam war ich auf die Krankenstation transportiert worden. Commander Hühnchen hatte in der Zwischenzeit einen Breen ausgeschaltet und ein weiterer war geflüchtet, die Crew ging davon aus, dass die Gefahr damit gebannt wäre. Ich stürmte auf die Brücke und informierte die Crew, dass es drei, nicht nur zwei, Breen waren die samt Runabout an Bord gekommen waren.

    Weder unsere internen Sensoren noch Tricorder oder Ähnliiches konnten jedoch Breen Lebenszeichen orten, dies war wohl auch der Grund warum uns keine Lebenszeichen an Bord der Tar angezeigt worden waren.


    VIel weiter kamen wir in unseren Bemühungen allerdings auch nicht mehr, denn wenige Sekunden später meldete Lieutenant Griffin bereits, dass sich jemand unauthorisiert Zugang zum Computerkern verschafft hatte. Es gelang nicht mehr rechtzeitig diesen Zugriff zu unterbinden und plötzlich begann auch auf der San Diego die Selbstzerstörung, wir hatten zehn Minuten bis zum Warpkernbruch. Jeder Versuch, egal ob verbal, über die Konsolen auf der Brücke oder direkt aus dem Computerkern, diesen Countdown zu beenden schlug fehl. Ich versuchte noch den Computerkern komplett zu umgehen und Commander Corlsen begann mit einem Hard Reset, aber nichts davon brachte uns weiter. Vier Minuten vor Ende des Countdowns begannen die Sicherheit und Commander Tigh mit der Evakuierung und wie durch ein Wunder gelang es tatsächlich zehn Sekunden vor Abschluss des Countdowns die letzte Rettungskapsel zu starten. Ich beamte stattdessen auf die Deimos und sprang auf vollen Impuls um einer Schockwelle zu entgehen. Stattdessen sprang die San Diego auf Warp und die Sensoren registrierten keinerlei Anzeichen einer Explosion.


    Und plötzlich ergab alles einen Sinn. Das Ganze, dieses ganze Szenario war von Anfang an durch die Breen geplant gewesen. Sie strandeten Schiffe im Nirgendwo, stellten sicher, dass jemand nach diesen suchte und sobald jemand auftauchte wurde dieses Schiff das nächste Opfer. Das erklärte auch was mit der klingonischen Crew passiert war, schließlich war ein Tod durch Sabotage alles andere als ehrenhaft, sodass dies einer der seltenen Fälle war, in denen sogar Klingonen ihre Shuttles und Enterkapseln zur Flucht nutzen würden.

    Ich setzte direkt Kurs auf Athena Station um Captain Fhrad und die Allianz zu warnen, als die Sensoren etwas Interessantes aufschnappten: ein Schiff ging inmitten der Rettungskapseln unter Warp und zog diese allesamt mit mehreren Traktorstrahlen an Bord. Dieses Schiff war ein schwerer Breen Kreuzer.

    Nun hatte ich die Wahl, sollte ich versuchen die Crew zu retten nur um dabei vielleicht ebenfalls gefangen genommen oder gar getötet zu werden? Oder lieber Kurs auf Athena Station setzen und Verstärkung holen? Die rationale, die richtige Entscheidung war eindeutig, aber die Terranerin in mir hätte nur zu gerne diesen Breen gezeigt was passiert wenn man sich mit der San Diego anlegt.


    Für den Moment musste das warten, bis wir mehr, bis wir schlagkräftigere Schiffe vor Ort hatten. Wenig später erreichte ich Athena, wo Commander Kala direkt ein Briefing der Führungsoffiziere einberief. In den nächsten drei Tagen werden acht Allianzschiffe hier eintreffen, um uns bei der Suche nach diesen Breen und den verschollenen Crews zu unterstützten.

    Captain Paris, Crew der San Diego: wir werden euch finden. Haltet durch!

    Plot: San Diego

    Beginn: Sonntag, 26.09.2021, 18 Uhr


    Handlung: Unter Führung des neuen "Captains" erreicht das Außenteam der San Diego die Piratenschiffe & beginnt mit seinen Undercover Untersuchungen.


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    / Dabei

    Plot: San Diego

    Beginn: Sonntag, 12.09.2021, 18 Uhr


    Handlung: Unter Führung des neuen "Captains" erreicht das Außenteam der San Diego die Piratenschiffe & beginnt mit seinen Undercover Untersuchungen.


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    / Dabei

    Persönliches Computerlogbuch
    Agent Clary Amicia Georgiou
    U.S.S. San Diego:


    Zwei Universen, vier Zeitlinien, eine allmächtige Rasse, Augments. Ich dachte ich hätte alles erlebt, alles gesehen. Dachte vor allem, dass mich zumindest in diesem Universum nichts mehr überraschen könnte. Dann traf ich heute auf unseren neuen, temporären Captain und es war mich wie ein Schlag. Nichts ganz so extrem wie sein direktes Gegenüber, aber dazu später mehr.


    Die letzten Wochen waren in jeder Hinsicht relativ ereignislos. Captain Thrall von Athena Station verschwand und die halbe Sternenflotte suchte nach ihr, sogar Admiral Nechayev kam mal wieder zur Station. Während es allerhand Personalentscheidungen gab änderte sich für uns erstmal nichts. Zumindest eine Entscheidung wurde mir mit dem Verschwinden von Lieutenant Parker abgenommen, ich würde bis auf Weiteres auf der San Diego bleiben.
    Wenigstens konnten die Ingenieure Fortschritte machen, sodass wir die Technologie dieser Tzenkethi-Piraten kopieren und ihre Spalten aufspüren konnten. Dieses Aufeinandertreffen brachte dann aber auch mehr Fragen als Antworten und wir beschlossen ein Außenteam zu entsenden.
    Das Shuttle strandete dann jedoch kurz nach Eintritt in die Spalte zwischen zwei großen Asteroiden und wir hatten keine Chance zu helfen. Zumindest schienen die Piraten das Shuttle noch nicht entdeckt zu haben. Dafür hatten diese acht Gefangene verschiedener Rasse, die sie zu exekutieren drohten.


    Wir nahmen Kontakt mit Athena Station auf, aber für den Moment waren wir auf uns gestellt. Wenigstens gelang es dem Shuttle nach langem Kampf, und unter Einsatz der Phaser, sich aus den Asteroiden zu lösen. Dieser kleine Einsatz zog allerdings das Interesse der Piraten auf sich, sodass zwei ihrer drei Schiffe das Shuttle verfolgten und angriffen.
    Es gelang es gerade rechtzeitig vor der Zerstörung des Shuttles Transporterreichweite zu erreichen, dennoch konnten wir nur vier der fünf Crewmitglieder lebend an Bord zurückbringen. Es folgte ein Gefecht zwischen uns und den beiden Piratenschiffen, in welchem es uns am Ende mit einem kleinen taktischen Trick gelang ihre Waffen auszuschalten. Commander Tigh führte ein Enterteam an, um die Gefangenen zu retten, als plötzlich eine ganze Reihe Jäger starteten. Noch dazu näherte sich das dritte Piratenschiff. Unsere Schilde wurden schwächer und schwächer und selbst gemeinsam mit der näher kommenden Hood hätten wir keine Chance gehabt, sodass uns nur der Rückzug Richtung Athena Station blieb.
    Die Piraten übermittelten uns noch ein Abschiedsgeschenk in Form einer Exekution eines der Gefangenen, spätestens jetzt wussten wir was auf dem Spiel stand.


    Admiral Nechayev wartete an der Station bereits auf uns und hielt kurz darauf ein Briefing ab. Sie hatte einen Berater engagiert, den sie als einzige Chance sah unsere Offiziere und die Gefangenen zu retten. So sehr ich es hasste das zuzugegeben, aber vielleicht hatte sie Recht. Weder die allmächtige Sternenflottendiplomatie noch unsere Waffen hatten etwas bewirken können, also war es an der Zeit für einen anderen Plan.
    Und dieser Plan gefiel mir. Offenbar war Nechayev's Berater ebenfalls eine Art von Pirat, hatte einen eigenen Frachter und sollte mit uns gemeinsam die Tzenkethi Schiffe infiltrieren. Meine Mutter wäre stolz auf mich gewesen, dass ich an diesem Plan teilnehme, auch wenn er für sie vielleicht etwas wenig Blutvergießen beeinhaltete. So dachte ich jedenfalls.
    Wir nahmen Kurs auf die Waka-Kule Handelsstation und beamten an Bord des Frachters, welcher sich allerdings schnell als verlassen heraussstellte. Während Commander Corlsen, Lieutenant Griffin und Doktor Vadiye die Brücke sicherten, machten der Captain und ich uns auf den Weg zur Station, um unseren Guide zu finden.
    Kaum an Bord der Station angekommen bot sich mir ein Bild, das wohl in jeder Galaxie gleich war. Eine heruntergekommene, stinkige Station mit allem möglichen Gesindel. So machten wir uns direkt auf den Weg zur Bar, wo auch bereits Chaos herrschte. Unser erster Stop war ein Mann an der Bar, der im wahrsten Sinne des Wortes vor unseren Augen auseinanderzufallen schien.


    Er hatte zwar eine Art von Regenerationsfähigkeit, aber seine Hautschuppen waren trotzdem nicht sonderlich hübsch. Dann hörten wir plötzlich einen Schuss und ja, ich meine einen Schuss. Keinen Phaser- oder Disruptorschuss, sondern einen richtigen Schuss. Einen Schuss wie ich ihn bisher nur aus den Holodeckprogrammen von Captain Paris kenne. Wir sahen sogar Qualm aus der antiken Waffe des Schützen aufsteigen. Und dieser Schütze war ebenfalls etwas sehr Besonderes. Nicht nur sah er mit seinem Hut und seinen merkwürdig fehlplatzierten Outfit eher aus wie eine Zeichentrickfigur als ein wahrer Mensch, auch schien es dies war nicht der erste Kartenspieldisput, den er so löste.
    Nach kurzen "Verhandlungen" befahl Captain Paris schließlich den Mann zu bezahlen und ich erreichte ihm einen Beutel Latinum. Beim Verlassen der Bar wurde unser Berater dann vom Barkeeper an seine offenen Schulden erinnert und es kam zu einem Handgemenge, an dem ich mich nur zu gerne beteiligte.
    Dieser kleine Barfight endete dann darin, dass Mr. Oldschool eine Ladung Dynamit, und ich meine Dynamit, mitten in der Bar zur Explosion brachte. Davon erholte sich selbst unser schuppiger Freund nicht mehr, der zuvor nach zwei tödlichen Schüssen wieder aufgestanden wäre als sei nichts gewesen. Dieser Mensch war noch verrückter als ich dachte.


    Wir kehrten auf's Schiff zurück, gerade rechtzeitig ehe eine wütende Meute die Luftschleuse stürmte. Unser Captain dockte ab ohne diese zu verschließen, sodass ein halbes Dutzend Banditen hinter uns im All schwebten. Während der Rest der Crew das Schiff erkundete führte ich mit unserem Piraten ein kleines Gespräch.
    Offenbar hatte er eine Abneigung gegen Energiewaffen jeder Art entwickelt und nutzte lieber antike, funktionierende Waffen. Wenn man denkt man könnte in dieser Galaxie keine interessante Person mehr finden...


    Wir werden in wenigen Stunden die Tzenkethi Schiffe dieser Piraten erreichen und Kontakt aufnehmen. Hoffen wir einfach, dass unser Freund auch beim Verhandeln so gut ist wie beim Niederschießen.


    =/\= Log Ende.

    Persönliches Computerlogbuch
    Leitender OPS-Offizier
    Lieutenant Lexa Griffin:


    Fast acht Wochen ist es jetzt her, dass wir wieder einmal die Galaxie gerettet haben und die San Diego zur Athena Station beordert wurde. Im Großen und Ganzen waren es erstaunlich, ungewöhnlich ruhige Wochen. So ruhig, dass dieses mein erstes Logbuch seit der Ankunft bei Athena Station ist.
    Was ist in all dieser Zeit passiert? Wenn ich darüber nachdenken was während unserer Zeit in Andromeda, an Bord der Saratoga oder auch im Gamma-Quadranten innerhalb von wenigen Stunden passiert ist fühlt es sich an als wäre die letzten Wochen gar nichts, überhaupt nichts passiert.
    Das war zu Anfang sehr entspannend, ungewohnt, später fast ein wenig langweilig. Ich gebe zu, es gab Phasen da hätte ich mir einen Borgkubus oder drei Etherianer Dreadnoughts herbei gewünscht, damit die Zeit etwas vergeht. Ich war jemand, der gut darin war einfach rumzusitzen und nichts zu tun, aber nach den letzten Jahren...mittlerweile tat es tatsächlich gut nicht jede Minute irgendeinen Angriff abwehren zu müssen.


    Nach einem größtenteils ereignislosen Flug erreichten wir jedenfalls vor wenigen Wochen Athena Station, wo Captain Thrall uns ein wenig Zeit gab die Station zu erkunden. Die Leiterin der romulanischen Delegation an Bord, eine Commander Tevis, machte ihrer Rasse alle Ehre und zeigte sich besonders gastfreundlich. Also quasi gar nicht.
    Dann gab es ein größeres Briefing, wo Captain Thrall und Captain Paris klarmachten, dass auf Athena Station Personalmangel herrschte und wir die nächsten Wochen zwischen San Diego und Athena Station wechseln würden - zumindest ein bisschen Abwechslung würde es also geben.
    Die einzelnen Offiziere stellten sich dann der Reihe nach vor, wobei ich insbesondere überrascht war, dass es an Bord der Station keinerlei Sicherheitsoffiziere der Sternenflotte gab, sondern "nur" eine zivile Polizeieinheit geleitet von einer Lieutenant Holmsen, mit der ich bei der Ankunf bereits Bekanntschaft machen durfte. All die Kriege, Schlachten der letzten Jahren schienen hier draußen sehr weit weg wenn es nichteinmal militärische Sicherheitsoffiziere gab.
    Natürlich konnte es nicht bei soviel guten Nachrichten bleiben und es musste noch ein Tiefschlag kommen, in Form des Stationscounselors: das war niemand Geringeres als Adrian Chase. Nicht der Adrian Chase, aber ein Adrian Chase.
    Ich gab mein Bestes meine Wut und meinen Hass nicht sofort öffentlich kundzutun und schaffte es gerade so das Briefing direkt nach seinem Ende zu verlassen, ehe ich alles herausschrie. Chase war hier. So sehr ich rational wusste, dass das hier nicht mein Chase war, nicht der Chase war der mir sovieles genommen hat und noch viel mehr nehmen wollte... es waren dieselben Augen, dieselbe Stimme, derselbe Mensch.
    Und so tat ich etwas, das ich vor kurzer Zeit nie für möglich gehalten hätte. Ich vereinbarte freiwillig einen Termin mit Chase, noch am selben Tag.


    Ansonsten gab es beim Briefing nicht viel Neues. Unsere Mission war es das nach wie vor fragile Cardassia zu unterstützen, insbesondere durch Hilfslieferungen. Die Romulaner machten auch direkt klar, dass sie nicht einverstanden waren mit der Entscheidung der Allianz, alle Truppen aus dem cardassianischen Raum zurückzuziehen. Ich bin sicher dieses Thema wird nicht zum letzten Mal aufgekommen sein.


    In den nächsten Wochen verbrachte ich sehr viel Zeit im Büro des Counselors und begann nach und nach ihm... "zu vertrauen" wäre zuviel gesagt, aber zumindest nahm meine Wut, meine Hass auf ihn mit jedem Tag ab. Wir redeten viel über alle möglichen kleineren und größeren Probleme und in der all der Zeit zückte ich nur ein einziges Mal mein Messer. Kurzum - und das hätte ich nie für möglich gehalten - wir machten Fortschritte. Selbst, als er erwähnte, dass Tabby die Versetzung auf Athena Station abgelehnt hatte und stattdessen nahe der Erde an Forschungsprojekten arbeitete - etwas dass ich nicht von ihr selbst, sondern vom Counselor erfuhr - wurde ich nur für einen kurzen Moment aggressiv, konnte das aber gut überspielen. Vielleicht war dieser Chase wirklich anders. Nichtsdestotrotz werde ich ihn natürlich im Auge behalten, schließlich war er dennoch ein Chase. Was seine Frage anging wie gut ich damit klarkam nun eine Verlobte zu haben, die einen halben Quadranten entfernt war und die wieder einmal ihre Forschungen über unsere Beziehung gestellt hat... natürlich wünschte sich ein Teil von mir Tabby hätte eine andere Entscheidung getroffen, aber ich kannte sie lange genug um zu wissen, dass das nie passieren würde. Es war nicht perfekt, aber ich kam damit mittlerweile klar.


    Dafür hatte ich die letzten Wochen sehr viel Kontakt mit Clarke, der es glücklicherweise jeden Tag besser ging, sie war sogar befördert worden und hat versprochen ihren nächsten Urlaub auf Athena Station zu verbringen. Insgesamt hatte ich die letzten Wochen sehr viel Zeit mit alten Freunden und Bekannten zu sprechen, denn statt zehn bis 15 Stunden wie auf der San Diego arbeitete ich in letzter Zeit meist nur zwischen fünf und sieben Stunden. Die Station war in top Zustand, die San Diego größtenteils auf Versorgungs- und Patrouillienflüge unterwegs, nichts davon brauchte meine Anwesenheit.
    Und so erkundete ich Tag für Tag die Station, die wirklich großartig war. Ein Meisterwerk von Starfleet Engineering, mit ein paar kleinen romulanischen Elementen hier und da.


    Während Offiziere wie Commander Georgiou überlegten ob sie die Station dauerhaft zu ihrer Heimat machen sollten, kam das für mich allerdings nie in Frage. Die San Diego war meine Heimat und so gut es hat mal eine ganze Station mitsamt wunderschöner Promenade zum Erkunden zu haben, ich brauchte dieses ständige in Bewegung sein.
    Da traf es sich gut, dass wir heute einen dringenden Patrouillienflug durchführen mussten. Die San Diego hatten beim letzten Flug leichte Schäden durch einen Plasmasturm erlitten und ohnehin würde das Entladen der Güter noch mehrere Stunden dauern, sodass die gerade angedockte Captain Rachel Nechayev uns anbot ihr Schiff, die U.S.S. Lorca, zu nutzen während ihre Crew Landurlaub auf der Station machte.
    Nicht, dass wir eine Wahl hatten wenn wir diese notwendige Patroullie fliegen wollten, aber die Tatsache, dass es sich bei der Lorca um eine Intrepid handelte war ein netter Bonus.
    Captain Nechayev blieb an Bord und übernahm das Steuer während Captain Paris, Commander Corlsen, Commander Georgiou und einige mir unbekannte Gesichter die weiteren Stationen übernahmen.


    Warum war diese Patrouillie so notwendig? Die letzten Wochen hatte die Anzahl der Notrufe von zivilen Frachter in der Umgebung der Station stetig zugenommen. Während manche durch Plasmastürme, Nebel oder andere Phänomene beeinträchtigt wurden ging der Großteil dieser Notrufe auf etwas ganz Anderes zurück: die Tzenkethi. Laut Commander Kala, dem strategischen und taktischen Offiziers dieses Sektors, gab es in den letzten vier Wochen fast täglich einen Zwischenfall. Der Autarch und Botschafter der Tzenkethi bestreiten, dass ihr Militär in diese Angriffe involviert ist und tatsächlich schien dies nicht die Art der Tzenkethi zu sein. Sie hatten zwar lange Krieg gegen die Föderation geführt und waren alles andere als freundliche Zeitgenossen, aber die letzten Jahre hatten sie sich komplett isoliert, mehr noch als selbst die Tholianer. Nach Informationen von Starfleet Intelligence waren ihre Schiffe unseren ebenbürtig, es gab also keinen Grund warum sie nur Frachter angreifen sollten wenn sie einen Konflikt wollten.
    Dem sollten wir nun auf den Grund gehen.


    Es dauerte auch nicht lange bis wir auf den ersten Frachter trafen, einen bajoranischen Frachter auf dem Weg Richtung Ferenginar. Wir verbargen unser Schiff hinter einem Planeten und starteten eine Mikrosonde um das Schiff im Auge zu behalten. Tatsächlich konnte das Schiff den Sektor gefahrlos passieren und dann auf Warp springen.
    Die Sensoren registrierten zwar Anzeichen von fremden Schiffen, aber es schien als hätte unsere Sonde sie abgeschreckt. Der Captain des Frachters bedankte sich und wir scannten nach weiteren Schiffen, als wir auch schon einen Notruf von einem cardassianischen Frachter empfingen. Wir setzten direkt einen Kurs, als wir dort ankamen fanden wir jedoch keine Angreifer mehr. Dafür zeigten die Angreifer zwei Waffensignaturen: eine war cardassianisch, die andere war so durcheinander gewürfelt, dass wir sie nicht zuordnen konnten. Die Angreifer hatten den Cardassianern jedoch ein paar Geschenke in Form von Enterteams zurückgelassen. Commander Georgiou leitete ein Außenteam und nach einiger Zeit war der Frachter unter Kontrolle, es gelang uns auch mehrere Gefangene zu nehmen. Ehe wir diese jedoch zurückbeamen konnten fand Commander Corlsen einen Hinweis darauf wo genau die Angreifer so schnell hin verschwunden waren: künstliche Subraumspalten. Wir feuerten einen Deflektorimpuls ab, welcher nach kurzer Zeit nicht nur ein, sondern drei schwere Tzenkethi Kreuzer zum Vorschein brachte. Diese eröffneten sofort das Feuer auf uns und innerhalb weniger Sekunden waren unsere Schilde schwer beeinträchtigt. Es gelang uns gerade noch unsere Außenteams, die Gefangenen und die Crew des Frachters zu retten, ehe wir die Flucht antreten mussten.


    Wir setzten Kurs auf Athena Station und wurden zum Glück nicht weiter verfolgt. Wenige Stunden später erreichten wir wieder die Station, dockten an und übergaben die Crew und Gefangenen - darunter nicht nur Tzenkethi, sondern auch Orioner, Gorn und unbekannte Rassen - zur weiteren Behandlungen der Sicherheit und Krankenstation der Station. Commander Georgiou wird gemeinsam mit Commander Kala die Verhöre leiten, während Commander Corlsen und ich uns die Sensordaten näher ansehen werden.
    So sehr ich mich dafür hasse, das zu sagen aber wenigstens gab es heute wieder etwas Action. Der Kampf alleine könnte mir nicht weniger egal, aber das Rätsel worum genau es sich bei diesen Schiffen handelt, woher die Technologie an Bord kommt... genau das machte für mich die Sternenflotte aus. Es wird einige Zeit dauern, aber auch dieses Rätsel werden wir lösen. Zur Sicherheit haben die Romulaner angeboten ihr gerade fertig repariertes Schiff zunächst nahe Station Athena zu postieren, sollten wir es brauchen.


    Vielleicht werde ich in Zukunft wieder öfter Logbücher schreiben müss.. dürfen.


    =/\= Log Ende.

    Mitten in der ehemaligen Demilitarisierten Zone zwischen der Föderation und der Cardassianischen Union liegt die Sternenbasis 212 "Athena".
    Im Spannungsfeld zwischen Cardassianern, Tzenkethi und Breen ist es ihre Aufgabe die Stabilität der Region zu garantieren, zivile Schiffe zu schützen und zu unterstützen und bisher unbekannte Welten zu erforschen.
    Athena ist die sichtbare Präsenz der Föderation in dem Sektor, sie soll den Anspruch der Föderation auf diesen Sektor sichern. Zu diesem Zweck wurden der Station einige Schiffe zugeordnet, welche die Umgebung sichern sollen. Der Bau und Betrieb der Station werden durch das Romulanische Sternenimperium unterstützt, welches eine feste Delegation auf der Station betreibt.



    Sternenbasis der Vanderbilt-Klasse
    Ort: Setlik-Sektor
    Besatzung (Sternenflotte / Zivilisten): 2800 / 1200



    Führungsoffiziere


    Captain Fhrad (NPC) - Kommandierender Offizier (CO)
    Lieutenant Commander Commander Kala Paayi- Erster Offizier / Taktischer & Strategischer Offizier für die Überwachung des Sektors (XO / STO)
    Crewman Atton Holmsen- Ingenieur (ENG)



    Delegation des Romulanischen Sternenimperiums


    Commander Siara Tevis - Leiterin der Romulanischen Delegation (R-CO)



    Zivilisten


    Police Lieutenant Sasha Holmsen- Polizeioffizier (UEP)
    Merdec- Händler


    Derzeit nicht an Bord:


    Captain Ladzia Thrall - Kommandierender Offizier (CO) - der Kontakt zum Shuttle wurde verloren, Suchaktion läuft



    Crewliste der U.S.S. San Diego
    Schiff der Sovereign-Klasse


    Crewliste ist ausgelagert



    Crewliste der U.S.S. Lorca
    Schiff der Intrepid-Klasse


    Captain Rachel Nechayev - Kommandierender Offizier (CO)