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[San Diego / Relaunch] PCL Lexa Griffin

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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21

Monday, January 28th 2019, 12:39am

Persönliches Computerlogbuch
Leitender OPS-Offizier Lieutenant J.G. Lexa Griffin U.S.S…. Saratoga

Neues Schiff, neuer Quadrant, neue Mission, die selben alten Probleme. Und schlimmere. Es waren zwei ereignisreiche Tage.
Wir alle wussten dass wir die San Diego verlassen und ein neues Schiff beziehen würde. Dass Admiral Kayleigh eine große Rolle spielen würde. Nichts jedoch deutete darauf hin welche Konsequenzen uns erwarten würden. Seit nun fast zwei Wochen hielten wir Position im Erdorbit ohne genau zu wissen wie es weitergehen würde.
Captain Paris stand in regem Kontakt zum Kommando, wir wussten dass wir bald ein neues Schiff beziehen sollten und jeden Tag begutachtete ein anderer Admiral die San Diego, aber für den Moment hatten wir keinerlei neuen Befehle. So seltsam es klingen mag, viele begannen die Tage zu vermissen an denen wir regelmäßig angegriffen wurden, an denen wir ständig zu tun hatten… an denen wir nicht wussten was als nächstes passieren würde - und uns auf genau dieses Unerwartete dennoch gefreut haben.

Für mich persönlich waren die letzten zwei Wochen noch in ganz anderer Sicht eine Zerreißprobe. Dem medizinischen Team war es zwar gelungen Tabby zu stabilisieren, nach ihrem kurzen Erwachen direkt nach der Ankunft auf der San Diego war sie jedoch in ein tiefes Koma gefallen. Es bestand keine Lebensgefahr und die Ärzte versicherten mir, dass sie “bald” aufwachen würde…Bald. Ich hatte all das schon einmal erlebt. Wäre ich religiös, spätestens jetzt würde ich mich fragen welche Gottheit ich beleidigt oder welche Gebote ich gebrochen habe um wieder diese Extreme erleben zu dürfen.
Im normalen Dienst hätte ich Ablenkung und Motivation finden können, auf andere Gedanken kommen. Ohne irgendwelche Befehle… diese zwei Wochen kamen mir vor wie zwei Jahre. Und es gab nichts und niemanden, das mich anderweitig forderte oder mich gezwungen hätte an etwas Anderes zu denken. Nicht, dass es irgendjemand versucht hätte.

So liefen diese zwei Wochen in einem festen Rhythmus ab: Eine halbe Stunde vor “Dienstbeginn” - ein Dienst der darin bestand sieben bis zehn Stunden an der OPS-Konsole zu stehen ohne irgendwas melden zu können - schlich ich mich durch eine der Jeffriesröhren in die Krankenstation. Die Nachtbesetzung der Krankenstation hatte nur Augen für ihren Bildschirm, sodass ich problemlos einige Minuten mit Tabby verbringen konnte, bevor die Frühschicht eintraf und ich auf die Brücke musste.
Nach einer jeden Tag auf’s Neue ereignislosen Schicht, einem Essen in der Messhall und Training auf dem Holodeck verbrachte ich eine Stunde “offizielle” Besuchszeit auf der Krankenstation, ehe Doktor Carn mich Abend für Abend rausschmiss. “Wir sind hier auf einer Krankenstation und nicht in einem Hotel” oder “Ms. Johnson braucht jetzt ihre Ruhe” waren dabei seine liebsten Sätze, nur übertroffen von “Ihr Blutdruck ist gefährlich hoch, Sie sollten in Ihr Quartier zurückkehren”. Genau dort jedoch fand ich wenig bis gar keine Ruhe. Erst Recht keinen Schlaf.

Es war seltsam. Das Quartier auf der San Diego hatte ich fast dauerhaft alleine bewohnt, dennoch wirkte alles… leer. Zu groß, zu ruhig. Zu… tot. Ich wusste, dass es keinen Grund zur Sorge gab. Ein Teil von mir fürchtete dennoch das Schlimmste und konnte keine Ruhe finden. Vor allem nicht hier. So verbrachte ich viele Nächte auf dem Holodeck.
Auch der gestrige Tag begann mit diesem Muster… ich hatte nicht geschlafen und bereits meine etwa 30 Minuten heimlich auf der Krankenstation verbracht als Captain Paris die Crew in der Messhall zusammen rief.
Es gab endlich Neuigkeiten! Gemeinsam mit einem Admiral Roth verkündete er, dass wir am nächsten Tag um 8 Uhr unser neues Schiff betreten würden. Dass die San Diego mit einer neuen, erfahrenen Crew auf eine besonders wichtige Mission geschickt wird und wir selbst am nächsten Tag unsere Befehle erhalten würden. Es tat weh die San Diego zurückzulassen und wie Ms. Hawkins anmerkte war die Chance, dass wir die San Diego wiedersehen geschweige denn nochmals betreten dürften gering. All das war allerdings Teil des Dienstes in der Sternenflotte.

Was wirklich wehtat...die Gerüchte stimmten, Commander Tucker würde uns nicht begleiten - dürfen.
Er hatte diesem Schiff, dieser Crew mehr als jeder andere gegeben… und wurde jetzt bestraft. Es war nicht fair, es war das verdammte Gegenteil von fair.
Was auch immer die Gründe dafür sein mögen...es war ein Fehler. Der Admiral und Captain Paris beendeten dann ihre Ansprache und wir erhielten den Rest des Tages Zeit unsere Koffer für die Abreise zu packen.
Bevor ich daran auch nur denken konnte musste ich im Maschinenraum nach dem Rechten sehen. Ich war es, wir alle waren es, Commander Tucker schuldig jetzt erst Recht das Beste zu geben und allen zu zeigen was er uns beigebracht hatte. Nach einer kurzen Ansprache schien das auch in den Köpfen der letzten Ingenieure anzukommen und die Arbeit ging deutlich konzentrierter weiter.

Kurz darauf wurde ich von Doktor Vadiye auf die Krankenstation gerufen. Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten - oder Schönsten - allerdings stellte sich heraus, dass Tabby’s Zustand unverändert war.
Stattdessen weigerte sich Doktor Carn Transporterlaubnis zu geben und bestand darauf sie an Bord zu behalten - auch mit komplett neuer Crew auf einer geheimen und äußerst gefährlichen Mission.
Abgesehen davon, dass es keinerlei Garantie gab, dass eine neue Crew zurückgebliebene Passagiere nicht sowieso von Bord beamen würde...es konnte für die Heilung nicht hilfreich sein auf einer Top-Secret Mission mitzufliegen.
Doktor Vadiye sah das ähnlich, hatte bisher aber keinerlei Rang oder Titel an Bord erhalten… mir blieb also nur der direkte Weg zu Captain Paris. Kaum hatte der Admiral seinen Bereitschaftsraum verlassen hielt ich dem Captain einen Vortrag wieso Tabby transportfähig ist, präsentierte Doktor Vadiye’s Daten und gleichzeitig Doktor Carn’s Unfähigkeit. Letztlich stimmte er mir zu und gab die Transporterlaubnis, sodass alle Patienten in Kürze auf unser neues Schiff transportiert werden. Nun konnte ich in Ruhe meine Tasche packen und fand in der folgenden Nacht tatsächlich so etwas wie Schlaf.

Heute morgen dann war es soweit und wir beamten gemeinsam in’s Sternenflottenhauptquartier. Während Captain Paris mit den Admirals die weiteren Schritte besprach verbrachte ich den Großteil des Morgens an der Bar. Nach einigen Gläsern andorianischen Ales betrat plötzlich eine offensichtlich nervöse und gestresste junge Frau die Bar und klammerte sich an ihr PADD. Erst beim zweiten Hinsehen erkannte ich sie als Lindsey McNally. Ich kontaktiere Lieutenant Hawkins um unseren Plan in Bewegung zu setzen und beobachte Lieutenant McNally so unauffällig es ging. Als ich gerade den Kontakt mit ihr herstellen wollte betrat Captain Paris - die Definition von Auffälligkeit - den Raum und ließ den Lieutenant noch nervöser werden. Nachdem klar wurde, dass er nichts Neues erfahren hatte war Plan B unausweichlich.

Da uns die Zeit davon lief hatte ich keine Wahl. Ich aktivierte mein dermales Implant, - vielen Dank Captain Georgiou - stand auf und reichte Lieutenant McNally die Hand. Wenige Sekunden später waren wir im Gespräch… und sie hatte unwissentlich einen Peilsender mit Mikrophon unter der Haut. Ich bat sie um eine “Tour” über das Gelände und letztlich stimmte sie - wenn auch weiterhin irritiert und nervös - ein.
Sie führte mich schnell zu ihrem Labor und schloss alle Türen. Das Labor, ihre gesamte Arbeit war beeindruckend. Es blieb allerdings keine Zeit das näher zu bewundern, wir hatten eine Mission zu erfüllen.
Ich war mir sicher gewesen sie hatte mich in ihr Labor, in ihr Sanktum, geführt um in Ruhe und ungestört reden zu können.
Aber selbst hier schien sie abwesend, nervös, ängstlich. Sie versuchte meine Fragen abzublocken, kommentierte wie “cool” es sei dass wir es aus dem Gamma-Quadranten zurück geschafft hätten… nach all dem (Nicht-) Ereignissen zuletzt wäre ich lieber dort geblieben.

Sie gestand letztlich zumindest mit Captain Paris zusammenzuarbeiten um “Informationen” zu gewinnen, bestand allerdings darauf dass es sich um Dinge wie Sternenkarten handelte.
Ihre Lügen waren so offensichtlich, selbst ein Kazon hätte sie erkannt.
Dann jedoch betrat ein wütender und genervt scheinender Admiral Kayleigh den Raum und schickte mich direkt vor die Tür - das Mikrophon machte sich nun bezahlt und ich hörte genau mit wie der Admiral Lieutenant McNally zusammenschrie und ihr befahl das “Projekt” bis spätestens zum nächsten Tag fertigzustellen und ihm alle Daten zu übergeben. Erst wenig später stellte sich heraus, dass McNally das Projekt bereits beendet hatte und die Ergebnisse absichtlich nicht mit Admiral Kayleigh teilen wollte. Ich signalisierte Ms. Hawkins dass die Zeit gekommen war in das Büro des Admirals einzubrechen. Trotz einiger Schwierigkeiten war der Plan ein Erfolg und es gelang ihr alle Daten sowie einen romulanischen Disruptor im Büro von Admiral Kayleigh sicherzustellen. Gemeinsam mit Captain Paris und Lieutenant McNally machte ich mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt.

Während Admiral Nechayev und die restlichen Admirals sich verbunkerten und die gesamte Sicherheit verzweifelt nach Admiral Kayleigh suchte begannen wir die Daten zu entschlüsseln… allerdings leider nicht schnell genug.
Nur wenige Sekunden später und fast zeitgleich mit Admiral Nechayev’s Funkspruch, dass Admiral Kayleigh sofort festzunehmen sei hörten wir einen romulanischen Transporter… direkt vor der Tür. Spätestens jetzt war klar, dass wir es tatsächlich mit einem Tal'Shiar Agenten zu tun hatten.
Ehe wir wussten was passierte bedrohte “Admiral Kayleigh” uns mit einem weiteren Disruptor und forderte die Herausgabe des Tricorders. Ich überlegte für einen Moment ihn anzugreifen. Vor einigen Monaten hätte ich wohl nicht gezögert, jetzt jedoch… ich hatte zuviel zu verlieren. Lieutenant Hawkins jedoch nutzte ihre Chance und warf dem Agenten den Tricorder direkt in’s Gesicht, woraufhin dieser seinen Tricorder fallen ließ.
Es entstand ein kurzer Kampf, in dessen Verlauf sich ‘Kayleigh’ letztlich wegbeamen ließ. Trotz aller Versuche fehlt von ihm und seinem Schiff bis jetzt jede Spur. Zumindest seinen Tricorder musste er zurück lassen. Auch ohne diesen hatte er jedoch Unmengen von geheimen Daten an den Tal’Shiar gesendet und es würde Wochen dauern herauszufinden welchen Schaden diese Daten anrichten könnten.

Dennoch erhielten wir alle wenig später von den Admirals Roth und Nechayev große Belobigungen und unseren neuen Auftrag. Gemeinsam mit Lieutenant McNally, die unsere neue Chefingenieurin werden würde, sollten wir einen Prototypen testen. Ich hatte nichts gegen sie persönlich und sie schien definitiv Ahnung zu haben… aber niemand konnte oder würde jemals Commander Tucker ersetzen können.
Wenig später starteten wir dann mit einem Shuttle zu unserem neuen Schiff. Vorbei an Schiffen der Miranda-, Sovereign- und anderen Klassen - mit entsprechenden Reaktionen der Crew - erreichten wir schließlich die U.S.S. Saratoga… ein Schiff der Constitution-Klasse.
Ein Schiff zum Großteil bemannt mit Kadetten und Crewmans. Wir hatten Arbeit vor uns, mehr noch als vielleicht auf anderen Prototypen. Abgesehen von den etwas kleinen Korridoren und dem teilweise ungewöhnlichen Aufbau der Brücke war mein erster Eindruck...weder besonders negativ noch positiv. Für mehr viel blieb auch keine Zeit. Nachdem Crew und Cargo an Bord waren verließen wir mit Impuls das Raumdock und gingen außerhalb des Systems auf Warp. Wir begannen direkt mit den Tests des sogenannten Charged Tachyon Particles Warp-Antriebs, der besonders schnelle Beschleunigung ermöglichen sollte - und auch tat.
Nach einem kurzen Warpsprung und der Ankunft im CN-375 System meldeten alle Systeme perfekte Werte. Der erste Test war ein voller Erfolg, zur Freude des Großteils der Crew - insbesondere die Test-Ingenieure und Kadetten feierten. Nachdem wir den “Notruf” eines Ferengi Schiffes abarbeiten und die Ferengi wieder auf ihren Weg schicken konnten erhielt die Crew dienstfrei um den Rest des Schiffes und der Crew kennenzulernen.

Ich für meinen Teil war jedoch froh endlich wieder etwas zu tun zu tun und mehr als nur den Erdorbit scannen zu können, sodass ich auf der Brücke blieb, ehe die Beta-Schicht darauf bestand mich abzulösen.
Lieutenant Callaghan, der… taktische Offizier der Saratoga machte noch einen halbherzigen Versuch sich nach meinem “Problem” zu erkundigen, aber ich kannte diesen Mann nicht und solange er kein Wundermittel entwickelt hatte konnte er nicht helfen.
Während die Ingenieure die Daten des Testfluges auswerten gibt es an anderen Fronten also noch keinerlei neue Nachrichten.
Je mehr ich darüber nachdenke desto weniger möchte ich hier sein. An Bord dieses Schiffes, mit dieser Crew. Vor allem aber in diesem Quadranten. Ich hatte auf der San Diego, ja sogar auf der höllischen Tempest langsam begonnen eine Heimat zu finden Offenbar sollte es niemand von uns vergönnt sein jemals ein Schiff wirklich als Heimat anzusehen. Wir werden sehen wie lange diese Mission dauert. Ob es uns gelingt nicht nur den Antrieb zu testen, sondern auch andere Probleme zu lösen. Alles was wir für den Moment tun können ist unser Job. Und hoffentlich gelingt es uns irgendwann den Romulaner zu finden. Wenn nicht sind wir vielleicht alle in größerer Gefahr als wir uns vorstellen können.

=/\= Log Ende.

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

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22

Monday, February 4th 2019, 2:26am

Lieutenant Lexa Griffin steht im Konferenzraum der Saratoga und betrachtet die sich schließende Tür zur Brücke. Sie beginnt zu lächeln, dann leise zu kichern und schließlich ernst zu schauen. Nachdem sich die Tür komplett geschlossen hat nimmt sie sich ein PADD, geht zum großen Fenster und starrt hinaus auf das geborgene romulanische Schiff.
Nach einem kurzen Picard Manöver betrachtet sie ihre Reflektion im Spiegel und murmelt: Sie hat nicht einmal meinen neuen Pip bemerkt… die Party müssen wir wohl nachholen.
Nach dem heutigen Tage gibt es genug zu feiern!


Beginne Persönliches Computerlogbuch

Persönliches Computerlogbuch des leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga

Wenn mir jemand heute früh gesagt hätte, dass es nur drei Dinge brauchen würde um diesen Tag zum wohl schönsten, definitiv zum interessansten Tag meines Lebens zu machen… ich hätte ihn direkt einsperren lassen. Und mich gleich mit.
Spätestens wenn er erwähnt hätte, dass diese drei Dinge ein Transponder, ein tödlicher Nebel und vor allem mein Einsatz für die Rechte eines gewissen Adrian Chase sind.

Es gibt Sätze, die wir immer wieder verwenden, mit denen wir uns selber widersprechen ohne es zu wollen - oder zu bemerken. Sätze die wir manchmal so oft verwenden, dass sie ihre Wirkung, ihre Besonderheit verlieren. Ja Sätze, bei denen wir vielleicht gar nicht groß nachdenken wenn wir sie aussprechen. “Heute war der schönste Tag meines Lebens” ist einer dieser Sätze. Und doch muss ich mein heutiges Logbuch so beginnen - allerdings nach reiflicher Überlegung: Heute WAR der schönste, beste Tag meines Lebens.
Gleichzeitig war es in gewisser Weise der erste Tag meines Lebens, der erste Tag eines neuen Abschnittes. Eines Abschnittes, der hoffentlich weniger chaotisch, weniger tragisch, weniger negativ als der letzte wird.
Ich habe ein gutes Gefühl.

Mit 28 Jahren habe ich bereits eine Degradierung und mehrere Ermahnungen hinter mir, zwei Ex-Ehepartner und eine Tochter verloren. Den Tod von Tausenden von Kollegen und Freunden direkt miterlebt.
Spätestens nach dem heutigen Tag… all das ist in der Vergangenheit. Ich werde es nie vergessen können, aber ab sofort wird es nicht mehr bestimmen wer ich bin. Wer ich in der Zukunft sein werde. Der heutige Tag hat mir in jeder Hinsicht die Augen geöffnet, mir gezeigt dass ich so viel besser sein kann. Mit Adrian Chase hatte ich heute den letzten Teil dieser Vergangenheit... verarbeiten können.

Nach einer wieder einmal ereignislosen Nacht begann ich meinen Tag in der noch verwaisten Messhall. Ein Ruf von Captain Paris riss mich aus meinen Gedanken und ich meldete mich im Bereitschaftsraum.
Erst als er vom Studieren meiner Akte und den Handlungen seines Vorgängers sprach war mir klar worum es hier ging…”Meinen Sie Sie haben sich seitdem verbessert?” klang wie eine harmlose Frage, in diesem Moment war es allerdings die Frage, die über meine weitere Karriere in der Sternenflotte entscheiden könnte.
Glücklicherweise fielen mir ein paar Standard Floskeln wie “Ich arbeite daran” ein um genug Zeit zu schinden ehe ich mich sammeln und eine richtige Antwort formulieren konnte.
Meine Antwort, dass ich meine Lektion gelernt habe, - zumindest in nächster Zeit - nicht vorhabe Captain Paris’ Bereitschaftsraum bewaffnet zu stürmen und verstanden habe, dass gegenseitiges Vertrauen einer der Hauptaspekte in der Zusammenarbeit jeder Crew war schien Captain Paris zu überzeugen und ohne großes Trara würde ich wieder in meinen alten Rang zurück befördert.
Er grinste sogar über meinen Kommentar. Sein Kommandostil war definitiv lockerer, angenehmer, ruhiger für die Crew als der seines...Vorgängers.

Kaum war ich mit neuem Pip versehen zwei Sekunden zurück auf der Brücke stürmte Commander Mowraq an mir vorbei in den Bereitschaftsraum, zweifellos um sofort Beschwerde einzulegen. Vielleicht ist es auch hier Zeit für einen Neuanfang und eine Entschuldigung an den Commander, um unsere Zusammenarbeit in der Zukunft zu verbessern.

Ich war noch beim Studieren des Comm-Logbuches, als auf der Brücke plötzlich Unruhe und Panik entstand. Als ich mich umdrehte wäre ich beinahe kollabiert. Da stand er wieder vor mir, der Mann der mir alles genommen hatte. Meine Tochter, meine Familie, meine erste und zweite Heimat. Während andere nach Phasern griffen konnte ich nur dastehen...ich war anwesend und erlebte was um mich herum passiert, aber ich war nicht in der Lage einzugreifen, etwas zu tun. Erst einige Sekunden später gelang es mir wieder Worte zu finden. Ich musste meine gesamte Kraft und Disziplin zusammen nehmen, um diesem Chase nicht sofort den Kopf abzureißen, aber irgendwie schaffte ich es halbwegs ruhig zu bleiben.

Wir fanden schnell heraus, dass dieser Chase nicht “unser” Chase war, sondern eine frühere...Version. Sein Vorgänger sozusagen. Chase kam direkt aus dem Sternenflotten Hauptquartier, war der Saratoga als Counselor zugewiesen worden und hatte sein Frau mitgebracht.
Ich erinnerte mich an Tabby’s Bericht vor einigen Monaten und die eindeutigen Beweisen, dass der einzige lebendige Chase in unserer Zeitlinie ein harmloser, junger Offizier im Sternenflotten Hauptquartier war.
Genau dieser Offizier stand nun vor uns.
Er hatte also noch nichts getan… und dennoch wussten wir alle was er tun würde. Wir waren überzeugt, dass das hier nicht unser Chase war, aber genauso überzeugt dass wir etwas tun mussten - das heißt "wir" mit Ausnahme von Lieutenant Callaghan der mir von Minute zu Minute unsympathischer wird.
Nachdem Captain Paris letztlich ablehnte Chase ohne weitere “Beweise” festzunehmen - er war doch dabei als Modas zerstört wurde! - verließ ich die Brücke um meine Frustration nicht an Chase auszulassen und meinen neuen Pip sofort wieder zu verlieren.

Zum ersten Mal seit meiner Kindheit war ich allerdings so unkonzentriert, dass ich mich beim Training mit meinem eigenen Schwert am Arm schnitt.
Auch das hatte also keinen Sinn, ich musste anders mit dieser Situation umgehen. Ich begann die Datenbank der Saratoga zu überprüfen und tatsächlich zeigte diese nur einen Adrian Chase an.
Einen Adrian Chase, der unschuldig und gerade erst auf der Saratoga eingetroffen war. Nachdem ich alles zehnmal überprüft hatte lud ich die Daten auf ein PADD und ging zur Krankenstation.
Ich weiß nicht ob es mein Unterbewusstsein war das mich zu Tabby führte, der Gedanke mit einer unabhängigen, nicht zur Sternenflotte gehörenden Person zu sprechen oder die Tatsache, dass die Krankenstation auf dem Weg lag… jedenfalls warf ich Doktor Vadihe das PADD mit den Daten auf den Tisch… dazu ein zweites mit meinen persönlichen Logbüchern und meiner Akte.

Sie fand nach kurzer Zeit den Unterschied, auch aus eigener Erfahrung - offenbar hatte Chase auch die Vidiianer für seine Zwecke missbraucht und gegebenenfalls bestraft.
Ich war mir sicher sie würde mir zustimmen, dass wir Chase und seine Frau sofort wegsperren müssten. Dass das die einzige Möglichkeit war zu verhindern dass die Geschichte sich wiederholen würde. Auch zu ihrem eigenen Schutz!
Aber sie widersprach mir. Nach Doktor Vadiye’s Meinung war wegsperren das Schlimmste was wir in dieser Situation tun könnten.
Chase würde einen Weg finden zu entkommen, seine Frau könnte bei einem Ausbrauchsversuch sterben und er würde nach der Behandlung die er durch uns erleiden musste erst Recht seinen Rachefeldzug anfangen.
Und ich wusste, dass sie Recht hatte. Aber wie konnte ich einem Menschen Adrian Chase jemals trauen, jemals bereit sein in einem Raum mit ihm zu arbeiten ohne ständig eine Hand am Phaser zu haben?

Mit zwei Dingen konnte sie mich letztlich allerdings überzeugen. Ich hatte Captain Georgiou und Tabby für schreckliche Verbrechen verziehen, respektierte beide. Teilweise weit mehr als das.
Vor allem aber...unsere Umgebung, unsere Erfahrungen, unsere Kontakte mit anderen Personen. Das waren die Dinge, die uns und unsere Einstellungen prägten, ob wir wollten oder nicht.
"Du bist der Durchschnitt der fünf Personen mit denen du am meisten Zeit verbringst" ist eines der wenigen Zitate, das ich mir aus meinem Psychologie Grundkurs gemerkt habe. Wenn wir alle Chase hier und jetzt mit Hass, Abneigung und Furcht entgegentraten - egal wie gerechtfertigt diese auch sein mögen - würde er in fünf, zehn oder 50 Jahren genauso antworten und seine Rache starten.
Wenn wir ihm hier und heute einen besseren Weg zeigten… es gab zumindest die Chance, dass es nie so weit kommen würde.
Wie weit wir damit gegen die temporale oberste Direktive verstießen, welche Auswirkungen das auf meine eigene Zukunft haben könnte und ob es Änderungen an der Zeitlinie geben würde...nur die Zeit konnte diese Fragen beantworten. Und ich wollte keine weitere Sekunde daran verschwenden, an falsche Hoffnungen klingen oder Kopfschmerzen über Paradoxons kriegen.
Ich hatte meine Entscheidung gerade getroffen, als ich auch schon auf die Brücke gerufen wurde.
Während meines Gespräches auf der Krankenstation hatte sich einiges getan… nicht nur war Lieutenant Chase in sein Büro verschwunden, vor allem hatte sich ein klingonischer Bird of Prey direkt vor uns enttarnt und begann nun uns böse zu drohen.
Offenbar hatten unsere Antriebstests schneller das Interesse der Klingonen geweckt als gedacht… und nun wollten sie diese Technologie und dieses Schiff für sich haben.
Nach einer kurzen - rein verbalen - Auseinandersetzung zwischen Captain Paris, Commander Mowraq und dem klingonischen Captain zog sich der Bird of Prey nach einigen letzten Scans getarnt zurück.

Ehe der Bird of Prey - oder ein anderer ungebetener Gast - zurückkam nutzte ich meine Chance und bat Captain Paris, Commander Mowraq und.. Lieutenant Chase in den Konferenzraum.
Ich hielt ein Plädoyer für Lieutenant Chase, für sein Recht an Bord bleiben zu dürfen, für sein Recht auf eine unvoreingenommene Aufnahme in die Crew und dafür, dass wir als Sternenflottenoffiziere besser sein mussten, als jemanden aufgrund seiner Vergangenheit oder einer möglichen Zukunft zu verurteilen.
Am Ende war ich selbst überrascht und ein wenig schockiert wie stark ich mich für Chase einsetzte. Nichtmal eine Stunde vorher wollte ich ihn töten, jetzt verteidigte ich ihn.
Alles zusammengenommen… ich wusste dass es das Richtige war, auch wenn ein Beigeschmack blieb.

Captain Paris und Commander Mowraq stimmten - mit kleineren Auflagen - zu, allerdings sollte es soweit nicht kommen.
Schnell stellte sich heraus, dass auch dieser Adrian Chase uns belogen hatte. Er arbeitete für den Geheimdienst der Sternenflotte und wusste genau über sein “zukünftiges Ich” Bescheid.
Weder den Geheimdienst noch Chase selbst ließen die Gedanken über die Taten von unserem Chase los, sodass Chase selbst beschloss uns einen Besuch abzustatten um zu sehen wie wir reagieren würden.
Quasi eine Art “Prüfung” für diese Crew und für sich selbst. Ich musste meine ganze Kraft zusammennehmen - und mehrmals in meine noch offene Wunde am Arm kneifen - um nicht spätestens jetzt diesen Chase zu töten...irgendetwas, irgendjemand gab mir jedoch die Kraft das nicht zu tun und stattdessen weiter den Ausführungen des Lieutenants zuzuhören.
Er würde berichten, dass wir alle für den weiteren Dienst geeignet seien und er versicherte mir, dass ich trotz allem die richtige Entscheidung getroffen und meine “Menschlichkeit” bewahrt oder sogar zurückerlangt hätte.
Ein Schiff sollte ihn wenig später zur Erde zurückbringen und er hoffte uns danach nie wiederzusehen - wenigstens etwas, auf das wir alle uns einigen konnten.

Es war eine interessante Erfahrung. Schmerzhaft, herausfordernd, aber lehrreich. Und ich würde sie nicht missen wollen.
Und auch wenn ich nicht so weit gehen würde von dem Wiedergewinn meiner Menschlichkeit zu sprechen… ich war mit dieser Aufgabe, mit dieser Herausforderung gewachsen. Fühlte mich gestärkter. Seinen Erzfeind zu verteidigen...ich hatte das Gefühl ich war nun bereit für alles.

Doch dieser Tag war noch nicht vorbei. Während Captain Paris die Lage mit dem Kommando besprach setzten wir unsere Testflüge fort… allerdings nicht lange. Der Prototyp Antrieb hielt 75 % nicht lange aus und wir mussten mit minimalen Schäden bald unter Warp gehen um Reparaturen und Diagnosen zu beginnen.
Lieutenant McNally verließ aufgelöst und fertig die Brücke - Lieutenant Callaghan kommentierte nur sie wäre “genauso überfordert wie ihr Antrieb”... auch diese Crew hatte definitiv noch Verbesserungspotential was die Zusammenarbeit anging.
Während die Ingenieure am Antrieb arbeiteten registrierten die Sensoren einen Klasse-4 Nebel mit ungewöhnlich hohen - tödlichen - Konzentrationen an Radon-Strahlung.
Und natürlich aus diesem Nebel empfingen wir einen stark verzerrten Notruf - nicht nur das, auch noch einen romulanischen Notruf.

Das Kommando und die Verantwortung über ein Schiff und seine Crew zu haben konnte nie leicht sein, aber in diesem Moment… ich beneidete Captain Paris nicht um seine Aufgabe.
Wir hatten die Pflicht jedem Notruf nachzugehen, erst Recht von einem Allianzpartner - selbst wenn die Hälfte dieses Allianzpartners mittlerweile eher dem Tal’Shiar als der Allianz diente.
Auf der anderen Seite waren die Klingonen noch da draußen… und wir würden in diesem Nebel nicht lange überleben. Selbst mit einigen Schildmodifikationen wäre die Crew nach spätestens zwei Minuten tot.
Und dann war da das große Risiko dass all das hier eine Falle war und wir diesem Nebel gefangen sein würden.Wir wussten bereits von mindestens einem Romulaner, der mit den Klingonen zusammenarbeitete.
Trotz aller Gefahren waren Captain Paris’ Befehle klar, wir würden alles versuchen das romulanische Schiff zu retten.
Das bedeutete auch, dass Doktor Vadiye ihrer vidiianischen Medizin-Kenntnisse anwenden und ein besonderes Schutzmittel für die Crew entwickelt konnte.
Auch die inzwischen auf die Brücke zurückgekehrte Lieutenant McNally steuerte noch einige kleinere und größere Wunder zur Verfügung, sodass wir in einer Gemeinschaftsproduktion technische und biologische Mittel entwickeln konnten, die die Crew lange genug schützen sollten.

Wir waren also bereit unseren Rettungsversuch zu starten… als ich plötzlich ein “Sie reden zu viel, Miss Vidiianerin” über den offenen Comm Kanal hörte… Tabby war wieder wach und hatte allem Anschein nach keine Sekunde verschwendet an die Arbeit zurückzukehren.
Ich hörte noch eine kurze Diskussion zwischen Doktor Vadiye und ihr ehe der Kanal geschlossen wurde… so schwierig und angespannt die Situation auch war, so viele Leben gerade auf dem Spiel standen… bei der Vorstellung wie Tabby Doktor Vadiye herumkommandierte musste ich selbst in dieser Situation schmunzeln. Und natürlich war ich mehr als nur erleichtert, dass sie wieder bei Bewusstsein war.

Trotz einiger Schwierigkeiten - insbesondere unsere klingonischen Freunden die uns von außerhalb des Nebels angriffen und unsere Transporter beschädigten - gelang es uns schließlich das romulanische Schiff aus dem Nebel zu ziehen und alle Überlebenden an Bord zu bringen.
Eines der klingonischen Schiffe konnten wir außer Gefecht setzen und später während seines geplanten T’Kuvma Manövers sogar zerstören, während das zweite sich erneut getarnt zurückzog.
Während die Mediziner die Überlebenden behandeln endete die Schicht der Brückencrew und ich machte mich auf den Weg zur Krankenstation.

Kaum reingekommen sah ich - neben dutzenden teilweise schwer Verletzten - dass Tabby bereits wieder komplett in ihrem Element war. Sie stürmte mit ihrem Tricorder bewaffnet über die Krankenstation und scannte jeden einzelnen der Verletzten gründlich.
Ich schlich mich zu ihr und wollte sie überraschen, entschied mich aber im letzten Moment dagegen als ich ihre Worte “Hm... Die Netzhaut koennte man gut fuer...ahhh!” hörte. Die Verletzten mögen das anders gesehen haben - und natürlich hoffe ich dass sie alle schnell wieder gesund werden - aber ein Teil von mir freute sich, dass Tabby ihren Job machen und Spaß dabei haben konnte.
Dass all ihre Opfer nicht umsonst gewesen waren. Dass sie anscheinend glücklich war.

Das änderte sich kurz, als sich mich quasi ignorierte und weiterhin nur Augen für ihren Tricorder hatte, selbst bei ihrer neuen - “Guten Tag” statt “Hallo” - Begrüßung.
Offenbar war ihr Vorsatz mehr wie die Tabby unseres Universums handeln zu wollen doch nicht nur so dahin gesagt gewesen. Ich weiß nur nicht ob ich das gut oder schlech...Computer, den letzten Satz löschen.
Mittlerweile wusste ich wie ich in solchen Situation mit ihr reden musste und war mir auch im Klaren, dass sie an mir nie so interessiert wie an ihren Daten sein würde - das war keine Eifersucht, es war ein einfacher Fakt, den ich bereits vor Monaten akzeptiert hatte.
Nachdem ich ihr also versicherte hatte, dass Doktor Vadiye ihr einige Patienten übrig lassen würde machten wir uns auf den Weg zum Konferenzraum. Ein Teil von mir…der überwiegende Teil von mir wollte direkt da weitermachen wo wir vor Tabby’s Verschwinden aufgehört hatten.
Abgesehen von ihrem - trotz aller gegenteiliger Beteuerungen es ginge ihr "immer gut" - noch geschwächten körperlichen Zustand brauchte ich aber vorher einige Antworten. Antworten von Tabitha Johnson...es schien heute sollte ein Tag der unmöglichen Aufgaben werden.

Neben der Sorge um Tabby hatten mich zwei Fragen seit ihrem Verschwinden und der anschließenden Rückkehr wachgehalten: Woher wusste sie wohin sie zurückkommen musste, wie konnte sie wissen dass wir auf die San Diego transferieren und in den Alpha-Quadranten zurückkehren würden?
Wichtiger noch...warum war sie zurückgekehrt? Ja, sie hatte mir versichert, dass sie mir vertraute und mir viele ihrer Geheimnisse anvertraut, aber eben auch nicht die ganze Geschichte. Sie hatte immer noch mehr als nur ein Geheimnis. Und die Wahrheit ist… ich wusste bis heute nicht was Tabby wollte. Was sie fühlte. Ob sie mich nur ausnutzte um an Daten und Experimente zu kommen.
Und so sehr ich das Gegenteil hoffte… es war vielleicht die einfachste, die wahrscheinlichste Erklärung für alles was passiert war.
Ihre Antwort, dass ich sie überführt habe und sie ein Changeling sei...ohne ihre Klarstellung, dass sie - wie “unsere” Tabby - an ihrem Humor arbeite hätte ich das ernsthaft in Erwägung gezogen.
Nachdem sie sich dann meinem - noch verletzten - Arm und der Geschichte dahinter zugewandt hatte erhielt ich tatsächlich eine Antwort. Eine Antwort, mit der nicht gerechnet hätte, selbst wenn sie in typischer Tabby-Art kam.
Sie hatte immer ihre eigene, unverwechselbare Heransgehens - und Ausdrucksweise, für jede Situation. Es war einer der Hauptgründe warum ich sie lieb...warum sie mir so wichtig geworden war.

Auch wenn sie wegen den “Forschungsmöglichkeiten” zurückkam hatten auch die “Sehenswürdigkeiten” - offenbar ihre Art eines Kompliments - eine Rolle gespielt.
Und sie hatte mir auf der Tempest heimlich einen Transponder implantiert um einen Ort für ihre Rückkehr zu haben. Ich begann nachzudenken, dass auch das nur Teil ihres Plan gewesen sein könnte, dass ich vielleicht die einzige Person war, der sie nah genug kommen konnte um einen Transponder unbemerkt einsetzen zu können, die naiv genug war ihr zu vertrauen. Und die Wahrheit ist, es war möglich. Tabitha Johnson ist eine Frau, die wohl niemand jemals komplett verstehen wird, sie selbst eingeschlossen. Dennoch war das die beste Antwort die ich mir erhoffen konnte und ich wollte sie vor Freude umarmen...ehe ich mich an die Umarmung auf der Krankenstation erinnerte und welche Schmerzen diese Tabby bereitet hatte.
Dieses Mal war es jedoch Tabby, die schließlich mir in die Arme fiel. So standen wir dort für einige Zeit, regungslos, wortlos. Nur den Moment genießend...bis sie eben zurück auf die Krankenstation ging um ihre Forschungen zu beenden.

Morgen werden wir die Gespräche mit den Überlebenden des romulanischen Schiffes beginnen. Bis dahin haben die Mediziner und auch die Ingenieure alle Hände voll zu tun. Dieser Antrieb, dieses Schiff mag eine der wichtigsten Technologien im gesamten Quadranten sein. Nur mit einer schlagkräftigen und gemeinsam arbeitenden Crew kann es uns gelingen Klingonen, Romulaner und andere potenzielle Feinde zurückzuschlagen und diese Technologie zu sichern.
Die Zeiten hatte sich geändert…

Und noch etwas hatte sich geändert. Ich hatte mich geändert. Station Modas, San Diego, Tempest… ich hatte nie das Gefühl wirklich angekommen sein.
Nach allem was wir gemeinsam bereits heute vollbracht haben...die Saratoga und diese Crew konnte dieser Ort, diese Familie werden.

Jedenfalls solange nicht wieder irgendjemand etwas dagegen hat. Wer auch immer das wagen mag… er würde es schnell bereuen. Schneller als er wie die feigen Klingonen heute flüchten könnte. Und jetzt muss ich eine Party planen.


Computer, Einladungen an folgende Offiziere verschicken und Persönliches Logbuch beenden...

=/\= Log Ende

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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23

Monday, February 18th 2019, 1:09am

Es ist 06:55 Uhr an Bord der U.S.S. Saratoga. Lieutenant Lexa Griffin steht auf, deckt Tabitha Johnson zu und schleicht sich zum Replikator.
Computer, ein Glas Wasser”
Sie nimmt sich ein PADD, eine Decke und setzt sich auf einen Stuhl in der Ecke des Quartiers. Während Lexa Griffin beginnt ihr Glas Wasser zu trinken betrachtet sie mit einem lächeln wie Tabby sich weiter in ihre Decke mummelt.
Mit einem Blick auf die Personalakte von Camina ‘Grove’ legt sie das PADD beiseite. Computer, beginne Persönliches Computerlogbuch.


Persönliches Computerlogbuch der leitendes OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga - Nachtrag

Was für ein Abend. Was für eine Nacht. *gähnt* Wenn auch leider viel zu kurz. Ich wusste - hoffte - dass meine Party gut werden und die Crew ihren Spaß dabei haben würde...manches konnte allerdings selbst ich und selbst trotz der besten Planung nicht vorhersehen.
Gemeinsam mit Crewman Camina nutzte ich die Zeit nach Ende meiner Schicht um die geplante Party vorzubereiten.
Ich hatte lange gezögert, ob ich andere - und wen - in meine Pläne einweihen sollte, ehe mir beim Studieren der Crewliste Camina in’s Auge fiel.
Sie war eine junge Frau, die auf dem Weg zur Akademie von Admiral Kayleigh und Lieutenant McNally abgefangen und direkt auf die Saratoga versetzt wurde.
Das alleine war beeindruckend genug, allerdings war da noch etwas: sie war Trikrun. Nicht nur war ich nicht mehr die einzige Trikrun an Bord, ja die einzige Trikrun in der Sternenflotte. Noch dazu war sie erst 14 Jahre alt...ich beschloß also sie in die Messhall zu rufen und in meinen Plan einzubeziehen.
Wir schmückten fast eine Stunde die Messhall, ehe alles perfekt war. Trotz kleinerer Beschwerden machte Camina dabei alles mit und willigte am Ende sogar ein mich zu dutzen. Es fühlte sich wie das normalste der Welt an. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich hätte meine Tochter wieder...vielleicht eines Tages.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren öffnete ich einen schiffsweiten Kanal und rief alle zu einem “Notfall” in die Messhall.
Zu meiner großen Überraschung fiel tatsächlich der Großteil der Crew darauf rein - oder tat zumindest so. Mit Ausnahme von Commander Mowraq und Lieutenant McNally trafen alle Führungsoffiziere ein, dazu fast die gesamte restliche Crew.
Wie Captain Paris anmerkte war dies auch ein - unbeabsichtiger - Test wer am schnellsten reagieren könnte. Ich mag nicht neutral sein, aber diesen Test gewann eindeutig Tabby - wenn auch nur mithilfe des Transporters.
Nachdem wir alle - fast alle - mit Champagner angestoßen und mehrere Offiziere eine kurze Ansprache auf unser Schiff und die Fähigkeiten der Crew gehalten hatten wurden zwei Torten repliziert.
Nach einiger Zeit begannen die ersten zu gehen ehe nur noch eine überschaubare Gruppe zurückblieb, von den Führungsoffizieren verblieben nur Lieutenant Keller und Captain Paris.
Vor nicht allzulanger Zeit hätte ich eine solche Party - wenn ich sie denn überhaupt organisiert hätte - nur an der Seite von Marc oder Clarke verbracht. Ich war so unsicher, so auf eine einzelne Person fixiert, dass ich alle anderen kaum wahrnehmen konnte. Nie in der Lage oder willens gewesen wäre auf andere zuzugehen.
Heute...es war meine Party und ich war froh im Zentrum zu stehen. Mit Camina, Doktor Vadiye, Captain Paris, Lieutenant Keller und allen anderen gemeinsam zu feiern.
Erst jetzt wurde mir langsam klar wie sehr ich mich in den letzten Wochen verändert hatte.
Wie positiv mich Tabby’s Unabhängigkeit beeinflusst hatte. Sie tat mir gut, dieses Schiff und diese Crew taten mir gut.
Und ich hoffte ich tat auch ihr gut. Jedenfalls konnte ich sie halbwegs überzeugen, eine Party mit Kollegen und nicht einen Raum mit Testobjekten zu genießen. Sie beschwerte sich sogar nur einmal wie illegal romulanisches Ale sei. Es war ein Neuanfang.

Und auch die Feierlichkeiten erlebten einen Neuanfang. Es sollte nicht lange dauern, bis diese Party eine ganz andere Stufe erreichte. Ich hatte kaum angefangen die letzten beiden Flaschen - jedenfalls sobald das alle anderen betrifft - original romulanisches Ale auszuschenken als Doktor Vadiye auch schon begann sich merkwürdig zu verhalten.
Sie lallte, torkelte und schmiss ihren überlebenswichtigen Tricorder - Vidiianer hatten nach der Heilung der Phage sehr strenge Vorschriften was sie essen und trinken konnten - ohne Weiteres weg.
Nach dem dritten Glas Ale begann sie schief zu singen… und wenig später eine klingonische Oper zum “Besten” zu geben.

Das Singen und Torkeln waren lustig mitanzusehen - selbst Tabby schien sich zu amüsieren und ließ ihr Hypo entgegen ihres ersten Instinkts stecken - und der Raum füllte sich schnell mit Kichern und Lachen….all das verstummte als die Oper begann.
Glücklicherweise hatte Tabby vorgesorgt und gab Doktor Vadiye eines ihrer Wundermittel...der Alkohol wurde sofort neutralisiert und die Oper stoppte.
Nun gab es allerdings ein anderes Problem...sie begann die restlichen Tortenstücke zu verschlingen und an den Tellern zu knabbern.
Offenbar war “extremer Appetit” eine der Nebenwirkungen.
Nach zwei weiteren Torten, die sie mit den Fingern aß replizierte Camina auf “Vorschlag” von Captain Paris schließlich eine Schaufel, mit der Doktor Vadiye weitere Torten verspeisen konnte - ehe letztlich alles wieder rauskam und sie ein vidiianisches Heilungsritual begann.
Es war eine interessante Erfahrung. Auch wenn ich auf die Oper hätte verzichten können war es ein schöner Abend. Die Crew hatte ihren Spaß, es gab uns allen die Gelegenheit die Probleme und den Stress der letzten Wochen und Monate zu vergessen und für einen Abend gemeinsam abzuschalten. Es war ein Abend, den niemand von uns so schnell vergessen wird. Vor allem nicht Doktor Vadiye.

Während der Rest noch von Doktor Vadiye beschäftigt wurde schlich ich mich zum Abschluss der Party zu Tabby - leider jedoch nicht ganz unbemerkt, denn Lieutenant Keller starrte uns aus der Ecke heraus an. Das hätte mir in dem Moment nicht mehr egal sein können.
Als Camina dann die Schaufel repliziert hatte und Doktor Vadiye ihr diese aus der Hand riss kommentierte ich das gedankenlos mit einem “Sie gefällt mir jetzt schon”... - ihre Art “Probleme” zu lösen war definitiv einzigartig. Tabby stimmte mir zu, nur um direkt zu ergänzen sie wüsste jetzt auch wie sie sie “gefügig” machen könne.
Für einen Moment war ich hin- und hergerissen. Ja, ich liebte Tabby - und warum zur Hölle konnte ich ihr das nicht endlich sagen?! - aber Camina war jung und musste erst ihren Platz finden. Doktor Vadiye hatte vor wenigen Wochen noch nicht mal einen Menschen gesehen, geschweige denn mit ihnen zusammengearbeitet.
Tabby hatte sich zum Guten verändert, aber das Manipulieren, das Ärgern von anderen...es war etwas, das Terraner offenbar nicht von heute auf morgen abstellen konnten - wenn sie das denn überhaupt wollte.
Als sie dann meine Hand nahm war all das vergessen und ehe ich wusste was passierte zog ich sie in die Ecke der Messhall und küsste sie. Dankte ihr für diesen Abend, dass sie es geschafft hatte nicht nur zu scannen sondern ein Teil der Party, Teil der Crew gewesen war.
Erst als ich Lieutenant Keller noch immer starrend und grinsend in der Ecke stehen sah zogen wir uns in unser Quartier zurück.
Eigentlich hatte ich vorgehabt den Abend mit einem Spaziergang durch die äußeren Sektionen des Schiffes ausklingen zu lassen - der Blick auf den Nebel war äußerst romantisch - aber kaum waren wir im Quartier angekommen entwickelten sich… andere Pläne. Immer wenn ich denke, dass dieses magische Gefühl irgendwann ve...

*hört den Computerweckruf* Ugh...schon sieben Uhr *sieht zu Tabby die sich wendet und liegen bleibt* Ob ich ich mich nochmal dazu...nein. Ich kann nicht. Leider.
*beginnt Uniform anzuziehen und Kleidung wegzusortieren* Was ist...ein vidiianischer Tricorder? Woher kommt ein...*rollt mit den Augen und legt den Tricorder auf den Nachttisch am Bett* natürlich. Anscheinend waren wir beide gestern...böse. Gut, dass ich meine Versprechen immer halte *legt ihren Kommunikator an, küsst Tabby zum Abschied, grinst und geht zur Tür*. Computer, Log beenden.

=C= Log Ende



*am nächsten Nachmittag*


Computerlogbuch der leitendes OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga

Drei Minuten bis das Briefing beginnt…*sieht sich um* noch ist niemand hier.
Wir wissen noch nicht was genau passiert ist, eines allerdings ist klar. Vor weniger als fünf Minuten meldete Doktor Vadiye einen Eindringlingsalarm, seitdem ist jeder Kontakt zur Krankenstation abgebrochen.
Nicht nur waren fast ein dutzend Patienten, Doktor Carn und das medizinische Team dort unten… Tabby war dort. *krallt sich an der Armlehne fest* Es ist schwer nicht sofort runter zu stürmen. Selber zu sehen was dort vor sich geht. Zu helfen.
Ich vertraue Lieutenant Callaghan nicht. Er verbirgt etwas. Und wenn Tabby etwas geschieht...er wird es nicht überleben. Für den Moment jedoch bleibt mir nichts Anderes übrig als die Sache in den Händen der Sicherheit zu lassen. Darauf vertrauen, dass Tabby schon schlimmere Situationen gemeistert hat.
Und dann zu reagieren.

Bis dieses Briefing beginnt und wir Antworten erhalten jedenfalls.
Und es war bereits bis hierher ein ereignisreicher Tag - nach den letzten Monaten hat das definitiv etwas zu sagen. Nicht nur wurde das Schiff zwischenzeitlich von feindlichen Agenten übernommen und wir haben Erstkontakt zu einer neuen Rasse hergestellt...nein, diese Rasse wird belagert und benötigt unsere sofortige Hilfe. Nach der Party gestern und nachdem die halbe Crew noch mit den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen hatte… es war klar, dass genau heute solche Probleme auftauchen würden.

Ich hätte es mir spätestens nach diesem Morgen denken müssen. Nachdem ich mich von Tabby verabschiedet und auf den Weg zu meinem morgentlichen Training gemacht hatte fand ich auf dem Holodeck die erste Überraschung: einen halbnackten Lieutenant Callaghan, der… auf etwas einschlug...und es zerstörte. Das erste was mir auffiel… seine Narben. Sein gesamter Rücken war davon überzogen.
Seit unserem ersten Gespräch wusste ich, dass er etwas verbirgt...ob diese Narben damit zu tun hatten?
Zeit für ein paar diskrete Untersuchungen...später.
Er gab immerhin direkt zu, dass er die Party früh verlassen hatte und sich bei all den Gefahren da draußen lieber auf sich und sein Training konzentrierte.
Genau aus diesem Grund brauchten wir so eine Feier… wir konnten nicht nur kämpfen und überleben, wir mussten auch leben. Er sah das anscheinend anders
Für den Moment hatte ich ein anderes Problem. Einen Lieutenant, der meine reservierte Holodeckzeit blockiert.
Und er gestand direkt nicht kontrolliert zu haben ob das Holodeck reserviert sei… und ging davon, dass alle nach der Party ausschlafen würden. So leer die Korridore heute früh waren… ging verständlicherweise davon aus.
Als kurz darauf Lieutenant McNally zögerlich das Holodeck betrat und Lieutenant Callaghan sie zur ersten Selbstverteidiungsstunde begrüßte wurde mir klar wofür dieser seltsame Aufbau sein sollte.

Nachdem Lieutenant Callaghan nach meinem Programm fragte beschloss ich ihm eine kleine Kostprobe zu geben und startete das Programm - sehr zum Schock von Lieutenant McNally.
Eine große Gruppe an Klingonen, Nausikaanern und Breen stürmte direkt auf uns zu. Lieutenant Callaghan brachte direkt seine große Abneigung gegen Schwerter zum Ausdruck und verschwand dann mit McNally im Frachtraum um dort zu trainieren. Was für ein dummer...vergessen wir das.
Ich trainierte für etwa 30 Minuten, ehe die letzte Welle auftauchte...und ich den Schwierigkeitsgrad erhöhte. Die Klingonen und Nausikaaner waren kein Problem, die Breen allerdings...zwei von ihnen konnten sich verstecken und einer “tötete” mich schließlich und beendete das Programm - gerade als die beiden Lieutenants zurückkehrten.

Da ich weder Zeit noch Nerven hatte Lieutenant Callaghan zu erklären, dass ich offenbar ein - oder drei - Ale zu viel hatte beließ ich es bei einer einfachen Ausrede, ehe er auch schon verschwand.
Ich diskutierte mit Lieutenant McNally anschließend noch eine Weile über ihr Training redete ihr Mut zu, dass sie mit genug Zeit und Ehrgeiz genauso gut - eher besser - als Lieutenant Callaghan werden könnte.
Sie fürchtete sie habe noch nicht genügend Mut...aber nachdem sie bereits den wichtigsten ersten Schritt getan hat wird der Rest bald von alleine kommen… dann erschütterte das Schiff plötzlich.
Da nicht sofort roter Alarm ertönte war klar, dass wir nicht angegriffen wurden. Aber was war passiert? Lieutenant McNally meinte ein romulanisches Schiff wäre explodiert - eine interessante Fähigkeit.
Wir gingen auf die Brücke nur um festzustellen, dass sie Recht hatte...das romulanische Schiff hatte sich selbst zerstört und nun sollten wir den gerettetenen Romulanern ein Transportschiff rufen...welches sich auch wenig später auf den Weg machte.

Der romulanische Captain stürmte zeitgleich von der Brücke. Als kurz darauf ein großes, zweibeiniges, vogelartiges Wesen plötzlich die Brücke betrat war klar, dass wir nicht nur Romulaner gerettet hatten.
Der Captain hat uns für den Moment nicht informiert, allerdings scheint sich diese Rasse “Kalseri” zu nennen und von einigen Romulanern belagert zu werden.
Die Sternenflotte schickte eine Taskforce von sechs Schiffen unter Führung der U.S.S. Gagarin, welche etwa zwei Stunden später eintreffen sollte… zwei Stunden zu spät wie sich heraus stellte.
Kaum war unsere Kalseri Gast wieder in seinem Quartier kehrte der Romulaner Captain auf die Brücke zurück - mit einem Phaser in der Hand und einem bewusstlosen Sicherheitsoffizier im Schlepptau.
Wenig später enttarnten sich zwei Warbirds vor uns… mitten in Föderationsraum. Captain Seklom wollte das Schiff - er wusste dass es ein Prototyp war und arbeitete möglicherweise mit “Admiral Kayleigh” zusammen - und die Kalseri, im Gegenzug versprach er uns wir dürfte den Rest unserer Leben in einem “modernen” Arbeitslager der Romulaner verbringen.
Captain Paris kooperierte, allerdings gelang es Lieutenant McNally vom Maschinenraum aus mehrere codierte Nachrichten an mich zu senden. Wir koordinierten unsere Schritte, bis sie nach einer kurzen Warnung an uns schließlich den Schub umzukehrte, sodass das gesamte Schiff erzitterte und Lieutenant Callaghan den Romulaner entwaffnen und neutralisieren konnte.
Weitere Romulaner im Maschinenraum und - seltsamerweise - an der Krankenstation konnten von Lieutenant Callaghan und anderen wenig später neutralisiert werden.
Nach ihrer Verletzung am Handgelenk zu urteilen konnte Lieutenant McNally offenbar bereits ihre Selbstverteidigungskenntnisse einsetzen.

Das Schiff war zwar gesichert, aber es blieb noch ein - oder eher zwei - größere Probleme. Die Warbirds forderten einen Statusbericht an. Und unsere Taskforce war noch fast eine Stunde entfernt.
Captain Paris versuchte sein Bestes zu bluffen, aber die Situation erschien ausweglos...ehe plötzlich eine Salve von Plasmatorpedos den Bildschirm erhellte und die beiden Schiffe sich tarnten und verschwanden.
Die IRW Areei war im System eingetroffen und offenbar noch dem Romulanischen Imperium und der Allianz gegenüber loyal.
Nach einer kurzen Verhandlung und einigen Sekunden, in denen wir nicht wussten ob wir ihnen trauen können oder nicht beamten sie schließlich alle romulanischen Gefangenen an Bord ihres Schiffes - und nicht wie befürchtet jemand Neues an Bord.
Die Areei wird im System bleiben, bis unsere Taskforce eintritt.
Allerdings hatte der Commander nicht nur gute Nachrichten… der Tal’Shiar hatten eine beispiellose Wiederauferstehung im Romulanischen Imperium erlebt und fast ein Drittel der Romulaner schienen diesen inzwischen zu unterstützen - und es werden täglich mehr.
Militär und Senat sind der Allianz gegenüber noch loyal, aber es war nur eine Frage der Zeit bis sich das ändern würde.

Die Klingonen hatten Kler’Q, die Romulaner den Tal’Shiar...es schien die Grenzen zwischen Verbündetenen und Feinden waren zu Hause noch unklarer als im Gamma-Quadranten.
Zumindest schien die Situation für den Moment geklärt...Lieutenant McNally begab sich für weitere Behandlungen auf die Krankenstation und wir begannen über verbesserte Sicherheitsmaßnahmen für die Zukunft nachzudenken.
Einer Zukunft, in der wir ehemaligen Verbündeten nicht mehr trauen konnten. Einer Zukunft, in der wir angesichts von Admiral Rayleigh und ähnlichen Zwischenfällen vielleicht nicht einmal der Sternenflotte trauen konnten.
Umso wichtiger war es, dass wir uns untereinander vertrauten. Uns aufeinander verlassen konnten.
Lieutenant McNally hatte dieses Schiff und die Crew heute gerettet. Ohne sie wäre dieser Prototyp jetzt in den Händen der Romulaner und wir alle auf dem Weg in ein romulanisches Arbeitslager.

Der Tag hatte ein gutes Ende genommen...so schien es jedenfalls.
Dann jedoch kam der panische Ruf von Doktor Vadiye. Sie hatte über Jahre Phage-Opfer behandelt, hatte schon mit Tholianern und Adrian Chase zu tun...niemand brachte sie so leicht aus der Fassung.
Sekunden später brach der Kontakt zur Krankenstation ab. Wir haben keine Ahnung was dort unten vor sich geht.
Lieutenant Callaghan und sein Team sind auf dem Weg...ich hoffe sie sind nicht zu spät.
Ich hoffe ich werde bald…*Tür öffnet sich und Führungsoffiziere kommen herein*

Computer, Log beenden

=C= Log Ende.

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

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24

Monday, March 4th 2019, 1:58am

Persönliches Computerlogbuch
Leitender OPS-Offizier der U.S.S. Saratoga
Lieutenant Lexa Griffin

Licht und Schatten. Yin und Yang. Krieg und Frieden. Gut und böse. Es gibt unzählige Beispiele, wie jede Geschichte, jede Zivilisation, jede Situation zwei Seiten hat. Wie die Natur, das Schicksal oder wie auch immer wir es nennen wollen versucht eine Balance zu finden. Unsere Einstellungen und wie wir diese Ereignisse deuten prägen uns, vielleicht mehr als alles andere.
Konzentrieren wir uns auf die positiven Seiten, schauen hoffnungsvoll in die Zukunft?
Sehen wir nur die negativen Seiten, misstrauen allem und jedem, sind übervorsichtig?
Oder sehen wir beide Seiten, versuchen wir selbst diese Balance zu finden?

Heute war einer der Tage, die demonstriert haben wie wichtig es ist die richtige Einstellung zu haben. Ein Tag voller Enttäuschungen, voller schwieriger Entscheidungen, aber auch ein Tag mit Anzeichen von Hoffnung.
Vor allem ein Tag, der die Crew in jeder Hinsicht auf die Probe gestellt hat. Und ich habe die Befürchtung, dass der heutige Tag für uns alle nur ein Anfang für eine schwierige Zeit sein wird. Vielleicht aber auch der Tag, an dem wir anfangen als eine Crew zusammenzuwachsen und gemeinsam mit unseren Herausforderungen zu wachsen. Es waren große Herausforderungen.

Warum? Oh, wo soll ich anfangen? Wir haben Crewmitglieder, einen Warpkern, unsere Prototyp Ingenieurin und die Crew ihre Moral verloren.
Jetzt ist ein Admiral auf dem Weg hierher, der möglicherweise weitreichende Änderungen verkünden wird.
Und genau so setzte sich der Tag heute nach meinem letzten Logbucheintrag auch fort. Nicht nur erhielten wir weiterhin keine Antwort von der Krankenstation, sondern es schien als könnte der Eindringling unsere Sensoren manipulieren. Wir konnten ihn nicht registrieren geschweige denn mit dem Transporter erfassen.
So blieben uns nur die panischen Rufe verletzter Crewmitglieder, um herauszufinden wo unser Eindringling gerade sein Unwesen trieb.
Wir errichteten Notfallkraftfelder und schlossen Sicherheitstüren in allen wichtigen Kommandobereichen, ehe klar wurde was das Ziel des Klingonen war… der Maschinenraum.
Camina und Lieutenant McNally hatten sich hinter einer Schutztür verbunkert, während Commander Mowraq, Lieutenant Callaghan und mehrere Sicherheitsteams versuchten den Klingonen in Schach zu halten.

Es gelang mir gerade rechtzeitig einen visuellen Kontakt zum Maschinenraum herzustellen, um mit der restlichen Brückencrew zu sehen, dass weder Phaserfeuer, noch Messer oder Nahkampfangriffe dem Eindringling irgendeine Reaktion geschweige denn Schaden zufügen konnten.
Es war hoffnungslos. Was auch immer dieses Ding war, es zerlegte unser Schiff und unsere Crew. Die Sicherheit zog sich letztlich zurück und versuchte dem Maschinenraum die Luft zu entziehen… allerdings wurden vorher alle Konsolen von diesem Ding zerstört, sodass der Plan schnell kollabierte.
Es blieb uns nichts Anderes übrig als taten- und hilflos mitanzusehen, wie der Eindringling das Sicherheitsschott langsam aufschob, Lieutenant McNally packte und begann sie hinter sich herzuziehen.
Wenig später gelang es uns zum Glück Camina und Lieutenant McNally zu erfassen und beide in Sicherheit zu beamen.
Trotz der Tatsache, dass sie zitterte und offensichtlich schwerer verletzt war weigerte sich McNally auf die Krankenstation zu beamen. Stattdessen nahm sie ihre Station ein und begann an einer Lösung zu arbeiten.
Es war ein Moment, der mir im Nachhinein Hoffnung für die Zukunft gibt.
Etwas, dass andere heute übersehen haben mögen… aber sie ist deutlich tougher als die meisten denken. Vielleicht wird sie uns alle noch überraschen.

Ohne Lieutenant McNally - oder andere Crewmitglieder - in der näheren Umgebung und eingesperrt im Maschinenraum begann unser Gast kurz darauf den Warpkern anzugreifen.
Mit welchem Ziel ist bis jetzt noch immer unklar, allerdings drohte ein Kernbruch und die Vernichtung der Saratoga. Ich versuchte die Ummandlung des Kerns mit Plasma und elektrischer Energie zu überladen um den Eindrinling damit möglicherweise außer Gefecht setzen zu können… allerdings meldete Lieutenant McNally direkt Protest an.
Wie sich schnell herausstellte hatte sie Recht. Ich hatte nicht nur die Ummandlung des Kerns überladen, sondern auch den Kern selber… ein Kernbruch stand nun unmittelbar bevor.
Commander Mowraq und die Sicherheit konnten nichts weiter ausrichten und der Kern begann zu überladen… als Lieutenant McNally genau das in einem genialen Plan ausnutzte.
Es waren hektische, angespannte Momente, in denen uns nichts Anderes blieb als Lieutenant McNally zu vertrauen und zu hoffen, dass es nicht unsere letzten Momente waren. Wir ließen den Kern überladen und starteten wenige Sekunden vor dem Bruch einen Notfallausstoß. Der Warpkern wurde gemeinsam mit dem Klingonen in’s All geschossen, wir gingen auf Impuls und der Kern explodierte wenige Sekunden später.

Die anschließende Schockwelle verursachte angesichts der aktiven Schilde glücklicherweise nur minimale Schäden.
Während die Ingenieurscrew umgehend mit der Installation unseres Ersatzkerns begann - einer der großen Vorteile auf einem Prototypen mit neuem Antrieb zu dienen - rätselten wir alle was genau wir da gerade in’s All gepustet und mit unserer Kernexplosion getötet hatten.
Commander Mowraq konnte bestätigen, dass der Klingone “über Bord” gegangen war und er noch nie etwas mit einer solchen Kraft und Ausdauer gesehen hatte.
Das hatte niemand von uns. Das heißt… fast niemand.
Ich sollte es langsam besser wissen. Während wir alle komplett im Dunkeln tappten erklärte Tabby uns wie selbstverständlich, dass es sich bei dem Eindringling um einen klingonischen Augment handelte - das heißt sie sprach mit sich selbst und wir konnten zufällig zuhören.
Offenbar - natürlich - hat sie diesen Augment bereits ausführlich studiert, bevor er begonnen hatte uns anzugreifen.
Allem Anschein nach wurde der Klingone in einer Cryo Kammer auf dem romulanischen Schiff, welches wir vor kurzem geborgen hatten, gehalten und wir beamten seine Kammer mit den Überlebenden zusammen an Bord.
Dort hatte Tabby eine erste Untersuchung gestartet, als das Wesen plötzlich aufwachte und seinen Amoklauf durch das Schiff begann.

Ob die Romulaner diesen Augment gezüchtet hatten und ihn für ihre Pläne absichtlich mit an Bord geholt haben, ihn selbst nur gefunden haben oder vielleicht etwas ganz Anderes dahinter steckt...wir wissen es nicht. Tabby jedenfalls war überzeugt davon, dass wir es “bestimmt” selbst herausfinden würden und verschwand für weitere Untersuchungen - und um ihr Leben zu “genießen” - von der Brücke.
Es sind Momente wie dieser in denen sie mich auch heute noch irritiert.
Uns blieb allerdings nicht viel Zeit über diese Erkenntnisse nachzudenken, denn die Areei erwartete einen Bericht.
Außerdem waren die U.S.S. Gagarin und der Rest der Taskforce eingetroffen und der Captain wollte an Bord beamen. Eine Captain Kate Ashmore… offenbar kannten sie und Captain Paris sich.
Gemeinsam mit dem romulanischen Commander der Areei brieften die beiden Captains uns dann über ihre Pläne.

Captain Ashmore hatte gute Nachrichten: die Allianz hatte nach langen Beratungen beschlossen, der Bitte von Premierminister Oulx nachzukommen und den Kalseri zu helfen - allerdings gab es da einen Haken.
Unser Auftrag war mehr über die Situation in Erfahrung zu bringen, Hilfsgüter zu liefern und eine diplomatische Lösung zu finden.
Außerdem hatten wir eindeutige Befehle, uns beim ersten Zeichen eines Gefechts zurückzuziehen.
Wir alle wussten, dass es keine diplomatische Lösung mit dem Tal’Shiar geben würde. Jedenfalls keine, für die nicht irgendjemand teuer bezahlen müsste.
Und doch hatten wir keine Wahl, wir mussten es zumindest versuchen. Sobald unser neuer Warpantrieb installiert war, würden wir aufbrechen - als Schiff mit “geschwächten Ressourcen” auf das andere eventuell “Rücksicht” nehmen müssten würde die Saratoga das Kommando über die Flotte übernehmen.
Falls Captain Paris sich davon angegriffen fühlte ließ er sich das nicht anmerken.
Wir hatten außerdem aktuelle Aufklärungsdaten von Commander Varell, dem Captain der Areei, erhalten.

Der Tal’Shiar hatte fast 60 Warbirds im Orbit stationiert, außerdem ein dutzend Orbitalplattformen und Stationen sowie Anlagen auf der Oberfläche… sollte es zu einem Gefecht kommen und wir trotz anders lautender Befehle einen Kampf riskieren… wir wären eindeutig unterlegen.
Captain Ashmore und Commander Varell kehrten nach dem Briefing auf ihre Schiffe zurück, während Captain Paris den dankbaren, aber auch besorgten Minister informierte.
Als ich das Gespräch zwischen Captain Paris und Minister Oulx verfolgte und den zitternden Minister betrachtete kam mir eine Idee, wie sich mein Plan für eine Waffe gegen weitere Augments eventuell doch noch umsetzen ließe.
Ich bat Commander Mowraq um Erlaubnis im Wissenschaftslabor daran zu arbeiten, während die Ingenieure den Warpantrieb bereit machten. Ich hatte wenig Hoffnung, dass er meinen Antrag genehmigen würden, aber ich musste es versuchen.
Zu meiner großen Überraschung gestattete er mir nicht nur das weitere Studieren der Daten, sondern begleitete mich sogar.
Es dauerte eine Weile - fast bis zum Erreichen der Kalseri Heimatwelt - aber letztlich gelang es mir einen mobilen Prototyp zu entwickeln.
Theoretisch sollte dieser Prototyp in der Lage sein mit genügend Energie jedes biologische Lebewesen kurzzeitig außer Gefecht zu setzen. Ich spürte allerdings schnell, dass zuviel Energie einen weiteren - unerwünschten - Effekt hatte… ich erhielt selber einen Schlag.
Meine Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber für einen ersten Prototyp war es vielversprechend.
Sollten wir jemals wieder einem solchen Augment begegnen ich werde bereit sein. Auch wenn ich hoffe, dass es soweit nie kommen wird.

Außerdem machte Commander Mowraq eine Entdeckung. Der Augment war anscheinend einmal ein alter Bekannter von ihm gewesen, dessen Schiff IKS Bekh wurde seit einem Jahr nach einem Angriff nahe der romulanischen Grenze vermisst.
Möglich, dass die Romulaner die Crew entführt und für Augment Experimente genutzt haben.
Genauso möglich, dass das Verschwinden vorgetäuscht und diese Klingonen in Wahrheit mit dem Tal’Shiar zusammenarbeiten. Sobald es die Zeit zulässt werden wir weitere Nachforschungen anstellen müssen.
Uns wurde beim Rekonstruieren der Abläufe auch klar, was das Ziel des Augments war… Lieutenant McNally.
Sie war noch wichtiger, in noch größerer Gefahr als wir gedacht hatten.
Zumindest gab es für den Moment keinerlei Anzeichen, dass weitere Augments erfolgreich gezüchtet werden konnten.

Commander Mowraq wurde wenig später auf die Brücke gerufen, während ich letzte Arbeiten an meinem Prototypen vornahm und mir selbst noch ein paar Schocks versetzte.
Ich lagerte den Prototypen anschließend sicher ein und kehrte auf die Brücke zurück.
Während meiner Abwesenheit hatte sich viel getan. Wir hatten das System der Kalseri erreicht und der Admiral der Tal’Shiar Flotte war zu Verhandlungen an Bord gebeamt.
Ich kriegte gerade noch mit, wie Captain Paris und Commander Mowraq ihre Strategie besprachen als mehr als die Hälfte der romulanischen Schiffe das System verließen.

Offenbar war eine Lösung gefunden worden… die Romulaner würden das System verlassen, im Gegenzug würden wir ihnen alle Daten über diesen Augment überlassen und aus unserem System löschen.
Natürlich wurden vorher einige Sicherheitskopien gemacht, allerdings mit genug Aufwand, dass der Admiral das beim Kontrollieren nicht sofort feststellen konnte.
Da war allerdings noch ein Preis. Im Gegenzug für die Leben und Freiheit von über 400 Millionen Kalseri verlangte der Tal’Shiar die Herausgabe einer einzigen Person.
Was mathematisch nach einem sehr profitablen Austausch klang war in der Realität alles andere als einfach.
Nicht nur wollte der Admiral ein Crewmitglied haben, nein er wollte Lieutenant McNally.
Es war eine Sache ein Leben gegen 400 Millionen zu tauschen wenn dieses Leben jemand unbekanntes war. Es war eine ganz andere Sache, wenn es um ein Crewmitglied ging. Und um eine Rasse, die wir vor wenigen Tagen nicht einmal kannten.
Es war eine Frage, die wohl jeden Captain beschäftigt hatte, die jeder Akademiekadett dutzende Male beantwortet hat. Waren wir bereit die wenigen - oder eine einzelne - zu opfern um die vielen zu retten?
In der Theorie war die Antwort - insbesondere die erwartete Antwort in der Akademie - eindeutig und einfach.Ich hatte die Akademie abgeschlossen, hatte in jeder Diskussion argumentiert, dass es in einer solche Situation überhaupt nichts zu diskutieren gäbe. Hier draußen jedoch... Wäre ich bereit gewesen Tabby zu opfern um 400 Millionen Vögel zu retten? Hätte ich eine solche Entscheidung jemals treffen können?
Ich bezweifle es. Eher hätte ich mich selbst geopfert. Zum ersten Mal konnte ich für einen Moment Lieutenant Callaghan und seine Proteste gegen die Entscheidung von Captain Paris verstehen.
Bei Lieutenant McNally kam ein weiteres Problem dazu. Nicht nur war sie unsere Kollegin und Captain Paris hatte geschworen sie zu schützen… sie war die Entwicklerin dieses Prototyps, eine der größten Hoffnungen der Föderation.

Und dennoch standen auf der anderen Seite 400 Millionen Leben. Von außen und gerade im Nachhinein ist es immer einfach zu sagen wir hätten eine andere Lösung finden können, in diesem Moment schien das ausweglos.
Captain Paris willigte - zugegeben, deutlich zu schnell und ohne auch nur eine andere Lösung zu suchen - ein und überließ nach einem kurzen Gespräch zwischen ihm, McNally und Lieutenant Callaghan dem romulanischen Admiral unsere Chefingenieurin.
Der Admiral bedankte und beamte mit McNally davon - außerdem nahm er auch Minister Oulx mit.
Während wir noch versuchten einen Kanal zu öffnen und den Minister zurückzubeamen, tarnte sich das Schiff des Admirals und die verbliebenen romulanischen Schiffe eröffneten das Feuer.
Die beiden romulanischen Schiffe auf unserer Seite enttarnten sich und feuerten zurück, während unsere Flotte sich zurückhielt. Captain Ashmore erinnerte an unsere Befehle sich beim ersten Anzeichen von Gefecht zurückzuziehen.
Als niemand auch nur Anschein machte auf Warp gehen zu wollen begannen die Gagarin und die anderen Schiffe ebenfalls auf die Tal’Shiar Flotte zu feuern.

Wir waren 22 zu neun unterlegen, dennoch gelang es uns fast zehn Schiffe zu zerstören, ehe die Romulaner die nächste Phase ihres Angriffes einleiteten und die Selbstzerstörung ihrer riesigen orbitalen Anlagen starteten.
Ohne planetares Verteididungsgitter und mit minimaler Atmosphäre würden die Trümmer einer solche Zerstörung die Kalseri Heimatwelt verwüsten.
Wir konzentrierten unser Feuer also auf die Trümmer der Stationen und konnten gerade so alle größeren Trümmer abfangen.
Der Rest stellte keine Gefahr mehr da. Der Tal’Shiar hatte seine Ziele anscheinend erreicht, denn wenig später tarnten sich die verbliebenden Schiffe und gingen auf Warp.
Vorher allerdings gelang es der Areei allerdings noch in einem Kamikaze Manöver das Flaggschiff des Tal’Shiar zu vernichten.
Der Großteil der Crew wurde auf die Gagarin gebeamt, Commander Varell und ein dutzend weiterer Romulaner gaben allerdings ihr Leben um das Flaggschiff zu vernichten.
Wir werden sie und ihr Opfer nicht vergessen. Es passte zu diesem Tag, dass ausgerechnet Romulaner die Helden waren im Kampf gegen...Romulaner.

Die Kalseri Heimatwelt war sicher und wir erhielten wenig später eine Audionachricht von der Oberfläche, in der die Kalseri sich für unsere Hilfe bedankten und verkündeten, dass sie nun mit dem Wiederaufbau ihrer Welt beginnen würden.

Die Saratoga und der Rest der Taskforce hatten nur minimale Schäden erlitten. Und auch wenn wir am Ende die Kalseri retten und den Tal’Shiar vertreiben konnten… wir hatten Befehle missachtet. Die Sternenflotte schickte entsprechend einen Admiral, der in wenigen Tagen eintreffen soll.
Bis dahin haben wir und die restlichen Schiffe Befehl Position im System zu halten und weitere Bedrohungen abzufangen.
Wir haben die Warpspur des Schiffes, welches Admiral Cherae und seine Gefangengen transportiert verloren. McNally und der Minister könnten überall sein. Wir werden nicht aufgeben sie zu finden, aber für den Moment haben wir nichts.
Auf der Brücke entstand schnell eine aufgebrachte Diskussion. Es war eindeutig, dass sowohl Lieutenant Callaghan als auch Lieutenant Keller nicht mit der Entscheidung des Captains einverstanden waren.
Während bei Lieutenant Callaghan emotionale Gründe eine Rolle spielen mögen - wie könnten sie nicht? - hatte er gute Argumente. Wir hatten den Romulanern nicht nur eines unserer Crewmitglieder ausgeliefert, sondern auch eine unserer neuesten Technologien.
Und während Captain Paris immer wieder davon redete, dass all das auch eine “Gelegenheit” sein könnte und Lieutenant McNally selbst Informationen sammeln könnte… ich bin mir nicht sicher, ob er das selbst auch nur für eine Sekunde glaubt.
Sich das alles nicht nur einredet, um seine Entscheidung rechtfertigen und damit leben zu können.

Die Wahrheit war...Lieutenant Callaghan, Captain Georgiou, Commander Mowraq. Es gab Personen, denen ich zutrauen würde selbst aus dieser Situation noch das Beste zu machen. Selbst als Gefangener Informationen zu sammeln ohne selbst zuviel preiszugeben oder sich in Gefahr zu begeben.
Lieutenant McNally jedoch zuckte schon zusammen, wenn man sie schief ansah. Sie war intelligent, kreativ, talentiert… ich weiß allerdings nicht wie sie mit den Verhörmethoden des Tal’Shiar klarkommen wird. Ich möchte auch nicht darüber nachdenken müssen.
Aber genau das muss ich. Lieutenant McNally hatte uns allen heute bereits das zweite, ja das dritte Mal das Leben gerettet und es war an der Zeit dass wir das wieder gutmachten.
Und das würden wir.
Für den Moment hatten wir alle Hände voll damit zu tun eine offene Meuterei zu verhindern.
Lieutenant Keller’s Proteste wurden immer lauter, bis sie schließlich das Gespräch zwischen Captain Paris und Captain Ashmore mit einem lauten “Sie sind ein Idiot” unterbrach und sich auch sonst komplett respektlos verhielt.
Sie wurde letztlich von der Brücke verwiesen, aber ich hatte das Gefühl das war erst der Anfang - zurecht wie ich bald lernen sollte.

Für den Moment gab es wenigstens kleinere Lichtblicke. Nicht nur hatte keines der Sternenflottenschiffe Verluste zu beklagen, auch kam der Großteil der Crew der Areei sicher auf der Gagarin an.
Unter diesen Crewmitgliedern war auch ein weiblicher Mensch… eine Zivilistin.
Sie war die Frau von Commander Varell und beide hatten ein gemeinsames Kind, das nun zumindest nicht komplett ohne Eltern aufwachsen würde.

Kurz darauf endete die Schicht und die Brücke wurde leergefegt. Da wir für den Moment gemeinsam mit sechs anderen Schiffen Position im Orbit hielten gab es keinen Grund für eine dauerhafte Wache auf der Brücke, sodass nur Captain Paris, Tabby und ich zurückblieben.
Tabby...ich hatte mir solche Sorgen gemacht als ich hörte dass die Krankenstation angegriffen wurde. Und in all dem Chaos heute kam ich nicht einmal dazu sie auch nur zu fragen wie es ihr ging - nicht dass ich mit einer ehrlichen oder gar hilfreichen Antwort gerechnet hätte. Sie schien jedenfalls unverändert und weiter in ihre Forschung vertieft. Als Captain Paris wenig später auf die Krankenstation gerufen wurde… meine Chance war gekommen.
Ehe ich jedoch irgendwas sagen oder tun konnte hörte ich von Tabby schon wie froh sie war ihr “Date” mit dem Augment überlebt zu haben und dass ihr ihr Leben momentan gefallen würde.
Natürlich wusste ich, dass ein solches Statement - gerade an einem Tag wie heute mit Tal’Shiar und klingonischen Augments - mehr auf ihre Forschungen als auf mich bezogen war, aber es fühlte sich dennoch gut an.
Und was ihr Date anging… sie wusste genau wie sie mit mir reden musste, um möglichst nicht über die Geschehnisse sprechen zu müssen.

Umso überraschter war ich als sie freiwillig ihre Nackenschmerzen seit ihrem Fliegen durch die Gänge - oder eher ihre Enttäuschung darüber - zum Ausdruck brachte. Vor nicht allzulanger Zeit wäre es unmöglich gewesen einen solchen Satz aus ihr herauszubekommen wenn es um ihren eigenen Zustand ging.
Sie hatte sich tatsächlich verändert. In jeder Hinsicht positiv verändert. Es war minimal und es waren Dinge, die anderen wohl nicht einmal auffallen würde, aber ich war stolz auf sie.
Ich begann instinktiv ihren Rücken und Nacken abzutasten, ehe mir bewusst wurde, dass ich keine Ärztin war und so oder so nichts finden würde.
Stattdessen lud Tabby mich zur Teilnahme an einem Experiment auf der Brücke ein und da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Nach dem heutigen Tag, nach all den schwierigen Entscheidungen und Verlusten die wir verkraften mussten… wir hatten uns eine Pause verdient. Es mag an all der plötzlich abfallenden Anspannung und Sorgen gelegen haben, es mag am Captain’s Chair gelegen haben oder vielleicht auch einfach nur am Reiz der Brücke und der Tatsache, dass jederzeit jemand hätte hereinkommen können, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Und nach den letzten Wochen habe ich da sehr… hohe Maßstäbe.

Kaum hatten wir unsere Uniformen wieder angelegt hörten wir plötzlich den Turbolift… Tabby schaffte es natürlich noch rechtzeitig in den Jeffriesröhren zu verschwinden, ehe Lieutenant Keller auftauchte.
Diese war - in diesem Fall und für mich - glücklicherweise immer noch so geladen, dass sie weder meine verschwitzten Haare noch “meine” blaue Uniform oder die Tatsache, dass ich unter dem Stuhl des Captains nach meinem Kommunikator suchte irgendwie in Frage stellte.
Stattdessen erhielt ich einen Vortrag über den Blick von Lieutenant Callaghan, über die “Tatsache”, dass wohl jeder an Bord froh wäre Captain Paris und Commander Mowraq loszuwerden.
Außerdem hatte sie eine verschlüsselte Nachricht an den Admiral geschickt und eine offizielle Beschwerde mitsamt einer Beschreibung der Vorfälle eingereicht.
Angesichts ihrer Aufregung und der Art wie sie zuvor mit dem Captain gesprochen hatte...ich glaube diese Beschwerde möchte ich nicht sehen.
Wir diskutierten noch kurz “richtige” und “falsche” Entscheidungen, ehe ich mich in mein Quartier zurückzog.

Diese Balance zwischen positiv und negativ, die Einstellung dazu von der ich zuvor gesprochen habe?
Nach unseren, nach meinen Erfahrungen in den letzten Monaten hätte ich allen Grund nur das Negative zu sehen.
Nur den Tod von zwei Crewmitgliedern der Saratoga, 200 Romulanern der Areei und Shayar und den Verlust von Lieutenant McNally, unserer Prototyptechnologie und Minister Oulx.
In dieser Einstellung hätten wir vielleicht 400 Millionen Wesen gerettet, allerdings 400 Millionen Wesen die für die Föderation in naher Zukunft keine Rolle spielen würden.
Sie waren primitiv, hatte keinen Waffen, nur ein handvoll Schiffe und wenig Interesse daran Kontakt mit mehreren herzustellen.
Und wir haben diese Crew zerrüttet, vielleicht irreparabel. Wir haben Befehle missachtet und könnten alle vor’s Kriegsgericht gestelt werden.

Ich nehme all das wahr. Ich werde alle, die heute ihr Leben für uns gelassen haben in Erinnerungen behalten. Aber heute entscheide ich bewusst das Positive zu sehen. Wir haben 400 Millionen Kalseri gerettet. Wir haben einen unverwundbaren klingonischen Augment vernichtet. Und wir haben weder Lieutenant McNally noch den Minister noch unsere Technologie verloren. Wir werden sie finden und wir werden sie retten. Das steht für mich außer Frage.
Das hier ist noch nicht vorbei. Admiral Cherae mag sich jetzt in Sicherheit fühlen, er wird jedoch schon bald merken, dass er sich hier mit der falschen Crew angelegt hat.
Wir werden die Konflikte in der Crew beseitigen, Lieutenant McNally finden und retten, Dann werden wir die letzte Schritte ihres Traums von diesem neuen Antrieb bewältigen. Gemeinsam. Und ich bin mir sicher, dass Lieutenant Callaghan sie gut vorbereitet hat.

Gyon op las, Lindsey McNally.

=/\= Log Ende

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

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25

Sunday, March 17th 2019, 11:58pm

Deck 3 der I.S.S. Nyx, unbekannter Sektor, Spiegeluniversum:


Lieutenant Lexa Griffin wird in einen dunklen Raum geführt, zu Boden geworfen und ein Kraftfeld wird aktiviert. Die Wachen verlassen den Raum und verriegeln die Tür.
Sie versucht ihren Kommunikator zu aktivieren, merkt allerdings schnell dass dieser entfernt wurde. Stattdessen greift sie nach einem implantierten Chip in ihrem Arm…


“Ortungssignal… deaktiviert. Komm-System… deaktivert. Diese Terraner sind effizient. Sie wussten genau was sie zu tun hatten. Sie konnten den Chip nicht entfernen ohne einen Alarm auszulösen, also wurden nur die wichtigsten Funktionen geblockt.
Zumindest das Aufnahmemodul funktioniert noch.
Woher wussten sie überhaupt von diesem Notfallchip? Irgendjemand an Bord der Saratoga muss sie informiert haben. Irgendjemand arbeitet…ich kann das nicht aussprechen *sie atmet tief durch und beginnt den Raum zu untersuchen*
15, vielleicht 20 Meter breit. Weniger als drei Meter hoch. Mehrere mit Kraftfeldern gesicherte Zellen. Symbole des Spiegeluniversums. Und wir bewegen uns… das hier muss ein terranisches Schiff sein.
Aber warum bin ich hier? Und wie kam ich hierher?
Der Tag fing normal an… eine Allianz Taskforce hatte das Kalseri System gesichert und das Schiff des Admirals - Admiral Rachel Nechayev wie ich später erfahren sollte - war noch mehr als eine Stunde entfernt… also ging ich in’s Wissenschaftslabor um an meinem Prototypen weiterzuarbeiten.
Scout Hawkins wartete dort bereits, realisierte aber schnell, dass ich meine Ruhe brauchte und machte sich auf den Weg um Getränke zu holen… der doppelte Raktajino klang jetzt sehr gut.
Überhaupt irgendein Getränk, irgendeine Nahrung *wischt sich Blut von den Lippen*. Das hatte ich damit nicht im Sinn.
Die Tür des Labors war kaum geschlossen da sah ich auf einmal eine flimmernde Spalte… ehe ich wusste was passiert wurde ich hineingezogen und kam… hier an.
Nach allem was ich gehört und gesehen habe scheint “der Plan erfolgreich” gewesen zu sein. Die Terraner wollten mich also gefangen genehmen. Und es war immer die Rede von Commander Heshop, die bald zurückkehren würde.
Das konnte nur eines heißen… ich wurde an Bord der Saratoga ersetzt. Ich weiß nicht mit welchen Absichten, aber es konnte nichts Gutes sein.
Ich muss einen Weg finden zu entkommen und die Crew zu warnen. Es gibt nur einen Grund wieso die Terraner einen solchen Angriff riskieren würden.
Sie wollten die Technologie der Saratoga. Und sie würden sich dabei von niemandem aufhalten lassen. Wenn sie dabei noch auf einige...Flüchtige aus ihrem Universum an Bord der Saratoga treffen… ich will mir nicht ausmalen was sie tun würden. Vielleicht kann ich… *

Die Tür öffnet sich, zwei terranische Wachen ziehen Lexa Griffin aus ihrer Zelle und bringen sie in eine Agoniezelle: “Fangen Sie an zu reden, Föderation. Was sind die Pläne der Saratoga? Wie funktioniert dieser Antrieb? Sie, passen Sie den Output der Zelle an. Sie darf noch nicht bewusstlos werden. Ich habe gesagt..” Eine der Wache nimmt seinen Phaser und disintegriert die zweite Wache: “Schwachling. Jetzt werden Sie erleben was Schmerzen wirklich sind”. Er beginnt laut zu lachen und die Agoniezelle neu zu justieren. Lieutenant Lexa Griffin beginnt sich vor Schmerzen zu krümmen und zu schreien


Wenige Stunden später an Bord des gleichen terranischen Schiffes findet ein Gespräch unter zwei terranischen Offizieren statt:

“Wir haben alle Informationen die wir brauchen. Es wird Zeit für die Exekution”

“Exekution? Was sind Sie, ein Vulkanier? Sie haben einen Feind des Terranischen Imperiums vor sich, sie hat die Gnade einer schnellen Exekution nicht verdient”

“Natürlich, Commander. Ich werde….Sir” Der Lieutenant deutet auf die offenstehende und leere Arrestzelle.

“Finden Sie sie! Sofort! Oder Sie dürfen Ihren Platz einnehmen”

Einige Minuten später kriecht Lexa Griffin durch einen Korridor des terranischen Schiffes und hört ein Gespräch zwischen anderen Offizieren mit, eine der Stimmen kommt ihr sehr bekannt vor:

“Sie missverstehen, Grünblut. Wir haben Ihre Tarnung und Ihre Gedächnisscanner entgegengenommen und wissen diese Geste von einer primitiven und unterlegenen Rasse wie Ihrer zu schätzen. Deshalb werden wir Sie heute nicht angreifen. Aber drohen Sie mir noch einmal und ich werde meine Meinung ändern. Übermittle die Daten jetzt.”

“Ausgezeichnet. Wir werden uns sofort an die Arbeit machen. Wir werden Sie informieren sobald wir die Föderation erneut angreifen. Ihre Zeit wird kommen. Lang Lebe das Romulanische Imperium”

“Lang lebe das Imperium. Schließen Sie den Kanal. Lieutenant. Sobald wir die Tarnungsdaten analysiert haben, ändern Sie unsere Comm Frequenzen. Ich kann diese...was war das?”

Lexa Griffin windet sich vor Schmerzen, fällt durch ein offenes Shot aus dem Korridor mitten auf die Brücke und sieht in die Augen von sich selbst:

“Was haben wir denn hier? Lieutenant Hes… Griffin. Ich habe diesen Namen nie gemocht. Sichern Sie dieses Wesen wieder in der Arrestzelle. Sofort! Und ich denke es wird Zeit für ein Gespräch”


Lieutenant Lexa Griffin wird in den folgenden Stunden weiterhin gefoltert und zeitweise von Commander Heshop persönlich befragt.

“Lieutenant? Griffin? Ich hätte nie gedacht, dass jemand mich schon alleine mit seinem Rang und Namen enttäuschen kann. Du hast dieselben Möglichkeiten wie ich… und so wenig daraus gemacht. Tzz tzz. Jämmerlich...”

“Sie sind ein Monster. Sie können nichts und niemandem trauen. Ihre eigene Crew fürchtet sie”

“Und genau so sollte es sein. Clarke Griffin… meine Clarke Griffin. Für eine Zeitlang hätte ich fast denselben Weg eingeschlagen wie du. Aber wenn ich richtig informiert bin haben wir beide eine große Rolle im Tod unserer Clarke Griffin gespielt?”

“Sie haben kein Recht diesen Namen auszusprechen. Und wir werden Sie stoppen”
“Wohl kaum. Zu schade, dass ich bei der Festnahme der Verräterin Johnson unterbrochen wurde. Von einer...Camina? Vielleicht wäre der Tod dieser beiden Motivation genug gewesen uns zu helfen. Deine Emotionen waren schon immer dein größtes Problem, nicht wahr? Diese erbärmlichen Bindungen zu anderen Personen”

“Was auch immer Ihr Ziel ist, Sie werden scheitern. Ich habe Ihnen nichts weiter zu sagen”

“Also schön…. *zu ihren Offizieren* Weitermachen. Aber eines muss dir klar sein. Tabitha Johnson kann nie dasselbe für dich empfinden. Sie sieht dich als nichts Anderes als ihr nächstes Experiment. Sie war dem Imperium einmal genauso treu wie du denkst dass sie dir jetzt ist. Aber sobald sie etwas Neues findet….”

“Sie haben keine Ahnung wovon Sie reden”

“Ich will dir helfen. Diese Schmerzen die du jetzt fühlst… das ist nichts im Gegensatz zu einem gebrochenen Herz, das weißt du besser als jeder andere? Hilf mir und ich werde Johnson und den Rest dieser Crew entfernen. Dich bereinigen. Ich werde dich ein wenig darüber nachdenken lassen. Bis dahin... bereiten Sie die neuen Gedächnisscanner vor. Vielleicht können wir noch mehr Informationen extrahieren”

Kaum hat Commander Heshop das Deck verlassen erscheint plötzlich eine Raumspalte im Raum. Für den Bruchteil einer Sekunde beginnt sie zu lächeln, ehe die Terraner die Agoniezelle verstärken


“Was ist das? Eine Spalte? Sie und Sie, nehmen Sie ihre Waffen! Sichern Sie die andere Seite!”
Zwei Terraner stürmen durch die Spalte. Als einige Zeit keine Antwort zurückkommt werden weitere Terraner hindurch geschickt.
“Ich werde der Gefangenen eines unserer neuen Halsbänder anlegen. Für den Fall.” Der Lieutenant hat das Halsband kaum angelegt und aktiviert, als Griffin schon erfasst und fortgebeamt wird.
“Brücke, wir brauchen hier unten Verstärkung. Die Gefangene wurde weggebeamt und die Föderation hat eine Spalte geöffnet… da kommt etwas durch”
Der Lieutenant fängt reflexartig den hindurch geworfenden Phaser und wird mitsamt des Raumes kurz darauf vaporisiert.
“Hüllenbruch auf Decks 3 und 4. Strukturelle Integrität beeinflusst”


Währenddessen auf der Brücke:

Commander Lexa Heshop hört die Meldung des Computers und greift nach ihrem Fidget Spinner Prototypen.
“Meine Damen und Herren, es war mir manchmal eine Ehre mit Ihnen zu dienen”
Sie aktiviert ihren Prototypen und tötet die gesamte Brückencrew.
“Computer. Protokoll Heshop-12 aktivieren!”
Commander Heshop aktiviert ein letztes Portal und verschwindet, ehe das terranische Schiff auf Befehl zerstört wird.

“Entschuldigen Sie die Störung, aber meine möglichen Zielorte waren begrenzt. Es ist an der Zeit, dass wir persönlich... verhandeln” Sie nimmt ihren Phaser und beginnt zu feuern.
“Jetzt können wir reden. Ungestört…”


Währenddessen auf der U.S.S. Saratoga


Lieutenant Griffin wird nach einer kurzen Konfrontation im Wissenschaftslabor auf die Krankenstation gebeamt und lässt sich ein PADD geben, während das medizinische Team die letzten Vorbereitungen trifft.
Mit schwacher Stimme und unter starken Schmerzen sagt sie zu Doktor Vadiye: “Holen Sie den Captain. Ich muss mit ihm sprechen”
Anschließend beginnt sie einen Text in ihr PADD einzugeben:

“Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. Saratoga:

Ich bin zurück. Ich weiß nicht wie genau aber irgendwie gelang es der Crew der Saratoga mich zu finden und zurückzubeamen. Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben, aber lange… lange hätte ich nicht mehr durchgehalten. Und dass nicht nur wegen der Agoniezelle.
Und ich hätte wissen müssen, dass Lieutenant Hawkins und Camina die beiden sind, die mich retten würden. Nach allem was ich von meinem...teuflischen Doppelgänger gehört habe waren die beiden unter denjenigen, die ihren Plan durchschaut hatten.
Und beide würden nicht locker lassen, ehe sie dieses Problem behoben hatten.
Es tat gut beide zu sehen, wenn auch nur für einen Augenblick. Selbst der Anblick von Commander Mowraq war in diesem Moment eine willkommende Überraschung.
Verständlicherweise richteten alle außer Camina ihre Phaser auf mich und erwarteten eine Antwort. Zu schwach um nachzudenken versuchte ich so gut ich konnte den dreien klarzumachen, dass ich "ich" war und nicht die andere, böse Lexa. Ich hätte nie gedacht das einmal zu sagen, aber in diesem Fall war das Schockhalsband der Terraner meine Rettung... kaum hatte ich meine Zelle verlassen begann dieses mich regelmäßig zu schocken, sodass allen klar wurde, dass sie die richtige Lexa gerettet hatten. Die Anspannung war vorbei und ich sank zu Boden.
In all der Euphorie über meine Rettung realisierte ich nicht einmal wer nicht an dieser Rettung beteili...Captain!”
Sie lässt das PADD fallen und informiert Captain Paris über die komplizierte Kooperation zwischen Terranern und Tal Shiar.
Kurz darauf beginnen Doktor Vadiye und ihr Team die medizinische Behandlung und versetzen Griffin in ein Koma.



Wenige Stunden später, Krankenstation der U.S.S. Saratoga


“Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin, U.S.S. Saratoga
Nachtrag

Drei Seiten. Über 20 verschiedene Verletzungen. Mein medizinischer Bericht liest sich wie eine Obduktion. Ich habe vieles durchgemacht, aber ein solches Martyrium…ich bin bisher davon verschont geblieben.
Und in gewisser Weise habe ich mir all diese Verletzungen selber zugefügt, selbst wenn es ein Doppelgänger aus einem anderen Universum war.
Wenn jemand sie hätte überzeugen können, dass sie den falschen Weg einschlägt dann ich. Ich hätte nicht auf ihre Tricks anspringen sollen und stattdessen versuchen sie auf den richtigen Weg zu bringen.
Ich bin bis heute davon überzeugt, dass niemand komplett böse ist. Wenn wir Captain Georgiou auf unsere Seite bringen konnten, dann muss es mir gelingen können mich selbst zu überzeugen.

Aber wenn ich im Nachhinein über alles was die andere Lexa mir gesagt hat nachdenke… ich fürchte sie hatte Recht * sie sieht sich auf der halbleeren Krankenstation um und schaut traurig zu einem Biobett, das von Personen mit Geschenken und Genesungswünschen umstellt ist*
Meine Emotionen waren, sie sind, mein größtes Problem. Ich habe etwas überlebt das die meisten nie erleben oder sich auch nur vorstellen müssen. Ich bin stärker als jeder andere, als vielleicht sogar ich selbst, gedacht hatte.
Und doch ist mein einziger Gedanke momentan… warum bin ich alleine hier? Hatte ‘Evil Lexa’ Recht und ich war für Tabby nur ein neues Experiment, das bereits beginnt langweilig und zu zeitaufwendig zu werden? Hatte sie mit “Megan” schon eine neue Faszination gefunden?
Hatte ich an Bord wirklich keine Freunde?
So sehr ich versuche diese Gedanken zu verbannen, sie tauchen immer wieder auf. Und ich fürchte dass sie nicht unberechtigt sind.

Ich werde daran arbeiten müssen. Doktor Vadiye hat mir bereits strengstens empfohlen einen Counselor aufzusuchen.
Und dieses Mal werde ich nicht widersprechen. Mein Shuttle zu Sternenbasis 236 startet in wenigen Minuten und ich werde mich dort in freiwillige, langfristige Behandlung begeben.
Ich habe viel aufzuarbeiten.
Bis dahin muss ich niederschreiben was heute passiert ist, vielleicht kann ich so später und in einem besseren gesundheitlichen Zustand wichtige Hinweise finden

Nach meiner Ankunft im Spiegeluniversum und nach meiner dritten Befragungsrunde konnte ich temporär entkommen… leider hatten die Agoniezelle nachwirkende Verletzungen verursacht, sodass ich einen der Frachtkorridore zum Kollabieren brachte und mitten auf der Brücke landete.
Was ich jedoch vorher gelernt hatte… die Terraner hatte eine unbequeme - für beide Seiten - Übereinkunft mit dem Tal Shiar.
Offenbar lieferte der Tal Shiar den Terraner einige neue Tarnsysteme als Geschenk und die Terraner nahmen die Einladung zu Gesprächen an.
Niemand - auf keiner Seite - ist begeistert über diese Allianz, aber der gemeinsame Hass auf die Föderation hält sie für den Moment zusammen.

Ich berichtete dieses sofort Captain Paris, der wiederum die Admirals informierte. Und ich hatte einiges verpasst.
Ehe ich dazu kam dem Captain von einem romulanischen Spion zu berichten erfuhr ich bereits, dass dieser gefunden und getötet wurde.
Lieutenant McNally wird weiterhin vermisst, ansonsten scheint sich die Lage allerdings beruhigt zu haben.
Davon abgesehen scheint in meiner Abwesenheit vor allem an der Suche an mir und Lieutenant McNally gearbeitet worden zu sein, die Berichte meines OPS Ersatzes waren deutlich kürzer als ich gewohnt war - möglicherweise da wir weiterhin Position im Kalseri System hielten.
Die Crew hat Befehl das Schiff weiterhin hinter einem der Monde verborgen zu halten. Die Föderation hat für den Moment mehr Feinde als Freunde und dieses Schiff hatte eine Zielscheibe.
Leider konnte Lieutenant Hawkins mein neues Armband nach der kreativen Entfernung mittels Phasergewehr nicht weiter untersuchen, da sich dieses selbst zerstörte. Wir standen also wieder bei null.

Noch ein Grund mehr für mich dieses Schiff zu verlassen. Ich bin mir sicher Commander Heshop wird erneut versuchen mich auf ihre Seite zu ziehen. Das kann ich, das will ich dieser Crew nicht noch ein zweites Mal antun.
Ich mag alleine in diesem Bett liegen und für diese Crew nur ein Randgedanke in all diesem Chaos sein, für mich gibt es wenig was wichtiger ist.
Wenn ich mit einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung der Sternenflotte mir selbst helfen und die Crew schützen kann… selten ist mir eine Entscheidung so leicht gefallen.

‘Lieutenant Griffin, Ihr Shuttle steht bereit und Doktor Vadiye hat den Transport genehmigt’

Es ist Zeit. Computer, die Nachrichten Alpha und Delta an hinterlegte Personen übermitteln und persönliches Logbuch beenden

=C= Log Ende."

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Lt. Lexa Griffin

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26

Monday, July 1st 2019, 3:24am

Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin:

Drei Tage sind seit der Rückkehr der Saratoga zur Erde und unserer - hoffentlich - vorübergehenden Freistellung vom Dienst vergangen. Angesichts der Tatsache, dass ich mit Tabby auf dem Weg nach Risa bin hält sich mein Ärger über Captain Paris’ Entscheidungen und ihre Konsequenzen momentan allerdings in Grenzen, stattdessen freue ich mich auf ein paar Tage Ruhe und Erholung… oder auch nicht. Wir werden definitiv keine Probleme haben die Zeit rumzubekommen.

Da ich aber weiterhin Offizier der Sternenflotte bin will ich meiner Pflicht natürlich nachkommen und die Ereignisse der letzten Tage dokumentieren.

Nach der überraschenden und freudigen Rückkehr von Lieutenant McNally an Bord der Saratoga blieb uns nicht viel Zeit zum Feiern, ehe Admiral Roth schlechte Nachrichten verkündete.
Die Sternenflotte hatte beschlossen das Antriebsprojekt aufzugeben und die sofortige Rückkehr zur Erde befohlen.
Captain Paris versuchte natürlich noch zu diskutieren und Fragen zu stellen, aber uns allen war klar, dass diese Entscheidung endgültig war. Und dass sie richtig war.
Nicht nur hatten wir in all den Wochen kaum einen Fortschritt gemacht, wichtiger noch hatte McNally gerade ein unglaubliches Trauma durchmachen müssen - an dem niemand von uns unschuldig war - und das letzte was sie jetzt brauchte war noch mehr Leistungsdruck.
Direkt nach Ende des Gesprächs beamte dann natürlich auch noch unsere altbekannte Captain Georgiou an Bord, die sich mit einem gestohlenen Tal’Shiar Shuttle direkt vor uns enttarnt hatte.
Offenbar hatte sie eine neue “Berufung” gefunden und taktische Informationen über die klingonische Rebellion, Kler’Q und über Admiral Roth für uns… was auch immer sie damit andeuten wollte, ich will es nicht wissen.
Scout hatte nicht Unrecht, diese Frau hat ein Talent dafür für ein Zusammenzucken und Schaudern zu sorgen. Schlimm genug, dass ihr die Tempest nicht genug war.
Dann riet sie allerdings Captain Paris dringend mit Lieutenant McNally zu sprechen und für einen Moment dachte ich sie hätte vielleicht einmal keine finsteren Motive.

Georgiou verschwand dann so schnell sie aufgetaucht war und Captain Paris sprach länger mit McNally… und was auch immer er getan hatte, es schien zu wirken. Unser Warpantrieb sprang plötzlich mit einer unglaublichen Beschleunigung an und wenig später konnten die Ingenieure die Vibrationen kompensieren. All das erinnerte mich bald an die ‘Achterbahnen’, die ich auf der Erde erlebt hatte.
Auch die anderen Crewmitglieder auf der Brücke schienen nicht unbedingt gut mit dieser extremen Beschleunigung klarzukommen. Das arme Putzhühnchen.
Kurz darauf erreichten wir dann das Sol System während Lieutenant McNally unter Standing Ovations die Brücke betrat. Ich hatte, nein wir alle hatten, sie wieder einmal unterschätzt und sie hatte das Unmögliche geschafft.
Als ich später erfuhr, dass Camina sie offenbar ermutigt hatte nicht aufgegeben... ich war so stolz auf sie. Und so froh mich in beiden geirrt zu haben. Ste yuj
Während Captain Paris kurz darauf runterbeamte und mit den Admirals sprach begann der Rest von uns unsere Quartiere zu räumen und beamte dann nach und nach von Bord.

Eine Weile später betrat ein sichtlich angezählter Captain Paris die Bar, wo die Crew sich versammelt hatte. Offenbar hatten die Admirals uns eine “Zwangspause” von sechs bis acht Monaten gegeben, andernfalls aber auf Konsequenzen verzichtet.
Was Captain Paris als Erfolg verkaufen wollte, war es nicht. Wir wurden bestraft. Der Antrieb funktioniert, der Test war erfolgreich und wir wurden dennoch bestraft.
Während Lieutenant Keller sich ein langes Wortgefecht mit dem Captain lieferte, beschloss ich meine Zeit effektiver zu nutzen und machte mit der verstörten Camina eine Tour durch die Akademie und das Hauptquartier.
Dann kam mir plötzlich eine Idee. Statt sechs bis acht Monate sauer auf Captain Paris zu sein und auf einen neuen Auftrag zu warten könnte ich diese Zeit für Weiterbildungen nutzen.
Was auch immer als nächstes kommen würde, es konnte nie schaden vorbereitet zu sein, einen Vorteil gegenüber anderen Offizieren zu haben.
Ich studierte die extrem lange Kursliste und legte mich schließlich instinktiv auf einige wissenschaftliche Erweiterungskurse und Kartografie fest.

Nach einem ersten Einstiegskurs und einem Power Nap rief Captain Paris uns dann alle für eine Party in die Akademiebar.
Kaum jemandem von uns war nach feiern zumute, aber Lieutenant McNally hatte eine Feier verdient. Selbst Admiral Nechayev und ihr Hühnchen tauchten kurz auf.
Nach den Berichten von Lieutenant Keller machte ich bei ihr allerdings keinen guten ersten Eindruck und sie warnte mich, dass sie nun meinen Namen kennen würde.
Das konnte nicht gut sein.
Alles woran ich mich noch von der Party erinnern kann ist, dass ich zwei oder drei von Captain’s Georgiou “terranischen Spezialgetränken” - eine Mischung aus Blutwein, andorianischem und romulanischen Ale sowie Tequila - getrunken habe und alles danach ist weg. Genauso wie die Videos von meinen Tanz - und Gesangseinlagen auf den Bartischen. Es ist immer gut Freunde an den richtigen Stellen zu haben.
Nach weiteren Drinks bin ich irgendwann anscheinend von einem der Tische gestürzt und Scout Hawkins rief Tabby um mich abzuholen.

Wenig später wachte ich in einem der Akademie Wissenschaftslabore auf. Tabby war mit irgendeinem Experiment beschäftigt, aber die Konsole direkt vor mir hörte nicht auf zu piepen. Offenbar hatte Doktor Vadiye meinen Unfall gesehen und wollte wissen was sie tun kann, sie schickte sogar ein Rezept für ein Heilungspräparat… Trikrun fehlte wohl ein Enzym um den Alkohol in bestimmten Mischgetränken abzubauen.
Und sie warnte mich etwas panisch vor ProTerra. Ich sollte mir diese Gruppe einmal genauer ansehen.
Wenn sie nur halb so schlimm sind wie Vadiye sie klingen lässt haben wir alle bald ein großes Problem. Also alle, die keine Menschen sind. Vidiianer, Terraner, Andorianer, Vulkanier, Bolianer und auch Trikrun.
Ich bin nicht verwundert, dass solche Gruppen existieren, dass sie allerdings so viele Anhänger mit so dummen Botschaften gewinnen können… ist erschreckend.

Dann jedoch kam Tabby herein und einen Kuss später war alles vergessen. Nachdem wir meine körperliche Fitness gemeinsam getestet hatten und sie meinen Unmut über die Admirals realisierte, schlug sie vor für ein paar Tage Urlaub auf Risa zu machen.
Als ich ihr von meinen wissenschaftlichen Zusatzkurse an der Akademie erzählte und dass ich diese unmöglich schon am zweiten Tag verpassen könnte bot sie an mir beim Lernen zu helfen.
Ich konnte mir keine bessere Lehrerin vorstellen und kurz darauf saßen wir im Shuttle.
Für eine ganze Weile war ich mir absolut sicher dass ich noch komplett betrunken und am halluzinieren vom Alkohol war. Dass Tabby spontan einen Urlaub auf Risa vorschlug, ihre Experimente zurückließ und mir beim Lernen der einfachsten Sachen helfen würde? Nicht nur würde, sondern wollte. Es schien unmöglich.
Dann jedoch kamen wir auf Risa an und das gemeinsame Quartier an der Akademie ist auch schon gemietet.
Ich könnte mich an dieses Leben gewöhnen. In diesem Sinne, vielen Dank Captain Paris, vielen Dank vor allem Admiral Nechayev.

Und hallo Risa. Vielleicht werden diese sechs bis acht Monate doch nicht so schlimm wie gedacht.



*Zwei Monate später*


Persönliches Computer des OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego

“Köennen wir bitte irgendwo hin, wo es ruhig ist? Delta oder Gamma Quadrant vielleicht? Oder gleich eine andere Galaxie?” Es sind Sätze wie dieser, an die wir uns erst im Nachhinein wirklich erinnern.
Sätze die wir überhören und ignorieren ehe sie eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Ich hätte wissen müssen, dass ein Satz wie dieser für die Crew der berühmten San Diego nicht ohne Folgen bleiben würde.

Die Andromeda-Galaxie. Nach Gamma-Quadrant und Proto-Galaxie des Gebieters nun also eine komplett neue Galaxie für die San Diego. Zwei Monate waren vergangen seitdem wir unfreiwillig auf die Erde zurückgekehrt waren. Ich hatte mich langsam auf der Erde eingelebt, hatte neue Freunde gefunden und stand kurz vor dem Abschluss der ersten Zusatzkurse, als plötzlich und ohne Vorwarnung eine Nachricht durch das Gebäude tönte:
“Crew der San Diego, versammeln Sie sich unverzüglich im Auditorium.”
Dort angekommen warteten bereits viele bekannte Gesichter. Scout Hawkins, Taya Vadiye, Camina, Jenny Keller und natürlich auch Tom Paris.
Ansonsten war der Raum größtenteils mit neuen Gesichtern gefüllt und wurde immer voller. Ich nahm meinen festgelegten Platz - was genau sollte hier gleich passieren - ein und wartete. Offiziell hatten wir noch mindestens vier Monate unserer “Bedenkzeit” übrig und Admiral Nechayev’s Gesichtsausdruck nach zu urteilen war sie alles Andere als erfreut über dieses Briefing.

Sie verkündete auch direkt, dass nichts von all dem hier ihre Entscheidung wäre und sie uns unsere vollen sechs Monate “gönnte” - wenn sie wüsste wie gerne ich diese genommen hätte.
Allerdings gäbe es eine Situation und wir würden als Offiziere nun gerufen mit dieser Situation umzugehen.
Dann rief sie einen weiteren Admiral herein…. Admiral Charles Pike. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Octavia auch im Raum war, selbst ohne sie kostete es mich jedoch all meine Kraft nicht aufzuspringen und ihn anzugreifen.
Dieser nomonjoka hatte nicht nur Octavia’s Familie auf dem Gewissen, er war es nicht würdig diese Uniform zu tragen. Oder zu atmen.
Und dann erinnerte ich mich an den Rat, den ich Octavia bei unserem ersten Zusammentreffen gegeben hatte: Frag em op. Em laik won we noumou na hon yu baman in.
Bis heute hatte sie keine Gelegenheit gehabt… ich war froh, dass sie nicht auf mich hörte und Pike reden ließ.

Ausgerechnet dieser Admiral Pike hielt nun also unser Briefing. Sagte uns was wir zu tun und lassen hätten. Wenn ich an ein Konzept wie Karma glaube würde, in diesem Moment hätte ich mich gefragt wieviel ich im Leben falsch gemacht haben. Unser Auftrag jedoch war einfach: wir sollten durch einen Vortex nahe des Ker’rat Systems in die Andromeda-Galaxie fliegen und einen Notruf untersuchen.
Es gab nur zwei kleine Probleme: der Notruf stammte von der U.S.S. Hood, einem Schiff das seit 100 Jahren vermisst wird und spurlos verschwand. Das größere Problem… der Vortex blieb nur für wenige Tage stabil, ehe er für etwa zwei Jahre größtenteils kollabierte und einen Durchflug sowie Kommunikation unmöglich machte.
Wir hatten also drei Tage Zeit um ein seit 100 Jahren vermisstes Schiff in einer komplett unerforschten Galaxie zu finden… oder wir würden dort für mindestens zwei Jahre stranden, ohne jegliche Hilfe.
Erschwerend kam dazu, das Vex-Signaturen in der Andromeda-Galaxie registriert wurden. Während das der Hauptgrund wieso Captain Paris und diese Crew ausgewählt wurden - unserer Zeit mit dem Vex auf Modas war der einzige Kontakt zwischen Föderation und Vex - konnte das mit einem einzigen Schiff auch schnell zu einem Problem werden.

Die Admirals stellten uns dann vor die Wahl und machten klar, dass diese eine freiwillige Mission war. Für einen kurzen Moment zögerte ich.
Ich hatte lange gearbeitet um da zu sein wo ich jetzt bin. Ich hatte Degradierungen und Verluste geliebter Menschen durchgestanden und weitergekämpft. Und ich war zufrieden hier auf der Erde. Die Akademie machte mir Spaß, in wenigen Monaten könnte ich mir ein neues Schiff mitsamt Posten im technischen Bereich aussuchen.
Und Captain Paris, Commander Mowraq… die beiden waren die letzten die meine Loyalität verdient hatten. Dann blinkte jedoch ein kurzes “Ja” auf meinem Bildschirm auf und mir wurde klar, dass es Leute auf der San Diego gab die sich auf mich verließen. Leute, mit denen gemeinsam ich so vieles durchgestanden hatte. Und natürlich war da Tabby. Also blieb ich - genauso wie alle anderen - im Raum.
Pike und Nechayev stellten dann noch einen Andorianer vor, der offensichtlich nicht gerade erfreut über unseren “Umgang” und all der “Zerstörung” der Vex auf Modas war.
Ich begann bereits meine Entscheidung zu überdenken. Da uns nun vier Monate erlassen wurde erhielt Captain Paris außerdem einen Berater zur Seite gestellt, einen Commander Kurland.

Nach einigen letzten Verabschiedungen beamten wir auf die San Diego wo bereits die nächste Überraschung wartete: Abby!
Commander Abigail Griffin, meine Stiefmutter, war mit der Tempest aus dem Gamma-Quadranten zur Erde geflogen um sich dieser Mission anzuschließen.
Ich umarmte sie und wir tauschten einige Geschichten aus, ehe es Zeit wurde die Stationen einzunehmen. Der Flug zum Vortex dauerte einige Stunden und Captain Paris nutzte diese Zeit um sich mit den neuen Crewmitgliedern vertraut zu machen.
Ein Blick auf die Crewliste zeigte, dass wir unter Anderem einen neuen Hangaroffizier und einen “neuen”, alten Chefingenieur haben: “Trip” Tucker war an sein wahres zu Hause zurückgekehrt, auf die San Diego.
Außerdem war da noch der seltsame Andorianer, der den Posten des Chefwissenschaftlers übernahm… auch wenn es nach den letzten Com-Übertragungen wohl eher Tabby ist die da unten das Sagen hat. Nicht, dass ich überrascht wäre.
Abby übernahm die medizinische Abteilung und von Lieutenant Callaghan abgesehen waren auch alle Führungsoffiziere der Saratoga mit auf die San Diego transferiert.

Außerdem hatte die Sternenflotte nach langen Diskussionen MACOs und Sternenflottensicherheit zusammengelegt und Lieutenant Hawkins… Lieutenant Jaesa Hawkins übernahm die Leitung dieser neuen Abteilung, inklusive ihrer Schwester Scout.

Die… neue Ms. Hawkins kam dann wenig später auch auf die Brücke und bat mich um einen Gefallen. Sie sprach von einer MACO, die größere Probleme mit der Sternenflotte hatte und sich weigerte die neue, einheitliche Uniform zu tragen.
Eine “Ms. Blake”. Ich versprach mit Octavia zu sprach und bat Ms. Hawkins bis dahin um etwas Geduld. Es war schwierig genug Octavia dazu bringen jemandem zu vertrauen, erst Recht wenn es um die Sternenflotte ging.
Zufrieden mit meinem Versprechen machte sich Ms. Hawkins auf den Weg ihrer Schwester zurechtzuweisen. Nicht, dass Scout sich das nicht verdient hatte. Der Rest des Tages zeigte dann allerdings, dass Jaesa Hawkins keine Gelegenheit ausließ ihre Schwester offen zu provozieren.
Wir werden sehen wo das endet.

Nach einem ansonsten ereignislosen Flug erreichten wir dann mit kompensierten Dämpfer den Vortex und flogen - erneut fast ereignislos - hindurch, erreichten die Andromeda-Galaxie.
Captain Georgiou war bereits einige Stunden vor uns aufgebrochen und hatte eine Boje ausgesetzt sowie uns wertvolle taktische und navigatorische Daten über den Vortex zukommen lassen, die den Flug abmilderten.
Für einige Sekunden hätte ich allerdings schwören können ich hätte Schiffe in dem Vortex gesehen. Auch Commander Tucker meinte eine D-7 gesehen zu haben und für einen kurzen Moment zeigten selbst die Sensoren Föderations, Klingonen- und Tholianer sowie ein dutzender unbekannter Energiesignatur. Der Andorianer erklärte uns sofort für betrunken, aber ich weiß was ich gesehen habe. Das musste allerdings warten. Genauso wie ein Gespräch mit diesem planhaka.

Wir hatten den Vortex kaum passiert und begonnen die Sensoren neu auszurichten da enttarnte sich schon etwas vor uns. Nicht nur etwas, sondern ein Schiff mit einer Energiesignatur, die auf Trikrundesigns basierte. Allerdings mindestens 500 Jahre allem voraus was wir jemals bauen konnten. Als wäre das nicht schon merkwürdig genug trug dieses Shuttle den Namen skaigona.
Eine Trikrun Signatur und ein Trig Name… das konnte kein Zufall sein und so berichtete ich der Brückecrew von der Legende um den azhefa, der vor langer Zeit mitten in einer Schlacht verschwand.
Vielleicht war mit ihm dasselbe passiert wie mit der Hood und er hatte hier eine eigene Trikrun Kultur begründet.
So faszinierend all diese Spekulation war sie half uns nichts weiter. Wir öffneten einen Kanal und Captain Paris lud die Pilotin des Schiffes an Bord ein, wo sie wenig später in den Konferenzraum geführt wurde.

Die Details des Gesprächs sind nicht bekannt, aber es dauerte sehr lange. Und unser Bordkoch brachte mehr als einmal neues Essen und neue Kerze, sodass auf der Brücke bald eine Diskussion über das “Date” des Captains aufkam.
Eine junge, attraktive und clevere Frau, die uns mit ihren Informationen helfen konnte… den Captain hätte es schlimmer treffen können.
Bis zum für morgen angesetzten offiziellen Briefing sind all das natürlich nur Gerüchte, aber wir alle wissen wie schnell aus Gerüchten Wahrheit werden kann.
Für den Moment hat sie ein eigenes Quartier erhalten und wir haben einen Kurs mit Warp 9 gesetzt… was auch immer sie erzählt hat, es scheint zu wichtig und vor allem hilfreich gewesen zu sein.
Ich nutzte die letzten Minuten meiner Schicht um mir vom Koch ein jus-cos zubereiten zu lassen. Die Replikatoren kannten keinerlei Trikrun Gerichte, entsprechend ging ich davon aus, dass dieser Koch ebenso daran scheitern würde.
Dann probierte ich und… nemiyon! Ich hatte selten etwas so Köstliches gegessen. Nach Schichtende suchte ich dann den neuen Friseur in seinem gesicherten Quartier auf.
Morgen wird ein ganz besonderes Tag, ein ganz besonderes Jubiläum. Kaum zu glauben, dass bereits ein Jahr vergangen ist. Noch weniger zu glauben, dass es sich anfühlt wie ein Tag. Um das zu feiern beschloss ich, dass es Zeit für einen anderen Style wurde. Eine neue Frisur, mehr Farbe.
Der freundliche Friseur vollbrachte ein Meisterwerk und ich konnte mehrere Sekunden nicht aufhören in den Spiegel zu starren und zu grinsen. Wenn das dieselbe Wirkung auf andere hat war es Wert. Eine andere Person würde mir da schon reichen. Außerdem schenkte Mr. Noth mir ein sehr interessantes Buch, das Meisterwerk “Ghaul’s Licht”. Ich habe es noch nicht durchgelesen, aber es ist jetzt schon eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Ich bin sicher es wird mich eine Weile begleiten.

Es wird spät und ich sollte schlaf gehen, morgen wird - hoffentlich - ein großer Tag. Für mich. Für uns. Vielleicht auch für dieses Schiff und diese Crew.
Wir hoffen ich werde die Antworten erhalten, die ich mir wünsche, in jeder Hinsicht.
Vielleicht sollte ich ein letztes Mal üben… Teik ai gouba raun yu soncha ona sheid…Osir keryon ste teina.
Genau so wichtig… wie konnten Trikrun in diese Galaxie kommen? Wie konnten sie sich so rasant entwickelt? Was sind die wahren Motive unserer seltsamen Besucherin?
Wir sind gerade hier angekommen und uns läuft schon die Zeit davon.
Wir haben keine Freunde, keinen sicheren Hafen, keinerlei Anhaltspunkte. Müssen uns auf Personen wie fremde Aliens, Admiral Pike und seine Worte oder Captain Georgiou verlassen wenn wir hier draußen überleben wollen.
Dies sind wahrhaft dunkle Tage für uns. Umso wichtiger, dass wir geschlossen zusammenstehen und die Hood finden. Ehe der Vortex sich schließt.
Oder irgendjemand ganz Anderes uns findet.
Vor zwei Jahren dachte ich, ich wäre die erste und einzige Trikrun im Gamma-Quadranten… ehe wir ganze Kolonie fanden.
Dieses Mal war ich fest überzeugt die einzige erwachsene Trikrun zu sein, die die Andromeda-Galaxie besucht… irgendwas sagt mir, dass es dieses Mal kein Happy End wie beim letzten Mal geben wird.

=/\= Log Ende.

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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27

Monday, July 15th 2019, 5:07am

Persönliches Computerlogbuch des leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego


So langsam sollte ich es gelernt haben; sollte begriffen haben wie schnell die Dinge sich an Bord dieses Schiffes ändern können. Ich hatte gehofft es würde nicht ganz so schnell passieren. Das Universum würde mir mehr als ein paar Stunden absolutes Glück und Freude gönnen.
Die Wahrheit war, ich bin nach wie vor glücklich, zufrieden. Trotz allem. Und doch… irgendwo war da etwas, das diese Freunde trübte.
Eine Kleinigkeit, die im Unterbewusstsein an mir nagte. Und die ich in den nächsten Stunden und Tagen angreifen werde. Nichts und niemand kann mir diesen Moment verderben.
Seit einigen Stunden war ich entgegen aller Erwartungen die glücklichste Person in diesem Universum. Und dennoch sollte wieder einmal meine Trikrun Seite zurückschlagen um mir zu zeigen, dass es immer eine neue Herausforderung gab. Vielleicht war es auch einfach mein Pech. Meine eigene Dummheit.
Jus drein jus daun. Es war dieser Leitsatz, der nicht nur meine ganze Rasse und Kultur prägte. Nein, dieser Satz hatte mir in den letzten Jahren auch mehr als einmal größere Probleme beschwert. Privat, vor allem allerdings im Dienst der Sternenflotte. Und ich hatte meine Lektion gelernt. Immer und immer wieder wurde mir vor Augen geführt, dass jede Regel Ausnahmen zuließ, dass selbst jus drein jus daun nicht immer angemessen war.
Dann kam Admiral Pike. Von Adrian Chase abgesehen hatte niemand mir und meiner Familie, meinen Freunden soviel genommen und so wenig Respekt für mich und meine Rasse gezeigt wie dieser Mensch.
Natürlich war ich nicht gerade traurig darüber, dass er tot war. Auch nicht wie er gestorben war. Wie könnte ich das sein? Und dennoch… irgendwas fühlte sich nicht richtig an.
Egal wie die Hintergründe sein mögen, nach dem heutigen Tage bin ich erneut isoliert in dieser Crew. Für den Moment jedenfalls. Captain Paris, Commander Kurland, die beiden Hawkins, selbst Commander Tucker… niemand konnte oder wollte meine Sichtweise verstehen. Und ich habe es ihnen definitiv auch nicht einfach gemacht. Wenn ich nicht absolut sicher wäre, dass Chase tot ist, ich wäre überzeugt das hier wäre seine Strafe für mich. Mich immer und immer wieder zu isolieren. Vielleicht treffe ich auch einfach immer nur die falschen Entscheidungen. Aber nicht dieses Mal. Nicht heute. Ich werde diesen Teufelskreis durchbrechen. Ein letzter Schritt und ich bin frei.

Wenn mir jemand heute früh gesagt hätte, dass ich dieses Logbuch nur mit negativen Dingen anfangen würde… ich wäre überzeugt gewesen Tabby hätte „Nein“ gesagt. Ob das schlimmer gewesen wäre? Sehr wahrscheinlich. Nein. Definitiv.
So jedenfalls habe ich noch die Chance all meine Fehler zu korrigieren. Welche Fehler? Der. Reihe. Nach. Etwa zwei Stunden vor Dienstbeginn schlich ich mich heute früh aus meinem Bett und Quartier – ich bin nach wie vor stolz darauf Tabby dabei nicht geweckt zu haben – und begann an meiner Überraschung im Wissenschaftslabor zu arbeiten.
Während Captain Paris unerwarteten Besuch von Captain Georgiou und einige wichtige Informationen erhielt – Informationen die uns alle, fast alle, später retten sollten – rief ich Tabby in’s Labor und versteckte mich. Auf der Konsole hatte ich das Messer platziert mit dem ich sie bei unserer ersten und zweiten Begegnung bedroht hatte. Kaum betrat Tabby das Labor und begann das Messer zu scannen begann ein Video mit den wichtigsten Ereignissen des letzten Jahres zu spielen: die Rettung von Captain Torres, die Übernahme der Tempest, der Sieg über die Tholianer, der gemeinsame Neubau von Modas, das Verschwinden und die Rückkehr von Tabby, die Zeit auf der Saratoga. Wie erwartet lud Tabby dieses Video auf ihr PADD und verschwand wieder.

Soweit Teil eins. Soweit erfolgreich. Dann allerdings wurde ein Paket in’s Labor gebeamt, ein Paket das sich bewegte und Geräusche machte. Kratzgeräusche?
Ich begann meinerseits das Paket zu scannen als Tabby auch schon wieder zur Tür reinkam und einen Hinweis auf meinen „wie erwartet“ hohen Blutdruck und „Phase 3“ gab. Offenbar war ich nicht die einzige, die sich für den heutigen, besonderen Tag einiges vorgenommen hatte.
Von Tabby gescannt nahm ich einen Phaser und öffnete vorsichtig das Paket ehe mich… etwas ansprang.
Nach einigen Sekunden merkte ich was genau ich auf dem Arm hatte. Sofstepa! Ich begann sie zu streicheln, während Tabby mir erklärte dass dieses Tier eigentlich für eines ihrer Experimente dienen sollte und sie davon ausging ich wäre davon nicht begeistert… also war es nun mein „Experiment“. Ich beamte das Tier kurz darauf in unser Quartier zurück nur um in die Box zu schauen und zu sehen, dass jemand das Beamen offenbar nicht mochte… mit dem Reinigen des Quartiers später konnte ich allerdings leben.

Meine letzten Zweifel ob ich hier und heute wirklich das richtige vorhatte verflogen nach dieser Geste von Tabby und ich setzte zu meiner eigenen Geste an als sich plötzlich die Türen öffneten und der Andorianer hereinkam. Natürlich musste mir irgendjemand auch diesen Moment nehmen. Aber nicht mit mir, nicht heute! Ich nahm das Messer und machte mich auf den Weg zur Astrometrie.
Der Andorianer verlangte noch eine Erklärung für die „Katzenhaare“, aber ich war da schon auf halbem Wege zur Astrometrie. Tabby folgte mir und wir setzten das Gespräch fort.

Nach einer kurzen Diskussion über all die Wege in denen der Andorianer „nützlich“ für Experimente sein könnte kam Tabby näher und fragte nach dem PADD. Ich wurde nervös. Ich hatte alles im Detail geplant, jedes Wort, jede Geste. Als sie nun jedoch direkt vor mir stand… ich hätte nicht mehr meinen eigenen Rang nennen können.
Dann sah ich das Messer wieder vor mir und hielt es ihr instinktiv an die Kehle. Fragte sie ob sie sich daran erinnern konnte. Ihr Verweis auf ihren „überlegenen Intellekt“ und ein Hinweis, dass ich das Messer immer noch falsch halten würde waren so ziemlich die Antwort die ich erwartet hatte, aber es gab mir Zeit mich zu fangen. Meine Worte wiederzufinden.
Und natürlich wusste sie genau worauf ich hinaus wollte. Sprach von einem „Jahr der Agonie“ für mich und dass weitere folgen könnten. Könnten. Für einen Moment wollte ich zur Tür herausstürmen und alles vergessen. Realisierte, dass ich sie komplett falsch eingeschätzt hatte. Aber es war zu spät. Ich hatte meine Entscheidung getroffen.

Also gestand ich ihr alles. Was ich für sie fühlte, wie sich mich alles fühlen ließ. Ja, Clarke hatte mich das erste Mal Liebe und komplette Akzeptanz spüren lassen und Marc für eine Zeitlang Geborgenheit und Sicherheit. Keiner der beiden hatte mich das spüren lassen, was Tabby tat. Das Gute. Das Schlechte. Alles dazwischen. Sie war unberechenbar, verwirrend, anstrengend. Und sie machte mich wahnsinnig. Aber sie machte mich auch glücklich, so glücklich wie ich nie zuvor gewesen war.
Ihr Hinweis, dass ich das „beste Forschungsprojekt“ sei das sie je gehabt hätte…. Ich bin überzeugt das war ihr Versuch das zu erwidern. Jedenfalls hoffte ich es. So oder so, wenig später würde ich meine Antwort bekommen. Ich versprach ihr auch ich würde das später „näher“ erklären, aber zuerst war es Zeit für die Wahrheit. Zeit den Tatsachen in’s Auge zu blicken und einen neuen Abschnitt zu beginnen, so oder so.
Ich zeigte ihr ein letztes Mal das Messer und zerschlug es dann auf der Konsole… offenbar hatte sie beim Scannen tatsächlich etwas übersehen. Oder konnte es nicht erkennen. Mein Plan war über Wochen durchdacht und geplant gewesen und ausgerechnet beim wichtigsten Teil hatte ich einen Fehler gemacht.. dann musste es eben mit etwas Gewalt gehen. Wie sich später herausstellen sollen schien das ein Motto für den heutigen Tag zu werden.

Selbst in diesem Moment konnte Tabby ihre Augen nicht von ihrem Tricorder lassen und nüchtern feststellen, dass ich „sichtlich erregt“ sei und meine Haare „faszinierende Abweichungen" zeigen würden – immerhin lobte sie im selben Atemzug die Arbeit des Bordfriseurs.
Ich nahm ihren Tricorder an mich und plötzlich wurde mir klar was ich zu tun hatte. Ich platzierte den Ring auf meinem Geschenk – einem neuen, deutlich verbesserten Tricorder – und reichte beides Tabby mit der eindeutigen Erwartung sie würde erst den Tricorder studieren und später den Ring finden.
Tatsächlich lief es andersherum, sie legte den Tricorder beiseite und studierte den Ring im Detail. Währenddessen begann ich meinen Vortrag, meinen Antrag. Wir mögen heute „erst“ ein Jahr zusammen sein, aber nie zuvor war ich mir so sicher über etwas im Leben wie dieses: Ich wollte keinen Tag mehr ohne Tabby verbringen. Und das letzte Jahr hatte uns gezeigt wie schnell wir einander verlieren könnten. Jeder Tag, jede Minute zählte.
Und dann passierte etwas mit dem ich in meinen besten Träumen nicht gerechnet hätte. Nicht nur bat Tabby mich darum ihr beim „anpassen“ des Rings zu helfen, sie begann – auf ihre eigene Art und Weise - auch ihren eigenen Vortrag.
Wie sie von der „anderen“, von der Tabby unseres Universums, gelernt hatte dass Personen auch ohne Körper an anderen Orten existieren könnten. In den Herzen anderer. Wollte mein Herz scannen um festzustellen ob sie dort drin sei. Wäre ich zuvor nicht schon vor Freude in Tränen ausgebrochen, spätestens jetzt wäre es passiert. Als sie dann noch anbot sie würde diesen Satz gerne auf Trigedasleng sagen… ich kann es nicht mehr beschreiben. Ihr legte ihr den Ring an und begann eine Mischung aus Lachen, Weinen und Schreien.

Genau in diesem Moment kam Ms. Hawkins – Scout Hawkins – in die Astrometrie und sah uns verwirrt an. Ich fragte seit wann sie in der Astrometrie arbeitet und sollte sie schon heraus befördern… dann sah ich zu Tabby und ihrer Hand und alles andere schien egal. Glücklich wie nie zuvor machte ich mich auf den Weg zur Brücke.
Oso jos don ste tu shada keryon trana pri fis choda op. Idowe ai don hon skrap gon yu in en yu kom ai. Nau yumi laik keryon- teina niron gon taim en kom skai. Hodnes teik ething daun, you.

Dort deutete noch nichts darauf hin, dass all die Menschen um mich herum wenig später kein Wort mehr mit mir wechseln wollen würde. Die beiden Hawkins begannen zu tuscheln und mir Blicke zuzuwerfen – die Gerüchte stimmten, Nachrichten verbreiteten sich nirgends schneller als auf einem einsamen Raumschiff – ansonsten schien allerdings alles normal.
Commander Kurland und Captain Paris diskutierten über die richtige Vorgehensweise gegenüber den Azgeda und wie sehr wir Georgiou’s Informationen trauen konnten; trauen sollten.

Dann wurden wir gescannt. Wenige Minuten von der Grenze entfernt. Und nicht einmal fünf Minuten später fielen wir plötzlich unter Warp und ein Schiff tauchte quasi direkt vor uns auf. Nicht nur hatte dieses eine tarnungs-ähnliche Technologie die ich noch nie gesehen hatte, es konnte mittels eines Dämpfungsfeldes unseren Warpantrieb lahmlegen… wenn selbst Commander Tucker überrascht war hatte das etwas zu sagen.
Nachdem die Azgeda einen Warnschuss abfeuerten wurden wir gerufen. Captain Paris trug unser Anliegen vor und im Hintergrund waren die lachenden Krieger zu hören… in Trigedasleng. Es schien unmöglich, aber anscheinend waren die Azgeda tatsächlich mit den Trikrun verwandt. Scout Hawkins’ Spruch ob es hier wohl um meine „Freunde“ handeln würde… in dem Moment dachte ich mir nicht viel dabei, mit allem was später folgte hätte mir klar sein müssen, dass diese offensichtliche Nähe von Trikrun und Azgeda sehr schnell zu Problemen für mich führen würde.
Dann tat Captain Paris etwas, das ich nie erwartet hätte. Er feuerte einen Warnschuss zurück. Er feuerte auf ein potenziell feindliches Schiff, in deren Raum. Und tatsächlich es zeigte Wirkung. Das Lachen verstummte und die Azgeda stimmten zu eine Delegation für Verhandlungen an Bord zu schicken.

Und Captain Paris blieb bei seinem Versprechen Georgiou’s Empfehlungen zu folgen… statt Commander Kurland oder ihm selbst sollte ein vollbewaffnetes Team aus MACOs die Azgeda in der Shuttlerampe empfangen. Niemand sollte Schwäche zeigen. Erst nachdem der Bereich gesichert – und der erste Eindruck entstanden – war machte sich Captain Paris selbst auf den Weg. Und ich beschloss ihm zu folgen. Ich musste sehen was genau es mit diesen Azgeda auf sich hatte. Wie sich schnell herausstellte war meine Neugier ein großer Fehler.
Während die MACOs und Azgeda sich gegenseitig provozierten, ihre Waffen immerhin auf’s Neue erhoben und Captain Paris sein Bestes tat nicht in die typische Sternenflotten Diplomatie zu verfallen – alleine sein „Es ist mir eine Ehre Sie kennenzulernen“ und das Angebot Azgeda zu helfen ihren eigenen Raum zu verteidigen hätte uns alle beinahe das Leben gekostet – begann ich einige diskrete Scans der Azgeda. Und tatsächlich, sie waren fast komplett identisch mit Trikrun! Es war ein Wunder.
Mir blieb allerdings keine Zeit das näher zu verarbeiten, denn kurz darauf wurde es auf einmal laut. Ich brauchte einige Sekunden um zu realisieren was gerade passiert war. Captain Paris hatte angeboten – nicht eingewilligt, nicht verhandelt, nein selbst angeboten – unseren besten Krieger im soulou gonplei gegen den besten Azgeda Krieger antreten zu lassen.

Sollten wir gewinnen dürften wir Azgeda Raum ungehindert passieren, sollten wir verlieren würde es nicht bei einem Opfer bleiben… es begann rasch eine Diskussion, die allerdings schnell verstummte als klar wurde dass wir keine Wahl hatten.
Der Vortex würde sich in etwa einem Tag schließen und wir mussten Azgeda Gebiet durchqueren wollten wir Ms. Lightwood’s Basis rechtzeitig erreichen. Jaesa Hawkins wurde als Kriegerin für uns auserwählt und nach einigen weiteren Sticheleien willigte sie ein… dann wurde uns ein letztes „Geschenk“ überreicht.
Admiral Charles Pike. Besser gesagt sein abgetrennter Kopf. Für einen Moment wollte ich lachen und mich bedanken, ehe ich die ohnehin schon angespannten Gesichter der MACOs sah. Die Azgeda erklärten uns, dass Pike offenbar ihren Raum verletzt und mehrere ihrer Krieger getötet hatte… etwas das wir näher untersuchen müssten.
Dann räumten wir die Shuttlerampe und das Gefecht begann. Es war ein heftiges, spannendes Gefecht zweier etwa gleich starker Kontrahenten vor beeindruckender, beängstigender Atmosphäre. Die jus drein jus daun Rufe schallten durch die ganze Halle, während Captain Paris sein Bestes uns zu begeistern etwas dagegen zu setzen.

Mehrmals sah es so aus als ob die Azgeda Kämpferin die Oberhand gewinnen würde und in diesen Moment wurde mir klar auf welcher Seite ich hier stand. Azgeda mag mein Volk – oder ein naher Verwandter meines Volkes – sein, aber dieses Schiff, diese Crew war meine Familie. Heute mehr als je zuvor. Ich wollte es nicht verlieren, ich wollte niemanden an Bord verlieren.
Glücklicherweise sollte es soweit auch nicht kommen, denn Hawkins konnte die Azgeda blutüberströmt zu Boden bringen und erklärte den Kampf für beendet. Die Azgeda sah das allerdings anders und wollte mit ihrem Wurfmesser dem Kampf ein anderes Ende setzen… Hawkins realisierte das und warf rechtzeitig ihr eigenes Messer, sodass der Kampf mit einem Sieg für uns endete. Einer der Azgeda wollte seinen Captain daraufhin angreifen wurde aber ebenfalls von Hawkins ausgeschaltet – womit sie dem Azgeda Captain wohl das Leben rettete. Wir hatten gewonnen und die Azgeda akzeptierten das. Uns wurde sichere Passage versprochen und damit verließen unsere Gäste das Schiff während wir Kurs auf die Grenze setzten.

Beim Herausgehen musste Jaesa Hawkins natürlich noch einen Spruch bringen, zeigte auf die Azgeda Blutflecken und meinte das war „für Pike“ ehe sie verschwand. Wenn sie diesen Menschen so gekannt hätte, wie ich ihn kannte.
Zurück auf der Brücke begann anschließend die erste von vielen Diskussionen heute. Während Scout Hawkins es bei dem Hinweis beließ, dass ich ein „verrücktes Volk“ habe holte Jaesa Hawkins groß aus. Dass niemand aus Mord und Folter lernen würde, dass zivilisierte Rassen all das zurückgelassen hätten und dass Pike so ein Schicksal nicht verdient hätte. Und sie hatte ja Recht, er hatte Schlimmeres verdient… aber ich war froh das zu nehmen was ich hier bekommen hatte.
All das warf jedoch eine andere, wichtigere Frage auf. Wie kam Pike hierher? Was wollte er hier? Und war er allein? Plötzlich erinnere ich mich an die seltsamen Sensorenwerte vom Vortag und plötzlich wurde mir alles klar. Pike war uns mit einem eigenen, offenbar maskierten Schiff gefolgt, welches beim Flug durch den Vortex zerstört wurde. Die Frage war nun…was war mit dem Rest der Crew passiert. Sehr wahrscheinlich, dass Azgeda auch diese gefangen genommen hatte. Für einen Moment zögerte ich Hawkins‘ Frage zu beantworten ob diese dasselbe Schicksal verdient hätten. Ja, sie hatten für Pike gearbeitet, aber hatte ich das nicht auch? Tat ich das nicht immer noch? Pike war derjenige, der diese Mission befohlen hatte. All das spielte allerdings keine Rolle, solange wir nicht genau wussten was passiert war.

Captain Paris verließ dann die Brücke für sein nächstes „heißes Date“ – oder langweiliges Gespräch - mit Ms. Lightwood, die natürlich wissen wollte was mit den Azgeda passiert war. Angesichts der Tatsache, dass er den Koch dazu holte… vielleicht eher Ersteres? Ich würde es ihm wünschen. Nachdem Jaesa Hawkins mir mehrere böse Blicke zuwarf und ich schon zweimal auf halbem Weg umgekehrt war trat ich letztlich an ihre Konsole und fragte sie direkt was ihr Problem sei.

Offenbar hatte ich für ihr Befinden den Kampf in der Shuttlerampe und die Nachricht von Pike’s Tod zu sehr genossen. Und beides konnte ich, beides wollte ich nicht bestreiten. Soulou gonplei war ein entscheidender Teil meiner Kultur und so sehr ich dagegen einst angekämpft haben mag, mittlerweile bin ich stolz auf diesen Aspekt. Hawkins war sich nicht mehr sicher ob ich der Sternenflottenuniform würdig sei – schon merkwürdig, dass dieser Satz von einer MACO kam, die nie die Akademie besucht hatte, die diese Uniform selbst nie getragen hatte. Die an mehr als einem fragwürdigen Einsatz beteiligt war. Die Ironie schien auch ihr nicht ganz verborgen zu bleiben, denn sie war überrascht dass sie als MACO mir nun eine „Moralpredigt“ halten müsse.
Wichtiger noch, Hawkins kannte Pike nicht so wie ich kannte. Wusste nichts über ihn, nichts über mein Volk und erst Rechts nichts über mich. Die Tatsache, dass alles was sie über Trikrun sagen konnte war dass wir „gerne“ mordeten und eine „vernebelte“ Ansicht von Gerechtigkeit hatten.. es sagte mir alles was ich wissen musste wie eindimensional ihr Weltbild war. Zumindest wenn es um Trikrun ging. Ich hatte in meiner Zeit in der Akademie gelernt, dass jeder eine zweite, dritte und vierte Chance verdient hatte, dass niemand eine Exekution verdienen würde. Und trotz meiner Herkunft war ich davon nach wie vor überzeugt.

Genauso war ich allerdings davon überzeugt, dass Pike hier eine Ausnahme rechtfertigte. Ich war überzeugt Azgeda hatte ihm – wie uns heute – eine Chance gegeben zu überleben und statt diese zu nutzen hat er sich sein eigenes Grab geschaufelt. Daran war weder Azgeda Schuld noch die Trikrun und erst Recht nicht ich. Hawkins musste anscheinend etwas Anderes glaube… mich störte das nicht. Wer mich länger als fünf Minuten kannte wie ich wirklich über diese Situation dachte. Und dass Hawkins‘ Angebot mich zu den Prinzipien der Sternenflotte zu bekennen oder mich den Azgeda anzuschließen mich eher zum Lachen brachte als mir ernsthafte Sorgen bereitete.
Ich riet ihr dann mir aus dem Weg zu gehen, als Commander Kurland den Streit beendete. Das war auch besser so, all das war eine Zeitverschwendung.
Was auch immer meine persönlichen Kosten, Ms. Hawkins‘ Taten machten sich bezahlt. Jedes Azgeda Patrouillenschiff drehte bei, sobald wir auf den Sensoren auftauchten. Und Commander Tucker konnte die Zeit nutzen um einen Schutz gegen die Dämpfungsfelder zu entwickeln.
Kurz darauf kam Abby auf die Brücke und verarztete Lieutenant Hawkins – die sich widerwillig der Behandlung fügte. Beim Verlassen der Brücke warf mir Abby einen bösen Blick zu und schüttelte den Kopf… und ich konnte es ihr nicht verübeln. Sie hatte Clarke, die wahre Clarke, noch nicht aufgegeben und musste nach meiner Verlobung glauben ich hätte das. Nichts konnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, allerdings war mir klar geworden dass Clarke mir nie so wichtig gewesen war wie Tabby das heute ist. Nicht dass ich das Abby jemals sagen könnte. Also akzeptierte ich ihre Reaktion.

Kaum hatte Abby die Brücke verlassen tauchte eine Kapsel auf. Mit Azgeda Signatur. Was wir zunächst für eine Waffe hielten stellte sich als kleine Orbitalkapsel heraus. Eine Orbitalkapsel mit einem bolianischen Lebenszeichen. Wir beamten den Überlebenden auf die Krankenstation und informierten den Captain. Natürlich konnte Hawkins auch hier ihre Sticheleien wieder nicht sein lassen.
Es vergingen viele Minuten ohne irgendwelche Informationen von der Krankenstation, ehe Hawkins auf die Brücke gestampft kam, mir wütend ein PADD auf die Konsole warf und mit den Worten „Ich hoffe Sie sind jetzt glücklich, er hat das bestimmt auch verdient?“ wieder verschwand. Ich spielte das PADD ab und alles auf der Brücke verstummte angesichts der ohrenbetäubenden Schreie.
Es waren Aufnahmen von der Krankenstation, in denen der Überlebende, Tir Bolspanus, zwischen Schmerzensschreien und Panik erzählte was passiert war. Offenbar war er ein Teil von Pike’s Team gewesen und alle waren gefoltert, gequält und später „geschlachtet“ geworden, er war der einzige Überlebende. Es war schwer genaue Informationen aus ihm herauszubekommen aber das spielte keine Rolle. Alle Blicke auf der Brücke waren auf mich gerichtet.
Auch Captain Paris war inzwischen zurückgekehrt und alle erwarteten eine Antwort von mir. Ob ich der Meinung wäre dieser arme Wicht hätte ich eine solche Behandlung verdient. Und die Wahrheit war… nein. Das war ich nicht. Niemand außer Pike hatte so etwas verdient.
Und doch… vielleicht instinktiv, weil ich mein eigenes Volk schützen wollte, vielleicht will ich selber nicht wusste wie ich reagieren sollte, vielleicht einfach um Hawkins zu zeigen dass ihre Einschüchterungsversuche nicht wirkten…ich versuchte Erklärungen zu finden.
Wir wussten nicht was genau mit den restlichen Überlebenden passiert war, wussten nicht wie sie sich verhalten hatten, Bolianer waren bekannt für ihre extreme Panik… ich glaubte nichts davon selbst auch nur eine Sekunde. Paris, Kurland, die beiden Hawkins und selbst Commander Tucker sahen mich entgeistert, verwundert, angewidert an. Und als Scout anmerkte, dass ich mir offenbar nur Gedanken um „Tabbexa“ machte und glücklich war solange es mir gut ging – ich wusste nicht, dass die Crew bereits einen eigenen… Namen für diese Beziehung entwickelt hat? – begann ich erst Recht in’s Nachdenken zu kommen.
War ich egoistisch? Arrogant? Hatte ich meine eigene Rache, meine eigenen Gefühle über das Wohlergehen der Crew gestellt? Wieder einmal? Je länger ich darüber nachdenke desto weniger kann ich diese Frage beantworten. Nur eines ist klar…. Ich werde die nächste Zeit viele Entschuldigungen aussprechen müssen. Ich stehe zu meiner Position was Pike angeht, alles Andere… vielleicht ist mehr an den Worten Hawkins‘ dran als ich wahrhaben möchte.

Captain Paris beendete die Diskussionen dann und gab Befehl Sonden bereit zu machen um die Umgebung besser untersuchen zu können. Auch der 237 Bot kam auf die Brücke und konnte die Anspannung mit seinem Kaffee ein wenig auflösen.
Dann erreichten wir ungestört die Basis von Ms. Lightwood und ich traute meinen Augen nicht. Der Planet war umgeben von einer Art Nebel, dichter als ich es je gesehen hatte. Dieser Nebel störte Navigation, Sensoren, Kommunikation nach außen. Wir warteten also am Rande des Nebels, während Ms. Hawkins mit Ms. Lightwood und einem Außenteam die Basis sicherte. Auch diese war offenbar von Kristallen durchzogen, die Sensoren weiterhin störten. Der perfekte Ort für eine geheime Basis. Kurz darauf erhielten wir das Signal vom Außenteam und begannen den Sinkflug, etwas holprig landete Commander Kurland das Schiff auf der Oberfläche und wir alle erhielten Landurlaub.
Den brauchte ich nach den letzten Stunden auch. Ich brauchte frische Luft, einen klaren Kopf. Musste mir Gedanken über so vieles machen, insbesondere meine Rolle in dieser Crew. In der Sternenflotte. Und natürlich war es Tabby irgendwie gelungen sich dem Außenteam anzuschließen und bereits einen Bereich für ein neues Labor zu finden… zum ersten Mal seit Stunden konnte ich zumindest kurz wieder lächeln.

Das hielt allerdings nicht lange an, denn kurz darauf fand ich Ms. Hawkins, Ms. Lightwood und Captain Paris in einer Höhle, im Dialog mit einem seltsamen Händler. Dieser behauptete er könnte uns Informationen und Waren jeder Art verkaufen. Offenbar hatte die verlassene Basis während Ms. Lightwood’s Abwesenheit gefunden und eingenommen, hatte vor einen… Nachtclub zu eröffnen.
Wie dem auch sei, dieser Mann war bemerkenswert. Innerhalb weniger Augenblicke konnte er seine kleine Handkanone auf jeden der vier von uns richten ehe jemand auch nur dazu kam irgendwie zu reagieren… uns direkt töten wollte er also zumindest nicht. Das heißt ein Handel war wohl für alle die beste Option. Eines war klar, wir brauchten dringend Informationen. So viele und so schnell wie möglich. Captain Paris sah das ähnlich und wir kamen wir bald zu einer Übereinkunft, sehr zum Missmut von Ms. Lightwood und dem Bot, der mehrmals als „laufende Mülltonne“ bezeichnet wurde. Nachdem wir den Händler – Hadan - überzeugen konnten, dass Frauen nicht zum Verkauf standen gab er sich mit einem Festmahl und einem Bad zufrieden… sehr geringe Standards hier draußen.

Dann erhielten wir eine ganze Reihe wichtiger Informationen: zunächst einmal hatte Hadan auch mit Azgeda Geschäfte gemacht und riet uns davon ab mit diesen in Kontakt zu treten, warnte uns dass ein Angrifsschiff auf dem Weg sei. Als wir erwähnten, dass wir diesem bereits begegnet waren, war er regelrecht begeistert dass wir unser Zusammentreffen überlebt hätten. Und offenbar war er bei der Hinrichtung von Pike dabei gewesen. Das Ritual der tausend Schnitte scheint auch hier draußen überlebt zu haben und Pike erlitt dieses Schicksal. Dann allerdings gab es – und ich fühle mich schlecht dabei das auszusprechen, auch meine Maßstäbe sind über den heutigen Tag rapide gesunken – noch eine „gute“ Nachricht. Neben Pike waren nur drei weitere Gefangene im Azgeda Lager, einen davon hatten wir heute finden und retten können. Das heißt auch, dass Azgeda nicht 200 Sternenflottenoffiziere gefangen und getötet hatte, dass der Rest von Pike’s Crew offenbar tatsächlich beim Flug durch den Vortex getötet wurde.

Ob zwei oder 200, eines war klar. Dieses Verhalten war unverzeihlich. Pike hatte Verbrechen begannen, in unserer Galaxie und in dieser, und dafür den fairen Preis bezahlt. Davon war ich nach wie vor überzeugt. Aber seine Crew war unschuldig. Niemand von ihnen hatte eine solche Behandlung verdient. Ms. Hawkins reagierte auf diese Nachricht entsprechend und ich wollte gerade meine – geänderte – Sichtweise verkünden, als Hadan das Wort „Vex“ erwähnte.
Offenbar hatte er von der Hood gehört und war sich sicher, dass diese vor einigen Jahren nahe der „Vex Sperrzone“ ausgemacht wurde.
Wir hatten also unsere erste Spur. Es war ein Lichtblick. Allerdings nur ein Kleiner. Ms. Lightwood bestand darauf, dass wir Hadan für die Nutzung ihrer Basis und Vorräte zur Kasse bitten. Der Vortex würde sich in weniger als einem Tag schließen. Und nun also die Vex. Wenn nur die Hälfte all der Gerüchte über die Vex stimmten… hatten wir keine Chance. Erst Recht hatte die Hood das nicht.
Wir hatten jetzt mehr als einen Grund uns zu beeilen, alles dafür zu tun die Hood so schnell wie möglich zu finden.

Am Ende des Tages war ich also verlobt und persönlich so glücklich wie nie zuvor, was Freunde und Kollegen, meine Karriere und den Dienst in der Sternenflotte angeht war ich davon jedoch so weit entfernt wie lange nicht mehr.
Für den Moment weiß ich nicht was unwahrscheinlicher ist: dass wir die Hood rechtzeitig finden und in unsere Galaxie zurückkehren können oder dass Lieutenant Hawkins und ich uns jemals verstehen werden.
Die nächsten Stunden werde ich mein Bestes geben um beides zu erfüllen - um dann die Hochzeitsvorbereitungen neben den Feierlichkeiten zur Rettung der Hood und Rückkehr in die Milchstraße abhalten zu können. Falls das nicht klappen sollte... ich hätte genug Zeit hier draußen alles zu planen und die restliche Crew zu überzeugen, dass ich nicht der Feind war.

=/\= Log Ende.

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Jaesa Hawkins (15.07.2019)

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28

Monday, July 22nd 2019, 12:12am

Lexa Griffin betritt das gemeinsame Quartier, versichert sich dass niemand anwesend ist und setzt sich auf’s Bett wo sie tief durchatmet und ihre Uniformjacke samt Kommunikator ablegt. Nach zwei Gläsern andorianischen Ales nimmt sie sich ein PADD und beginnt aufzunehmen:

Persönliches Computerlogbuch
Leitender OPS-Offizier, U.S.S. San Diego
Lieutenant Lexa Griffin


Zuviele Logbücher habe ich bereits mit “Deja-Vu” oder Dingen die sich immer und immer wieder wiederholen begonnen. Meine Zeit dafür verschwendet. Als ob es mich verfolgen und kontrollieren würde. Dinge, die ich nicht kontrollieren kann und die mich dennoch quälen. Nicht heute. Das ist es, das ist er, nein das sind sie alle nicht mehr Wert. Nicht nach dem heutigen Tag. Dies wird mein letzter Logbucheintrag. Ein letztes Mal alles zusammennehmen und dann werde ich all das hinter mir lassen. Wieder einmal einen Neuanfang starten.

Also zunächst die wichtigen Dinge. Die Dinge, die noch funktionierten. Nicht, dass es viele gewesen wären. Erst Recht nicht von Dauer.
Nach einer kurzen Nacht, die der Großteil von uns unter freiem Himmel oder in Ms. Lightwoods Basis verbracht hatte begannen bereits am frühen Morgen erneut Diskussionen.
Der Händler Hadan und Ms. Lightwood diskutierten unter Beisein von Captain Paris über eine Übereinkunft; so sollten sowohl Hadan als auch wir die Basis jederzeit nutzen können, allerdings durfte Hadan nicht weiterhin Gegenstände von Ms. Lightwood nutzen und verkaufen. Und alles begann noch so gut als Ms. Lightwood Hadan eine ganze Portion heißer Tomatensauce in’s Gesicht schmiss.
Das sollte nicht lange anhalten.
Während die drei und später auch der wieder genesene Commander Mowraq weiter verhandelten, begann ich meine Patrouille auf der Oberfläche. Nach einer Neujustierung meines Tricorders durch Commander Kurland konnte ich auch endlich etwas erkennen. Halbwegs zumindest.

Neben einem seltsam umher springenden Bot - wenn ich nur mehr darauf geachtet hätte, einer von vielen Fehlern die ich heute machen würde - fiel mir dabei nichts weiter auf, ehe plötzlich ein Lebenszeichen hinter mir langsam näher kam.
Ich bereitete mich auf einen Angriff vor, ehe ich die Werte genauer betrachtete...und dennoch nicht anders konnte als Tabby das Gewehr “versehentlich” fast in das Gesicht zu schlagen.
Commander Mowraq hatte der Crew inzwischen Befehl gegeben auf die San Diego zurückzukehren… aber noch blieben 50 Minuten.
Und Tabby hatte eine Idee. Offenbar gab es ganz in der Nähe einen Wasserfall, den wir näher studieren sollten. Mussten. Immerhin war Erforschung unsere Hauptaufgabe hier draußen.
Als loyale und vorbildliche Sternenflottenoffiziere taten wir natürlich genau das und machten uns auf dem Weg. Leider fiel mir kurz nach der Ankunft der Tricorder in den Wasserfall und so blieb uns keine andere Wahl als die restlichen 40 Minuten… anders zu nutzen. Und genutzt haben wir sie.
Und damit endete nicht nur unser Aufenthalt auf dem Planeten sondern auch der einzig positive Teil des heutigen Tages. Im Nachhinein… nichts hieran war mehr wirklich positiv. Ganz im Gegenteil. Es tat weh jetzt darüber zu sprechen, darüber nur nachzudenken. Aber das musste ich. Ich musste mir klarmachen, dass diese kurzen Momente alles waren was ich jemals bekommen sollte. Was ich vielleicht auch verdient hatte.

Nach der Ankunft auf der San Diego begannen wir schnell mit unserem Anstieg von der Oberfläche, ehe plötzlich etwas, jemand direkt auf der Brücke auftauchte. Mit dem Wort “Überraschung”.
Ich kann nicht identifizieren was ich in diesem Augenblick gefühlt habe. Wut, Zorn, Angst, Hoffnung? Und noch mindestens zehn andere Emotionen. Fakt war, es war unmöglich. Wir waren schon früher von Spiegeluniversums Doppelgänger, Spezies 8472 oder Klonen getäuscht worden und konnten kein Risiko eingehen. Also zog ich meinen Phaser und löste Eindringlingsalarm aus.
Wenige Sekunden später standen Ms. Hawkins, Commander Mowraq und einige Sicherheitsoffiziere direkt neben mir, nur Commander Kurland schien nicht sonderlich beeindruckt.
Und für eine winzige Sekunde musste ich beim Hören der Worte “hat es Ihnen die Sprache verschlagen , kleiner, mikriger Klingone” fast schmunzeln. Dann kam ich wieder in der Gegenwart an.
Dieser Mann vor uns behauptete nun er sei niemand Geringeres als Commander Marc Harison. Der Marc Harison, der vor zwei Jahren von den Tholianern beim Angriff auf die San Diego im Modas-System getötet worden war. Und der Marc Harison, der bereits zuvor von den Toten wiederauferstanden war.
Ich hatte diese Erklärung einmal geglaubt, hatte Marc nach kurzer Umstellungsphase in mein Leben zurückgelassen. Nicht dieses Mal.
Selbst wenn ich gewollt hätte, es gab keine Chance dazu. Wer auch immer das war, er war aggressiv. Arrogant. Und nichts Anderes. Er drohte uns, die San Diego werde ihn noch kennenlernen wenn wir nicht unsere Waffen senken und ihn anhören würden.
Nach einem Verhör mit überragend guten Fragen wie “Wie kommen Sie hierher?” - wir hatten wohl alle schon einen Transporter in Aktion gesehen? - und noch besseren Gegenfragen wie “Haben Sie Erbsen auf den Augen?” behauptete diese Person wirklich der Marc Harison zu sein. Lebendig. Und als unser “Babysitter” hier zu sein um unsere Mission zu verfolgen. Verlangte, dass wir ihm zuhörten.
Wieso er dafür unbedingt an Bord beamen musste werde ich wohl nie verstehen. Ich schlug vor ihn direkt in die Zelle zu beamen, allerdings versuchte unser Gast stattdessen mit Kommandocodes Kontrolle über das Schiff zu erlangen.
Zunächst war das erfolglos und der Computer akzeptierte die Codes nicht, dann jedoch gelang es ihm - durch externe Hilfe - die Brücke zu verriegeln und uns einzusperren.
Er redete auch noch etwas von einer Sektion 31 und dass wir gegen diese besser nicht vorgehen sollten. Dass wir ihn doch einfach scannen sollten und danach darauf vertrauen was er sagt. Er sah sich bereits als der sichere Sieger.

Sein Erfolg war allerdings nicht von Dauer, denn kurz darauf wurde er von Lieutenant Jaesa Hawkins und ihrem Phaser vorerst zum Schweigen gebracht. Nach seinen letzten Worten, er sei es Leid mit “geistig unterlegenen” wie uns zu reden, war das auch überfällig.
Er wurde auf die Krankenstation gebeamt und Commander Tucker konnte den Brücken Lockout aufheben. Nun blieben allerdings drei Probleme: wer war dieser Mensch, woher stammte er und wenn er wirklich Marc Harison war… was war mit ihm passiert? Dazu… wer an Bord hatte ihm geholfen - der Zugriff kam definitiv von einer Konsole aus dem Maschinenraum - und dann war da doch die Schließung des Vortexs, die immer näher kam und Entscheidungen verlangte.
Da Captain Paris auf der Basis geblieben war um weiter mit Hadan zu verhandeln - offenbar war das eine Bedingung - berief Commander Mowraq wenig später ein Briefing der Führungsoffiziere ein.
Die Zeit bis dahin nutzten wir um Informationen zu sammeln. Die meisten Offiziere hatten noch nie etwas von einer “Sektion 31” gehört, einige wie Commander Kurland allerdings hatten Gerüchte vernommen. Gerüchte nach denen diese Sektion unabhängig vom Geheimdienst, von der Sternenflotte und jeder Aufsicht mit fast allen Mitteln und Wegen handelt um die Föderation - in ihren Augen - zu schützen.
Das war beunruhigend. Wir alle hatten vor nicht allzulanger Zeit Erfahrungen mit dem Tal’Shiar gemacht und wussten wohin unbekannte Geheimdienste mit einer solchen Macht führen konnten. Niemals hätte ich erwartet, dass die Föderation einen solchen unterhält.
Wenn die Gerüchte allerdings stimmten… war es möglich, dass sie Marc Harison gerettet und wiederbelebt hatten? Oder Schlimmeres? Es würde seine geänderte Persönlichkeit erklären.
Die Krankenstation bestätigte wenig später, dass dieser Mann eindeutig und ohne jeden Zweifel unser Commander Marc Harison war. Kein Changeling, kein Mitglied von Spezies 8472, kein Duplikat.

Dann begann die Konferenz und zunächst drehte sich natürlich alles um den Vortex. Wir hatten den Point-of-no-Return erreicht, wenn wir umkehren und in die Milchstraße zurückkehren wollten musste es jetzt sein.
Schnell begann eine rege Diskussion mit klaren Positionen. Commander Tucker, Commander Kurland und ich waren der Meinung, dass wir alle uns der Verantwortung und den Konsequenzen bewusst waren als wir diese Mission annahmen, dass wir alle auf freiwilliger Basis dieses Schiff betreten hatten und dass unsere Mission nicht beendet war.
Egal wie gering die Chance sein mag, es gab sie noch. Noch wussten wir nicht, was mit der Hood passiert war. Und wir schuldeteten es den Offizieren der Hood, vor allem schuldeteten wir es uns selbst herauszufinden was wirklich passiert ist.
Commander Mowraq hingegen meinte, dass wir auch “zu Hause” mehr als genug zu tun hätten und die Föderation momentan jedes Schiff und jeden Offizier brauche. Natürlich hatte er nicht Unrecht, ich denke allerdings er meint eher die Probleme im Klingonischen Reich. Ich konnte es ihm nicht verübeln…wäre Polis mitten in einem Bürgerkrieg, ich wüsste nicht ob ich an Bord bleiben könnte. Nun kann ich das auch so nicht mehr, aber dazu später mehr.
Commander Griffin versuchte beide Seiten zu berücksichtigen und schlug vor jedem - erneut - die Chance zu geben sich für die Mission oder für die Heimat zu entscheiden.
Lieutenant Hawkins und vor allem Commander Shashir - der zumindest die Vex- Mission mit einer anderen, “fähigen” Crew gerne fortgesetzt hätte, aber nicht mit dieser - nutzten das Briefing außerdem um mich regelmäßig zurechtzuweisen. Und natürlich musste Hawkins auch noch Admiral Pike und dass wir all das auch “für ihn” tun sollten erwähnen.
Unter anderen Umständen hätte ich das ignoriert, so versuchte ich dagegen zu reden was nur zu noch mehr Chaos und negativen Kommentare führte. Meine Position in dieser Crew wurde immer besser.
Als Commander Shashir mittendrin mit dem Wort “Narren” das Briefing unerlaubt verließ sagte niemand etwas aber wenn ich es wagte auch nur zwei Worte zu sagen wurde ich zurechtgewiesen… jetzt ist mir auch klar, dass vieles von dem Einbildung sein mag. Dass ich nur noch das sehe und wahrnehme, was ich sehen will. Nichts davon ändert etwas daran wie ich mein Arbeitsumfeld an Bord wahrnehme.

Letztlich wurde auch mit Captain Paris’ Stimme beschlossen, dass wir den Kurs auf die letzten bekannten Koordinaten der Hood wieder aufnehmen würden, zuvor allerdings jedem die Chance gaben sich für die Rückkehr zu entscheiden. Das heißt… wir setzten Kurs auf etwas. Es waren keine Koordinaten, wir hatten nur die ungefähre Richtung und Entfernung bekommen. Wie genau das war und wie weit uns das nach über 100 Jahren führen würde konnte noch niemand sagen.
Offenbar überzeugte das nicht die ganze Crew. Wenig später erfuhren wir, dass sich 22 Offiziere für die Rückkehr entschieden hatten, diese verließen kurz darauf das Schiff in Shuttles.

Dann war da noch Commander Harison. Nachdem wir nun mit Sicherheit wussten wer er war blieb noch die Frage warum er an Bord war. Und wie wir mit ihm umgehen sollten. Lieutenant Jaesa Hawkins konnte schnell kombinieren, dass Harison nicht der erste war, der unangekündigte Besuche mit dem Transporter durchführte.
War es möglich, dass er - gerade er - mit Philippa Georgiou zusammenarbeitete? Mit seiner Erzfeindin? Viel interessanter, dass sie mit ihm zusammenarbeiten würde?
Vieles deutete allerdings darauf hin, nicht zuletzt die Tatsache, dass Georgiou über ein getarntes Schiff verfügte.
Nach Ende des Briefings machte sich Commander Mowraq auf den Weg zur Krankenstation, während der Rest von uns seine Stationen wieder einnahm und Commander Kurland die abreisenden Offiziere verabschiedete.

Dieses Gespräch dauerte allerdings nicht lange und brachte auch keinerlei neuen Erkenntnisse - er sei von Sektion 31 rekrutiert worden, wir sollten beim Hauptquartier fragen wenn wir Probleme damit hätten und seine Mission sei uns zu überwachen und unterstützten - ehe eine gravimetrische Verzerrung auf den Sensoren auftauchte.
Der inzwischen auf die Brücke zurückgekehrte Commander Kurland wurde aus seinem Sessel geschleudert und musste auf die Krankenstation gebeamt werden, während der Rest von uns - und dem Schiff - größtenteils ganz blieb.
Wie sich später herausstellen sollte war dies nicht einfach irgendeine Schockwelle, sondern das Resultat der Schließung des Vortexs. Noch wissen wir nicht was genau passiert ist, aber der Vortex ist geschlossen. Wir sind hier gefangen.

All das Chaos auf der Krankenstation nutzte Commander Harison um zu entkommen. Erneut mit gütiger Mithilfe, denn irgendjemand hatte das Kraftfeld deaktiviert. Auch dieses Mal kam er allerdings nicht weit, ehe Abigail Griffin seine Bio Signatur im Maschinenraum orten konnte.
Ohne nachzudenken griff ich einen Phaser und machte mich auf den Weg nach Deck 11, wo Commander Mowraq und ich gerade noch rechtzeitig eintrafen ehe die Turbolifte deaktivert wurden.
Da stand ich nun also erneut, richtete mein Phasergewehr auf Marc Harison. Mal wieder.
Nachdem wir versuchten ihn dazu zu bringen sich zu ergeben wollte ich eine andere Option testen. Mit dem Menschen Marc Harison reden. Nur war das hier nicht mehr Marc Harison. Entgegen allem was die Mediziner und die Wissenschaft sagen mochten, Marc Harison war vor zwei Jahren im Gamma-Quadrant gestorben. Sein Körper mag irgendwie überlebt haben, aber was ihn zu diesem Menschen machte.. es war weg. Ausgelöscht.
Schwer zu glauben, dass ich diesen Mann einmal geliebt hatte. Glaubte geliebt zu haben. Noch schwerer sich angesichts dieses Monsters vor mir die guten Seiten des Marc Harison in Erinnerung zu rufen. Dennoch versuchte ich an diese zu appellieren. Ich versuchte es erfolglos.

Dennoch, im Gegensatz zu unserer ersten Konfrontation zwischen Phasergewehren versuchte ich dieses Mal weiterhin die Situation anders zu lösen.
Versuchte ihm klarzumachen, dass der Mann den wir alle an Bord kannten, den ich kannte, so etwas nie tun würde. Seine eigene Crew nie so behandeln würde.
Für einen kleinen Augenblick dachte ich ich wäre vielleicht zu ihm durchgedrungen, doch dann kam seine Antwort. Seine früheres Leben sei eine Lüge, eine Illusion gewesen.
Dann ließ er sich von einem Schiff namens Icarus von Bord beamen und verschwand - erneut half ihm jemand unsere Schilde zu senken. Jemand mit einer romulanischen Transportersignatur.
Wenn wir noch einen letzten Beweis brauchten, wir hatten ihn bekommen. Harison und Georgiou arbeiteten zusammen.
Commander Tucker konnte dann immerhin noch Harison’s Komplizen an Bord ausmachen - es war der Bot. Besser gesagt, ein Bot. Offenbar hatte Harison unseren Bot gegen einen Sektion 31 Bot ausgetauscht, welcher sehr wahrscheinlich spionieren und Daten sammeln sollte.
Das seltsame Verhalten von 237 machte auf einmal einen Sinn...der Roboter wurde neutralisiert, bevor wir allerdings mit Untersuchungen anfangen konnten von Bord gebeamt.
Dafür erhielten wir einen stark beschädigten 237 Bot zurück. Commander Tucker konnte zumindest ein bisschen aufatmen, sein Projekt - unser aller Bot - war gerettet.

Er war allerdings auch der einzige, der durchatmen konnte denn unsere Probleme sollten noch größer werden. Kaum waren Harison und die Reste des Bots verschwunden - die Sensoren zeigten keine Spur von ihnen - erhielten wir eine Nachricht von unseren Shuttles.
Diese waren beim Durchflug von Azgeda Territorium offenbar beschossen und zum Umkehren gezwungen worden. Es gab keine schwereren Verletzungen, aber es schien als sei Azgeda vielleicht noch nicht ganz fertig mit uns.
Wir holten die Shuttles an Bord und die Crew wurde unter Sicherheitseskorte in die Krankenstation gebracht. Commander Mowraq wollte offenbar kein Risiko mehr eingehen.
Selbst wenn diese Crewmitglieder nicht von irgendwem manipuliert wurden, sie werden mit Sicherheit noch für Ärger sorgen. Ihre versprochene Chance nach Hause ist weg und sie sind mit uns allen hier gestrandet, gegen ihren Willen.
Wir setzten dann Kurs auf die letzte Hood-”Position” und gingen auf Warp.
Und natürlich hätte es einen besseren Plan geben können. Wir wussten nichts über das sogenannte Vex “Sperrgebiet” in welchem die Hood zuletzt gesehen wurde. Allerdings wussten wir zu gut wie gefährlich Vex sein könnten.
Auf Lieutenant Hawkins’ Anraten hin ließ Commander Mowraq also vorerst nur Kurs auf die Grenze dieser Sperrzone setzen.
Bei Warp 5 würde der Flug fast zwei Monate dauern… sobald Captain Paris zu uns aufschließt würden wir den Warpfaktor erhöhen können.

Die beiden Lieutenant Hawkins begannen dann in der Datenbank nach weiteren Informationen zu suchen und ich machte mich auf dem Weg in’s Wissenschaftslabor. Ursprünglich hatte ich ebenfalls vorgehabt in Ruhe weitere Informationen über den Vortex und seine Schließung, die Transportersignatur und vor allem Marc Harison zu finden, ein Teil von mir wollte allerdings auch einfach nur Tabby sehen. Wollte nach diesem schrecklichen Tag ein wenig Entspannung, ein wenig Ruhe, ein wenig Geborgenheit.

Leider stellte sich schnell heraus, dass ich nichts davon bekommen würde. Dass ich Tabby anscheinend von Anfang an richtig eingeschätzt habe.
Ich kam mit meinem PADD herein und nahm sie zunächst gar nicht war, ehe ich ein “Ha… PADD” hörte und sie instinktiv umarmte. Als darauf keine Reaktion kam und sie auch meine Fragen nur sehr zögerlich beantwortete… ich hätte es besser wissen müssen. Hätte sie in Ruhe arbeiten lassen sollen.
Nein. Nein, das hier war nicht meine Schuld. Das hier war nichts in das ich mich hinein steigerte und wo ich Dinge, Emotionen - wie meinen Hass und meine Wut auf Marc Harison - auf andere projizierte.
Das hier war Tabby die nur an sich selbst, an ihren eigenen Forschungen und Vorteilen interessiert war. Es war nicht die Tabby, die mir vor wenigen Tagen eine andere Art von Tränen in die Augen gebracht hatte und auch nicht die, die mir in Ruhe erklärte welchen Auftrag sie für den Widerstand zu erfüllen hatte. Dass sie sicher war, dass Adrian Chase tot war.

Und so kam es wie es kommen musste. Nachdem sie erfahren hatte, dass Marc Harison noch am Leben war und einen kurzen Spruch über die Impulsreaktoren dieser und der I.S.S. San Diego bringen musste - nicht, dass dieser Marc Harison auf so einen Trick heute noch reinfallen würde - kam die Wahrheit an’s Licht.
Nicht nur hatte ich mich offenbar über ihre Emotionen und Motive getäuscht, nein sie hatte mich auch mehr als zwei Jahre belogen. Marc Harison war während des Angriffes der Tholianer auf die San Diego von der I.S.S. Tempest gerettet worden. Georgiou hatte ihn eingesperrt und befragt… und Tabby hatte ihn dort gesehen. Lebendig. Vor zwei Jahren.
Sie schien nicht zu begreifen - oder begreifen zu wollen - wie wichtig das für mich war. Meinte nur ich hätte sie ja nie danach gefragt. Und natürlich hatte ich das nicht. Für einen Moment wollte ich glauben, dass sie vielleicht wirklich so naiv, so unschuldig war, dass sie einfach nicht wusste wie wichtig diese Informationen für mich gewesen wäre. Aber das konnte ich nicht. Nicht mehr.
In all den Momenten in denen sie mich mit dem Namen Marc Harison provoziert hat, hat sie davon nicht einmal etwas erwähnt. Hat mich in dem Glauben gelassen er sei tot. In diesem Moment wusste ich nicht mehr, wen ich mehr hasste: den neuen Marc Harison oder Tabby. Hätte ich die Chance gehabt, ich hätte sie beide erschlagen können.
Aber ich wusste auch wie Tabby manchmal sein konnte, dass sie auch schon andere Seiten gezeigt hatte. Also gab ich ihr eine letzte Chance, fragte sie ob ich mich so getäuscht hätte. Ob sie sich denn gar nicht verändert hätte. Ich kriegte gerade noch ein “Oh, ich habe mich nicht verändert” ehe sie ihre gesamte Aufmerksamkeit wieder auf ihren Tricorder richtete.
Für einen Moment wollte ich ihr den Ring auf den Tisch schmeißen und verschwinden, aber selbst das war sie nicht mehr Wert. Nichts an Bord war irgendwas mehr Wert. Ich hatte alles verloren, wieder einmal.

Zurück auf der Brücke erreichten wir dann nach einer Kursänderung bald eine vom Kynsam Königreich kontrollierte Handelsstation und wurden auch bereits von einer Flotte abgefangen, welche uns sehr zum Unwohl der beiden Commander mit einem 300-Seiten Regelwerk konfrontierte.
Commander Kurland, Jaesa Hawkins und eine junge Wissenschaftlerin beamten kurz darauf unter scharfer Kontrolle für weitere Nachforschungen an Bord der Station und konnten am Ende wohl trotz des seltsamen Verhaltens von Commander Kurland auch einige Ergebnisse inklusive einer persönlichen Einladung der Königin erreichen, aber all das nahm ich bestenfalls noch mit einem Ohr wahr.
Ich wusste wie dieser Tag für mich enden würde. Es gab nur eine Möglichkeit wie er enden konnte.

Sie steht auf, leert das dritte Glas und geht so gut sie noch kann im Quartier auf und ab

Ich habe es verdammt nochmal versucht! Habe versucht es nicht zu nah an mich rankommen zu lassen! Habe versucht die Zurückweisungen von Marc, von Tabby zu ignorieren und das beste daraus zu machen. Mit dem Rest der Crew durch gute Arbeit Frieden zu schließen.
Aber es gibt Tage da ist es einfach zuviel. Die erneute Rückkehr und komplette Verwandlung von Marc Harison hätte ich verkraften können, die Abweisungen von Tabby war ich gewöhnt.
Aber spätestens nach der letzten Woche… irgendwie war ich dumm genug, ich war naiv genug zu glauben dass jemandem wie mir tatsächlich so etwas wie Glück zustehen würde. Dass ich es verdient hatte.
Und jetzt wollte ich wieder einen Neuanfang? Hatte ich denn wirklich gar nichts gelernt?
Mein ganzes Leben habe ich nur gekämpft. Gegen meine Trikrun Kultur, für Akzeptanz von Technologie, für die Erlaubnis die Akademie besuchen zu dürfen, für Utopia Planitia. Später für Clarke, für die Versetzung in den Gamma-Quadranten, gegen Spinner die Trikrun für primitiv und unwürdig hielten.
Hatte gekämpft für Octavia, für Marc, erneut für Clarke, für Tabby. Einige Kämpfe mag ich gewonnen haben, die wirklich wichtigen Kämpfe - und Personen - habe ich alle verloren. Und nun stand ich mal wieder vor dem Nichts.
Niemand an Bord dieses Schiffes respektierte mich oder meine Meinung mehr ernsthaft, Clarke war tot, Trinity war tot, Marc war erneut so gut wie tot. Und Tabby… es wäre mir lieber sie wäre tot als sie jeden Tag sehen zu müssen nach allem was ich heute erlebt und erfahren hatte. Sehen zu müssen, dass ihr all das völlig egal war und sie mehr Emotionen über den Verlust eines Tricorders zeigen würde.
Ich war es leid ständig zu kämpfen. Für nichts. Wollte ich wirklich wieder bei null anfangen, in jeder Hinsicht? Hatte das einen Sinn, wenn irgendjemand - oder wahrscheinlich ich selbst - es sowieso wieder ruinieren würde? Wenn ich im Moment der absoluten Glücklichkeit sowieso wieder nach ganz unten zurückgezogen würde?
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." - damit war heute Schluss. Ich mag wahnsinnig sein, aber ich werde diesen Fehler nicht noch einmal machen. Clarke, Marc, Tabby. Es war genug.
Ich konnte Marc, ich konnte Tabby nicht töten. Aber es gab etwas das ich tun konnte um mir, um uns allen weitere Schmerzen zu ersparen.


Wenige Minuten später


Lexa steht an der Luftschleuse, hat alle externen Sicherungen deaktiviert und die innere Tür geschlossen, während sie sich an ihr PADD festklammert und hinausschaut…

Jetzt bleibt nur noch eines…. Das Logbuch übertragen und beenden. Computer, Protokoll Griffin-Gamma-6. Alle Daten übertragen und die äußere Tür der Luftschleuse öffnen. Überbrückung Griffin-omega-psi-12

Ai gonplei ste odon...

=C= Warnung! Verbindung unterbrochen… leite Scan ein

=C= Warnung! Keine aktive Biosignatur gefunden

=C= Warnung! Notfallteams werden alarmie... Überbrückung aktiv, Alarm wird deaktiviert.

=C= Übertrage Logbuch an angegebene Addressaten in sechs Stunden

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Lt. Lexa Griffin

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29

Saturday, July 27th 2019, 5:12am

IRP vom 26.07.19 (17:30 - 20:30; Lexa Griffin, Vel Lucertius; minari)

Persönliches Computerlogbuch
Lexa Griffin
Azgeda Frachter… hat dieses Ding überhaupt einen Namen? Nennen wir es Hofli

Nein, ich nehme dieses Logbuch nicht aus dem Leben nach dem Tod auf... auch wenn es sich anfangs so angefühlt haben mag.
Ich weiß noch nicht wie, ich weiß vor allem nicht genau warum, aber ich bin wieder am Leben. Für den Moment. Denke ich? Das heißt, wenn unser verrückter Plan auch nur halbwegs funktionieren wird… in ein paar Stunden wäre ich sehr wahrscheinlich wieder tot. Dieses Mal endgültig.
Der Unterschied war… dieses Mal wollte ich nicht sterben. Nicht mehr. Ich hatte wieder einen Grund, ich hatte viele Gründe, zum Leben.
Die Reise hierher war in jeder Hinsicht alles Andere als einfach. Vor allem war sie unerwartet.

Einige Tage nach meinem Benutzen der Luftschleuse der San Diego wachte ich auf einem heruntergekommenen Frachtschiff auf. Im ersten Moment hielt ich es für eine Art von skafa, einer Hölle - Azgeda-Symbole, Überreste von schweren Waffen - ehe ich eine seltsame Person vor mir sah.
Seine Kleidung ähnelte den Azgeda und für einen Augenblick war ich nur noch mehr überzeugt dass dies meine persönliche Hölle war… als diese Person mir eine Tasse reichte, einen… Tee?
Es mag an meinem geschwächten und verwirrten Zustand gelegen haben, ich nahm diesen Tee und anstatt ihm selbigen umgehend in’s Gesicht zu kippen trank ich von dem widerlichen Gesöff – von dem ich später erfahren sollte dass es ein Anti-Strahlungsmedikament war. Wenigstens erklärte das den Geschmack. Dann kam die Wahrheit an’s Licht. Also ein Teil zumindest.

Diese… Person - eine Rasse konnte ich angesichts der dicken Kleidung zunächst nicht feststellen - versicherte mir dass ich nicht in der Hölle sei und hielt mich zunächst für eine Azgeda; für den Moment entschied ich mich dem nicht zu widersprechen. Solange ich nicht wusste was genau hier vor sich ging schien es angebracht möglichst wenig über mich zu verraten.
Dafür erfuhr ich sehr schnell einiges. Ich war tatsächlich tot. Tot gewesen. Fast eine Woche lang trieb ich durch’s All ehe dieser Pilot mich fand und an Bord brachte. Als wäre es nicht seltsam genug eine unbekannte, treibende Leiche einfach auf sein Schiff zu bringen, belebte er mich mit etwas das er “Essenz des Lichts” nannte, wieder.
Was gab diesem Spinner das Recht mich zurückzubringen? Ich hatte meine Entscheidung getroffen und nun war ich zurück. Gegen meinen Willen. Offenbar wollte er einfach eine “gute Person” nach dem Vorbild seiner Frau sein und “helfen”. Was auch immer das heißen mochte.
Nachdem er mir zumindest zugestand seine Luftschleuse später nutzen zu können und ich definitiv keine Gefangene war - keine Kraftfelder, er hielt nicht einmal eine Waffe - beschloss ich ihm für den Moment zuzuhören. Ich war wütend, dass er meine Entscheidung nicht respektiert hatte aber für den Moment standen mir weiterhin alle Möglichkeiten offen… und ich war fest entschlossen erneut die Luftschleuse aufzusuchen.

Vorher allerdings musste ich wissen was genau hier passiert war. Also hörte ich zu… er selbst hatte zum ersten Mal mit dem “Quell des Lichts” gearbeitet und wusste nicht welche Nebenwirkungen das haben könnte, auch wenn es bisher wohl keine Berichte über solche gab.

Und dann erfuhr ich etwas Wichtiges. Offenbar nutzte “die Königin” dieses Licht regelmäßig und das ohne irgendwelche Nebenwirkungen. Noch wichtiger, “die Königin” meinte nicht Azgeda-Königin Nia, sondern die Königin der Kynsam. Der Pilot dieses alten Azgeda-Frachters, mein selbsternannter Retter, war also Kynsam.
Er stammte aus dem Phizam System, welches von den Azgeda annektiert wurde. Seitdem nutzt er diesen von ihm gestohlenen Frachter um die Flüchtlinge mit lebensnotwendigen Gütern zu versorgen.
Genau dorthin war er gerade auf dem Weg und er bot mir an dort könnte ich zu meinen “Azgeda-Freunden” zurückkehren, könnte ihn sogar verraten.

Für einen Moment klang das sehr verlockend. Er hatte sich in mein Schicksal eingemischt und hatte dafür seine gerechte Strafe verdient. Die Luftschleuse würde anschließend immer noch da sein und ich könnte das hier endgültig beenden.
Der Pilot war fest entschlossen seine Vorräte zu liefern, gab mir die Wahl zwischen Luftschleuse und Azgeda Empfang und verschwand dann Richtung Cockpit.
Ich versuchte Zugriff auf Konsolen zu nehmen, allerdings waren alle gesperrt… zumindest unsere Position konnte ich bestimmen. Aber warum hatte ich das getan? Was brachte mir das? Ehe ich anfangen konnte mir weitere Gedanken zu machen - wollte ein Teil von mir auf die San Diego zurückkehren? Doch weiterleben? - begann ich Zugriff auf die Luftschleuse zu nehmen… dann erbebte das gesamte Schiff und ich wurde gegen die Wand geschleudert.
Hin und hergerissen sowie mit einem leichtem Schädeltrauma versehen – das war definitiv der einzige Grund! - entschied ich mich das Cockpit aufzusuchen. Ich musste sicherstellen, dass dieser Pilot seine Strafe erhalten würde und das konnte ich nicht wenn ich tot war.
Entsprechend verwundert und irritiert nahm er meine Ankunft auf - “Wollten Sie nicht aussteigen?” - ehe ich ihm versicherte, dass genau das mein Plan war… nachdem ich sichergestellt hat, dass er die Azgeda “sicher” erreichen würde.
Das schien ihn vorerst zum Schweigen zu bringen als er langsam realisierte, dass das gleichzeitig ein Hilfsangebot und eine Drohung war.

Gemeinsam reparierten wir das Antriebssystem und konnten das Schiff stabilisieren… der Pilot erlitt dabei allerdings schwere Verletzungen und drohte zu verbluten.
Er bestand darauf, dass er in Ordnung sei…. selbst ohne Tricorder war eindeutig, dass er in wenigen Minuten tot sein würde. Das Schiff war stabilisiert, aber das brachte mir nichts, wenn der Pilot Azgeda Gebiet nur als kalte Leiche - auch die Lebenserhaltung drohte zu versagen - erreichte. Also musste ich ihm erneut helfen. Ich holte das Medkit und stillte die Blutung, gab ihm etwas das ein Schmerzmittel zu sein schien und half ihm auf.
Er schien sein Schicksal bereits akzeptiert zu haben und wiederholte immer wieder, dass sein Tod doch genau das war was ich wollte… dass ich ihn bestrafen wollte und er das auch verdient hätte. Und natürlich wollte ich das. Aber auf seiner eigenen Brücke verbluten war zu gut für ihn. Ich musste sichergehen, dass die Azgeda ihn kriegen und bestrafen würden.

Er war stabilisiert, sein Schiff sollte bis zur Grenze zusammenhalten… also sah ich ihn ein letztes Mal an und machte mich auf den Weg zurück zur Luftschleuse… als ich aus einem Reflex heraus fragte was mit seiner Frau passiert war.
Was ich dann hörte… darauf war ich nicht vorbereitet gewesen. Seine Frau war selbst Azgeda gewesen, beide hatten gemeinsam einen Sohn gehabt… und die beiden waren von Azgeda getötet worden, weil sie Teil einer Nicht-Azgeda Azgeda Mischlingsfamilie waren. Weil die Frau es gewagt hatte einen Nicht-Azgeda zu heiraten. Sie waren nicht nur getötet, sie waren auch gefoltert worden.
Und ich begann zu realisieren, dass es für diesen Mann keine Bestrafung wäre Azgeda ausgeliefert zu werden. Es wäre eine Befreiung. Er hatte bereits die schlimmste Strafe erhalten, er hatte seine Familie verloren. Ich wusste zu gut wie sich das anfühlte.
Und ich stellte meine erbärmlichen Erklärungsversuche für das Verhalten von Azgeda schnell ein. Begann zu realisieren, dass Azgeda in dieser Geschichte, ja in dieser Galaxie, tatsächlich die Bösen waren.
Also fragte ich ihn wie er damit, wie er mit sich leben könnte. Und offenbar waren die Überlebenden, die Flüchtlinge der Kynsam, die er mit geschmuggelten Gütern versorgte alles war er noch hatte. Alles was ihm Halt gab.

Ich beschloss die Azgeda nicht über ihn zu informieren… und realisierte, dass ich ihm etwas schuldete. Er mag gegen meinen Willen gehandelt haben, aber nach seinem Denken wollte er nur helfen. Auf die einzige Art und Weise, die er konnte. Und ich schuldete ihm eine Erklärung. Also erklärte ich ihm, dass auch ich meine Familie verloren hatte. Dass ich einen Mann und eine Tochter gehabt und beide verloren hatte. Zumindest glaubte sie verloren zu haben.
Dass ich trotz allem wieder jemanden gefunden hatte… ehe mein Mann erneut auftauchte und ich auf einen Schlag beide verlor, für immer.
Und der Pilot realisierte, dass ich keine Azgeda war. Also sagte ich ihm zumindest hier die Wahrheit, dass meine Rasse quasi identisch mit den Azgeda war, aber sich in vielen Bereichen anders entwickelt hatte. Dass ich aus einer anderen Galaxie stammte. Daraufhin bat er mir den Stuhl neben sich an, was ich schnell ablehnte und erneut den Gang zur Luftschleuse antrat.

Er begann allerdings noch etwas zu realisieren, dass ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht selber eingestehen wollte: meine Ausdrucksweise, meine ganze Körperhaltung wäre nicht die von jemanden, der sein Leben unbedingt beenden wollte. Er sah noch einen Lebenswillen in mir, meinte gar er würde eine junge Frau vor sich sehen die bereit war für ihre Überzeugungen zu kämpfen – nur wusste sie bisher nicht so genau was diese waren. Vielleicht hatte er Recht. Wollte ich wirklich aufgeben, all meine Opfer umsonst sein lassen?
Ich hatte mindestens drei Chancen gehabt mich erneut in’s All zu pusten und jedes Mal habe ich die Alternative gewählt.
Der Pilot schien das zu bemerken und gab mir erneut eine „Wahl“: ich konnte mich zur Schleuse rausblasen oder ihm meine Geschichte erzählen. Meine ganze Geschichte. Bei einer Tasse der ekelhaften Heilungsflüssigkeit.
So wenig verlockend das klang, ich willigte ein, setzte mich und begann zu erzählen.
Erst Recht nachdem er versprach mir eine bessere Stätte für meine letzte Ruhe zu suchen sollte ich das nach der Erzählung immer noch wollen. Ich warnte ihn ein letztes Mal und begann meine Erzählung.

Begann mit meiner schwierigen Kindheit als Trikrun-Mensch Hybrid, wie ich zu beiden Seiten und gleichzeitig zu keiner gehörte, wie meine Mutter und ihre Kultur mich hassten und ich von meinem Vater abgeschnitten war. Wie ich bei der ersten Möglichkeit meine Heimatwelt verließ und die Akademie besuchte. Als ich den Piloten ansah wurde mir klar, wie hohl, wie lächerlich diese Worte für ihn klingen mussten… aber noch wusste er nicht was auf ihn zukam.
Ich erklärte ihm also wie ich das erste Mal halbwegs glücklich war, begann Freunde zu finden, begann meine Traumkarriere aufzubauen. Dann kam Clarke, meine erste Versetzung… alles schien perfekt.
Ehe Clarke starb… nur dass ich zu diesem Zeitpunkt noch „Liebe ist Schwäche“ als mein Lebensmotto hatte und den Tod akzeptieren konnte, schnell drüber hinwegkam und mir einen neuen Partner in Marc Harison suchte. Mit diesem eine Familie aufbaute, eine Tochter hatte. Freunde auf meine Station versetzt wurden.
Ehe Marc verschwand, meine Tochter starb und „Clarke“ – also die Android– Variante – wieder auftauchte nur um wenig später vor meinen Augen erneut zu sterben.
Zum ersten Mal seit ich meine Erzählung begonnen hatte tat der Pilot etwas Anders als zuzuhören und Getränke nachzuschütten… er atmete laut auf und fragte irritiert nach. Ob wirklich meine beiden Ehepartner gestorben, von den Toten wiederauferstanden und dann erneut „gestorben“ waren.
Er goss sich erneut etwas ein… und ich setzte meine Erzählung fort.

Wie ich anschließend seelisch, psychisch komplett gebrochen war, alles in meinem Leben verloren hatte.
Endlich begonnen hatte den Kampf gegen meine Emotionen aufzugeben nur um genau das zu bereuen.
Der Kynsam schien zu diesem Zeitpunkt schon fast genauso gebrochen wie ich, aber der krönende Abschluss sollte noch kommen.
Also erzählte ich von Tabby. Wie die unverschämteste, dreiteste, unfreundlichste Person die ich jemals kannte aus einem anderen Universum an Bord kam und mich nur provozierte und beleidigte, mich mit Marc Harison aufzog. Wie sehr ich sie gehasst und verabscheut hatte, ja fast getötet hätte… und wie ich sie wenige Wochen später geküsst hatte. Zum ersten Mal seit meinem…Tod? Quasi Tod? musste ich für einen Augenblick lächeln, konnte das aber mit dem Medikament schnell unterdrücken.
Zu diesem Zeitpunkt begann mein Gastgeber jedoch sich kynsianisches Ale einzuschenken…ich war überrascht, dass er solange durchgehalten hatte und nahm gerne selbst eine Tasse - die erste von vielen - an, ehe ich meine Story fortsetzte.
Darüber wie Tabby und ich über ein Jahr zusammen – gewesen? – waren und sie mich Dinge spüren ließe, von denen ich nicht wusste dass ich sie spüren könnte.
Wie mich jemand zum ersten Mal seit Clarke’s Tod wieder zum Lachen bringen, wieder wirklich glücklich machen konnte. Wie sie mich auch unglücklich machte, aber war das nicht der Deal den ich eingegangen? In guten wie in schlechten Zeiten, huh? In diesem Moment bemerkte ich auch, dass mein Ring wie durch ein Wunder den Flug durch’s All quasi unversehrt überstanden hatte.

Nein, das spielte keine Rolle. Es war kein Zeichen. Davon war ich überzeugt. Also setzte ich zum Schlusspunkt an: wie Marc Harison – oder eher eine abgrundtief bösartige Version von ihm – an Bord des Schiffes zurückgekehrt und uns alle bedroht hatte. Wie es keine Möglichkeit gab zu ihm durchzudringen.
Nicht zu vergessen, wie ich fast die gesamte Crew gegen mich aufgebracht hatte indem ich mich kompromisslos auf die Seite der Azgeda und nicht auf die Seite meiner eigenen Crew gestellt hatte.
Wie ich zu diesem Zeitpunkt nur noch meine Verlobte hatte, die mein Leben, meinen Willen zu überleben, an einem seidenen Faden hielt.
Ehe diese sich für ihre Forschungen entschied. Gegen mich. Und ich die Luftschleuse aufsuchte und schließlich unfreiwillig hier endete.

Die Reaktion des Piloten war so ziemlich die, die ich erwartet hatte… er konnte gerade so seine Tränen zurückhalten und bot an mehr Ale einzuschenken. Und er sagte etwas, das mir so nie in den Sinn gekommen wäre. All meine Verluste, all meine Schmerzen der letzten Jahre… es war meine eigene, deutlich schlimmere Version der Azgeda-Strafe der „1000 Schnitte“. Diese 1000 Schnitte endeten irgendwann, das hier… es wurde nur schlimmer. Ich wusste genau ich würde nie lange glücklich sein können.
Als er mich fragte wieso ich dennoch immer weiter gemacht hatte… warum hatte ich das? Vielleicht weil ich bisher nie wirklich alles verloren hatte? Ich hatte Clarke verloren, aber hatte meine Freunde auf Modas, einen guten Job, fand Marc… als ich Marc und Trinity, die Station verlor hatte ich Clarke und meine Freunde, die Crew hinter mir… zuletzt hatte ich Tabby. Zum ersten Mal hatte ich nichts und niemanden mehr. Kein Licht, das all diese Dunkelheit ausgleichen konnte,
Auch sein Sprichwort „Wenn du in der Dunkelheit wandelst, geh immer weiter. Das Licht wird dich finden, behüten und deinen Weg erleuchten“ half mir dabei nicht sonderlich weiter. Als er dann noch mit Physik und Philosophie Stunden anfing, wie Dunkelheit nie ohne Licht existieren konnte wurde es mir zu viel und ich stand auf. Verabschiedete mich von ihm.
Er erwies mir meine letzte Ehre – yu gonplei ste odon schien selbst den Kynsam ein Begriff zu sein – und fragte nach meinem Namen, sodass ich im Gegenzug auch seinen erfuhr. Er hieß Vel Lucertius und war offenbar benannt nach dem 'Ersten roemischen Legionaer, der Kynsam Land betrat“…. Auch wenn er nicht wusste was genau das heißen sollte.
Er bedankte sich für meine Gesellschaft und meinte er wäre froh gewesen jemanden an Bord gehabt der ihn nicht sofort töten wollte – wenn er wüsste.
Ich wünschte ihm alles Gute und machte mich erneut entschlossen auf den Weg zur Luftschleuse.
Ich aktivierte und starrte den Button zum Öffnen an. Begann zu überlegen, wie oft jemand wie ich eine zweite Chance im Leben erhielt. Eine Chance alle Fehler auszugleichen und neu anzufangen.

Denn diese Chance hatte ich noch. Die Crew hasste mich momentan – und je länger ich darüber nachdachte desto mehr realisierte ich, dass sie Recht hatten – aber mit all den gesammelten Informationen hier könnte ich dieses Blatt wenden. Könnte zeigen, dass ich aus meinen Fehlern gelernt hatte. Tabby und Marc waren beide noch am Leben und solange sie das waren, hatte ich sie nicht verloren. Würde ich sie nicht verlieren. Während mir die Worte von Lucertius ob ich wirklich aufgeben und alles umsonst sein lassen wollte im Kopf umherschwirrten begann ich mich zu erinnern wer ich war. Was ich war. Ich war Trikrun und Trikrun gaben nicht auf. Trikrun trauerten nicht, solange es noch eine Schlacht, eine Chance gab.
Ge smak daun, gyon op nodotaim...ai gonplei nou ste odon.

Und noch etwas kam mir in den Sinn: “When I was drowning, that’s when I could finally breathe” war eines der Zitate, die ich in Psychologie 101 an der Akademie mehrmals gehört hatte. Die mir nie mehr aus dem Kopf gingen, obwohl sie sich nicht direkt übersetzen ließen. Heute jedoch verstand ich zum ersten Mal was es bedeutete.
So dumm es klingen mag, ich musste sterben um wirklich zu leben. Um zu realisieren, dass mein Kampf noch nicht vorbei war.
Also deaktivierte ich die Luftschleuse und kehrte mit neuer Motivation in’s Cockpit zurück.
Es würde nicht einfach, nein es würde sehr anstrengend werden, aber ich würde alles dafür tun um mein Leben zurückzugewinnen. Schritt für Schritt, Person für Person.
Dafür musste ich zunächst die San Diego finden. Der Pilot zeigte mir seine Sensoren – und versuchte gar nicht sein Lächeln dabei zu unterdrücken.
Schnell fand ich die San Diego, die anscheinend Position zu halten schien. Suchten sie nach mir? Hatten sie Probleme? Aus dieser Entfernung ließ sich das nicht sagen aber ich wollte, ich musste dorthin zurück. Sobald ich konnte.
Es gab jedoch ein… es gab zwei Probleme. Zum ersten konnte dieser Frachter nicht schneller als Warp 5,9 fliegen. Sollte die San Diego also auf Warp gehen würden wir sie verlieren und sehr wahrscheinlich nicht wieder erreichen können.
Theoretisch hätten wir eine Nachricht senden können, aber mit Georgiou und Marc da draußen... wer weiß ob diese Nachricht jemals angekommen wäre, wie sie angekommen wäre. Und ob wir nicht vorher Besuch bekommen hätten.

Das weitaus größere Problem… Lucertius hatte einen Auftrag zu erfüllen. Die Flüchtlinge warteten auf die dringend benötigten Vorräte an Bord und es war nur eine Frage von zwei, vielleicht drei Tagen, bis Azgeda eine neue Blockade einrichtete. Und die ersten Flüchtlinge starben. Ich versprach ihm, dass unser Captain helfen würde, dass wir Vorräte und Technologie bereitstellen, sogar mit den Azgeda verhandeln könnten… aber seine Meinung stand. Ich hatte gesagt das hier würde sehr anstrengend werden, ich sollte Recht behalten. Und ich verstand ihn zu gut. Bewunderte ihn für seine Einstellung. Also schlossen wir eine Vereinbarung. Ich würde ihm helfen die Vorräte sicher an ihren Zielort zu bringen, anschließend würde er mich zur San Diego bringen.


Dann verschwand Lucertius hinten und ich konnte nicht anders als ihm zu folgen und zu sehen was passierte… da stand er auf einmal mit nacktem Oberkörper… komplett mit Narben übersat. Ich sah schnell, dass seine Verletzung von zuvor wieder aufgerissen war, aber diese anderen Narben… sie mussten von Azgeda stammen. Niemand sonst war zu so etwas fähig.
Und genau von diesem sollten wir schnell Besuch kriegen… die von unserem alten Freund Hadan gekauften Patrouillenrouten der Azgeda waren offenbar falsch und ein Schiff hielt Kurs direkt auf uns zu – ich hoffe nur er hat der San Diego nicht genau so einen Schrott angedreht.
Mit einem alten Frachter ohne funktionierende Schilde und mit einem einzigen Geschütz hatten wir keine Chance… ehe Lucertius mir ein Azgeda-Schwert reichte und fragte ob ich damit umgehen könnte. Oh, wenn ich etwas konnte…
Ich bezog Position an der Stelle, an der Azgeda seine Andockklammern platziert hatte.
Laut Sensoren waren 15 Krieger an Bord und Lucertius begann bereits sich Sorgen zu machen wie ich keine Chance hätte. All das Ale, die Nachwirkungen des Lichts, mein genereller Zustand… er sollte bald eines Besseren belehrt werden.
Die ersten drei Azgeda konnte ich problemlos überraschen und ausschalten, ehe die nächsten vier auf einmal hereinsprangen. Es war ein langer und harter Kampf, aber letztlich blieben nur noch vier Azgeda stehen. Zu diesem Zeitpunkt kam der gute Pilot auf die intelligente Idee selbst in den Kampf einzugreifen… nach zwei Fehlschüssen gelang es ihm schließlich einen Azgeda zu neutralisieren, ein anderer konnte ihn jedoch von der Seite anheben und begann ihn zu würgen.
Die anderen beiden Azgeda rissen mir mein Schwert weg, allerdings konnte ich einem der beiden mein Hypo auf den Kopf schlagen – danke, Ms. Hawkins – und am zweiten vorbeistürmen um den Azgeda, der Lucertius hielt mit seinem eigenen Schwert niederzuschlagen, ehe ich nach Lucertius‘ Waffe griff und den letzten Azgeda niederschoss. Das nur noch mit dem Piloten besetzte Schiff zog sich anschließend zurück. Wir verschwanden so schnell wir konnten und begannen unsere Verletzungen zu heilen.

Drei fast ereignislose Tage später erreichten wir das Phizam System und setzten zur Landung an.
Ohne Blockade oder andere Zwischenfälle konnten wir problemlos landen und mit dem Verteilen der Güter beginnen. Noch immer leicht angeschlagen und vor allem betrübt bemerkte Lucertius, dass es beim letzten Mal mehr Flüchtlinge waren. Ohne ihn jedoch wäre es noch weniger… vielleicht gar keine.
Ich lehnte mich an ein Schott und betrachte wie eine Reihe von Kinder, aber auch Erwachsenen, hereinstürmten, freudestrahlend Güter entgegen nahmen und den Piloten umarmten. Sie hatten alles verloren, waren abhängig von einem einzelnen – in den Augen der Azgeda – Kriminellen, der jederzeit gefangen genommen werden könnte. Und dennoch waren sie zufrieden. Wirkten in diesem Augenblick glücklich.

In diesem Moment fühlte ich mich zum ersten Mal seit Langem, vielleicht zum ersten Mal überhaupt wirklich am Leben; selbst auf mich alleine gestellt war ich plötzlich und unerwartet wahrhaft lebendig. Ja, ich liebe Tabby, ich will sie, ich will Marc, ich will Freunde wie Commander Tucker und sogar Lieutenant Hawkins in meinem Leben und ich werde für sie alle kämpfen. Aber ich wusste jetzt, ich brauchte sie nicht zum überleben. Mir wurde klar, dass ich überleben würde, überleben wollte, egal was passierte. Dass ich vielleicht nie mehr so glücklich sein würde wie ich es einst war, aber dennoch genug Dinge, genug Personen hatte. Auch mit kleinen Dingen zufrieden sein könnte.

All das gesagt war die Wahrheit jedoch auch, dass ich mir vor einigen Tagen nichts Traurigeres vorstellen konnte, als irgendeinen Teil meines Lebens nicht mit Tabby zu teilen. Und wenn ich ehrlich war, ging es mir auch heute zumindest in dieser Hinsicht nicht viel anders.
Eine Verbindung wie zwischen uns ist selten und kann, darf nicht einfach aufgegeben werden, das verstand ich jetzt. Und hatte ich mich nicht gerade auch wegen ihrer Art in sie verliebt? Nun wollte ich sie auf einmal ändern?
Ich wusste, dass dies etwas Besonderes war und dafür wurde ich kämpfen, selbst wenn dieser Kampf gegen Tabby selbst war. Ich hatte von ihr Dinge erwartet die sie nicht leisten konnte. Statt alle um mich herum zu verändern war es Zeit, dass ich mich selbst, meine eigenen Einstellungen änderte. Dank Vel hatte ich einen großen Schritt in diese Richtung gemacht. Ein Mann, den ich vor einer Woche nichtmal kannte hatte mir geholfen mehr über mich und mein Leben, meine Fehler zu verstehen als vielleicht jeder andere zuvor. Nun musste ich „nur“ noch das Beste daraus machen. Wirklich daraus lernen, an mir arbeiten… und hoffen dass es nicht zu spät war.

Noch hatte ich Tabby nicht verloren, noch hatte ich niemanden wirklich verloren. Ich würde um sie alle kämpfen. In diesen Gedanken versunken verpasste ich wie die letzten Vorräte verteilt wurden und die Flüchtlinge das Schiff verließen, wir waren wieder allein.
Und kaum waren die letzten von Bord wurde Vel’s Gesichtsausdruck düsterer… „das wird nicht immer funktionieren“. Er hatte Recht. Vielleicht morgen, vielleicht nächste Woche, vielleicht nächsten Monat, irgendwann würde Azgeda ihn finden, fangen und töten. Und damit die Flüchtlinge ebenso.
Es wurde also Zeit für einen neuen Plan. Ich erinnerte ihn an unseren Deal und schlug erneut vor mit unserem Captain zu verhandeln.
Damit war er jedoch nicht so ganz einverstanden… wir wussten nicht genau, ob sich das Schiff noch dort befindet – und Position halten würde bis wir eintreffen – geschweige denn ob wir mit der immer weiter versagenden Lebenserhaltung in einem Stück dort ankommen würden.
Also schlug er einen eigenen Plan vor...etwas das mir ganz und gar nicht gefiel. Ich hatte ihm, der definitiv alles andere als ein Kämpfer war, mit meinem erfolgreichen Kampf gegen die 15 Azgeda – unwissentlich – gezeigt, dass man manchmal für seine Überzeugungen kämpfen musste. Er wollte einen nahegelegenen Azgeda-Raumhafen angreifen und eines ihrer Schiffe erbeuten, mit welchem wir die Flüchtlinge evakuieren und verschwinden könnten.

So weit so gut… aber wie sollten wir – zwei Personen, eine davon ohne jedes Kampftraining,mit einem alten Frachter – ein Azgeda Kriegsschiff übernehmen können? Mit „Wir werden wahrscheinlich dabei draufgehen“ hatte er die Situation schon recht gut beschrieben. Als ich realisierte, dass es keinen Weg gab ihm das auszureden, seine Überzeugung im Gegenteil nur stärker wurde willigte ich schließlich ein ihn zu begleiten.
Und hatte ich eine Wahl, wenn ich auf die San Diego zurückkehren wollte? Wichtiger noch, was er hier tat, was er vorhatte war wichtig. Und es war richtig. Zu lange hatte ich nur an mich selbst und meine eigenen Vorteile gedacht, es wurde Zeit anderen zu helfen.

Wir setzten also Kurs auf die nächste Azgeda Raumbasis und ich lobte Vel für alles was er vorhatte, was er tat. Er war sichtlich überrascht und musste natürlich direkt anmerkte, dass dies vor drei Tagen noch deutlich anders geklungen hatte.
Und wenn ich ehrlich war… ich war selbst überrascht wie schnell ich meine Meinung geändert hatte. Aber vor drei Tagen war er jemand, der mich gegen meinen Willen zurück in’s Leben geholt hatte, heute war er jemand der mir wichtige Lektionen beigebracht hatte. Wichtiger noch, er war jemand der sich kompromisslos für andere, für schwächere einsetzte und nicht aufgab. Das musste ich respektieren. In wenigen Stunden werden wir die Azgeda-Basis erreichen und der interessante Teil des Plans beginnt.

Ich hatte hier also - vielleicht durch Wissenschaft, vielleicht durch Magie, vielleicht durch beides - eine zweite Chance erhalten und ich würde diese nutzen.
Angefangen mit der Befreiung und Evakuierung dieser Kynsam Flüchtlinge, dann mit meiner Rückkehr auf die San Diego.

=/\= Fortsetzung folgt

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

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Jaesa Hawkins (27.07.2019)

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Monday, July 29th 2019, 10:31pm

IRP vom 29.07.2019

IRP vom 29.07.19; 19:15 bis 21:15; rpg_dy_100a, taren-a2
Lexa Griffin / Echo / Nia, Vel Lucertius ; Wachen

Persönliches Computerlogbuch
Lexa Griffin

Es gab einige unerwartete Komplikationen - und unerwartete Verbündete - aber im Großen und Ganzen war der heutige Tag ein voller Erfolg. Wir konnten ein Schiff erbeuten und werden in wenigen Tagen die San Diego erreichen. Der Weg dahin… er verlief alles andere als erwartet.
Entgegen selbst meiner besten Erwartungen gelang es uns unerkannt nahe des Azgeda Raumhafens zu stoppen und mit EVA Anzügen an Bord zu gelangen.
Kaum beachtet unter den Unmengen an Personen an Bord konnten wir uns an Bord eines Azgeda Schiffes schmuggeln und die Antriebssequenz starten… dann jedoch wurde es schnell kritisch.
Keiner von uns beiden wusste wie lange die Startsequenz bei Azgeda Schiffen dauerte, mit zehn Minuten hatten wir nicht gerechnet.
Während Unmengen an Azgeda Kriegern von der Luftschleuse und anderen Bereichen der Station aus das Feuer auf unser Schiff eröffneten schienen diese zehn Minuten eher wie Stunden. Wochen.
Letztlich gelang es uns zu starten, allerdings nicht bevor die Luftschleuse gebrochen werden konnte und über 100 Azgeda an Bord kamen. Ich positionierte mich am einzigen Zugang zur Brücke, wo ich einige neutralisieren konnte ehe mich eine ihrer widerlichen Bestien anfiel, welche Vel nach Abschluss der Startsequenz niederschoss und mich zurück auf die Brücke brachte.
Dort angekommen schlug er vor das Brückenschott zu verriegeln und im Rest des Schiffes alle Schleusen zu öffnen.
Dank der einfachen Bauweise von Azgeda Schiffen gelang es uns so tatsächlich alle bis auf zwei Krieger in’s All zu pusten.

Die Situation schien geklärt… ehe wir die Sensoren betrachteten. Fünf Schiffe hatten die Verfolgung aufgenommen und wir mussten an die absoluten Grenzen des Schiffes gehen, um diese für den Moment abschütteln zu können.
Wir konnten durchatmen… was sich schnell als großer Fehler herausstellte. Einer der überlebenden Azgeda konnte eine Gasgranate auf die Brücke werfen, welche Vel - Held wie er immer sein musste - unter seinem Körper begrub. Ich versuchte ihm aufzuhelfen wurde dabei allerdings von einem heranstürmenden Azgeda von hinten niedergeschossen.
Einige Zeit später, es mögen Minuten oder Stunden gewesen, wurde ich unsanft von einem Azgeda geweckt, der mich an den Haaren packte und auf einen Stuhl zerrte.
Erst nach und nach erkannte ich die Situation. Vel saß gefesselt auf einem der anderen Stühle und sah mich besorgt an, um uns herum standen die beiden überlebenden Azgeda, einer davon hielt einen großen Hammer in der Hand.
Vel hatte die Kontrollen gesperrt und die Azgeda saßen nun mit uns hier fest… was sie nicht sonderlich gut fanden. Ehe ich wusste was passierte schlug einer der Azgeda mir in’s Gesicht, während der zweite meine Hand nahm und mit dem Hammer zuschlug.
Ich habe selten Schmerzen wie diese erlebt, aber versuchte so gut es ging mir nichts anmerken zu lassen und fragte ob das wohl schon alles sei.

Vel hingegen wurde immer unruhiger und flehte die Azgeda förmlich an mich in Ruhe zu lassen. Er hätte mich gezwungen das Schiff zu starten und ich hätte nichts damit zu tun… ob er für einen Moment selbst glaubte, dass er in der Lage wäre eine Azgeda zu irgendwas zu zwingen?
Die beiden Wachen jedenfalls glaubten es nicht und brachen in langes Gelächter aus. Das führte nur dazu, dass beide näher kamen und noch mehr stanken als sowieso schon… als einer mir dann noch etwas in’s Ohr flüsterte… das war schlimmer als jede Folter.
Einer der Azgeda wollte den Hammer schon an meiner zweiten Hand testen, ehe Vel ihn beleidigte und dafür mitsamt Stuhl umgetreten wurde. Anschließend wurde ich in die Decon geschleppt und Vel sollte zusehen.
Ich weiß nicht was genau eine Decon auf einem Azgeda Schiff tun soll, aber ich habe Schmerzen gefühlt die nicht vorstellbar sind. Immer wenn ich dachte es würde vorbei gehen ließen sie für einen Moment nach nur um doppelt so schwer zurückzukommen.
Vel flehte über die Com erneut aufzuhören… ehe er plötzlich hinter der Wache stand und auf ihn zustürmte. Leider hatte diese ihre Hände gerade an den Kontrollen, sodass offenbar die nächste Stufe aktiviert wurde.
Ich begann überall zu bluten und kurz danach wurde alles schwarz… ich sah gerade noch wie Vel wie ein Verrückter mit seinem Koffer auf die bereits bewusstlose Wache einschlug.

Kurz darauf kam ich in seinen Armen wieder zu mir und hörte nur ein “Nicht schon wieder”... ob er beim Tod seiner Frau selbst dabei gewesen war? Zusehen musste?
Es gelang ihm zwar mich etwas zu behandeln und meine Blutungen zu stoppen, ich konnte allerdings kaum stehen, geschweige denn mich bewegen.
Das Schiff war inzwischen unter Warp gegangen - war Vel gebrochen worden und hatte es ihnen gesagt oder hatten die Azgeda selbst eine Lösung gefunden? Jetzt werde ich es wohl nie erfahren - und eine alte Bekannte kam die Treppen herunter.
Captain Echo stand plötzlich vor uns, umringt von jeder Menge neuer Wachen.
Zu meiner großen Überraschung griff diese uns nicht direkt an, im Gegenteil senkte sie die Waffen ihrer blutrünstigen Wachen und fragte uns wer wir seien. Was wir mit diesem Schiff wollten.
Vel stellte sich schützend vor mich, sodass Echo einen Moment brauchte um mich wiederzuerkennen.
Dann jedoch ließ sie uns beide zurück in die Decon führen… ich schloss bereits - erneut - mit meinem Leben ab, ehe sie den Bildschirm aktivierte und uns Aufnahmen zeigte.
Aufnahmen von Admiral Pike’s Verhör, seiner Folter und seiner Bestrafung.
Zunächst genoss ich das Video, freute mich über jeden Schlag und Tritt, den Pike für seine rassistischen Aussagen kassierte. Je länger die Aufnahme jedoch ging und so brutaler die Azgeda wurden, desto mehr begann ich etwas zu realisieren. Lieutenant Hawkins, die Crew der San Diego… sie alle hatten Recht gehabt. Niemand hatte so eine Behandlung verdient, nicht einmal Admiral Pike.
Pike war ein Monster und hatte den Tod verdient, aber…. Nicht so. Monster mit noch schlimmeren Monstern zu bekämpfen hilft niemandem. Vor allem nicht den Unschuldigen drumherum.
Vel’s geschockter Gesichtsausdruck bestärkte diese Ansicht nur noch.
Nach Ende der Aufnahme drohte uns Echo wir würden genauso enden wenn wir ihre Fragen nicht beantworten. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, ich würde mir das einbilden aber mit allem was hinterher passierte… ihr war anzusehen, dass sie eine friedliche Lösung wollte. Dass sie hoffte, wir würden ihre Fragen beantworten.
Vel wollte natürlich erneut den Helden spielen und bot an Azgeda dürfte ihn foltern so viel sie wollten wenn sie mich vorher gehen ließen… Echo allerdings war überzeugt davon, dass ich die wertvolle Gefangene war. Und sie wollte Antworten. Woher ich die Sprache der Azgeda kannte, woher Skaikru wirklich stammte und Vel fragte direkt nach was uns erwarten würde wenn wir ehrlich antworten und sie versprach wir dürften gehen.

Ich weiß nicht warum, aber ich glaubte ihr. Also stimmte ich zu. Sie öffnete die Türen und ich erklärte ihr alles. Woher ich Trigedasleng kannte, dass Trikrun und Azgeda offenbar gleich Vorfahren hatten, wofür Skaikru wirklich stand und was wir hier draußen wollten.
Sie schien das zu akzeptieren und wandte sich dann Vel zu…. Als sie seinen Namen hörte zuckte sie zusammen.
Mir war klar, dass er unter den Azgeda als Schmuggler und Krimineller verschrien war und das war ein Teil von Echo’s Reaktion. Aber da war noch etwas Anderes, etwas… Persönlicheres zwischen den beiden. Es sollte nicht lange dauern, bis ich erfuhr was genau.
Ehe Echo jedoch antworten konnte, knieten alle Wachen und sie selbst nieder… und eine hässliche Kreatur betrat den Raum. Es dauerte einen Moment und einige “Meine Königin” Ausrufe, bis ich realisierte dass es sich um Azgeda Königin Nia handeln musste.
Offenbar hatte auch sie von unserem Diebstahl gehört und wollte sich selbst ein Bild machen… sie warf Echo vor schwach zu sein, erklärte sie sei enttäuscht und würde Echo eine letzte Chance geben zu zeigen auf welcher Seite sie stand.

Dann wandte sie sich uns zu…. Und verurteilte uns beide kurzerhand zum Tod durch 1000 Schnitte.
Und ja, wir hatten fast hundert Azgeda Krieger getötet und eines ihrer Schiffe gestohlen.. Vel über Jahre Vorräte gestohlen und geschmuggelt. Aber nichts hiervon schien mehr angemessen. Wir hatten keine Wahl gehabt. Und diese Königin war nicht nur blutrünstig, sie war auch eiskalt.
Sie verschwand dann so schnell sie eingetroffen war und ließ uns allein.
Am nächsten Morgen wurden wir geweckt und sollten zur Tötung geführt werden… ich versuchte ein letztes Mal auf Echo einzureden, sie zu erinnern, dass sie eine Wahl hatte und wir eine Vereinbarung getroffen hatten.
Sie schien sich unsicher zu sein, also redete ich weiter auf sie ein… bis sie mir plötzlich ihre Waffe reichte. Ohne zu zögern schoss ich die anderen Wachen im Raum nieder und dankte ihr. Echo reichte Vel dessen eigene Waffe, welche er ihr prompt an die Stirn hielt.
Und plötzlich verstand ich, noch bevor er Echo alles vorwarf. Sie war diejenige gewesen, die seine Familie gefangen, gefoltert und getötet hatte.
Vel hielt ihr seine Waffe immer fester an die Stirn, aber Echo wich nicht zurück. Stattdessen gab sie ihm die Erlaubnis abzudrücken, wenn er sich damit besser fühlen würde - machte ihm allerdings auch klar, dass er das nicht tun würde.
Und sie hatte Recht. Ich war beim Tod von Adrian Chase dabei und nicht für einen Augenblick ließ sein Tod mich besser fühlen, nicht über all die Opfer die wir dafür bringen mussten, all die Personen und Freunde die wir verloren hatten.
Nach einigen Augenblicken ließ Vel dann seine Waffe auch sinken.

Echo entschuldigte sich leise und bot uns an das Shuttle zu nutzen welches zwei Decks unter uns war… dafür blieb allerdings keine Zeit, die Königin hatte bereits weitere Verstärkung an Bord gebracht.
Also gingen wir auf die Brücke, verriegelten diese erneut und stellten im Rest des Schiffes den Sauerstoff ab - zumindest schien es auf den Sensoren der Königin so.
Nia rief Echo und ihre Soldaten zurück und kaum waren die Angriffsshuttles gestartet sprangen wir auf Warp und wurden zum Glück nicht weiter verfolgt.
Wir setzten Kurs auf die San Diego und sollten in wenigen Tagen dort eintreffen.

Echo… ich habe das Gefühl unsere Wege haben sich nicht zum letzten Mal gekreuzt. Mit etwas Glück kann ihr es gelingen eine Art Widerstandsbewegung gegen Königin Nia und ihre brutalen Methoden zu entwickeln. Als Sternenflottenoffizier werde ich mich dort nicht einmischen dürfen, aber sollte es die Situation erfordern… es lassen sich immer Wege finden. Wir müssen sicherstellen, dass Echo Erfolg haben wird.
Und Vel… er schien erneut gebrochen. Ich sprach ihm Mut zu und versicherte, dass er das richtige getan hatte, aber er saß einfach nur da und starrte in’s Nichts. Ich hoffe das wird ihn nicht noch mehr verfolgen.


*Einige Tage später*


Vel ist tot. Egal was sonst heute passiert ist - und es ist sehr viel passiert, sehr viel mit dem ich niemals gerechnet hätte - das wird meine Erinnerung an den heutigen Tag immer prägen.
Wir kannten uns nicht einmal zwei Wochen, aber er hat mich mehr geprägt, mir mehr beigebracht als Menschen die mich ein Leben lang begleitet haben.
Ich werde ihn und sein Opfer ehren, indem ich daraus lerne. Indem ich heute besser handle als gestern. Und morgen besser als heute. Indem ich anderen helfe, egal wie hoch der Preis sein mag.

Dass er überhaupt sterben musste.. Es war unnötig. Wir hatten bereits die schlimmsten Gefahren gemeistert, hatten die Azgeda Folter überlebt und dann… es war ein Tag zum Vergessen. Dabei lief zuvor alles nach Plan…. Wo haben wir Fehler gemacht? Wie konnte das passieren?

Nach fast einer Woche auf Warp waren wir heute nur noch wenige Stunden von der San Diego entfernt. Ich kam leicht verschlafen auf die Brücke, wo Vel bereits am Fenster stand und hinausstarrte. Wir waren unter Warp gegangen und ich wollte nachfragen warum… als ich den Planeten sah.
Im ersten Moment sah er nicht besonders aus, dann jedoch erkannte ich seltsame, metallene Strukturen. Kybernetisch? Und die Sensoren zeigten schwache Vex-Signaturen an.
Vex! So nah an der San Diego. Mein erster Instinkt war die San Diego zu warnen, aber für den Moment schien alles sicher zu sein. Dann wollte ich so schnell wie möglich verschwinden… ehe uns eine einzelne humanoide Signatur auf dem Planeten angezeigt wurde.
Wir mussten helfen. Wenn ich etwas gelernt hatte, dann das. Vel selbst schien da nicht mehr ganz so sicher zu sein, stimmte aber letztlich zu und wir landeten das Schiff - wenn ich nur auf seine nicht ausgesprochenen Zweifel gehört hätte.
Wir hätten einen anderen Weg finden können um zu helfen! Irgendwie...er hatte das alles nicht verdient.

Nach der Landung mussten wir einige Berge erklimmen, ehe wir schließlich eine Höhle erreichten, eine Art Labyrinth… weniger als eine Minute später stand bereits ein Vex vor uns… wir waren definitiv richtig. Nach einem kurzen Scan ließ dieser uns allerdings wieder zurück und verschwand.
Es wurde Zeit das Lebenszeichen zu finden und hier zu verschwinden ehe der Vex seine Meinung änderte.
Nach einer halben Ewigkeit in einem Labyrinth voller Magma und eingestürzter Korridore sowie jeder Menge kybernetischer Komponenten - die Vex waren fleißig gewesen - fanden wir das Lebenszeichen schließlich.
Eine einzelne Person kauerte hinter einem Vex, in sich zusammengezogen und kaum zu erkennen.
Sie schien laut dem Tricorder gesund, keine äußeren Verletzungen… ihre Körpersprache sagte etwas Anderes.
Dann hörte sie meine Stimme, sah mich an… und ich fiel vor Schreck fast in Ohnmacht.
Hätte ich fast dieselbe Situation nicht schon einmal erlebt, ich hätte es für unmöglich gehalten.
Ich rekalibrierte den Tricorder um sicherzustellen, dass das wirklich ein Mensch war… und das war sie.
Nicht irgendein Mensch, Lieutenant Clarke Griffin saß vor mir.
Sie schien mich ebenfalls wiederzuerkennen, konnte allerdings weder sprechen noch irgendwie anders reagieren.
Ich half ihr auf und machte mich auf den Weg zur anderen Seite des Raumes… als die Vex ein Portal öffneten und jede Menge Vex alle Waffen feuernd hindurchströmten. Wir erwiderten das Feuer, aber unsere Waffen waren nutzlos gegen die Vex Schilde.

Vel bestand darauf uns Deckung zu geben also trug ich Clarke zur anderen Seite des Raumes und wartete auf ihn… Vel jedoch war fest entschlossen zurückzubleiben und unsere Flucht abzusichern.
Ich weigerte mich ihn zurückzulassen, schrie ihn an er sollte uns folgen… ehe der Korridor kollabierte und wir getrennt wurden.
Ich versuchte verzweifelte die Felsen aus dem Weg zu räumen, aber es war nutzlos. Und sein Opfer konnte, sein Opfer durfte nicht umsonst sein, egal wie sehr ich ihn nicht zurücklassen wollte.
Also nahm ich Clarke, kehrte zum Schiff zurück und startete unter schwerem Beschuss den Anstieg… kaum hatten wir den Orbit erreicht und waren in Sicherheit registrierten die Sensoren eine schwere Explosion… das gesamte Höhlensystem war kollabiert, es gab keinerlei Lebenszeichen mehr… ich wollte das nicht wahr haben, rekalibrierte mehrmals die Sensoren, aber als sich mehrere Azgeda Kriegsschiffe näherten hatte ich keine Wahl als den Orbit zu verlassen und Kurs auf die San Diego zu setzen.

Vel hatte sein Leben gegeben, um mich, um Clarke zu retten. Wir würden ihn nicht vergessen. Und ich würde sicherstellen, dass niemand sonst ihn und erst Recht nicht das Phizam System vergisst.
Ich hatte regelmäßigen Kontakt mit Echo vereinbart und sie würde sicherstellen, dass die Flüchtlinge dort versorgt werden. Das war das Mindeste, was sie tun konnte.

Sobald ich in wenigen Stunden die San Diego erreichen werde ich auch Captain Paris darüber informieren. Und über unsere neuen Verbündeten im Azgeda Raum.
Und ich hoffe unsere Mediziner können Clarke helfen… seit unserem Abflug hat sich ihr Zustand nur weiter verschlechtert. Ein drittes Mal werde ich sie nicht verlieren.

Nicht nach allem was heute bereits passiert ist.

Yu gonplei ste odon, Vel Lucertius

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

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Jaesa Hawkins (29.07.2019)

Lt. Lexa Griffin

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31

Monday, August 12th 2019, 2:35am

Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego:

Vier Stunden, 47 Minuten. Meine Rückkehr auf die San Diego war deutlich kürzer ausgefallen als erwartet. Ich habe keine Party und kein Willkommenskomitee erwartet, selbst meine niedrigen Erwartungen wurden jedoch unterboten. Und es gab noch mehr Probleme, als ich mir hätte erträumen können.
Die Begrüßung dagegen… bis auf wenige positive Ausnahmen war es die Begrüßung die ich erwartet habe, inklusive Sicherheitseskorten, böser Blicke und noch böserer Worte. Mit einem Handtuch werfenden Koch zumindest hatte selbst ich nicht rechnen können. Ab und zu schaffte es dieses Schiff tatsächlich noch mich zu überraschen, auch wenn es meistens negativ war. Nichts von all dem wird jedoch Bestand haben.

Es war zwei Tage her, dass ich Clarke gefunden und Vel Lucertius verloren hatte. Es gab keine Spur von weiteren Vex Signaturen, abgesehen von dem was ich vom Planeten bergen konnte. Auch Azgeda hatte die Jagd aufgegeben und so erreichte ich heute endlich wieder die San Diego. Wow, ich hätte nicht gedacht diesen Satz noch einmal aussprechen zu können, erst Recht nicht mit “endlich”.
Während ein Außenteam der San Diego - sehr erfolgreich, wie ich später erfahren sollte - mit der Kynsam Königin, ihrem Konsul sowie einigen Gelehrten verhandelte und viel neues erfahren konnte, überlegte ich mir einen Plan wie ich auf die San Diego zurückkehren könnte.
Natürlich hätte ich einfach einen Kanal öffnen und mich vorstellen können, aber wer hätte das geglaubt? Wir hatten schon vorher mit Doppelgängern, Androiden und Klonen zu tun und spätestens nach Marc’s Behandlung auf der San Diego zuletzt wusste ich wie schnell die Crew auch alte Freunde vergessen konnte - nicht, dass ich jemals wirklich viele Freunde an Bord hatte. Wie Marc hielt die Crew mich für tot und hatte keinen Grund etwas Anderes zu denken.
Es gab jedoch noch ein größeres Problem: Clarke. Wäre ich alleine gewesen, ich wäre das Risiko eingegangen. Clarke allerdings hatte keine Zeit mehr, jede Minute zählte. Und ich wusste wie sehr Captain Paris und Commander Mowraq es liebten Dinge unnötig in die Länge zu ziehen.
Also folgte ich dem Schiff nach dem Abflug von der Kynsam Heimatwelt getarnt und beamte bei erster Gelegenheit direkt in die Messhall, während Clarke gleichzeitig auf die Krankenstation gebeamt wurde.
Dass direkt Waffen gezogen, Tricorderscans durchgeführt und Fragen gestellt werden würden - wer war ich, wie kam ich an Bord, was war passiert - hatte ich erwartet und dafür geplant. Dass ich zu meiner eigenen Trauerfeier beamen würde… es war das letzte woran ich gedacht hatte.
Und es war emotional, in jeder Hinsicht. Während Camina ihr Glück kaum fassen konnte und erstarrte war der Rest der Crew - allen voran Lieutenant Jaesa Hawkins - wenig begeistert von meiner Rückkehr.

Natürlich wurde sofort ein Eindringlingsalarm ausgerufen, die Messhall von Sicherheitsoffizieren geflutet und es wurden Antworten verlangt. Doktor Vadiye konnte bestätigen, dass ich “ich” war, kein Doppelgänger aus dem Spiegeluniversum, kein Klon, definitiv kein Founder oder 8472. Das schien die Lage ein wenig zu entspannen und Captain Paris ließ sich sogar dazu hinreißen seine Crew - unsere Crew - darauf zu verweisen, dass man so “ein Familienmitglied” zurück bekommen könnte. Ich erzählte in Kurzfassung was passiert war, wie ich nach über einer Woche tot im All gefunden und wiederbelebt wurde. Doktor Vadiye bestätigte auch, dass meine Zellstruktur offenbar ähnlich der von vielen Kynsam verändert wurde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ich jetzt weiß… nicht nur die Königin, sondern viele Kynsam benutzten das “Licht” um länger leben zu können.

Das war jedoch alles schnell vergessen, als Jaesa Hawkins das Vex-Gerät in meiner Hand sah und erneut etwas Unruhe aufkam.
Und sie hatte Recht damit, dass eine Explosion dieses Gerätes nicht nur mich endgültig töten würde, sondern auch den Rest des Crew. Deshalb hatte ich vorgesorgt. Dennoch reichte ich ihr sofort die Technologie und ließ Commander Tucker und den wie immer super gelaunten Andorianer diese analysieren.
Ich informierte Captain Paris anschließend über mein Zusammentreffen mit den Vex und die letzten Entwicklungen inklusive einer möglichen Rebellion unter unserer alten Bekannten Captain Echo im Azgeda-Raum; im Gegenzug erhielt ich erste Informationen zum Zusammentreffen mit den Kynsam, dass einige Kynsam wie unser derzeitiger Gast gar telepathisch waren und in die Zukunft sehen konnten. Ich erfuhr auch, dass Azgeda den Waffenstillstand offenbar temporär gebrochen hatte. Spätestens nach meinem letzten Zusammentreffen zeigte mir das nur noch deutlicher, dass Azgeda in der jetzigen Verfassung kein zuverlässiger Partner sein konnte.
Dann bat ich den Captain um Erlaubnis die Trauerfeier leicht abändern zu dürfen.
Statt mir sollten wir jemand Anderem gedenken. Vel Lucertius. Mir war klar, dass niemand außer mir ihn kannte oder je kennen würde, aber meine Geschichte schien nicht ganz auf taube Ohren zu stoßen. Mit dem Versprechen an den Captain und Hawkins mich direkt im Anschluss - wie bereits von beiden gefordert - unter Sicherheitseskorte auf der Krankenstation zu melden gelang es mir schließlich alle zu überzeugen und ich begann eine Rede wie stark, mutig, überzeugend Vel gewesen war.
Wie er nie aufgegeben hatte und mich dazu gebracht hatte dasselbe zu tun. Mich verändert hatte. Ich würde ihn nie vergessen und ich hoffte ein Teil der Crew würde das ebenfalls nicht.
Ich nahm ein abgerissenes Stück seiner Uniform, setzte dieses in einer Pfanne in Brand und begann das Trikrun Beerdigungsritual.
Raun faya, oso wada klin laudnes-de kom fotaim.
Der Koch war davon allerdings wenig begeistert und verschwand wütend. Meine Rückkehr auf die San Diego war in diesem Moment ein ganzes Stück unschöner geworden. Nicht nur hatte ich noch ein Crewmitglied verärgert, ich hatte mir selbst auf absehbare Zeit Mr. Doval’s Küche entzogen.

Wie versprochen machte ich mich anschließend dennoch und unter schwerer Eskorte auf den Weg zur Krankenstation, wo ausgerechnet Abby bereits wartete.
Nachdem ich ihr die Situation erklärt hatte und ihr versicherte, dass ich dieses Mal wirklich “ihre” Clarke zurück gebracht hatte beorderte sie die Sicherheit nach draußen und umarmte mich. Zum ersten Mal am heutigen Tage fühlte ich, dass es die richtige Entscheidung war zurück zu kehren. Für Clarke, aber auch für mich.
Doktor Vadiye und ihr Team hatten kurz darauf eine erste Operation beendet und es sah okay aus. Nicht gut, aber auch nicht mehr schlecht. Clarke war für den Moment stabilisiert und außer Lebensgefahr, sie sollte bald aufwachen. Noch wusste niemand was genau sie an Verletzungen erlitten hatte was eine genaue Behandlung unmöglich machte - zumindest war sie aber stabil. Ich gab Clarke und Abby nach Clarke’s Aufwachen dann einige Minuten alleine, welche Doktor Vadiye gleich nutzte um auf meine Hand hinzuweisen. Der Azgeda-Hammer hatte ganze Arbeit geleistet, sämtliche Knochen gebrochen und mehrere schwere Blutungen ausgelöst. Durch die Schmerzmittel und den Druckverband spürte ich kaum etwas, allerdings klang nichts davon beruhigend.

Nach einer Behandlung mit dem Dermal Regenerator und einigen mir unbekannten Geräten kamen wir schließlich zum eigentlichen Themen: meine seelische Gesundheit. Doktor Vadiye mochte Brüche, Wunden und sonstige Blessuren problemlos heilen können, nichts würde helfen wenn ich morgen wieder in der Luftschleuse stehen würde.
Und ich verstand sie. Wie konnte ich nicht? Sie wusste nicht, welche Transformation ich in den letzten zwei Wochen durchgemacht hatte, wusste nicht dass ich nicht mehr diese Person war.
Also protestierte ich nicht, als sie mir einen Monitor anlegte, welcher meine Lebenszeichen und meinen Aufenthaltsort jederzeit an den diensthabenden Arzt übermittelte. Und sie stellte bereits in Aussicht, dass Ms. Hawkins weitere Maßnahmen bereit hielt… ich konnte es kaum erwarten.
Dann winkte Abby mich zu sich und ich sah, dass Clarke sich im Bett bereits wieder zum Sitzen aufgerafft hatte.
Abby ließ uns alleine und ich hatte eines der extremsten Deja-Vus. Clarke und ich, alleine, auf einer Krankenstation… nachdem wir beide quasi schon tot waren. Alles schien wie früher und doch hatte sich alles verändert.
Sie war natürlich noch sehr angeschlagen, sodass ich ihre Hand nahm und versuchte sie zu beruhigen. Sie sollte sich schonen, Kräfte für ihre Genesung sammeln.
Stur wie sie schon immer gewesen war hörte sie natürlich nicht und begann wie froh sie war mich wiederzusehen. Ehe ich wusste was passierte fragte ich sie wo sie gewesen war, was all die Jahre passiert war.
Offenbar war sie vor knapp drei Jahren tatsächlich gemeinsam mit den anderen Gefangenen von Commander Marcus Kane befreit worden. Während des Fluges jedoch wurde auf einmal alles schwarz und sie wachte in einem anderen, leeren Shuttle auf.
Irgendwie gelang es ihr ihre Verfolger abzuschütteln und sie konnte Station Modas erreichen… gerade rechtzeitig um zu sehen wie sich ein Portal öffnete und die Captain’s Yacht von Marc Harison hindurchflug. Dasselbe Portal, aus dem wir einen Vex als Besucher erhalten sollten hatte Clarke anscheinend in die Andromeda-Galaxie gebracht. Dort hatte sie sich all die Jahre versteckt, ehe sie vor wenigen Wochen gefunden und von den Vex seither gejagt wurde.
Ich konnte nicht beginnen mir vorzustellen was für ein schreckliches Leben das gewesen sein muss. Alleine, ständig gejagt, ohne irgendeine Hoffnung.

Ich versuchte ihr Mut zu machen als sie plötzlich meinen Ring sah und ihre Hand instinktiv zurück zog - es war nicht “unser” Ring und sie wusste sofort was passiert war. Sie schien weder wütend noch enttäuscht zu sein, meinte allerdings sie bräuchte jetzt Zeit um sich zu erholen und einige Dinge zu überdenken. Bis dahin war sie zufrieden damit mich als eine Freundin, als einen Teil ihrer Familie im Leben zu haben. Und das würde sie immer haben - ich verstand, wünschte ihr gute Besserung und versprach sie später zu besuchen ehe ich die Krankenstation verließ und tief durchatmete, versuchte mich etwas zu sammeln.

Was war gerade passiert? Wieso war es passiert? Und wieso schien ich absolut damit leben zu können, dass Clarke und ich nur noch Freundinnen sein würden?
Eines war klar, ich würde Clarke immer lieben. Und ein Teil von mir wollte in diesem Moment nichts mehr als zurück auf die Krankenstation zu gehen und ohne viel Nachzudenken an das anzuknüpfen was wir vor Clarke’s Verschwinden gehabt hatten.
Aber ich wusste auch, dass Clarke noch nicht soweit war. Dass sie ein unvorstellbares Trauma durchgemacht hatte und Zeit brauchen würde.
Es spielte keine Rolle für wie tough, wie stark wir uns hielten, ein Trauma hinterließ immer Narben. Es folgte uns egal wohin wir gehen. Traumata machten die besten von uns komplett fertig, aber vielleicht war das der Punkt? Vielleicht waren all die Schmerzen, die Angst, all dieser Unfug genau das was uns weitermachen ließ. Die Dinge, die uns wirklich antrieben. Vielleicht mussten wir erst komplett verwüstet werden ehe wir beginnen können den nächsten Schritt zu machen. Ich wusste aus eigener Erfahrung wie sehr Traumata uns prägen, wie sehr sie auf lange Sicht gesehen aber auch helfen können. In dieser Phase brauchte Clarke vor allem Erholung.

Oh, es war so einfach all das als Grund vorzuschieben, warum ich sie nach einer Umarmung und einem kurzen - größtenteils professionellen - Gespräch auf der Krankenstation zurück ließ anstatt jede freie Minute mit ihr zu verbringen. Aber die Wahrheit war auch… ich hatte mit Clarke abgeschlossen. Abschließen müssen. Zweimal. So froh ich war über das Wunder sie erneut zurückzuhaben, dieser Abschnitt meines Lebens schien vorbei.
Mehr als das, ich realisierte beim Verlassen der Krankenstation dass ich Tabby mehr vermisste als dass ich zu Clarke auf die Krankenstation zurückkehren wollte.

Ich wollte in diesem Moment nichts mehr als in’s Wissenschaftslabor zu gehen und Tabby zu sehen. Mehr als nur sehen. Aber ich wusste auch, dass meine zurückgekehrte Sicherheitseskorte das nicht zulassen würde also ging ich stattdessen in die Messhall und las alte Berichte.
Es schien ich hatte einiges verpasst. Nicht nur hatte Commander Mowraq heute mit fünf weiteren Offizieren die San Diego auf der Suche nach neuen Herausforderungen plötzlich verlassen und einen anscheinend wenig diplomatischen Brief an Captain Paris und Lieutenant Hawkins verfasst.
Ich hatte mehr als einmal meine Probleme mit dem Commander gehabt, vor allem wenn er seine große Nase in Dinge hineinsteckte, die ihn nichts angingen. Aber unehrenhaft und mitten in einer fremden Galaxie die Sternenflotte zu verlassen schien weder ehrenhaft noch angemessen. Dass er noch weitere Offiziere mitnahm machte die Sache natürlich nicht besser und ich konnte verstehen wieso die Crew nicht den Anschein machte als wollte sie diese Crewmitglieder zurückgewinnen.
Auch die Mission auf die Kynsam Heimatwelt hatte unterdessen überraschende Ergebnisse gezeigt, so waren die Kynsam bereits auf Captain Faraday getroffen und hatten bis vor etwa fünf Jahren regelmäßig Kontakt.
So erhielten wir auch die Koordinaten, zu denen wir jetzt unterwegs sind. Wichtiger, interessanter jedoch… die Kynsam hatten Bücher, Geschichten von der Erde. Erzählten von “dem Gebieter”, der vor tausenden von Jahren eine römische Legion von der Erde für seine Experimente in diese Galaxie gebracht hatte, dann allerdings das Interesse verlor als klar wurde, dass die Kynsam einen friedlichen Pfad einschlagen würden.
All das erinnerte mich an Dinge, die Vel erzählte hatte. Von Legionären und römischer Geschichte. Und es erinnerte mich an die offenbar römische inspizierten Bauwerke, die wir bereits bei der Ankunft am Handelsposten gesehen hatten. Nichts davon konnte ein Zufall sein.
Ich war persönlich nie auf diesen sogenannten Gebieter getroffen, wenn die Berichte von Captain Torres allerdings stimmen war mit ihm nicht zu spaßen. Wir sollten wachsam bleiben.

Es gelang mir dann mein Sicherheitsteam kurzzeitig abzuschütteln und ich versuchte in mein Quartier zurückzukehren um mich umzuziehen… merkte dann jedoch, dass der Zugangscode geändert wurde.
Ich weiß nicht warum, aber erst in diesem Moment wurde mir klar dass dieses Schiff, diese Crew ohne mich weiter existiert hatten. Dass es für alles Protokolle gab und dieses Quartier, mit dem ich soviele Momente und Erinnerungen verband für andere nur ein Raum wie jeder andere war.
Mithilfe eines herumliegenden Hyperspanner gelang es mir schließlich das Türpanel zu öffnen und Zugang zu meinem - ehemaligen - Quartier zu bekommen.
Ich war kaum zwei Sekunden dort, da wurde ich bereits angesprungen. Ob das sofstepa’s Rache war, dass ich sie alleine gelassen hatte? Zumindest war es schön, dass jemand hier mich definitiv vermisst hatte. Ich nahm Tabby’s - das heißt jetzt wohl meine - Katze auf den Arm und begann sie zu streicheln als Camina mit der Sicherheit das Quartier betrat… offenbar hatte sie sich um mein Haustier gekümmert. Ich bedankte mich und wollte gerade ein Gespräch anfangen als alle Führungsoffiziere - ich explizit eingeschlossen - in den Konferenzraum gerufen wurden.
Ich war weniger als zwei Stunden an Bord, schon gab es wieder eine Krise. Eher die nächste Krise.
Manche Dinge änderten sich nie. Dazu gehörte definitiv, dass Terraner uns bei jeder Gelegenheit hintergehen würde… manche Terraner.

Es war passiert, Captain Georgiou hatte sich offenbar entschieden, dass es Zeit war wieder in die Dunkelheit zurückzuschreiten. Die Arbeit mit dem Geheimdienst und Sektion 31 war ihr wohl nicht mehr genug und sie hatte vor ein neues Terranisches Imperium hier draußen aufzubauen. Eine verschlüsselte Nachricht von der Tempest machte klar, dass sie dieses Ziel durchaus erreichen könnte.
Entgegen der Befehle des Sternenflottenkommandos und ohne Wissen von irgendjemandem hatte sie die Tempest mit in diese Galaxie gebracht und bereits eine erste Azgeda Kolonie angegriffen und erobert. Wir waren uns alle einig, dass es dabei nicht bleiben würde und wir einen Plan brauchten.
Sofort schoss mir wieder Captain Echo’s Widerstandsbewegung in den Kopf. Alleine hatten wir gegen die Tempest keine Chance, mit genug Schiffen und dem Überraschungsmoment - noch wusste Georgiou nicht, was wir empfangen hatten - könnte es funktionieren...

Dann wurde die Arbeit an Biowaffen erwähnt und der Andorianer erwähnte beiläufig, dass “Miss Unfaehig Johnson” das Schiff wohl deshalb verlassen habe. Ich sprang instinktiv auf und fragte nach, ob ich richtig gehört hatte. Zumindest meinen Impuls den Andorianer direkt zu schlagen konnte ich unterdrücken.
Und richtig gehört hatte ich, spätestens nach Commander Tucker’s Einwurf ihm tue das Leid wurde mir klar, dass das hier kein schlechter Scherz von irgendwem war. Und es machte ein wenig Sinn. Georgiou war immer gut darin gewesen andere zu manipulieren und Tabby hatte immer ihre Experimente an erste Stelle gestellt. Ich war überzeugt es gab Grenzen die sie nicht nochmal überschreiten würde, aber an Bord der Tempest… niemand wusste was dort geschehen würde.

Für einen Moment begann sich alles zu drehen und ich dachte ich würde ohnmächtig werden, dann jedoch begann ich mich zu fangen. Früher, vor zwei Wochen noch, wäre das der Punkt gewesen an dem mein Selbstmitleid übernommen und ich wieder angefangen hätte wie schwer ich es doch im Leben hatte. Wie ich immer alles verliere.
Nicht mehr. Ich würde Tabby zeigen dass es eine bessere Alternative gab und ich würde kämpfen. Gegen Marc. Gegen Georgiou. Am Ende war es ihre Entscheidung aber sie musste sehen, dass es etwas zu entscheiden gab. Dass sie eine Wahl hatte.
Wie wir alle hier draußen hat sie unverzeihliche Dinge getan, aber ich war nicht bereit sie aufzugeben. Nicht weil ich dumm, naiv oder blind vor Liebe vor, sondern weil ich wusste wie jemand wie Georgiou Leute manipulieren konnte. Sie dazu brachte ihre schlimmsten Impulse auszuleben. So sehr es den Anschein erwecken mag, Tabby war keine abgrundtiefe böse Person. Sie hatte sich für den Widerstand eingesetzt, ihr eigenes Leben mehrmals auf’s Spiel gesetzt um Unschuldige zu retten. Sie war geboren, viele würde sagen geschaffen, worden um dem Imperium zu dienen und hat sich mehrmals dagegen entschieden, zu einem hohen Preis.
Ich würde Tabby nicht aufgeben, nicht noch einmal. Captain Georgiou und Marc hatten sich hier mit der falschen angelegt und würden das sehr bald bereuen. Ich werde sie finden und ich werde sie ihrer gerechten Strafe zuführen.

Dafür jedoch brauchten wir einen Plan und ich machte Lieutenant Hawkins - natürlich musste es ausgerechnet Lieutenant Hawkins, die diese Operation plante - klar, dass ich dabei bin, egal worum es geht.
Und sie hatte auch bereits einen Plan. Mit Commander Tucker’s “Notfallmaßnahmen” an Bord der Tempest würde sie ein kleines Team nehmen, die Tempest infiltrieren und die Hauptenergie ausschalten. Anschließend würden alle Gefangenen befreit und das Schiff von der dazu gerufenen San Diego zerstört werden.
Plan B sah vor direkt Sprengsätze am Warpkern zu platzieren und alles zu vernichten.

Captain Paris schlug vor die Azgeda einzuladen aber plötzlich wurde mir klar, dass meine eigene Idee nicht praktikabel war. Nicht nur hatte Lieutenant Hawkins Recht und mit etwas Pech würden die Azgeda nach der Exekution der Crew und Gefangenen die Tempest übernehmen, wodurch wir wieder am Anfang stünden. Auch war es wahrscheinlich, dass Georgiou alle Kommunikation der Azgeda abfing und sie so von unserem Plan erfahren würde.
Wir waren also auf uns alleine gestellt, wie es sein sollte. Lieutenant Hawkins und Commander Tucker sollten einen Angriffsplan erarbeiten während Lieutenant Keller die beste Route für einen Anflug finden sollte und das Briefing wurde beendet.
Ich folgte Hawkins und Tucker, lauschte ihren Ausführungen ehe Hawkins mich fragte was ich wohl wolle. Als das gesamte Team mich anstarrte wurde mir klar, dass es nur einen Weg gab sich diesem Team anzuschließen… und es war ein harter Weg. Ich musste Hawkins unter vier Augen überzeugen, dass sie mich auf dieser Mission brauchte.
Natürlich tat sie das nicht und natürlich war ich es, die diese Mission brauchte… aber ich hoffte ich könnte sie trotzdem überzeugen und begann mit Ehrlichkeit.
Dass ich Rache an Georgiou wollte, dass meine Emotionen mehr als einmal zu Problemen geführt haben, aber dass ich am Ende immer die richtige Entscheidungen getroffen habe, immer diese Crew verteidigt habe.
Es war ein zähes Gespräch, in dem zwischenzeitlich fast so etwas wie… Fürsorge von Lieutenant Hawkins ausgedrückt wurde. Offenbar war es ihr doch nicht völlig egal, was mit mir passierte. Oder sie wollte einfach nicht für einen weiteren Tod verantwortlich sein.
Letztlich jedoch lenkte sie ein, meinte wir hätten wenig Zeit und gab mir den Platz ihrer - wenig erfreuten - Schwester in dieser Mission.
Dann bekam ich einen MACO Anzug und einen Überblick über die Mission: wir würden mein getarntes Azgeda-Schiff nutzen um uns unbemerkt der Tempest zu nähern. In Reichweite würden wir über Enterhaken und in EVA Anzügen die Luftschleuse der Tempest erreichen und von Bord die Sabotagemission beginnen.

Ich hatte die Ehre - oder das Pech - für diese Mission Lieutenant Hawkins selbst begleiten zu können, ich sollte mich sogar bei ihr einhaken.... kurz darauf standen wir im Transporterraum und beamten nach einer herzlichen Verabschiedung der Hawkins-Schwestern auf das Azgeda Schiff.
In etwa drei Tagen sollten wir die Tempest erreichen und dann würden wir sehen wie weit diese Crew wirklich bereit war zu gehen. Würden ehemalige Sternenflottenoffiziere, die immer noch den Großteil der Tempest Crew ausmachten, uns wirklich angreifen? Töten? Wir sollten es bald erfahren.
Waren sie bereits so traumatisiert und eingeschüchtert worden, dass sie jeden Befehl befolgten?
Für den Moment können wir nur abwarten und dem wie immer charmanten Kommandoton von Lieutenant Hawkins lauschen…”Bewegen Sie Ihren gefloateten, kalten Hintern” war noch mit das Netteste, was ich zu hören bekam. Vielleicht würden diese drei Tage mir Gelegenheit geben mich bei ihr zu entschuldigen. Ihr zu berichten, dass ich mich in den Azgeda getäuscht hatte… was ich in Gefangenschaft erlebt hatte. Dass ich jetzt verstand, welches Trauma die Gefangenen um Admiral durchgemacht haben müssen. Solange ich diese Chance noch hatte.


Alles was ich zuvor ich über Traumata gesagt habe, es galt nicht nur für Clarke. Es galt für uns alle.
Mein Tod - es war immer noch seltsam das auszusprechen - hatte mich nicht nur über mich selbst vieles realisieren lassen, sondern auch über andere. Captain Paris, Commander Mowraq, Abigail, Marc…vor allem aber Tabby.
Ich weiß jetzt, dass ich die falschen Erwartungen an sie hatte. Dass ich Menschen, vor allem nicht genetische modifizierte Terraner, nicht so ändern kann wie ich sie gerne hätte.
Und wie konnte ich etwas Anderes von ihr erwarten? Sie hatte nie jemanden, auf den sie sich komplett verlassen konnte, dem sie 100 % vertrauen konnte. Das würde jeden emotionslos, kalt, kalkulierend werden lassen. Würde sie glauben lassen, dass sie keine Hilfe verdient hatte. Und anstatt ihr zu zeigen, dass ich bedingungslos für sie da sein werde egal was passiert… verschwinde ich beim ersten Anzeichen von Problemen. Lasse sie alleine zurück. Nichts davon mag rechtfertigen, dass sie jetzt an Biowaffen arbeitet, aber hatte ich sie nicht direkt in die Arme von Georgiou getrieben?
Ja, sie hatte mich zurückgewiesen aber konnte ich das nicht nachvollziehen? Hatte ich selbst nicht genauso reagiert als Clarke das erste Mal ein gemeinsames Quartier vorschlug? Hatte ich nicht mein ganzes Leben zuvor damit verbracht jedes Zeichen von Emotion, von Schwäche, zu unterdrücken? Es war schwer positive Dinge anzunehmen, wenn das ganze Leben zuvor nur aus negativen Ereignissen bestand.

Bleibt nur noch eines… eine letzte Nachricht an Georgiou senden. Soll sie glauben ich sei weiterhin naiv und verzweifelt, würde es alleine mit ihr aufnehmen. Sie wird mich nicht ernst nehmen, die San Diego ignorieren und sich in Sicherheit wiegen. Mit diesem Team und ein wenig Glück würden wir dann in drei Tagen die Tempest zerstören, das neue Terranische Imperium zum kollabieren bringen und allen unschlüssigen zeigen, dass es nur diesen einen Weg gab. Ich hoffe nur, dass wir nicht zu spät sind.

Computer, Logbuch beenden und Aufnahme beginnen:

=/\= Log Ende

=C= Aufzeichnung läuft:

Captain Georgiou...oder ist es wieder “Imperator” Georgiou? Keinen dieser Titel haben Sie verdient. Und keinen werden Sie noch sehr lange haben.
Wie Sie zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit bereits wissen sind die Berichte über meinen Tod etwas voreilig gewesen. Ich bin am Leben, mehr als ich das jemals war. Und ich bin motivierter als je zuvor. Das ist ein Fakt, es ist vor allem aber auch eine Warnung.
Stellen Sie sich meine Überraschung vor, als ich auf die San Diego zurückkehrte um meine Fehler zu korrigieren, nur um zu realisieren dass Tabby nicht mehr an Bord war. Schlimmer noch, dass Sie dafür verantwortlich waren.
Wie konnten Sie das tun? Ich hatte Sie gegen alle verteidigt, ich habe Ihnen vertraut. Ohne mich wären Sie heute noch an Bord der San Diego oder auf Modas III inhaftiert.
Als Dank haben Sie jeden, den ich liebe, gegen mich aufgehetzt. Entführt. Manipuliert. Warum?
Ihnen jemals vertraut zu haben… es wird einer der Fehler sein, die ich als erstes korrigieren werde. Für immer. Ich bin nicht länger die dumme, naive Lexa Griffin, die allem und jedem traut. Ich weiß was ich will, wen ich will. Und ich werde dafür kämpfen, egal wie hoch der Preis ist. Meine Karriere habe ich mit dem Diebstahl dieses Shuttles bereits aufgeben, aber ich werde nicht ruhen ehe Sie tot sind.
Sie haben sich hier mit der falschen Person angelegt und das werden Sie bereuen.
Es ist mir joken egal, ob wir “offiziell” zusammenarbeiten oder nicht, ob Captain Paris Sie weiterhin als zuverlässige Partnerin sieht. Ich werde Sie bald finden und ich werde Sie zur Strecke bringen. Für Marc Harison. Für Tabby….Sie wissen nicht wen Sie sich da an Bord geholt haben. Sie ist nicht nur eine brillante, manchmal verrückte Frau. Sie ist eine bemerkenswerte Frau. Sie macht mich besser. Nach Clarke’s Tod ist sie die einzige Person, die ein Lächeln in mein Gesicht bringen kann, und wegen Ihnen falscher Schlam… Schlange habe ich sie auch verloren.
Nicht mehr lange. Wenn ich Sie finde, Sie werden sich wünschen, Sie wären mir nie begegnet.

Tabby, falls du das liest… es ist nicht zu spät. Ich bin am Leben. Und ich werde nicht ruhen, bis du zurück bist.

Computer, Eintrag beenden und an folgende Zielkoordinaten übermitteln


=C= Koordinaten bestätigt. Sende Nachricht

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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wcf.user.option.userOption91: Philippa Georgiou, Taya Vadiye

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32

Saturday, August 17th 2019, 9:01pm

Persönliches Computerlogbuch
"Alpha-Team"
Lieutenant Lexa Griffin:

Ketten. Schläuche. Serum und seltsame andere Flüssigkeiten. Von den Agoniezellen will ich gar nicht anfangen. So hatten wir uns diese Mission nicht vorgestellt. Und dabei hatte alles so gut begonnen. Ich hätte nicht gedacht das mal zu sagen, aber ich sehne mich nach den Zeiten unserer ersten Stationierung auf der Tempest zurück. Wenn wir damals anders, besser gehandelt hätten...

Für den Moment sind Lieutenant Hawkins und ich alleine im Zellenbereich, der Rest der Crew offenbar zu sehr damit beschäftigt sich gegenseitig aus dem Weg zu meutern. Meine Doppelgängerin, Commander Heshop, hat gar alle Geräte abgestellt - natürlich nicht für uns, sondern weil sie und ihr Team zusehen wollen wie wir leiden. Was auch immer der Grund es gibt mir, es gibt uns Zeit nachzudenken und unsere nächsten Schritte zu planen.

Die Frage ist... welche nächsten Schritte? Unser Plan war gescheitert. Ja, die Sternenflottenrichtlinien waren eindeutig, jeder gefangen genommene Offizier hatte die Pflicht eine Flucht zu versuchen. Mit allen Mitteln. Und mit etwas Glück könnte uns das irgendwie vielleicht tatsächlich gelingen. Aber was dann? Unser gesamtes Team war ausgelöscht worden, wir waren nur noch zu zweit. Gegen eine Crew von 200. Unser einziger Vorteil war, dass wir unentdeckt waren. Diesen Vorteil hatte ich uns leichtfertig genommen. In zweifacher Hinsicht.

Meine Nachricht an Georgiou war ein Fehler, das wusste ich jetzt. Sie hatte mit mir gerechnet. Der Rest der Crew vielleicht nicht, aber sie wusste was auf sie zukommt. Das alleine hatte uns aber nicht das Genick gebrochen, selbst mit diesem Fehler gelang es uns unentdeckt die Luftschleusen der Tempest zu durchbrechen und unsere Teams zu positionieren. Es gelang uns sogar alle Störgeräte erfolgreich und unentdeckt anzubringen.
Dann jedoch machte ich den entscheidenden Fehler... nachdem ich das letzte Störgerät angebracht hatte näherten sich zwei terranische Offiziere und mir blieb nur die Krankenstation als letzter Rückzugsort.
Zum Glück war das Schiff im Alarmmodus - im Kampf gegen die Azgeda-Königin und ihre Eskorten - und die Krankenstation leergefegt. Fast leergefegt. Ich hörte auf der anderen Seite der Krankenstation eine Stimme. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, als allerdings das Wort "Viruseffizienz" fiel hörte ich genauer hin... es war Tabby.
Die beiden Offiziere auf dem Korridor waren vom Tricorder verschwunden, ich hätte problemlos verschwinden und diese Mission beenden können.

Aber war es wirklich Zufall, dass ich ausgerechnet auf der Krankenstation gelandet war? War es nicht vielleicht Schicksal, dass ich ausgerechnet bei Tabby ankam? Auf einer ansonsten komplett leeren Krankenstation? Ich versuchte halbherzig mich zu verstecken, aber als ich Schritte hörte war mir klar, dass Tabby mich finden würde... und das tat sie auch. Ich bin mir sicher sie hat mich gesehen, dennoch meinte sie sie sollte ihre Berechnungen noch einmal durchsehen und schien im Begriff zu verschwinden... als ich langsam aufstand.
Ich hatte eine neue Chance erhalten und versagt. Erneut. Es war meine dritte Chance heute die Mission an erste Stelle zu stellen und zum zweiten Mal traf ich eine andere Entscheidung. "Du solltest nicht hier sein" war die erste, die einzige Reaktion. Offenbar hatte sie bereits erfahren, dass ich nicht wirklich tot war. Bin. Ich versuchte Tabby zu überzeugen dass dasselbe für sie galt, dass sie hier nicht hingehört. Dass wir Georgiou aufhalten müssten.
Dann fragte sie wie ich an Bord gekommen sei. Wieviele noch in meinem Team waren. Und zum ersten Mal stellte ich die Mission an erste Stelle. Ich hatte Tabby zu oft vertraut und das war zu oft nach hinten losgegangen. Hier und jetzt war das Ganze noch gefährlicher als zuvor, also antwortete ich nicht. Überlegte wie ich das Gespräch wieder in anderen Bahnen lenken könnte.

Soweit sollte es allerdings nicht kommen, dann plötzlich stand Hawkins vor mir. Eine terranische Hawkins. Offenbar der "Captain" der Tempest. Ich griff nach meinem Phaser, ehe ich jedoch irgendwie reagieren konnte spürte ich ein Hypo am Hals und alles wurde schwarz.
Als ich wieder wach wurde sah ich erneut Tabby vor mir... wie sich mich an diverse Schläuche und Ketten anschloss. Jeder mag eine andere Definition haben welche Dinge eine Beziehungen überstehen kann - Lügen? Affären? - an Foltergeräte angeschlossen werden dürfte allerdings bei jedem auf der Liste stehen. Zumindest bei jedem von uns, bei dem so eine Gefahr besteht.
In den folgenden Minuten kriegte ich nur Bruchstücke meiner Umgebung mit. Es schien als hätte Captain Hawkins versucht zu meutern, wurde allerdings ausgerechnet von Marc Harison gestoppt, der beide Seiten zu spielen schien. Imperator Georgiou jedenfalls hatte weiterhin die Kontrolle. Dann wurde - unsere - Jaesa Hawkins gefangen genommen und neben mir angeschlossen.

Sie wurde deutlich später gefangen und ist für den Moment noch bewusstlos, sobald sie wieder zu sich kommt werden wir einen Plan entwickeln müssen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, ich würde viele Dinge anders machen. Angefangen bei meinem Verhalten auf dieser Mission. Aber das konnte ich nicht. Das konnte niemand von uns. Also blieb uns nur noch das beste daraus zu machen, zu entkommen und die San Diego irgendwie zu warnen.
Wenn es stimmte, dass Georgiou die Azgeda unterworfen hatte waren wir in noch größerer Gefahr als wir befürchtet hatten. Die San Diego alleine würde nichts ausrichten können.
Es war an der Zeit für andere Lösungen. Vielleicht waren.... die Zellentür öffnet sich und einige Offiziere kommen herein

to be continued

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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33

Monday, August 19th 2019, 3:37am

Lieutenant Lexa Griffin sitzt alleine im Cockpit eines terranischen Angriffsshuttle, welches für den Moment Position hält. Sie betrachtet ein Foto von Tabitha Johnson, umwickelt ihren Ringfinger und Ring mit der anderen Hand ehe sie sich Blut und Tränen aus dem Gesicht wischt. Vor ihr auf der Konsole liegt ein PADD.

“Computer, beginne Eintrag

Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin

Sie ist tot. So sehr ich versuche an die acht Offiziere zu denken die ich retten konnte, versuche mir vor Augen zu führen, dass der Plan am Ende erfolgreich war… dass die Tempest laut der Sensoren alle Energie verloren hatte…das war es nicht Wert. Der Preis war zu hoch.
Vor wenigen Tagen kehrte ich nach meinem Tod als vollkommen veränderte Person an Bord der San Diego zurück. Zum ersten Mal seit Langem, vielleicht zum ersten Mal überhaupt war ich von mir aus bereit gewesen mein eigenes Leben zu opfern um anderen, Fremden, zu helfen. Aktiv auf andere zuzugehen und Hilfe anzubieten statt nur an meine Vorteile zu denken.
Nach dem heutigen Tage… ich würde alles dafür geben Tabby zurückzuhaben, vieles selbst dafür geben sie ein letztes Mal zu sehen, in den Armen halten zu können.
Ich hatte Marc verloren - geglaubt, ich hatte Clarke zweimal verloren. Dachte ich hätte alles erlebt, schlimmer könnte es nicht mehr kommen. Ich hatte noch nichts erlebt. Nichts tat so weh wie dieser Moment. Die Tatsache dass ich hilflos mit ansehen musste wie sie *ihre Stimme versagt*… ich kann das nicht aussprechen.
Computer, Aufnahme pausieren.”
Lexa steht auf, schlägt wütend mehrmals gegen ein Schott, ehe sie Tränen, Schweiß und Blut auf den Boden tropfen sieht und realisiert, dass ihre Wunden sich wieder geöffnet haben.
Sie repliziert sich eine Flasche romulanisches Ale und beginnt dieses über ihre Wunden zu schütten. Um ihre Schmerzen und Schreie zu unterdrücken beißt sie sich solange auf die Lippen bis auch diese anfängt zu bluten.

“Etwas… wenigstens kann ich noch eine andere Art von Schmerz fühlen. Alles macht es besser.”
Sie setzt sich wieder hin und sieht auf die Sensoren.

“Computer, Aufnahme fortsetzen”
Georgiou würde bezahlen, die gesamte Crew der Tempest würde bezahlen. Nichts davon würde Tabby zurückbringen, aber es würde sich gut anfühlen. Mich zumindest wieder irgendwas außer dieser Trauer und Leere fühlen lassen.
Doch so einfach war es nicht. Die böse Captain Hawkins hat Tabby getötet, “Imperator” Georgiou stand daneben. Aber es gab eine Person, die in erster Linie für Tabby’s Tod verantwortlich war… und das war ich.
Ich hatte Georgiou falsch eingeschätzt, es war ein unglaublicher, ein unverzeihlicher Fehler eine Nachricht zu senden. Ich hatte viele Fehler in meinem Leben, in meiner Sternenflottenkarriere gemacht. Zuviele um sie hier aufzuzählen. Aber zum ersten Mal in meinem Leben hatte dieser Fehler Konsequenzen nicht nur für mich, sondern für mehr als 100 andere Personen, für meine Familie. Tödliche Konsequenzen.
Nicht nur das, ich hatte Tabby direkt in Georgiou’s Arme - und in ihren Tod - getrieben. Es gab viele Dinge die mich immer verfolgen würden, das… ich würde es mir nie verzeihen können. Nichts machte mehr Sinn.

Jetzt hatte ich nur noch ein Ziel. Georgiou und Captain Hawkins töten. Egal wie hoch der Preis war. Eines jedoch hatte ich gelernt, niemand sonst sollte wegen mir einen Freund, einen Partner, eine geliebte Person oder einen Teil seiner Familie verlieren.
Ich würde also sicherstellen, dass diese Offiziere gesund auf der San Diego ankommen, egal wie sehr sich jede Faser meines Körpers dagegen sträubte von der Tempest zu verschwinden.
Sobald dieser Auftrag erfüllt war würde ich meine Rache bekommen. Was danach passierte… es war mir vollkommen egal. Ich konnte nicht an morgen denken, es gab nichts mehr dass mich für ein morgen motivieren könnte. Heute zumindest hatte ich noch etwas zu erledigen.

Und diesen Offizieren, dem Rest der San Diego schuldete ich die ganze Geschichte, so sehr sie auch schmerzen mag.
Nachdem Lieutenant Hawkins und ich langsam aufwachten begann der Alptraum in den Zellen. Captain Hawkins, “Lord” Harison und Imperator Georgiou weckten uns unsanft und begannen ihre Verhöre.
Mir war schon lange klar gewesen, dass Marc zur dunklen Seite gewechselt war, aber was ich mir in diesem Verhör von ihm anhören musste… das war nicht mehr Marc Harison. Es war ein verzweifelter Mann, der alles dafür tun würde um seinen Imperator zu beglücken. Georgiou’s Blicken nach zu urteilen hatte er das bereits in vielfacher Hinsicht getan. Alleine der Gedanke widerte mich an. Die letzten Reste von Gefühlen die ich vielleicht noch für den Menschen Marc Harison gehabt haben mag… sie waren verflogen. Das und was ich sonst so von ihm hielt machte ich auch eindeutig klar… Lieutenant Hawkins dagegen beschränkte sich auf ihren Namen und Dienstnummer, sehr zum größer und lauter werdenden Missfallen von Captain Hawkins.

Dann wendete sich Hawkins mir zu und laß meine Nachricht an Georgiou vor. Ich war mir sicher gewesen, Georgiou würde diese Nachricht für sich behalten, dass sie sie mit der Crew teilte habe ich nicht vorausgesehen. Ich habe auf Georgiou’s Reaktion spekuliert, nicht auf die von dieser Captain Hawkins.
Lieutenant Hawkins war sichtlich enttäuscht, dass ich eine Nachricht gesendet hatte - und ich war enttäuscht, dass ich wieder jemanden enttäuscht hatte. Unseren Plan gefährdet hatte. Noch jedoch war nichts entschieden. Also versuchte ich sie zu provozieren, ihr klarzumachen dass sie mir - nach allem was ich bereits durchgemacht hatte - nicht drohen könnte. Dass ich bereits alles verloren hatte und mein Leben von selbst aufgeben wollte.
Hätte ich einfach meine große Klappe gehalten! Ihr gesagt was sie wissen wollte. Einen Deal mit Georgiou geschlossen. Ich hätte sie retten können. Ich hätte...nun war es zu spät, ich habe versagt.
Captain Hawkins lud uns ein ihr alles über unseren Plan zu erzählen, nachdem sie unsere Störgeräte bereits gefunden hatte. Als wir uns weigerten ging sie zu Plan B - oder eher Plan A, für Terraner - über.
Tabby sollte ihre neueste Entwicklung aktivieren, die sie vorher stolz präsentiert hatte. Die Flüssigkeiten, welche in unsere Körper gepumpt wurden waren anscheinend nur eine Vorbereitung… sobald die neuen Agoniemodule aktiviert würden, sollten wir uns fühlen als würden wir innerlich verbrennen. Es gab schönere Vorstellungen. Tabby hingegen fand das natürlich “faszinierend“.
Ich versuchte auf sie, auf Marc einzureden. Ihnen klar zu machen, dass Georgiou sie für ihre eigenen Zwecke manipulierte. Marc’s abweisende Antwort hatte ich erwartet, Captain Hawkins mischte sich dann auch ein, dass sie nun endlich die “naive Lexa Griffin” selbst erlebt hatte.

Tabby begann im Anschluss wie befohlen die Agoniemodule zu aktivieren, nachdem klar wurde dass wir keine Antworten preisgeben würden. Vor dem Aktivieren sah sie mich kurz an und für einen Moment hätte ich schwören können ein Zögern in ihren Augen gesehen zu haben. Nein, ich war mir sicher. Sie zögerte für den kürzesten Augenblick ehe sie die Zellen aktivierte. Das heißt, sie aktivierte nur Lieutenant Hawkins’ Zelle.
Es war dasselbe Zögern, das sie schon auf der Krankenstation gezeigt hatte. Sie hätte mich sofort angreifen oder die Sicherheit rufen können, stattdessen gab sie mir die Chance zu fliehen und warnte mich sogar.
Ich war immer überzeugt davon gewesen, dass Tabby nicht an Bord war um Georgiou zu helfen, heute jedoch mehr denn je. Was auch immer als nächstes geschehen würde, ich würde sicherstellen, dass die Crew der San Diego das wusste. Tabby war eine von uns und hatte sich für uns geo...sie hatte...gezögert.

Dieses Zögern, der Blick zu mir, die Tatsache, dass sie nur Hawkins’ Modul aktiviert hat, die Kombination von allem… ich weiß nicht was es war, aber zumindest eines davon schien auch Captain Hawkins aufgefallen zu sein und sie… sie… vaporisierte Tabby aus dem Nichts.
Welches Monster tut so etwas? Tabby hatte jeden Befehl befolgt und zum Dank würde sie getötet. Und ich musste es mit ansehen.
Dafür werden sie alle bezahlen! Selbst Imperator Georgiou schien das zu weit zu gehen und sie brachte einige Ausflüchte vor, warum Tabby noch hätte nützlich sein können… nicht dass irgendwas davon jetzt noch eine Rolle spielte.
Was in den nächsten Minuten passierte… ich weiß es nicht. Es dauerte lange, bis ich nur ansatzweise verarbeiten konnte was da gerade passiert war - ein Teil von mir hat das noch immer nicht und wird es wohl auch nie - und ich realisierte, dass ich meine Handgelenke blutig gerissen und meine Stimme bis zum Anschlag belastet hatte.
Ich hätte jede Agoniezelle lieber genommen als dieses Schicksal. Es fühlte sich an als hätte ich einen Teil meines eigenen Körpers verloren. Ich stand unter Schock, realisierte nicht mehr was passierte.

Das nächste woran ich mich wage erinnern kann...es kam der alte Spinner herein, den Hawkins und ich in den Jeffriesröhren gefunden und bewusstlos zurückgelassen hatten.
Wir hätten ihn töten sollen. Wir hätten sie alle töten sollen.
Offenbar war dieser Trottel der selbsternannte Foltermeister des Schiffes und hatte ein neues “Wahrheitsserum” entwickelt, welches nun an mir getestet werden sollte.
Ich schrie, zerrte und ruckelte weiterhin so gut es ging, aber dieser Verrückte injizierte mir trotzdem sein Serum aus einer primitiven Nadel.
Innerhalb von Sekunden war all die Wut, all der Hass, alles war verschwunden. Ich kriegte mit was passierte, hatte allerdings keinen Einfluss mehr darauf.
Captain Hawkins fragte und ich antwortete, nichts Anderes bekam ich mit. Ich erzählte von unserem Infiltrationsteam, den Sabotagegeräten. Dann jedoch hörte ich Lieutenant’s Hawkins’ “Denken Sie an Tabby” und die Bilder schossen mir wieder in den Kopf. Ich versuchte auf Captain Hawkins loszugehen, nur um von den Ketten unsanft zurückgehalten zu werden.
Ich hatte es geschafft, ich hatte die Wirkung des Serums durchbrochen… das dachte ich zumindest. Entgegen aller “Warnungen” nach neurologischen Schäden befahl Captain Hawkins eine zweite Dosis. Mir gelang es noch eine der mich festhaltenden Wachen zu beißen und den Doktor zu verschrecken, die Nadel konnte ich jedoch nicht abwehren.

Dann… wurde alles schwarz. Ich weiß nicht genau was passiert ist, nach allen Berichten allerdings habe ich Captain Hawkins unseren gesamten Plan verraten, inklusive der da draußen nur auf unser Signal wartenden San Diego.
Die Offiziere erzählten mir, dass Hawkins mir eingeredet habe Tabby sei in Gefahr und die einzige Möglichkeit sie zu retten wäre es den gesamten Plan offenzulegen. Das war widerlich. Es war schrecklich. Ich konnte keine Worte mehr über das Verhalten dieser Person finden. Sie musste, sie würde sterben.

Als ich wieder zu mir kam hatte sich Lieutenant Hawkins bereits befreit und wir waren - von den restlichen Gefangenen abgesehen - komplett alleine im Zellenbereich. Ich fühlte mich als wäre ich gerade aus einem Koma - oder einem Alkoholrausch - aufgetaucht und brauchte einige Zeit um meine Umgebung und Situation zu erkennen.
Während Lieutenant Hawkins mich befreite und sich nach meinem Zustand erkundigte kamen die Erinnerungen zurück. Die Infiltration der Tempest, der Tod des gesamten Teams, unsere Gefangennahme, das Verhör…Tabby… ich schwor erneut Rache, aber Lieutenant Hawkins hatte andere Pläne.
Sie meinte, der ganze Plan, “alles”, wäre noch zu retten, wir hätten noch eine Chance. Damit hatte sie nicht Unrecht, für “alles” retten war es allerdings lange zu spät. Für alle sowieso...zweimal… nein, dreimal hatte diese Crew nun meine Gefühle für Tabby gegen mich ausgespielt. Es würde ihr letzter Fehler sein.
Meine Rache musste allerdings warten. Lieutenant Hawkins befahl mir die restlichen Gefangenen - größtenteils ehemalige San Diego Offiziere, die auf der Tempest gestrandet waren als Georgiou diese wieder ihrem Imperium unterstellte - zu befreien und mit einem Shuttle zu fliehen, während sie alleine die Brücke stürmen und das Aktivierungsgerät für unser Störsender sichern würde.
Sie gab mir auch die Schuld an unserem Versagen bei dieser Mission. Völlig zu Recht. War überrascht, dass ich wenigstens einmal ihren Befehl befolgen wollte.
Ich war mit drei Zielen in diese Mission gegangen: die Tempest außer Funktion setzen, Tabby “retten” und Hawkins überzeugen… es schien als sollte ich keines erreichen.

Während Lieutenant Hawkins dann die beiden Wachen vor der Tür ausschaltete begann ich die Zellen zu öffnen und mit der Crew den Weg zu Shuttlerampe zu überwinden.
Es dauerte einige Minuten und kostete mich zwei Schussverletzungen, am Ende kamen wir alle - mehr oder weniger - lebendig an der Rampe an und begannen eines der Shuttles startklar zu machen.
Kaum waren alle an Bord und ich betrat das Shuttle stürmte ein terranischer Offizier herein und feuerte blind… es passte zu diesem Tag, dass er mich natürlich traf bevor wir ihn ausschalten konnte. Noch mehr passte es, dass er einer der wenigen Terraner war die ihre Waffe auf betäuben stellten. Es schien als sollte ich noch länger mit all dem leben müssen.
Das Shuttle war startklar als unser alter Freund Shalash plötzlich auf der Hülle auftauchte und begann sich einen Weg in’s Innere zu kratzen.
Wir sprengten dann die Shuttlebay Tür womit sich zumindest dieses Problem geklärt hatte und der Gorn an unser Scheibe vorbei in’s All flog.
Kaum hatten wir die Rampe verlassen wurden wir jedoch von einer Phasersalve und zwei Torpedos getroffen.
Die Schilde versagten, unsere Hülle war durch den Angriff von Shalash und die Torpedos in kritischen Zustand… als die Offiziere schon panisch mit dem schlimmsten rechneten hörte die Tempest auf zu feuern. Lieutenant Hawkins verrückter Plan schien tatsächlich zu funktioniert haben. Ich weiß nicht, warum ich an ihr noch zweifele. Hätte ich sie an Anfang an diese Mission handhaben lassen und keine Nachricht gesendet...es wäre wohl sehr anders ausgegangen. Für uns alle.

Dann war unser Warpantrieb auch endlich soweit und wir sprangen aus dem System.
Das ist jetzt fast zwei Stunden her und es gibt keine Spur von Verfolgung, weder durch die Tempest noch durch die Azgeda. Die Hauptenergie der Tempest war offline, als wir das System verlassen haben und für einen Moment wollte ich nichts mehr als zurückfliegen und meine wahre Mission beenden. Leider hatte ich nun acht Personen an Bord, die sich auf mich verließen.
Wir haben allerdings auch weder von der San Diego noch von Lieutenant Hawkins gehört… niemand weiß was unsere nächsten Schritte sind. Sein sollten. Da keiner der geretteten Offiziere ranghöher ist habe ich für den Moment das Kommando über diese Mission...und sehe nur zwei Möglichkeiten. Wir könnten auf die San Diego zurückkehren und Captain Paris informieren. Oder wir warten hier draußen ab wie die Situation sich entwickelt. Ich habe die restlichen Offiziere zum Schlafen und Erholen in die Betten geschickt, während ich eine Entscheidung treffe. Nur welche Entscheidung?
Und welche Konsequenzen würde sie haben? Wer würde dieses Mal sterben?
Nein, wir werden hier Position halten. Warten, bis wir von Lieutenant Hawkins oder der San Diego hören.

Ich würde diese acht Offiziere für den Moment soweit wie möglich von jeder Gefahr fernhalten. Das war das mindeste was ich mir selbst, dieser Crew schuldete. Nachdem sich die Azgeda nun auch offizell Georgiou unterworfen hatten wurde die Auswahl an sicheren Zufluchtsort in der näheren Umgebung sehr viel kleiner. Es blieb also nur verstecken und auf die San Dieog warten.
Wenn diese akute Gefahr vorbei war würde ich die Offiziere in Sicherheit bringen… dann begann die nächste Mission. Ich würde sicherstellen, dass Georgiou, dass Captain Hawkins niemandem mehr das nehmen konnten was sie mir genommen hatten.

Reshwe, Tabby. Ai hod yu in otaim. Mebi oso na hit choda op nodotaim.

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34

Monday, August 26th 2019, 1:21am

Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin

Es ist vorbei. Alles ist vorbei. Die San Diego wurde zerstört. Es gab 132 Tote. Weniger als 30 Überlebende. Dass Clarke und Abby unter den Toten waren.. es spielt heute keine Rolle mehr. Ich kann nichts mehr dabei fühlen. Ich bin komplett leer. Keine Wut, keine Trauer, vor allem keine Hoffnung. Alle die mir je etwas bedeutet haben sind entweder tot oder könnten genauso gut tot sein - Marc Harison existierte für mich nicht mehr, erst Recht nicht nach dem heutigen Tag. 25 von uns mögen überlebt haben, aber wofür? Und waren wir wirklich noch am Leben, existierten wir nicht einfach nur noch als leere Körper vor uns hin?
Ich hatte Erfahrung mit traumatischen Ereignissen, vielleicht mehr als jeder andere von uns. Nach dem Tod von Clarke, von Marc, von Trinity, der Zerstörung von Station Modas… alles was ich wollte war Rache. Jus drein jus daun.
Heute wollte ich… nichts mehr. Keine Rache, keine Zerstörung von Georgiou. Mein Plan vor der Rückkehr auf die San Diego… ich hatte keinerlei Interesse mehr daran. Selbst wenn ich die Mittel gehabt hätte, es war mir egal. Alles war egal, nichts spielte mehr eine Rolle. Ich konnte nicht mehr an die Zukunft, ich konnte nichtmal mehr an die Gegenwart denken. Alles was ich sah, alles was ich im Kopf hatte, war die Vergangenheit. Der Tod von Tabby, das Zurücklassen von Lieutenant Hawkins, die Zerstörung der San Diego…

Wenn ich eines gelernt hatte, es konnte immer noch schlimmer werden. Nicht für mich, aber für alle um mich herum. Tabby’s Tod war mein Tiefpunkt, alle anderen sollten ihren erst noch erreichen.
Nach ca. zwei Stunden Wartezeit war es soweit und wir entschlossen uns zur San Diego zurückzukehren… gerade rechtzeitig wie sich heraussstellen sollten. Oder zu früh, wenn es um die Offiziere ging, die ich an Bord zurück und damit in ihren Tod brachte. “Todesengel” schien momentan mein zweiter - oder erster - Vorname zu sein.
Ich war keine Minute an Bord, da begann bereits der Angriff der San Diego. Der Großteil der geretteten Offiziere wurde auf die Krankenstation gebracht, während ich mich notdürftig selbst verarztete und auf die Brücke humpelte.
Wäre ich bei den Offizieren gebliebenen… mir wäre vieles erspart geblieben. Stattdessen übernahm ich meine Station und erklärte Scout wo ihre Schwester war, wieso ich sie nicht mitnehmen konnte, mitnehmen durfte. Dass sie ihre Mission erfüllt hatte und wusste was sie tat. Ich hätte sie nicht aufgeben dürfen. Befehle hin oder her, sie zurückzulassen war mein nächster großer Fehler.

Dann begann der Angriff. Wir konnten die Hüllenpanzerung der Tempest mit unseren Torpedos und Phasern schnell runterschießen, als plötzlich und unerwartet die Hauptenergie der Tempest wieder online ging.
Offenbar war Lieutenant Hawkins gestoppt worden… und die Ingenieure hatten schneller gearbeitet als jeder Sternenflotteningenieur, mit Sicherheit unter entsprechender Motivation. In einem offenen Gefecht hatten wir keinerlei Chance gegen die Tempest. Innerhalb von Sekunden hatte sie das Feuer erwidert und unsere Schilde waren gefallen, wir hatten multiple Hüllenbrüche erlitten. Weitere zehn Sekunden später waren die Decks 5 und Decks 15 zerstört worden, die gesamte Krankenstation existierte nicht mehr. Abby, Clarke, all die Verletzten und von der Tempest Geretteten.. sie alle waren tot.
Ebenso Commander Kurland, der auf der Brücke von einer explodierenden Konsole getötet wurde und für den die herauf geeilte Doktor Vadiye nichts mehr tun konnte.
Nicht einmal eine Minute nachdem die Tempest ihren Angriff begonnen hatte befahl Captain Paris das Schiff zu evakuieren. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Decks verwüstet, Waffen, Schilde und Antriebe zerstört.
Während die Brückencrew begann das Schiff zu verlassen starrte ich auf den Schirm. Die herankommenden Quantentorpedos… sei waren eine Erlösung. Keine Bedrohung. Ich erwartete ihre Ankunft mit Vorfreude, nicht mit Angst oder Panik. Dann wurde ich jedoch weggezerrt und betäubt.
Als ich wieder auftauchte war ich in einer Rettungskapsel mit Doktor Vadiye, Lieutenant Scout Hawkins, Lieutenant Keller und Captain Paris… die einzigen Überlebenden der Brückencrew.
Georgiou hatte einige Rettungskapseln abgeschossen, aber unsere sowie den Flyer beschädigt zurück gelassen.
25 Crewmitglieder haben überlebt. 25 von fast 150. Nach fast zwei Wochen Flug in denen wir alle uns gegenseitig und vor allem uns selbst Vorwürfe machten und die Rationen langsam zur Neige gingen erreichten wir schließlich einen Klasse-M Planeten und landeten mit letzter Kraft.

Nicht nur war der Planet bewohnbar, es gab sogar einige heruntergekommene Gebäude. Offenbar hatte vor einiger Zeit eine Minenexpedition hier ihre Arbeiter untergebracht. Wir fanden Wasser und einige Tiere, sodass wir zumindest die Rationen absetzen konnten.
Ansonsten konzentrieren wir uns zunächst auf’s Überleben, kaum jemand wollte das gesicherte Areal verlassen… außer Scout. Scout war regelmäßig - auch in den schlimmsten Stürmen, die hier sehr heftig sein konnten - draußen unterwegs um ihre Wut, ihren Frust herauszulassen. Egal was für ein Sturm da toben mochte.

Früher wäre ich instinktiv Scout gefolgt, hätte meine Wut mit dem Feuern von Phasern und dem Töten von Tieren - oder unserem Abendessen - ebenso ablassen können, heute hatte ich nicht einmal mehr daran ein Interesse.
Natürlich spielte auch die Tatsache, dass Scout da draußen war eine Rolle...Scout Hawkins.
Eine weitere Person, die ich enttäuscht hatte. Unter anderen Umständen hätten wir einander vielleicht helfen können - wir beide hatten jemanden Geliebtes verloren - aber ich wusste auch, dass ich für den Tod von Jaesa Hawkins verantwortlich war. Sie zurückgelassen hatte.
Ja, ich hatte Befehle gehabt, aber wer hörte in einer solchen Situation auf Befehle?

Nun war sie tot und ich war am Leben. Es war nicht fair. Ich hatte nichts mehr wofür ich leben wollte und Scout brauchte ihre Schwester. Ich würde meine Leben ohne zu zögern aufgeben wenn Jaesa dafür zurückkäme. Sie wäre eine Hilfe für die Überlebenden, vor allem hatte Scout es verdient. Zu sehen wie sehr sie unter dieser Situation und dem Verlust ihrer Schwester litt, wie sie sich verändert hatte und ich daran Schuld war… es tat fast genauso weh wie meine eigenen Verluste.

Nach den Aussagen der Anderen zu urteilen war es heute zwei Wochen her, dass die San Diego zerstört wurde. Vier Tage seit wir unsere neue “Heimat” mit den verbliebenen Rettungskapseln und einem schwer beschädigten Flyer erreicht hatten. Ich hatte jedes Zeitgefühl verloren.Während es Captain Paris nach einem langen Gespräch mit Ms. Lightwood gelang seine Schuldgefühle zu überwinden und mit neuem Elan Aufgaben zu verteilen erhielt ich Besuch einer anderen Art… Adrian Chase war zurück gekehrt. Oder war er das?
Ich machte einen halbherzigen Versuch meinen Teller des von Scout gefangenen Essens nach ihm zu schmeißen, aber das war mehr Instinkt als alles andere. Und es war nicht erfolgreich, abgesehen von einer Ermahnung Lieutenant Keller's.

Keiner der anderen reagierte auf ihn - was auch daran gelegen haben mag, dass Captain Paris und Ms. Lightwood eher miteinander beschäftigt waren und Lieutenant Keller alles kommentieren musste - aber ich sah ihn vor mir. Hörte ihn. Sprach mit ihm.
Natürlich konnte er es nicht lassen zu provozieren, begann wie sehr er unsere Sitzungen vermissen würde und dass ich mich dieses Mal mit all diesem verursachten Elend selbst übertroffen hätte, fragte wie oft ich Clarke nun verloren hätte. Nichts davon spielte mehr eine Rolle. Als er eine Terranerin mit “Augment zur Abwechslung” erwähnte, der etwas geschadet hätte spürte ich für einen kurzen Moment etwas andere als Leere, selbst das verflog als ich begann die Realität vor Augen zu sehen.

Die Wahrheit. Je länger das Gespräch dauerte, desto mehr wurde mir klar wie Recht Chase hatte. Ich gestand ihm sogar ein, dass er gewonnen hatte.
Es war mir in diesem Moment klarer als je zuvor: Ich war verantwortlich. Ich bereitete der Crew nicht nur ständig Probleme, ich war tödlich für sie. Wie ein Virus, das nach und nach alles infizierte hatte ich dieser Crew nur Schmerzen und Verluste bereitet.
Ich hatte alle meine Partner getötet - Clarke war wegen mir auf dem Weg nach Modas als ihr Shuttle angegriffen wurde, Marc war nach meiner Meuterei nie mehr derselbe und ein leichtes Opfer für Georgiou und Tabby...Chase hatte Recht, dieses Mal hatte ich mich selbst übertroffen.
Mit meiner Nachricht an Georgiou hatte ich nicht nur die Person, die mir mehr als alles andere bedeutet, zum Tode verurteilt… nein, dasselbe galt für den Rest der Crew, für die San Diego selbst.
Einige hatten überlebt, aber Captain Paris und Scout nach zu urteilen… viele wären lieber gestorben als dieses Schicksal hier zu erleiden. Und wenn ich nun Scout ansehe...all das würde mich, würde aber vor allem alle um mich herum immer verfolgen. Im Gegensatz zu Chase war es nie mein Plan gewesen alle um mich herum systematisch zu töten oder zu verletzten, aber dennoch hatte ich genau das erreicht.
Ich hatte nichts und niemand mehr und dank meiner Taten teilte ich dieses Schicksal mit fast jedem in diesem Raum.
Ich versprach Chase, ich versprach mir ich würde mich ab sofort nicht mehr einmischen, würde Abstand zu anderen Personen halten und niemanden mehr verletzen. Ich bezweifle sowieso, dass ich jemals in der Lage sein würde wieder eine Beziehung die über einfache Zusammenarbeit hinausgeht aufzubauen.

Dann plötzlich war Chase verschwunden. Wenn selbst mein Erzfeind mich auf einmal verließ...ich weiß also jetzt was das Problem ist. Wer das Problem ist. Was ich nun noch weiß ist die Lösung. Abstand halten ist ein Anfang, aber vielleicht kann ich… *sie zuckt zusammen als sie von Lieutenant Keller angeschrien wird*
Computer, Logbuch pausieren




Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin
Nachtrag

Jusfaya. Es gibt keine wirklich passende Übersetzung für dieses Wort, aber zum ersten seit Wochen, zum ersten Mal seit… diesem Moment fühlte ich es wieder. “Ein Gefühl der Lebendigkeit” wäre die beste Übersetzung, Doktor Vadiye würde wohl von Adrenalin sprechen. Auf Polis verwenden wir es für das Gefühl nach einem gewonnenen Kampf.
Unser “Kampf” hier jedenfalls fing gerade erst an, aber ich fühlte mich als hätten wir bereits gewonnen. Denn immerhin hatten wir wieder einen Plan. Es gab wieder eine Chance. Es gab die Möglichkeit die San Diego zurückzubringen, Tabby zurückzubringen, uns alle zu retten. Georgiou zu stoppen. Es gab die Möglichkeit einer Zukunft für uns alle. In anderen Worten, es gab wieder Hoffnung. Das war genug.
Könnte die Lösung für all unsere Probleme wirklich so einfach sein? Hatte ich einmal in all diesem Chaos etwas richtig gemacht, als ich das Vex-Gerät instinktiv mit von Bord genommen habe?
Noch hatten wir keine Antworten auf diese Fragen, aber es schien möglich zu sein. Innerhalb weniger Minuten hatte sich alles geändert.

Nach meiner… Störung durch Lieutenant Keller begann ich die nähere Umgebung nach Ressourcen abzusuchen.
Während das Team von Lieutenant Keller und Doktor Vadiye anscheinend sehr erfolgreich war und sogar vielversprechende Technologie gefunden hat - jetzt wo es wieder eine Zukunft für uns geben könnte muss ich mich damit bei Gelegenheit näher auseinandersetzen - beschloss ich mein Versprechen von Anfang an einzuhalten und bildete ein eigenes Suchteam, alleine. Außer einigen Pflanzen könnte ich jedoch nichts finden ehe der nächste Sturm hereinbrach und wir alle zurückgerufen wurden.
Als der Sturm vorbei war und die Nacht hereinbrach tauchte auch Chase wieder auf und machte einige Bemerkungen über meine Logbücher und wie bald niemand mehr am Leben wäre um sie zu lesen.
Soweit würde ich es nicht kommen lassen, nicht noch einmal. Nicht dieses Mal. Er versprach mir er würde immer bei mir sein, aber das spielte jetzt alles keine Rolle mehr.
Ohne nachzudenken dachte ich laut vor mich hin, dass meine Nachricht alleine alles verändert hatte… ohne diese Nachricht wären Hawkins und ihr Team erfolgreich gewesen, Georgiou wäre gestoppt worden, die San Diego wäre intakt und wir alle wären am Leben. Tabby wäre am Leben. Ich hatte keine Möglichkeit das rückgängig zu machen, aber es gab Wesen die das könnten.
“Was ich jetzt nicht für einen Q oder Gebieter geben würde” war kaum ausgesprochen, da stand tatsächlich Q vor uns. Der Q, vor dem uns alle gewarnt hatten. Nicht nur das, er entfernte Adrian Chase und nahm seinen Platz ein. Kurz darauf schnippte er dann auch den wenig begeisterten Captain Paris zu sich und hielt einen Vortrag wie er eine solche Karriere nie erwartet hätte.

Für einen Moment dachte ich, ich hätte wieder einmal alles schlimmer gemacht; Q wäre nur da um uns aufzuziehen und seinen Spaß zu haben. Und zumindest Zweiteres war auch nicht falsch, allerdings war es gleichzeitig eine große Chance für uns.
Q hatte ein Angebot für uns. Offenbar waren die Q aus irgendeinem Grund sehr interessiert an den Vex, das Kontinuum allerdings untersagte jede Einmischung in Vex Angelegenheit… anscheinend sahen selbst die Q die Vex als eine Bedrohung, die sie lieber nicht auf sich aufmerksam machten wollten.
Angesichts der Tatsache, dass auch Vex durch Zeit und Raum reisen können schien das unvermeidbar, aber offenbar war es noch nicht passiert.

Die Q wollten also mehr über die Vex lernen, konnten aber nicht aktiv werden… da kamen wir uns in’s Spiel. Wir sollten mit dem von mir gefundenen und geretteten Vex-Gerät weitere Vex anlocken, damit die Q diese und ihr Verhalten studieren können.
Im Gegenzug sollten wir einen Wunsch erhalten. Ich schluckte meine erste Antwort runter und setzte zur zweiten Antwort an als Q mich unterbrach und unterstrich, dass es nur ein Wunsch wäre. Dass wir nur diese eine Chance kriegen würden. Er versprach mir auch eine Entscheidungshilfe zu geben.
Dann schnippte er erneut und eine verwirrte, junge Frau tauchte neben ihm auf. Eine Frau in Sternenflottenuniform. Ich brauchte einen Moment, dann erkannte ich woher diese Frau mir bekannt vorkam… sie war deutlich jünger, aber die Ähnlichkeit zu Philippa Georgiou war unverkennbar. Die Tatsache, dass sie uns erkannte und direkt verkündete all das wäre unmöglich und wir alle seien tot… sie war definitiv eine Georgiou.
Ehe wir Antworten erhielten grinste Q und beide verschwanden… für den Moment.
Ich bin sicher sie werden in Kürze zurückkehren und uns vor die Wahl stellen, ihnen helfen und im Gegensatz Hilfe kriegen oder auf ewig hier festsitzen.

Es war eine einfache Entscheidung. Lieutenant Keller und Doktor Vadiye’s Fund könnte uns helfen von diesem Planeten zu verschwinden, vielleicht sogar ein Schiff zu finden oder zu kaufen. Wir könnten unsere Mission fortsetzen, nach Hause zurückkehren… aber Georgiou wäre immer noch da draußen, die San Diego immer noch zerstört, Tabby und all die anderen immer noch tot.
Es war keine einfache Entscheidung, es gab keine Entscheidung zu treffen. Es war klar was wir zu tun hatten. Sobald Q zurückkehrt werde ich ihm klarmachen was der einzig akzeptable Ausgang dieser Geschichte ist. Was ich im Gegenzug erwarte. Ich habe nichts mehr zu verlieren und sollte Q etwas versuchen… das würde er zu spüren bekommen.

Auf der anderen Seite hatte ich auf einmal wieder alles zu gewinnen. Die San Diego, Hawkins und ihr Team, Tabby… ich könnte sie alle zurückbringen. Sicherstellen, dass dieses Mal alles anders läuft.
Und das werde ich tun.
Ich war lange genug ein Virus gewesen, es wurde Zeit ein Hypospray, eine Hilfe für diese Crew zu werden.
Und dann war da diese Georgiou. Zunächst dachte ich an eine jüngere Philippa Georgiou die wir noch beeinflussen könnten niemals soweit zu gehen, aber diese würde uns nicht erkennen. Erst Recht nicht als tot. Und sie würde kein...Mitleid zeigen. War es möglich, dass sie aus der Zukunft stammte? Eine Tochter oder gar Enkeltochter von unserer Georgiou war? Und wieso hatte Q sie hierher gebracht?
Was auch immer die Gründe, sie könnte eine Hilfe sein. Und Q oder nicht, wir könnten jede Hilfe brauchen.
Zumindest gab es jetzt wieder etwas um positiv nach vorne zu sehen… die Rückkehr von Q - auch wenn Captain Paris noch sehr skeptisch zu sein schien - Antworten auf unsere Fragen und die Möglichkeit alles, was wir verloren hatten, zurückgewinnen. Und das würden wir. Dieses Mal werden wir sie alle retten.
Yu nou don hos of kom ai kom nau.

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

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35

Saturday, September 7th 2019, 1:05pm

Persönliches Computerlogbuch
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego:

Unser primäre Mission war erfolgreich, die San Diego und ihre Crew sind zurück, die Tempest wurde gestoppt. Wurde sie zerstört? Wir wissen es nicht, aber alles deutet darauf hin. Nicht nur war sie schwer beschädigt, sie wurde auch unter Verlust großer Teile ihrer Hülle von den Vex durch ein Portal gezogen. Und wir wissen was Vex mit Schiffen und ihren Bewohnern machen. Sie würde uns und den anderen Rassen hier draußen jedenfalls keine Probleme mehr machen.
Meine eigentliche Hauptmission jedoch, sie war gescheitert… wieder einmal. Ich hatte alles versucht und doch sollte ich wieder einmal scheitern, was mich nun hier aufwachen ließ. Auf der Krankenstation der San Diego.
Nach den Beschreibungen der Mediziner war ich mehrere Stunden kaum ansprechbar, habe selbst den Captain angeschrien… ich habe davon wenig mitbekommen, bis jetzt. Für den Moment bin ich mit Betäubungsmitteln und anderen Medikamenten vollgepumpt, was vielleicht auch erklärt wieso ich halbwegs klar denken kann.

“Urlaub”, “Erholungszeit”, Wohlverdiente Pause”.
Wie auch immer Doktor Vadiye es umschrieb wovon sie mir gerade vier Wochen verordnet hatte, eines war klar. Ich war nicht diensttauglich und wir beide, wir alle wussten es. Spätestens nach dem Gespräch mit Captain Paris, der versuchte mich vom Gegenteil zu überzeugen, wusste ich das.
Und die Wahrheit war, sie hatte Recht. Ich war nicht diensttauglich, ich war nicht einmal im Stande dieses Biobett zu verlassen. Ohne Medikamente war ich nicht einmal im Stande zu sprechen. Ich hielt es immer für ein Gerücht, dass Menschen "gebrochen" werden könnten - welcher Schwächling ließ sich schon brechen? - heute wurde ich vom Gegenteil überzeugt.
Doktor Vadiye und die anderen Mediziner hatten mir zugestanden die nächste Woche “zur Erholung” hier unten zu verbringen, aber ihre Blicke sprachen eine andere Sprache. Mitleid und Anteilnahme waren noch die nettesten Umschreibungen die mir einfielen.
Normalerweise hätte alleine das mich schnellstmöglich von hier verschwinden lassen, aber heute… es war mir egal. Sollten sie mich für schwach und bemitleidenswert halten, ich hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen. Keine Kraft mehr.
Lucertius und andere hatten mir klar gemacht, dass ein Besuch der Luftschleuse nur anderen schaden würde und das letzte was ich wollte war andere das fühlen zu lassen was ich jetzt fühlte.
Diesen Schmerz, diesen Verlust, die Angst. Ich wünschte mir fast die Leere zurück, die ich nach der Zerstörung der Tempest gefühlt hatte. Ja, ich hatte fast alle verloren aber zumindest war es vorbei. Niemand erwartete mehr etwas von mir. Und den meisten anderen ging es ähnlich.
Heute feierte die restliche Crew unseren Erfolg, während ich wieder einmal wenig zu feiern hatte.
Nicht nur hatte ich wieder einmal unsere Mission auf’s Spiel gesetzt, ich hatte trotz der am Ende erfolgreichen Mission das verloren was ich am meisten schützen und retten wollte. Es war alles für nichts gewesen.

Und dabei hatte alles so gut begonnen. Selbst der arrogante und verrückte Q hatte sein Wort gehalten. Die Chance, dass wir zumindest für ein paar Tage einmal in Frieden leben könnten… sie waren nie höher gewesen. Und dennoch sollte es mir wieder einmal nicht vergönnt sein.
Hatte ich ein Happy End verdient? Wohl kaum. Mit all den Fehlern die ich in meinem Leben gemacht hatte, all den Menschen die ich enttäuscht und denen ich geschadet hatte… und dennoch war ich immer bereit gewesen dafür zu kämpfen, allen anderen, dem Universum oder wem auch immer zu zeigen, dass ich mich ändern könnte, ändern wollte. Dass alles was ich wollte ein friedliches Leben mit der Person, die mir wichtiger als alle anderen geworden ist, war. Ich erwartete keine perfekte Märchen-Story, alles was ich wollte war mehr Zeit.

All das war die Haupt Motivation gewesen war den verrückten, gefährlichen Plan von Q zu Beginn des Tages anzunehmen.
Während Captain Paris und der Rest der Überlebenden noch mit Q und der jungen Georgiou - schnell stellte sich heraus, dass es tatsächlich Clary Georgiou, Philippa Georgiou’s Tochter war - diskutierten, hatte ich meine Entscheidung getroffen. Ich würde alles rückgängig, sie alle zurückbringen.
Die anderen brauchten allerdings etwas mehr Überzeugung, also holte Q Georgiou’s Tochter dazu und ließ sie einen Vortrag halten.
Nachdem wir ihre Identität geklärt und mit Scans bestätigt hatten führte sie aus woher sie stammte. Sie war 20 Jahre alt, offenbar nur kurze Zeit nach der Zerstörung der San Diego zur Welt gekommen und berichtete von ihrer Realität. Sie hatte versucht ihre Mutter zu stoppen, aber es war zu spät.
Georgiou - die andere Georgiou - hatte jeden einzelnen von uns gejagt und getötet, anschließend die Azgeda und Kynsam unterworfen und nach dem Öffnen des Vortexs mit einer gemeinsamen Angriffsflotte auch die komplett unvorbereitete Milchstraße angegriffen. Die Erde war verwüstet, dutzende andere Planeten eingenommen worden.
Und das war erst der Anfang.
Auch die zögerlichsten schienen jetzt zu verstehen, dass wir Georgiou stoppen mussten, selbst wenn das eine Zusammenarbeit mit Q bedeutete.
Mehr als jeder andere schien Captain Paris ihm zu misstrauen - mit gutem Grund - aber auch er sah das letztlich ein.
Bevor Q Georgiou junior plötzlich verschwinden ließ sagte sie noch etwas Interessantes… selbst die Q hatten Probleme mit den Vex bekommen, nachdem niemand mehr diese größer erforscht hatte.
War es möglich, dass die Q vor etwas Angst hatten?

Wir kamen nicht dazu mehr herausfinden, denn plötzlich tauchte Q wieder auf und verlangte eine Antwort, angeblich waren Georgiou und die Tempest schon auf dem Weg hierher. Dann ging es um die Gegenleistung.
Q stellte klar, dass wir Erfolg haben und ihn “amüsieren” müssten damit er überhaupt in Erwägung ziehen würde uns in dieser neuen Realität zu lassen.
Ich drohte das Vex-Gerät mit meinem Schwert zu zerstören und so schnell Q das Gerät auch in seine Hand schnippsen konnte, für einen Augenblick schien er so etwas wie Angst zu haben und willigte ein.

Entgegen seiner vorherigen Worten, dass er das Gerät auch einfach selber platzieren könnte wurde schnell klar, dass er uns für diesen Schritt brauchte.
Nachdem also klargestellt war, dass er uns nach erfolgreicher Mission auch in dieser neuen Realität leben lassen würden schickte er uns zurück… mit dem Hinweis, dass nur Captain Paris und ich unsere Erinnerungen behalten würde, damit es nicht “zu einfach” wird. Typisch Q.

Es wurde kurz hell und auf einmal stand ich an meiner OPS-Station an der San Diego, als eine Nachricht von der Tempest eintraf. Die Nachricht. Beim letzten Mal war ich zu diesem Zeitpunkt in meinem Quartier gewesen und Lieutenant Hawkins schien auch kurz überrascht mich an meiner Station zu sehen… sagte allerdings nichts weiter.
Sie folgte Captain Paris und mir in den Bereitschaftsraum und es dauerte eine Zeit, bis wir ihr klarmachen konnten, dass wir sie so schnell wie möglich über Gefahren informieren würden und sie vorerst loswerden konnten. Es fühlte sich nicht richtig an ihr etwas zu verheimlichen, aber wir wussten sichergehen.
Dann wurde jedoch klar, dass Q Wort gehalten hatte. Auch Captain Paris erinnerte sich und wir sprachen die nächste Schritte ab, nachdem wir sicher waren, dass wir gerade “die Nachricht" bekommen hatten.
Wir würden erneut ein Briefing der Führungsoffiziere abhalten und diese dort informieren… über den Plan was die Tempest angeht aber auch über das Schicksal der San Diego, das wir miterlebt hatten. Unter strengen Auflagen natürlich.

Es war ungewohnt, Commander Kurland und vor allem Lieutenant Jaesa Hawkins wieder vor mir in diesem Raum zu sehen. Es gab mir Hoffnung, es gab mir vor allem noch mehr Motivation dieses Mal niemanden zu verlieren.
Wie erwartet reagierte die Crew auf unsere Einleitung jedoch ablehnend. Vor allem Lieutenant Keller und Abby zweifelten an unserem Gesundheitszustand und wollten uns sofort untersuchen. Nachdem ein Scan leicht erhöhte Chroniton-Strahlung festgestellt hatte - die unter Anderem in Verbindung mit Zeitreisen auftrat - schien zumindest Abby etwas gewillter zuzuhören und auch Lieutenant Keller wurde zum Ende hin etwas ruhiger, soweit dass ihr die Kinnlade herunter fiel als wir die Details erklärten.
Der Andorianer hingegen wurde immer aufgebrachter und verließ dann wieder einmal das Briefing. Das wurde zur Angewohnheit. Vielleicht auch besser, dass er sich auf das Vex-Gerät konzentrierte.
Ich erzählte Lieutenant Hawkins im Detail von unserem - dank mir gescheiterten - Plan die Tempest zu sabotieren und welche Änderungen nötig wären.
Am Ende schienen wir alle - zumindest die, die geblieben waren - uns einig, dass wir diesen Plan ausführen sollten, auch wenn die meisten nicht wirklich überzeugt waren. Viele zweifelten gar noch daran, dass die Tempest uns gefolgt sein könnte.

Mit mehr Zeit hätten wir sie überzeugen können, aber Zeit war etwas das wir nicht mehr hatten. Und wir mussten sie nicht überzeugen, sie mussten uns nicht glauben, sie mussten nur ihre Arbeit tun. Den Rest würden wir erledigen.
Commander Kurland sollte außerdem mit der Nomad Kontakt zu den Azgeda und Kynsam aufnehmen und kleine Flotten am Rande der Sensorreichweite bereithalten… wir alle hofften wir würden sie nicht brauchen und niemand wollte sie in einen Konflikt mit den Vex hereinziehen, aber Captain Paris’ Befehle waren eindeutig. Ich war nicht einverstanden, aber vielleicht war eine Vorsichtsmaßnahme nicht schlecht.
Die Offiziere begannen sich dann ihren jeweiligen Aufgaben zuzuwenden und ich folgte Lieutenant Hawkins in den Maschinenraum, wo sie gerade ihre Ausrüstung vorbereitete.
Was ich dieses Mal nicht sah war der Rest ihres Teams… dennoch hatte ich ein Deja-Vu… war es noch ein Deja-Vu, wenn es kein Gefühl sondern eine Tatsache war dass man genau diese Situation schon einmal erlebt hatte?
Wie auch immer, ich nahm Lieutenant Hawkins erneut zur Seite und redete auf sie ein. Dieses Mal war es allerdings ein anderer Vortrag als beim letzten Mal an dieser Stelle. Ja, ich wollte sie begleiten, alle retten und der Crew und mir selbst beweisen, dass ich aus meinen Fehlern gelernt hatte. Ein Teil von mir wusste allerdings auch, dass dieser Mission mit meiner Anwesenheit vielleicht mehr geschadet als geholfen wäre.
Also machte ich ihr dieses Mal klar, dass ich aus meinen Fehlern gelernt hatte und dieses Mal die Mission über alles andere stellen würde, wenn sie der Meinung war sie könnte mich brauchen, es allerdings verstehen würde wenn sie mich nicht dabei halten wollte.
Und ich war fest entschlossen ihre Entscheidung zu respektieren, bis ich sah wie sie die gesamte Ausrüstung in einen einzigen Rucksack packte.
Und so sehr ich ihr Verlangen, ihr Team zu schützen, verstand… das konnte ich nicht zulassen. Scout Hawkins und ich redeten auf Jaesa Hawkins ein, dass wir sie trotz allem Vertrauen in ihre Fähigkeiten nicht alleine auf die Tempest lassen würden.

Ich war bereit für eine lange Diskussion als Hawkins plötzlich das letzte tat, was ich von ihr erwartet hätte. Sie fragte nach dem Grund für mein Verhalten beim letzten Mal. Die Nachricht an Georgiou und meine Gefangennahme standen im Bericht, wie das passieren konnte hatte ich nicht erwähnt.
Also erzählte ich ihr alles und sie schien zu verstehen, fragte ob ich anders handeln könnte wenn ich erneut in derselben Situation wäre.
Und ich wusste das könnte ich. Das würde ich. Ich wusste was beim letzten Mal passiert war als ich jemanden schützen wollte und alles nur schlimmer machte, als ich vom Plan abwich.
Hawkins allerdings erklärte das Risiko für zu groß und verschwand… ich folgte ihr noch in den Turbolift, aber ich hatte dort bereits eingesehen, dass Hawkins ihre Entscheidung getroffen hatte. Also kehrte ich in den Maschinenraum zurück.
Ich sprach Scout Hawkins gerade Mut zu, als diese mich vor die Tür zerrte, eine Ausrüstungskiste öffnete und fragte ob ich wirklich die richtige Entscheidung hier treffen wolle.
Jaesa Hawkins hatte der Bericht vom Verlust ihres Teams offenbar schwerer getroffen als ich gedacht hatte und sie war bestrebt die Mission dieses Mal ohne Verluste und alleine zu vollenden. Wenn selbst ihre Schwester an ihr zweifelte… ich hatte keine andere Wahl. Ich legte die MACO Ausrüstung an und folgte Jaesa Hawkins unauffällig in den Azgeda Frachter, wo ich mich bis zur Ankunft an der Tempest im Frachtraum versteckte.
Nach der Ankunft auf der Tempest folgte ich ihr in einigem Abstand und schaltete einige unvorsichtige Offiziere aus.
Hawkins hatte sich unterdessen bereits einen terranischen Kommunikator besorgt und alle Geräte platziert. Während ich Waffenfeuer hörte kam mir eine Idee… ich fing eines der anstürmenden Sicherheitsteams ab und ließ sie ihre Sicherheitschefin rufen, deren Identität und Uniform ich anschließend übernahm.

Ich war kaum auf der Brücke angekommen da fragte Georgiou schon was auf Deck 3 vor sich ginge. Ich berichtete vom starken Waffenfeuer, als auch schon Lieutenant Hawkins lässig hinter uns auftauchte.
Ein wenig zu lässig wie sich schnell herausstellte. Georgiou gab ihr fünf Sekunden sich zu ergeben um die neuen Agoniezellen zu testen, Lieutenant Hawkins konnte gerade noch hervorbringen dass sie vorhabe alle an Bord zu erledigen, als sie schon von hinten niedergeschlagen wurde.
Georgiou und Captain Hawkins mussten das natürlich sofort kommentieren und alle Sicherheitssysteme aktivieren lassen. Nicht dass es ihnen etwas bringen würde.
Lieutenant Hawkins wurde in die Brig gebracht und ich wollte das Verhör überwachen. Mein Plan schien schneller aufzugehen als gedacht.
Während Captain Hawkins und ihre seltsamen Shadow Forces Zeit damit verschwendeten das Schiff nach weiteren Eindringlingen abzusuchen begab ich mich in den Zellenbereich, wo das imperiale Mediziner-Team schon auf sein Verhör wartete.
Soweit sollte es jedoch nicht kommen. Nachdem ich Befehl gegeben hatte Hawkins zu wecken und ihr das Wahrheitsserum zu injizieren, verriegelte ich alle Türen, deaktivierte die internen Sensoren der Sektion und schoss die Sicherheitsoffiziere und Doktor Kreege nieder.
Es blieb nur noch Tabby mit ihrem Hypo… ich zögerte einen Moment, aber ich hatte versprochen die Mission an erste Stelle zu stellen also schoss ich auch sie nieder und befreite anschließend die noch etwas verwirrte Lieutenant Hawkins.
Sie redete nur davon, dass “der Plan” gescheitert sei, fing sich dann aber schnell wieder. Alle Geräte waren platziert und es war Zeit dem ein Ende zu setzen.
Sie gestand dann noch etwas, das ich von Anfang an vermutet hatte auch wenn ich es bisher mehr für Wunschdenken hielt. Tabby war nicht für Georgiou an Bord gekommen, sondern hatte die ganze Zeit für uns, für Lieutenant Hawkins gearbeitet.
Ich hatte es gewusst, aber ich konnte kein Risiko eingehen, nicht dieses Mal. Tabby war nur betäubt und so sehr es wehtat sie bewusstlos am Boden zu sehen, in wenigen Minuten wäre all das vorbei. Das Vex-Gerät und alle Gefangenen, alles was wir brauchten war nun in einem Raum und wir konnten den nächsten Schritt beginnen.
Dachten wir.

Trotz deaktivierter Sensoren dauerte es nicht lange bis die ersten Sicherheitsteam eintrafen… wir hätten die Energie deaktivieren können, aber ohne Signal an die San Diego gab es für uns kein Entkommen.
Als unser alter Gorn Bekannter dann die Tür aufriss… es schien vorbei. Es gelang mit den Großteil der Offiziere auszuschalten, aber Shalash… er war nicht zu stoppen.
Er schlug Lieutenant Hawkins zu Boden und sie blieb regungslos liegen. Der Gorn schien jeden Phaserschuss abzublocken...im Gegensatz zu mir, als ich wenig später niedergeschossen und in eine Zelle geschleift wurde.
Ich wachte wieder auf, als nur noch eine einzige, sehr lustlos scheinende Wache den Zellenblock überwachte.
Dann kam Tabby herein und bestand darauf mich untersuchen zu wollen - zumindest ihre Tarnung war anscheinend nicht aufgeflogen. Der Sicherheitsoffizier wollte diskutieren, öffnete aber schließlich die Zelle… und wurde prompt ausgeschaltet.
Dann stand Tabby in meiner Zelle und alles was ich wollte war sie umarmen. Dass ich es nicht getan habe… ich würde es später vielleicht noch mehr bereuen als alles andere. Stattdessen entschuldigte ich mich, aber dafür war keine Zeit. Wir gingen auf die Krankenstation, wo Hawkins’ Leiche vor uns lag… offenbar hatte der Gorn ganze Arbeit geleistet.
Ich überlegte wie ich das Scout erklären sollte, der ich versprochen hatte nicht ohne ihre Schwester zurückzukehren… und wie unnötig dieser Tod gewesen war.
Tabby jedoch hatte einen Plan und wir hatten noch eine Mission. Sie aktivierte das Vex-Gerät, sendete das Angriffssignal an die San Diego und ich sicherte die Eingänge der Krankenstation.
Das funktionierte eine Zeitlang sehr gut… bis die Brücke mitbekam was hier unten vor sich ging und gefühlt jeden einzelnen Crewman mit einer Waffe zu uns schickte. Die Barrikaden halfen eine Weile, spätestens als der Gorn eintraf schien die Situation ausweglos.
Ich konnte die ersten Offiziere noch niederschießen, dann waren wir umstellt… und der Gorn kam näher.

Das Gerät brauchte noch einige Minuten und wir hatten nicht einmal mehr Sekunden. Dann auf einmal stand Lieutenant Hawkins neben mir und ließ einen Terraner mit einem einzigen Tritt durch den ganzen Raum fliegen.
Sie schien genauso erstaunt wie ich, machte aber das Beste daraus. Dann wurde es Zeit die Energie abzuschalten und alles wurde dunkel, kurz darauf erbebte das ganze Schiff mehrmals. Die San Diego hatte ihren Angriff begonnen.
Ich sicherte meine Seite - von einer kleinen Schussverletzung abgesehen sehr erfolgreich - und sah dann erstaunt zu, wie Hawkins sich unbewaffnet in eine komplette Gegnergruppe schmiss und anschließend den Gorn tötete als wäre es das normalste der Welt. Sie hatte sich schnell an diesen neuen Zustand angepasst wie es schien.
Und es war genau das was wir brauchten. Ich werde nicht versuchen zu behaupten auch nur im Ansatz verstanden zu haben was genau da gerade passierte, aber es half uns. War unsere Rettung.
Selbst Captain Hawkins konnte Lieutenant Hawkins dieses Mal relativ problemlos und schnell ausschalten, auch wenn Captain Hawkins das nicht einsehen wollte… und am Ende getötet wurde.

Die Krankenstation war gesichert, der Angriff der San Diego war in vollem Gange und das Vex Gerät war fast aktiv. Alles verlief nach Plan. Von Lieutenant Hawkins’ kleinem Tod und Mutationsproblem mal abgesehen.
Problem war jedoch das richtige Stichwort. Jemand musste zurück bleiben um die letzte Phase des Vex-Gerätes einzuleiten und zu überwachen.
Die San Diego begann die Gefangenen an Bord zu beamen und setzte der Tempest weiter schwer zu, einzelne Systeme begannen allerdings bereits wieder online zu gehen.
Die Crew war tot oder geflohen, dieses Schiff stellte keine Bedrohung mehr da… dennoch wollte Tabby zurückbleiben und es zu Ende bringen.
Ich versuchte mein Bestes ihr das auszureden als Lieutenant Hawkins sich freiwillig meldete.
So schlecht ich mich fühle das zuzugeben, für einen Moment war ich erleichtert. Hawkins zu verlieren wäre ein Rückschlag für die gesamte Crew, aber für mich… es schien besser als die Alternative. Was vielleicht auch daran lag, dass ich ihre Leiche bereits gesehen hatte.

Dann jedoch stellte ich klar, dass niemand zurückbleiben würde. Das war unsere Mission und wir würden diese Mission erfüllen.
Auch Hawkins schien das langsam einzusehen - abgesehen davon, dass Tabby Recht hatte und sie niemals im Stande wäre Vex-Technologie zu bedienen - und wir alle suchten nach einem Weg dieses Opfer zu verhindern.
Wir hatten heute bereits soviel Unmögliches erreicht… ein ganzes Schiff mitsamt Crew zurückgebracht, mit Q erfolgreich verhandelt, das Flaggschiff des Terranischen Imperiums ausgeschaltet und einen Gorn getötet. Ein Vex-Gerät zu aktivieren ohne dabei jemanden zurücklassen zu müssen schien ein kleines, ein lösbares Problem.
Und ich weiß dass wir eine Lösung hätten finden können. Dann jedoch wurde mir klar, worum es hier wirklich ging. Tabby wollte keine andere Lösung finden.
Sie wollte dabei sein wenn das Vex Portal aktiviert wird, es sei ihr Weg, ihr einziger “Lebenszweck”. Was auch immer sie damit meinte, ich werde es nie verstehen. Und ich wusste ihre Entscheidung war gefallen. Meine einzige Option war sie zu begleiten, sicherzustellen, dass ihr nichts passieren würde. Ich konnte sie nicht noch einmal verlieren. Doch auch das sollte mir verwehrt bleiben.
Ehe ich antworten oder reagieren konnte zog sie auf einmal einen Phaser und alles wurde schwarz.

Dann wachte ich hier auf. Es dauerte wohl mehrere Stunden, aber am Ende wurde ich so ruhiggestellt, dass ich zumindest aufnehmen konnte was passiert war. Die Tempest war schwer beschädigt durch das Vex Portal gezogen worden, wir konnten alle anderen Gefangenen befreien und der Großteil der Tempest Crew ist entweder tot oder jetzt in unseren Arrestzellen.
Von Georgiou und Harison fehlt jede Spur und ich habe das Gefühl sie konnten irgendwie entkommen… noch ein Grund mehr warum sich all das nicht wirklich wie ein Sieg anfühlte.
Sowohl Captain Paris als auch Lieutenant Hawkins redeten auf mich ein, dass diese Crew mich brauchte. Nichts hätte weiter von der Wahrheit entfernt sein können. Ich hätte die Tempest nie betreten würde, weder beim letzten Mal, noch heute. Lieutenant Hawkins wäre auch so und deutlich schneller erfolgreich gewesen und es hätte mir sovieles erspart. Hätte ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich es nicht versucht habe? Natürlich hätte ich das, aber das tat ich so auch. Nichts war frustrierender als zwei Meter von seinem Ziel entfernt zu stehen und dann gestoppt zu werden ohne etwas dagegen tun zu können. Auch dieser Moment wird mich noch lange verfolgen. Was hätte ich anders machen können? Hätte ich selbst Tabby betäuben und an Bord der San Diego bringen sollen? So sehr es mir damit besser gehen würde, ich hätte ihren Willen damit genauso ignoriert und sie unglücklich gemacht wie sie das mit mir gemacht hatte. Ich bin mir sicher in ihrem Kopf wollte sie mich nur schützen, aber sie sollte langsam wissen, dass ich lieber bei ihr und in Lebensgefahr war als alleine und in vermeintlicher Sicherheit irgendwo anders. Dass sie meine Wünsche so ignorierte und meinte sie könnte für mich entscheiden... es war vielleicht der schlimmste Teil von dem was gerade passiert war.

Und Tabby selbst… auf gewisse Art und Weise war dieses Schicksal schlimmer als ihren Tod zu sehen. Ich hatte sie verloren und irgendwo vielleicht doch nicht für immer verloren. Etwas, jemanden nur halb zu verlieren… es schien schlimmer als zumindest eine Gewissheit zu haben. Die Bilder von ihrem Tod verfolgten mich zwar noch immer und würden es für alle Zeiten, zumindest dieser Teil blieb mir heute erspart. Stattdessen sehe ich sie vor mir, wie sie selbst mich betäubt… und dann weg ist, für immer. Ich wäre bereit gewesen mit ihr in den Tod zu gehen, aber selbst diese Entscheidung hatte sie mir verwehrt.
Ich weiß nicht was schlimmer war, aber ich musste den Tatsachen in’s Auge sehen.
Sehr wahrscheinlich hatte ich sie erneut verloren, obwohl ich alles dafür getan hatte sie dieses Mal zu retten. Ich hatte alles richtig gemacht, hatte die Mission über alles andere gestellt und trotzdem verloren. Es schien ausweglos, was auch immer ich tat ich würde sie immer verlieren. Anscheinend war das mein Schicksal und es wurde Zeit das zu akzeptieren… wenn das einmal so leicht getan wie gesagt wäre.
Und dennoch… ich hatte Tabby, ja ich hatte auch Clarke schon mehrmals aufgegeben gehabt und jedes Mal tauchten sie Tage, Wochen, Jahre später auf einmal wieder auf als wäre nichts gewesen.
Konnte ich, wollte ich diese Hoffnung wirklich aufgeben? Ich wusste besser als jede andere, dass unmöglich scheinende Dinge in seltsamer Regelmäßigkeit an Bord dieses Schiff passierten. Vor zwei Jahren hatte ich nach Clarke’s “Tod” alle Gefühle abgeschaltet und mich nur auf meine Arbeit konzentriert nur um später zu lernen, dass sie teilweise nicht einmal zehn Sektoren entfernt festgehalten wurde. War das hier wirklich die beste Option? Wollte ich wirklich erneut aufgeben und mich von allem isolieren? Oder die Vergangenheit wiederholen und direkt einen Marc Harison 2.0 suchen um nicht diesen Verlust fühlen zu müssen?

Vielleicht noch wichtiger, Tabby war nicht Clarke. Sie hatte immer einen Plan; für jede Situation. Sie war nicht entführt worden, sondern hatte selbst diese Entscheidung getroffen.
Ich wusste auch, hatte vor langer Zeit akzeptiert, dass Forschungen für sie immer an erster Stelle stehen würden. Dass sie nicht für das Leben an einem einzigen Ort gemacht war, selbst wenn dieser Ort sich bewegte. Die Möglichkeit die Vex aus nächster Nähe zu studieren… ich konnte verstehen, warum sie diese Chance nutzen wollte. Was ich nicht verstand war, warum sie das alleine tun musste; warum sie mich dafür in mehrfacher Hinsicht so verletzen musste. Warum sie nicht warten konnte bis wir mit diesem Schiff Vex-Gebiet erreichten. Vex-Gebiet... sollte sie durch ein Wunder überlebt haben, vielleicht würden sie dort irgendwann finden. Aber wieviele Wunder konnte ich noch erleben?

All das gesagt… auch beim letzten Mal hatte sie einen Plan, hatte alle Vorkehrungen getroffen, alles richtig gemacht… und wurde dennoch vor meinen Augen getötet.
Und die Terraner waren nichts gegen die Vex. Selbst die Q als allmächtige Rasse hatten Angst vor den Vex; so sehr ich Tabby vertrauen wollte, niemand konnte die Vex und die von ihnen ausgehende Gefahr wirklich einschätzen.
Und dann war da Marc Harison. Er hatte sein Zusammentreffen mit Vex überlebt, aber war danach nie mehr derselbe. Vielleicht hatte ich mehr Angst davor als Tabby wirklich komplett zu verlieren. Hoffnung schien in dieser Situation mehr naiv als alles andere. Und ich hatte mir gesprochen nie mehr "die naive Lexa Griffin" zu sein.
Was auch immer passieren würde, ich fürchte die Mediziner haben Recht. Wenn ich schon in bester Verfassung keine große Hilfe für diese Crew war, momentan wäre ich das erst Recht nicht.
Ich muss meine Gedanken ordnen, meine Prioritäten sortieren. Was wollte ich jetzt erreichen?
Die Tempest war verschwunden, aber unsere Primärmission hatte sich nicht geändert. Es war schwer momentan an irgendwas Anderes zu denken wenn all diese Erinnerungen noch so frisch sind, diese Bilder sich immer wieder in den Vordergrund rücken und alles andere unwichtig erscheinen lassen.

Wie würde es für mich weitergehen? Ich weiß es nicht. Ich würde Tabby niemals aufgeben können sofern auch nur die kleinste Chance besteht, dass sie noch am Leben war. Aber ehe ich mehr weiß, ehe ich irgendwelche Hinweise sammeln kann dass sie überlebt hat… ich kann das nicht mein Leben bestimmen lassen, es würde mich konsumieren, zerstören. Unmöglich machen an etwas Anderes zu denken. Es würde dafür führen, dass ich dieses Ziel über alle anderen stellen, rücksichtsvoll, kurzsichtig und ohne Gedanken an andere handeln würde. Wie so oft zuvor.
Wenn ich jetzt nur wüsste wie sich das kombinieren lässt… ich weiß nicht warum aber plötzlich schoss mir ein Zitat in den Kopf, das eine meiner Mitbewohnerinnen an der Akademie an ihrer Wand hängen hatte.
“Irgendwann erreichen wir alle einen Punkt, an dem es zuviel wird. Wenn wir es satt haben immer und immer weiter kämpfen zu müssen. Also geben wir auf. Das ist der Punkt an dem die wahre Arbeit beginnt, an dem unser wahres Wachstum beginnt. Hoffnung in Momenten zu finden, in denen es anscheinend absolut keine gibt”
Vielleicht war da etwas dran. Vielleicht mussten wir erst durch’s Feuer gehen, um gestärkt daraus hervor zu gehen. Vielleicht war etwas dran an der Theorie, dass wir durch solche Feuerproben entweder stärker wurden oder komplett aufgaben.
Aber was wenn es einen dritten Weg gab? Wenn wir einen Punkt erreichen, an dem Schmerz und Verlust alles ist was wir kennen? Egal wie sehr ich versuchte mich auf die Hoffnung zu konzentrieren es tat mehr weh als dass es wirklich half.
Anscheinend liegt noch viel Arbeit vor… vor mi.. vor..Doktor? Was passie… *die nächste Phase der Medikamente beginnt zu wirken und sie wird wieder bewusstlos*

=/\= Log Ende.

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

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36

Monday, September 23rd 2019, 1:06am

Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego

Das erste Logbuch das ich seit langer Zeit in Schriftform aufzeichen muss... es war ungewohnt. Anstrengend. Und irgendwie war das nicht einmal das Verrückteste an dem heutigen Tag.
Georgiou. Clary Georgiou. Wenn mir jemand gestern gesagt hätte, dass ausgerechnet eine Georgiou mich wieder Licht sehen lassen würde, mir Hoffnung geben würde dass es nicht vorbei war und dass mein Platz jetzt mehr denn je an Bord der San Diego war… ich hätte ihn niedergestochen. Und dann mich selbst.

Genauso sollte es allerdings kommen. Vollgepumpt mit Medikamenten, deren Namen ich nicht einmal ansatzweise aussprechen konnte und mit all meinen Verletzungen behandelt - nicht, dass ich mich daran erinnern könnte - wurde ich heute früh von der Krankenstation in mein Quartier entlassen.
Offiziell sollte ich nach den Tagen - ...oder waren es Wochen? - auf der Krankenstation Zeit in meinem Quartier verbringen und maximal “leichten Dienst” tun.
Nach etwa zehn Minuten alleine mit sofstepa in meinem Quartier wurde mir klar, dass das nicht funktionieren würde und ich machte mich auf den Weg in’s Wissenschaftslabor.
Dort hielt ich es allerdings auch nicht viel länger aus und landete schließlich in der Astrometrie.
Ich weiß nicht wie lange ich die Konsolen betrachtete, aber nach… langer Zeit mit den Daten von Clarke’s Rettung und dem Vex Portal auf der Tempest wusste ich was ich zu tun hatte.
Ich würde Tabby folgen, egal was es kostete. Dieses Mal würde mich niemand stoppen meine eigene Entscheidung zu treffen, niemand an Bord und erst Recht nicht der Hauptcomputer mit seinen “Warnungen”.
Natürlich war all das gefährlich und es gab Risiken, aber… es konnte nur ein Risiko geben wenn ich noch etwas zu verlieren hatte. Das hatte ich nicht. Nicht mehr.
Die ersten Schritte verliefen erfolgversprechend und innerhalb kürzester Zeit hatte ich einen ersten, groben Prototyp gebaut.
Ehe ich diesen allerdings mit Energie versorgen und erste Tests durchführen konnte gab es auf einmal einen grellen Blitz direkt neben mir.

Und dann stand sie dort, direkt vor mir. Eine Georgiou. Dieselbe Georgiou, die Q zu uns gebracht hatte.
Ich weiß nicht wie das möglich war… Georgiou, Georgiou senior, war aller Wahrscheinlichkeit nach tot oder zumindest verschwunden und ihre Tochter würde erst in über einem Jahr geboren werden, geschweige denn heute keine erwachsene Frau sein.
Und nun stand diese Tochter auf einmal vor mir und wollte mir eine Ansprache halten als ob sie mich ewig kennen würde und meine beste Freundin wäre.
Ich zog einen Phaser, aber senkte diesen schnell wieder als sie tatsächlich anbot mir zu ‘helfen’ und damit die oberste temporale Direktive ‘minimal’ zu brechen. War es möglich, dass sie durch die Zeit reisen konnte?
Wie auch immer, Hilfe von einer Georgiou… das konnte nur gut werden. Und ich konnte die Ablenkung brauchen. Ich sank zu Boden und hörte zu.
So sehr ich diese Georgiou und alles was sie sagte hassen und ablehnen wollte, je länger sie sprach desto mehr realisierte ich dass sie - leider - Recht hatte. Desto mehr musste ich ihr zuhören.
Und auch wenn sie mir zugestand, dass mein Prototyp wahrscheinlich funktionieren und ich im Vex Raum ankommen würde… sie hatte Recht, dass das keine gute Idee war.
Nicht für Tabby, nicht für diese Crew und auch nicht für mich. Abgesehen von den möglichen Gefahren für die San Diego - das letzte Vex Portal an Bord eines Schiffes hat das gesamte Schiffe mitgenommen, ich hatte keinerlei Ahnung was mich dort erwarten würde.
Und dann sagte sie etwas, dass ich niemals so erwartet hätte. Nicht an Bord dieses Schiff, erst Recht nicht von einer Georgiou.
Irgendwie… es waren genau die Worte die ich hören musste. Ob Georgiou das wusste? Etwas über meine Zukunft wusste und sicherstellen wollte, dass ich dieser Crew weiterhin helfen sollte? Mein Leben nicht auf einer “sinnlosen Rettungsaktion” opfern würde?
Was auch immer es war, ihre Worte, dass sie uns alle beobachtet hätte, unsere schweren Phasen und Probleme und von nichts mehr überzeugt war als davon, dass diese Crew und ich, ja dass Tabby und ich, zusammengehörten, sie ließen mich wieder hoffen. Sie schien komplett überzeugt, dass das hier nicht die Art wäre, in welcher meine Geschichte enden würden.
Auch wenn ihr Tricorder dann begann laut zu piepen und sie verschwand… ihre Worte hatten Wirkung gezeigt.
Mehr als ich mir das in diesem Moment eingestehen konnte. Eingestehen wollte.

Ich warf einen letzten Blick auf meinen fast fertigen Prototyp und beamte alle Komponenten in einen gesicherten Bereich des Frachtraumes, ehe ich mich auf den Weg zur Brücke machte.
Weder Commander Kurland noch jemand Anderes auf der Brücke kommentierte meine Anwesenheit - offiziell war ich noch nicht für den Brückendienst zugelassen - und so übernahm ich meine Station… gerade rechtzeitig um ein Schiff zu melden, das auf den Sensoren auftauchte und einen Kurs auf uns setzte.
Commander Kurland rief gelben Alarm aus und Captain Paris ließ quasi noch aus dem Turbolift einen Kanal öffnen.
Es stellte sich dann jemand vor mit einem Titel, den ich bereits während er diesen aussprach wieder vergessen hatte. Nur eines weiß ich noch. Er war… lang.
Immerhin ein Wort blieb mir in Erinnerung: “Gottkönigreich”. Offenbar waren wir unwissentlich in deren Gebiet eingedrungen und dieses Patrouillienschiff war nun auf dem Weg uns abzufangen.
Die Priester an Bord schienen zunächst - angesichts der Umstände - verständnisvoll und höflich zu sein, baten uns unseren Kurs anzupassen und fragten was wir in ihrem Raum wollten.
Erst als sie das Wort ‘Vex’ hörten wurden sie hellhörig und versuchten uns eindringlich vor den “unheiligen und gottlosen Maschinen, ein Feind allen Lebens, heilig und
unheilig” zu warnen.Dennoch boten sie an uns weitere Daten zu übersenden und bei unserer Mission zu helfen… ehe sie “künstliche Intelligenzen der Typen 2 und 4” an Bord entdeckten und plötzlich den Kanal schlossen, nachdem sie eine Inspektion angekündigt hatten.

Und die Sensoren gaben uns schnell eine mögliche Erklärung was damit gemeint war. Offenbar hatten diese fremden Schiffe keinerlei automatisierten Systeme, keine hochentwickelten Computer. Fast alle Systeme wurden manuell bedient und das obwohl das Schiff der San Diego taktisch mindestens gleichzeitig war, “unheilig” oder nicht. Unser Bot begann bereits zu…’zittern’?
Das fremde Schiff beschleunigte dann und Captain Paris gestattete letztlich nach kurzer Beratung mit der Führungscrew die Inspektion.
Commander Kurland und ein Sicherheitsteams unter Führung von Lieutenant Hawkins empfingen die Delegation im Transporterraum und führten diese kurz darauf auf die Brücke.
In der Zwischenzeit hatte Doktor Vadiye festgestellt, dass diese Spezies offenbar ein Hybrid aus Reptilien und Insektoid war. Das schien unmöglich, aber als diese… Kreatur die Brücke betrat wurde schnell klar, dass sie - bzw. die Sensoren - Recht hatte.

Diese Wesen fassten dann sofort den Bot - oder die “unheilige Maschine” - in’s Auge und begannen diesen zu scannen. Das ging soweit, dass Lieutenant Hawkins sich am Ende schützend dazwischen stellte.
Captain Paris zeigte ihnen unsere Route und erklärte warum wir hier sind, woher wir stammen und was unsere Ziele sind.
Offenbar stand dieses Gottkönigreich seit längerer Zeit mit den Vex im mehr oder weniger - zuletzt dank der Sperrzone etwas weniger - aktiven Konflikt und hatte auch bereits Kontakt mit einem Föderationsraumschiff gehabt, wenn auch nur sehr kurz.
Commander Kurland führte währenddessen einen der beiden Besucher in den Maschinenraum, wo dieser den Hauptcomputer inspizierte - offenbar galt dieser als “Typ 2”, während unser Bot ein Typ 4 war.
Am Ende schienen die Bemühungen des Captains und Commander Kurland erfolgreich gewesen zu sein, denn unsere Bitte das Gebiet durchfliegen zu dürfen wurde genehmigt… allerdings unter drei Bedingungen.
Wir sollten dauerhaft einen Begleiter an Bord nehmen, der unsere Systeme überwacht und außerdem den Hauptcomputer einschränken, sodass dieser keinerlei Sprachbefehle mehr annehmen würde oder selbst Spracheausgaben tätigen könnte.
Damit ließ sich leben… die dritte Voraussetzung allerdings war schwieriger zu erfüllen: wir sollten unseren Bot “deaktivieren”.
All das um zu verhindern, dass die Vex Zugriff auf unsere Systeme nehmen könnten und um die Paragraphen dieses Gottkönigreiches zu erfüllen.

Ich mag keine größere Kämpferin für die Rechte von künstlicher Intelligenz gewesen sein und ohne Commander Tucker’s Bindung wäre mir dieser Bot wahrscheinlich auch egal - aber nichts und niemand, keine Lebensform, sollte einfach deaktiviert werden.
Lieutenant Keller meinte auch direkt, ob sie als Ex-Borg nicht auch gleich vorsichtshalber ausgeschaltet werden sollte.
Letztlich fanden wir nach den Einwänden von Lieutenant Keller und mir einen Kompromiss: der Bot würden für die gesamte Dauer des Fluges in einem abgeschirmten Raum verwahrt werden, zu dem nur eine Handvoll Crewmitglieder unter strenger Aufsicht Zugang haben.
Commander Tucker kümmerte sich darum, während ich die Modifikationen des Hauptcomputers im Maschinenraum übernahm.

Wenige Stunden später waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, die Delegation mit Ausnahme unseres neuen Verbindungsoffiziers Hecostlatt beamte auf ihr Schiff zurück und wir durften unseren Kurs fortsetzen.
Während die Brückencrew und unser Gast die nächsten Schritte diskutierten, kam die Idee auf eine nahegelegene Handelsstation zu besuchen.
Und so verlockend das klang um Vorräte aufzufüllen und weitere Informationen zu sammeln… uns lief die Zeit davon.
Die Station war ein Umweg von zwei Tagen - pro Richtung - und da war all die Zeit auf der Station noch nicht eingerechnet.
So sehr ich mir natürlich Sorgen um Tabby machte und sie möglichst schnell wiedersehen wollte, das hier war größer. Die Hood zählte auf uns und jede Minute war wichtig.
Schon seltsam, dass ausgerechnet Georgiou mir Hoffnung gegeben hatte, dass wir sie alle retten könnten.

Captain Paris versprach die Entscheidung zu überdenken und wir versammelten uns alle nach Schichtende in der Messhall, wo Commander Kurland die Uniform gegen eine Kochschürze eintauschte und überraschend gute Gerichte zauberte.

So oft wir heute auch “gottlos” genannt worden sein mögen, so seltsam diese Rasse im ersten Moment scheint… sie können uns helfen. Und der Erstkontakt lief angesichts unserer letzten Erfahrung deutlich besser als erwartet, befürchtet.
Die Tatsache, dass wir für einige Zeit eine Konsole bedienen mussten um etwas am Replikator zu bestellen oder der Bot auf einen Raum beschränkt war… damit ließ sich im Vergleich zu allen anderen Optionen leben.
Und es brachte uns einen Schritt näher die Hood zu finden und unsere Mission zu erfüllen.
Von der Hoffnung, dass Tabby am Leben war und ich sie wiedersehen würde abgesehen… Georgiou hatte mir noch etwas, vielleicht genauso Wichtiges mit ihren Worten gegeben.
Ein sehr weiser Professor an der Akademie hat uns gelehrt, dass wir alles erreichen können, sobald wir begreifen, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Ich habe eine Weile gebraucht das wirklich zu verstehen. Gemeinsam können wir alles schaffen. Wir haben die unschlagbar scheinende Tempest gestoppt und wir werden auch die Vex stoppen.

Und Tabby… je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr realisiere ich, dass ich dieselben Fehler mache, die meine Eltern gemacht haben. Vielleicht ist doch etwas dran an der Theorie, dass wir alle irgendwann zu unseren Eltern werden und in ihre Verhaltensmuster zurückfallen.
Mein Vater hat meiner Mutter immer versprochen, dass er sie stärken und glücklich mache wolle, alles tun würde um sie nicht gehen lassen zu müssen. Sein eigenes Wohlbefinden davor zurückgestellt. Naiv habe ich geglaubt ich könnte da erfolgreich sein wo er gescheitert war und Tabby zeigen, dass ich sie stärken könnte, sie wirklich glücklich machen könnte.
Die Wahrheit ist, Tabby ist die mit Abstand stärkste, vor allem willensstärkste Person, die ich kenne. Sie braucht mich nicht um zu überleben. Ich muss sie nicht stärken oder ändern, ich muss sie unterstützen und ihren Weg gehen lassen. Wichtiger noch, sie hat immer einen Plan. Und mindestens drei andere Pläne falls etwas schief geht. Ich will, ich werde aus den Fehlern meiner Eltern lernen, werde lernen sie gehen zu lassen um ihren eigenen Weg zu finden.
Und dann hoffen, dass dieser Weg sie in ihrem eigenen Tempo zu mir zurückführt.
Bis dahin werde ich alles dafür tun, dass wir sie und die Hood finden.
So sehr mir ihr Verhalten missfallen mag, ich liebe sie mit allem was dazu gehört. Alles Andere liegt außerhalb meiner Kontrolle und wenn meine Gespräche mit Doktor Vadiye mir eines gezeigt dann, dass ich lernen muss zu akzeptieren, dass es Momente gibt wo ich nicht die absolute Kontrolle habe. Lernen muss, damit umzugehen.

Und noch etwas ist mir heute klargeworden: Tabby tat das was sie für nötig hielt, nicht für ihre eigenen Interessen, sondern um uns alle zu schützen, ja zu retten. Und sie hat die richtige Entscheidung getroffen. Anstatt ihr zu danken, die Chance zu nutzen mich zu verabschieden und ihr Glück zu wünschen habe ich Zeit mit Diskussionen verschwendet, ehe Tabby keine andere Wahl sah.
Ja, ich bin wütend und werde immer wütend sein wie alles ablief aber wieder einmal habe ich zuerst versucht die Schuld dafür auf andere zu schieben anstatt auf mich selbst zu schauen.
Anstatt ihr klar zu machen, dass ich ihre Entscheidung verstehe, ja sogar unterstütze, mache ich Tabby und Lieutenant Hawkins Vorwürfe.
So sehr ich immer enttäuscht sein werde, dass sie mir meine Wahl genommen hat, zur Wahrheit gehört auch, dass ich ihr nicht einmal die Gelegenheit gab mir zuzuhören und nur an eines dachte: sie zu retten, um mich selbst zu schützen.
Ich dachte diese Phase wäre hinter mir, aber mein Weg zu einer weniger egoistischen Einstellungen scheint noch nicht so weit zu sein wie ich gedacht, gehofft hatte.
Abgesehen von den Herausforderungen, die Vex, Azgeda oder dieses Gottkönigreich bieten werden… auch vor mir persönlich liegt noch viel Arbeit.

Und dann ist da noch Georgiou. Ohne sie wäre mein heutiger Tag deutlich anders verlaufen und die San Diego läge jetzt vielleicht in Trümmern, dennoch müssen wir mehr über diese Frau herausfinden. Wieso ist sie am Leben, wie kommt sie in diese Zeit und wieso hilft sie uns?
Will sie nur die Sünden ihrer Mutter ausbügeln oder steckt mehr dahinter? Auch die andere Georgiou schien uns einige Zeit zu helfen, ehe das plötzlich und ohne Vorwarnung umschlug.
Und was genau hat es mit diesem Gottkönigreich auf sich? Unser neuestes Besatzungsmitglied schien neugierig und relativ aufgeschlossen zu sein, aber noch wussten wir nicht ob das auch für den Rest seiner Rasse galt. Was auch immer als nächstes passiert, ich habe das Gefühl die nächsten Tagen werden alles Andere als langweilig.
Es wäre sonst auch nicht die U.S.S. San Diego.

=/\= Log Ende

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”

Lt. Lexa Griffin

OPS-Offizier U.S.S. San Diego

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37

Monday, October 7th 2019, 12:54am

Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego

Ich weiß nicht warum ich überhaupt noch etwas Anderes erwarte, aber.. .es war wiedermal ein sehr verrückter Tag auf der San Diego.
Und am Ende dieses Tages scheint es als wären ausgerechnet die Tochter von Captain Georgiou und die Tharadros unseren größten Hoffnungen die Vex zu stoppen und die Hood jemals zu finden.
Was für einen Unterschied ein paar Stunden machen können…

Heute früh noch war ich absolut überzeugt, dass wir in einer Zeitschleife gefangen sein mussten oder irgendwie von außen manipuliert wurden. Alles schien sich zu wiederholen.
Noch vor Dienstbeginn erhielt Captain Paris wieder einmal unerwarteten und unangekündigten Besuch von einer Georgiou - dieses Mal Clary Amicia Georgiou - die ihm Daten und Informationen im Austausch gegen Zugang zur San Diego und unser Nomad Shuttle anbot.
Während Commander Tucker also widerwillig den Nomad mit Georgiou’s neuen, alten Spielzeugen wie terranischen Waffensystemen und einer Tarnung ausstattete diskutierten Commander Kurland, Captain Paris, Lieutenant Hawkins und ich auf der Brücke ob es wirklich eine gute Idee war Georgiou zu trauen, geschweige denn mit ihr zusammenzuarbeiten. Der Blick der Brückencrew als eine Georgiou nach Starterlaubnis fragte und der Captain hastig und ungeschickt versuchte das zu erklären.. Mehr brauchten wir nicht um die Moral der Crew momentan zu schildern.
Nicht, dass es irgendwem einfach gefallen wäre die Existenz dieser Georgiou hier und jetzt zu erklären… von ihren Motivation ganz abgesehen.
Als ein Lieutenant Hayes dann noch berichtete, dass es in der Messhall schon körperliche Auseinandersetzungen wegen des schlechten Kaffees gegeben habe… wir alle brauchten etwas Positives, etwas Hoffnung.

Wie auch zuvor immer kamen wir jedoch auch dieses Mal zu dem Entschluss, dass wir es nicht mögen mussten aber letztlich wohl kaum eine Wahl hatten wenn wir schnell Ergebnisse sehen wollten ohne unsere eigene Crew in Gefahr zu bringen.
Captain Paris bestand zumindest darauf, dass Georgiou in Zukunft nicht mehr alleine auf Aufklärungsflüge gehen sollte - nicht, dass das beim letzten Mal geholfen hätte.
Ich beneide ihn nicht um diese Entscheidung, persönlich hätte ich allerdings wohl dieselbe getroffen. Ich weiß nicht warum, aber irgendetwas sagt mir, dass wir dieser Georgiou trauen können. Dass sie, Terranerin hin oder her, gut und böse sehr gut unterscheiden kann und uns helfen will, egal was sie persönlich das kosten mag.
Ich fühle mich fast als würde ich sie kennen… natürlich wusste ich, dass das unmöglich war; auf der anderen Seite stand heute eine 22-jährige Frau vor uns, die in unserer Zeitlinie gar nicht - oder zumindest noch nicht - existieren dürfte.
Wie auch immer, sie ging dann auf Warp und die beiden Kommandooffiziere hatten die nächste schwierige Entscheidung zu treffen: sollten wir weiterhin Kurs auf die Sperrzone halten oder die Handelsstation anfliegen um wichtige Güter wie medizinischen Vorräte und nicht-replizierbare Komponenten aufzunehmen?
Commander Kurland stellte eine Liste aller dringend benötigten Dinge zusammen und unser freundlicher Austauschoffizier - der mehr und mehr wirklich interessiert an unseren Rassen schien und sich sogar die Astrometrie zeigen ließ um mehr über uns zu lernen - war überzeugt, dass wir fast alles auf dieser Handelsstation bekommen würde.

Die Namen und Wirkungsweisen der meisten Medikamente kannte er nicht, schien aber sehr überzeugt andere, humanoide, Rassen könnten diese besorgen.
Allerdings würde es uns diese Detour mindestens einen, eher zwei ganze Tage kosten und die meisten “fehlenden” Gegenstände waren Sachen, die wir erst in einem wirklichen Notfall brauchen würden. Für den Moment hatten wir genug Vorräte, unsere Energiereserven sollten mindestens noch sechs Monate halten und das Schiff war für eine langfristige Erkundung eines unbekannten Gebiets ausgerüstet.

Captain Paris beschloss also weiterzufliegen - und niemand widersprach.
Georgiou kehrte dann schneller als geplant von ihren Aufklärungsflügen zurück und stellte direkt unter Hinweis, dass keine Zweifel an ihrer Abstammung geben konnte: sie beamte an Bord - immerhin fragte sie erneut nach einer Andockerlaubnis - stürmte auf die Brücke und rief den Captain in “seinen” Bereitschaftsraum”.
Das Gespräch schien ewig zu dauern und als anschließend noch unser guter Hecostlatt hereingerufen wurde...es war klar, dass es keine gute Nachrichten gab.
Und die ersten Daten bestätigten das. Die Vex hatten ihre Sperrzone seit dem letzten Scan um über drei Lichtjahre in unsere Richtung verschoben, die Expansion beschleunigte sich exponentiell schnell weiter und es schien keinen Weg zu geben die Vex zu stoppen.
Was waren also unsere Optionen? Unvorbereitet und ohne Plan in Vex-Gebiet zu fliegen wäre der sichere Selbstmord, so sehr ich auch aus persönlichen Gründen nichts lieber tun würde als sofort Kurs zu setzen.

Zum Glück - und ich kann nicht glauben, dass ich das ausspreche - hatten wir Georgiou und unsere neuen insektoiden- reptilianischen Freunde: beim anschließenden Briefing der Führungsoffiziere stellte Georgiou ihren Plan vor, indem sie zunächst zusammenfasste was nicht funktionieren würde:
Selbst wenn es gelingen sollte Azgeda, Kynsam, Tharadros und die kleinere Rassen dieses Quadranten an einem Tisch zu bringen ohne dass sie aufeinander losgehen - und das war Herausforderung genug - in einem offenen Gefecht hätten wir keinen Chance.
Die Vex hatten keine Schiffe, die wir in einem Gefecht angreifen könnten und ihren Planeten hatte sie so sehr transformiert und befestigt, dass jedes Schiff lange vor Erreichen des Orbits aus dem Himmel geschossen werden würden.
Gemeinsam mit Vel war es mir bei Clarke’s Rettung gelungen einen Planeten von den Vex zu befreien, aber in einem größeren Umfang kam ein solcher Plan nicht in Frage - abgesehen davon, dass dieser Planet noch nicht befestigt war.
Diplomatie war ebenfalls keine Option, da einfache Vex-Einheiten keinerlei Dialog eingehen würden.
Zumindest eine Chance hatten wir: die Vex schienen ähnlich wie die Borg als eine Art Kollektiv zu arbeiten, in dem alle Einheiten miteinander verbunden sind und aus einer klaren Hierarchie Befehle erhalten. Sollte es uns gelingen diese Signale zu blockieren würden die einfachen Vex-Einheiten inaktiv werden und wir könnten problemlos Vex-Gebiet passieren.

Da gab es jedoch ein weiteres Problem… die Vex hatten sich weiter entwickelt. Schnell wurden uns drei weitere Arten von Vex-Einheiten vorgestellt, eine davon konnte gar schweben und hatte dutzende Raketenwerfer installiert - wie Lieutenant Hawkins schnell feststellte anscheinend eine neue Kommandoeinheit.
Lieutenant Hawkins… ich war verwundert darüber wie schnell sie sich mit Commander Georgiou an Bord abgefunden hatte. Während des Briefings schien es fast als wären die beiden schon immer ein Team gewesen. Es war beeindruckend und gleichzeitig ein wenig bedrohlich das mitanzusehen.
Und selbst unser Gast schien - für seine Verhältnisse - ein wenig beeindruckend, dass wir “unheiligen Kreaturen” in der Lage sein könnten die Vex endgültig zu stoppen.
Er willigte jedenfalls ein seine Vorgesetzten zu informieren und diesen zu raten die zwei vor kurzem gestarteten Angriffsflotten von ihrem Eindringen in Vex-Raums abzuhalten.
Auf einmal schien es als hätten wir tatsächlich eine Lösung gefunden.

Natürlich war all das nur Theorie und wir mussten noch eine praktische Lösung finden, aber zwischen Hawkins, Georgiou, Hecostlatt und unserem Andorianer war ich überzeugt, dass wir dieses Problem bald lösen könnten.
Erst Recht nachdem sich ein Tharadros Schiff näherte und uns Unmengen an taktischen Daten über die Vex schickte.
Natürlich kamen diese nicht ohne Gegenleistung, denn wir wurden gerufen. Ich ließ den Captain sein Briefing beenden und gestattete weiteren Tharadros an Bord zu beamen um unseren Fortschritt zu überwachen und zu helfen.
Der Lordbischoff selbst und einige seiner Diener beamten anschließend an Bord und wurden auf die Brücke geführt, während wir unser Briefing zum Ende brachten.

Der Plan war klar: ähnlich wie die Borg würden wir uns den Vex anpassen und ihre eigenen Waffen, ihre eigene Technologie gegen sie verwenden.
Lieutenant Hawkins hatte jedoch noch eine andere Idee. Wir könnten Fähnrich 237 verwenden, um die Vex zu infiltrieren und Zugang zu einem ihrer Datenknoten zu bekommen.
Natürlich hatte der Plan seine Risiken - entsprechend war Georgiou sofort begeistert davon - aber wenn er erfolgreich wäre hätten wir alle Informationen die wir brauchen könnten.
Nun wussten wir - bzw. musste der Captain - nur noch unsere Gäste überzeugen, dass wir unseren Bot wieder komplett nutzen dürften.
Glücklicherweise schien der Lordbischoff nicht abgeneigt und so versammelten wir uns wenig später im Wissenschaftslabor um unsere Arbeit zu beginnen.
Das heißt, viele versammelten sich dort, ich selbst tat mein Bestes diesen Ort weiterhin zu meiden.
Wäre Tabby hier, sie hätte schon längst eine Lösung gefunden. Wäre Tabby… nein. Nein, so durfte ich nicht denken.
Ich hatte in meinen Sitzungen mit “Counselor” Vadiye zuletzt einige Fortschritte gemacht und so sehr ich Tabby vermisste, die meiste Zeit gelang es mir mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Nur dieser Ort.. für den Moment war ich nicht stark genug diesen zu betreten.
Die Tharadros jedenfalls beamten einen Vex-Kadaver sowie Überreste von Einheiten aus den letzten Kämpfen an Bord und begannen gemeinsam mit unseren Wissenschaftlern und Commander Georgiou, die zunächst tatsächlich an Bord bleiben will, ihre weiteren Untersuchungen. Der Bot wurde kurz darauf freigelassen und in’s Labor geschickt, um seinen Auftrag zu erfahren.

Mit etwas Glück haben wir in wenigen Stunden eine erste Idee wie genau dieser Plan ablaufen wird. Schon jetzt haben wir mehr als wir heute früh hatten. Georgiou, Tharadros und eine “Stufe 4 KI”... die Umstände hatten seltsame Verbündete geschaffen.
Ich habe das Gefühl die nächsten Tagen wird es mindestens genauso anstrengend werden, diese Verbündeten auf einer Seite zu halten wie die Vex zu besiegen. Von all den anderen Problemen hier drinnen und da draußen abgesehen. Eines ist schon jetzt klar, Andromeda wird so schnell definitiv nicht langweilig.

=/\= Log Ende

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38

Monday, October 21st 2019, 12:03am

Persönliches Computerlogbuch des Leitenden OPS-Offiziers
Lieutenant Lexa Griffin
U.S.S. San Diego

"Bitte nennen Sie die Art des seelischen Notfalls". Ich dachte nach all meinen Jahren in der Sternenflotte, vor allem an Bord der San Diego, hätte ich alles erlebt. Vier Quadranten, eine unbekannte Galaxie, kybernetische Rassen, mehr als eine Zeitreise, andere Realitäten und so weiter.
Dann fand Doktor Vadiye heute durch Zufall das Medizinisch-Holografische Counselingprogramm. Wenn ich eines gelernt habe... es kann immer noch verrückter werden.
Und ganz genau so verlief auch sonst der heutige Tag. Nicht nur verschlief Commander Kurland seine Schicht und kam fünf Minuten vor Schichtende auf die Brücke, auch sonst war die Brücke heute zunächst seltsam leer gefegt.
Nicht nur die Brücke war leer gefegt, auch unsere Umgebung schien seltsam ruhig. Die Asqaethor Schiffe hatten bereits wenige Minuten nach dem Transport unserer neuesten Gäste ihren Kurs umgekehrt und wir waren plötzlich wieder allein.

Alleine war ein gutes Stichwort. Außer einer weiterhin nicht gerade gesund aussehenden Lieutenant Hawkins und mir war pünktlich zu Dienstbeginn niemand auf der Brücke. Lieutenant Keller wird seit zwei Tagen vermisst - bisher fehlt weiterhin jede Spur von ihr, auch wenn die Suche momentan nicht die höchste Priorität zu haben scheint - und der Großteil der restlichen Crew war anderweitig beschäftigt.
Während Commander Georgiou, unser Andorianer und unsere göttlichen Freunde im Wissenschaftslabor daran arbeiteten 237 mit dem Vex Netzwerk zu verbinden fand Doktor Vadiye bei einer Routine Inventur und Wartung der medizinischen Datenbank ein Programm, das ihre Neugier weckte.
Typisch Vadiye konnte sie es natürlich nicht sein lassen und musste dieses Programm aktivieren, was schnell nicht nur sie überfordern sollte. Der inzwischen auf der Brücke aufgetauchte Captain Paris wurde letztlich zu Hilfe gerufen und auch Lieutenant Hawkins verließ - mal wieder - die Brücke. Ich weiß nicht genau was ihr Problem ist, aber alles begann nach unserer Rückkehr von der Tempest. Ich hätte wissen müssen, dass selbst eine Lieutenant Hawkins nicht einfach so von den Toten wiederaufersteht.
Mir blieb allerdings keine Zeit dem weiter nachzugehen - vielleicht ist es an der Zeit Camina ein paar Nachforschung anstell... ich komme vom Thema ab. Captain Paris und Doktor Vadiye jedenfalls besprechen die Lage mit dem nun komplett aktivierten MCH, welches sich letztlich selbst den Namen Sigmund verpasste und darauf bestand so schnell wie möglich mit seiner Arbeit - der psychologischen Betreuung der Crew - beginnen zu können.
Captain Paris schien das zu akzeptieren und Doktor Vadiye klärte alles Weitere mit dem Hol.. mit Sigmund ab, während sie eine erste Diagnose begann die natürlich einige kleine - es musste einfach sein - Probleme zu Tage führte.

Offenbar war dieses Hologramm bereits seit den Anfangszeiten der San Diego in der Datenbank, wurde über die Jahre - als die San Diego noch einen richtigen Counselor hatte - allerdings soweit begraben, dass kaum jemand mehr davon wusste. Durch Zufall fand eine junge Ingenieurin dieses Programm nun und versteckte es nicht wieder, sodass Doktor Vadiye es in der medizinischen Datenbank fand und aktivierte. Nach einer kurzen Einführung soll unser Holo-Counselor bald seinen Dienst beginnen und ich kann mir schon sehr gut vorstellen wer sein erster Patient werden wird...

Auch von dieser Entwicklung wurde meine Aufmerksamkeit aber bald abgelenkt, als die Sensoren Waffenfeuer im Wissenschaftslabor meldeten. Die mal wieder kurz auf die Brücke zurückgekehrte Ms. Hawkins stürmte sofort herunter, es stellte sich jedoch heraus, dass Commander Georgiou die Bedrohung - eine reaktivierte Vex Einheit welche die Asqaethor an Bord gebracht hatten - bereits beseitigt hatte. Davon abgesehen war unser Plan allerdings erfolgreich, 237 hatte - wenn auch etwas schneller und unkontrollierter als gedacht - Zugriff auf die Vex Datenbank nehmen und ein paar Koordinaten finden können. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie sehr das Vorgehen von 237 unseren Andorianer zum Verzweifeln gebracht haben muss, aber letztlich gab es Georgiou die Gelegenheit auf etwas zu schießen, Hawkins die Gelegenheit die Brücke schon wieder zu verlassen und uns Zugriff auf Vex Daten. Viel mehr konnten wir hier nicht gewinnen. Besser noch, der Bot wurde offenbar nicht entdeckt oder zumindest nicht attackiert.
Was genau es mit den Koordinaten auf sich hatte blieb zunächst jedoch unbekannt. Wir besprachen auf der Brücke gerade mit dem von der Krankenstation zurück gekehrten Captain Paris wie weit die Arbeiten im Wissenschaftslabor trotz der kleinen Schießerei seien als Georgiou auf die Brücke kam und den Captain in seinen Raum zitierte wo sie ihn - und nur ihn - informierte, ehe sie wieder von der Brücke verschwand. Auch gab es Gerüchte über einen sogenannten Vex "Geist", aber wieviel davon wahr und wieviel nur Gerüchte sind ist auf diesem Schiff schwierig zu sagen. Typisch Georgiou. Zumindest schienen es aber gute Nachrichten zu sein. Und es sollten nicht die letzten heute bleiben.
Georgiou verschwand dann für die Vorbereitungen eines neuen Aufklärungsfluges in der Shuttlerampe und wir konzentrierten uns darauf Antworten zu finden.

Zunächst allerdings kam niemand großartig dazu nachzufragen, denn das Schiff von Königin Nia höchstpersönlich näherte sich und sie verlangte Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen. Auf der einen Seite war ich überrascht, dass sie - und auch die Kynsam - unserer Einladung zum Austausch von Daten über die Vex überhaupt gefolgt war, noch überraschter war ich allerdings dass die Asqaethor Azgeda tatsächlich ihren Raum passieren ließen. Insbesondere nachdem wir von den letzten "heiligen Kreuzzügen" gegen die Azgeda erfuhren.
Dann war es soweit und Nia stand mit ihren Wachen direkt vor uns. Hawkins konnte es natürlich nicht lassen und musste ihr das Messer der getöteten Azgeda-Kriegerin, Mara, vor die Nase halten. Nia nahm dieses und warf es in Richtung Hawkins, die es wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht fing. Woher hatte sie solche Reflexe? Am Ende jedoch erhielten wir einige hilfreiche Daten und Nia verließ die San Diego zumindest dieses Mal ohne Blutvergießen, auch wenn sie und Lieutenant Hawkins dieses Zusammentreffen sicherlich so schnell nicht vergessen werden.
Und Captain Paris hatte Recht, dieser Auftritt wird Eindruck bei den Azgeda gemacht haben.
Nia's Satz jedoch, dass sie uns lieber im Gefecht treffen würde, die Vex das aber für den Moment verhindern würden sollte uns allerdings allen Grund zur Sorge geben. Anscheinend hat die Rebellion die Azgeda mehr mitgenommen als sie uns glauben lassen wollen.

Zumindest hatten die Aufzeichnungen der Azgeda uns geholfen einen ersten Anhaltspunkt zu finden. Als kurz darauf ein Kynsam Schiff eintraf und uns weitere Daten über die Vex zusendete gelang es Commander Georgiou den Großteil einer Vex-Frequenz zu isolieren. Innerhalb von Tagen sollte es ihr gelingen die Frequenz genauer bestimmen zu können - es sei denn eine der anderen Rassen hat vielleicht noch weitere hilfreiche Daten.
Die Kynsam verschwanden direkt nach dem erfolgreichen Datentransfer wieder während Nia und ihr Schiff Position direkt neben uns halten. Wir werden sowohl Azgeda als auch unseren heiligen Bischof erneut nach Daten fragen. Mit etwas Glück hat einer von beiden etwas übersehen.
Und selbst wenn nicht.... Commander Georgiou und unser andorianisches "Genie" sollten in wenigen Tagen eine erste Frequenz extrapoliert haben. Spätestens dann könnten wir die Vex temporär unschädlich machen und mit den heute gewonnenen Koordinaten Kurs auf ihre Kommandozentrale setzen.
In einer Woche könnten wir bereits die Hood gefunden haben. Tabby gefunden haben. Und diesen Quadranten vor den Vex gerettet haben. Natürlich wird es auch danach nicht einfacher, aber es fühlte sich gut an dem Ziel nähern zu kommen.
Jetzt muss ich nur noch irgendwie unserem quasi - Counselor entkommen können.

Und dann war da Lieutenant Hawkins. Nicht nur schien sie 90 Prozent ihrer Dienstzeit nicht auf der Brücke zu verbringen oder nach Entschuldigungen zu suchen die Brücke verlassen zu können.. sie war ständig am Schwitzen und hatte heute mehr als ein Glas zerbrochen, indem sie es einfach in der Hand hielt. Ihre "Erklärung", dass die Replikatoren fehlerhaft sein konnte ich bereits nach der zweiten Diagnose ausschließen, aber natürlich habe ich den Captain darüber bisher nicht erwähnt. Nach allem was passiert ist, was sie auf der Tempest versucht hat... Lieutenant Hawkins verdient meine Anerkennung. Meine Loyalität. Ich hoffe ich kann ihr irgendwann helfen, bis dahin werde ich alles tun dieses Geheimnis zu hüten, was auch immer es ist.
Als der Captain gerade mit Georgiou beschäftigt war schien die Gelegenheit gekommen sie zu befragen... aber auch ich erhielt keine Antwort. Mit ihr sei alles okay und die Replikatoren wären Schuld.
Zumindest etwas Anderes konnte ich in Erfahrung bringen: wieso sie dieser neuen Georgiou gegenüber so anders war. Etwas, das mir viel früher hätte einfallen müssen schlich sich plötzlich in mein Gedächnis. Das Schicksal von Lieutenant Hawkins' Eltern, wie sie gezwungen war sich gegen ihren eigenen Vater zu stellen und die Kosten dafür tragen musste. Wenn jemand an Bord wusste wie schwer es war sich von seinen Eltern und ihren Taten loszusagen dann war das Lieutenant Hawkins.
Natürlich würde sie dieser Georgiou eine Chance geben - und falls doch etwas passierte würde sie ihre Phaserpistole immer griffbereit haben. Das zumindest klang nach Hawkins. Vielleicht können auch hier die Vex helfen.

=/\= Log Ende

“You have to find love and joy in simple things. Because if you’re waiting to celebrate only big moments you could be waiting a really long time. And you’ll be miserable all along the way”